Offener Brief fordert Freiheit für Julian Assange: New York Times, Guardian, Le Monde, SPIEGEL und El País

29. November 2022von 2,4 Minuten Lesezeit

Das wirft einige Fragen auf: Warum jetzt? Wer wird beschwichtigt? Wenn es darum ging, einen Präzedenzfall zu zu verhindern und zu bekämpfen, der Journalisten schaden könnte, dann ist das längst überfällig. Irgendetwas geschieht hinter den Kulissen, das uns entgeht.

Die New York Times und vier europäische Medien forderten die Regierung der Vereinigten Staaten am Montag auf, die Anklage gegen Julian Assange, den Gründer von WikiLeaks, wegen der Beschaffung und Veröffentlichung geheimer diplomatischer und militärischer Geheimnisse sowie die Veröffentlichung von US-Kriegsverbrechen fallen zu lassen.

In einem gemeinsamen offenen Brief erklärten The Times, The Guardian, Le Monde, Der Spiegel und El País, dass die Strafverfolgung von Julian Assange nach dem Espionage Act einen gefährlichen Präzedenzfall“ schaffe, der das First Amendment und die Pressefreiheit zu untergraben drohe.

Die Beschaffung und Offenlegung sensibler Informationen, wenn dies im öffentlichen Interesse notwendig ist, ist ein wesentlicher Bestandteil der täglichen Arbeit von Journalisten“, heißt es in dem Brief. „Wenn diese Arbeit kriminalisiert wird, werden unser öffentlicher Diskurs und unsere Demokratien erheblich geschwächt.“

Assange, der seit seiner Verhaftung im Jahr 2019 gegen seine Auslieferung aus Großbritannien kämpft, wird außerdem beschuldigt, an einer Hacking-Verschwörung beteiligt gewesen zu sein. Der Brief forderte das Justizministerium nicht auf, diesen Aspekt des Falles fallen zu lassen, obwohl er sagte, dass „einige von uns darüber besorgt sind„.

Selbst der Spiegel, der sich im Zusammenhang mit der Corona Pandemie im Auftrag und bezahlt von US Oligarchen wie Gates als Faktenchecker und Unterdrücker von unabhängigen und kritischen Journalismus betätigt hat, schreibt:

Die Anklage gegen Assange ist ein gefährlicher Präzedenzfall und ein Angriff auf die Pressefreiheit.

Es zählt zu den Kernaufgaben von Journalistinnen und Journalisten in demokratischen Staaten, Fehler von Regierungen zu kritisieren. Sensible Informationen zu beschaffen und zu publizieren, wenn das im öffentlichen Interesse liegt, ist Teil unserer täglichen Arbeit. Wer diese Arbeit kriminalisiert, schwächt den öffentlichen Diskurs und damit die Demokratie.“

Es ist erstaunlich, dass gerade jetzt vor dem Hintergrund des Krieges zwischen der NATO und Russland in der Ukraine diese Medien zur Verteidigung eines Kollegen ausrücken, der dem Hegemon USA Kriegsverbrechen nachgewiesen hat.

Der Spiegel Artikel endet mit:

Zwölf Jahre nach den Botschaftsdepeschen ist es an der Zeit für die US-Regierung, die Verfolgung von Julian Assange wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente einzustellen. Denn Journalismus ist kein Verbrechen.

Die Chefredakteure und Herausgeber von:

»New York Times«
»Guardian«
»Le Monde«
SPIEGEL
»El País«

Bild von Caitlin Johnstone auf Pixabay

Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge uns auf Telegram und GETTR


Julian Assange: Politische Verfolgung eines Journalisten gegen Recht und Gesetz

„LongWalk4Assange“ – Ein mutiger Aktivist läuft für die Freilassung von Julian Assange von Hamburg nach London

Snowden: Mainstream-Medien Instrumente der CIA

9 Kommentare

  1. Christian 30. November 2022 at 13:41Antworten

    Das wirft mehr als nur einige Fragen auf. Das irgendetwas hinter den Kulissen geschieht ist offensichtlich. Es entgeht uns viel zu viel. Und das nicht seit Corona. Die Anklage gegen Julian Assange hätten sie längst fallen lassenmüssen. US-Kriegsverbrechen sind ja bekannt und gern werden die Hände in Unschuld gewaschen. Die Strafverfolgung von Julian Assange zeigt wie krampfhaft etwas vertuscht werden soll. Wer also hier beschuldigt werden sollte stellt sich hier die Frage schon lange nicht mehr.

  2. Pierre 29. November 2022 at 20:42Antworten

    Seltsam seltsam. Da vermodert Assange schon seit Jahren im Gefängnis und ganz plötzlich ist es wichtig, gegen Assanges Auslieferung zu argumentieren?

    Da ist vielleicht wirklich irgendwas im Busch.

  3. Andreas I. 29. November 2022 at 19:40Antworten

    Hallo,
    ja das ist merkwürdig.
    So weit, eine Aufarbeitung zu fordern oder Kraft der eigenen journalistischen Fähigkeiten Aufarbeitung zu betreiben, gehen Spiegel&Co. nicht .

  4. Ju 29. November 2022 at 17:50Antworten

    Die Frage nach dem warum ist interessant, dazu ein aktueller Link aus der Democracy App:
    Gesetz für einen besseren Schutz hinweisgebender Personen sowie zur Umsetzung der Richtlinie zum Schutz von Personen, die Verstöße gegen das Unionsrecht melden – https://democracy-app.de/gesetzgebung/290260/gesetz-fuer-einen-besseren-schutz-hinweisgebender-personen-sowie-zur-umsetzung-der-richtlinie-zum-schutz-von-personen-die-verstoesse-gegen-das-unionsrecht-melden

  5. Markus 29. November 2022 at 17:01Antworten

    Aber selbst Blätter die sich kaufen lassen brauchen die journalistische Freiheit. Denn wenn sie theoretisch nicht schreiben könnten was sie wollen, braucht sie auch keiner zur Manipulation der öffentlichen Meinung. Wenn der Staat selbst zensiert ist das Geschäftsmodell „käufliche Manipulation“ tot.

  6. Glass Steagall Act 29. November 2022 at 12:26Antworten

    Wollen sich die Journalisten nach dem Covid-Desaster jetzt mit Julian Assange reinwaschen? Haben sich doch gerade der Spiegel und andere Schmierblätter schon lange von Bill Gates kaufen lassen. Von mir aus können die schreiben was sie wollen, sie sind alle für mich längst gestorben.

    Assange hätte man schon lange befreien müssen. Aber wer sich mit den USA anlegt, hat immer schlechte Karten. Hätte er sich mal schnell genug nach Russland abgesetzt wie Snowden.

  7. brigbrei 29. November 2022 at 12:18Antworten

    „…Julian Assange, den Gründer von WikiLeaks, wegen der Beschaffung und Veröffentlichung geheimer diplomatischer und militärischer Geheimnisse…“

    Meines Wissens hat Julian Assange die ihm zur Last gelegten Infos NICHT beschafft, sondern sie wurden an ihn herangetragen, um sie auf WikiLeaks zu veröffentlichen – das ist ein riesiger Unterschied! Auch juristisch, wie ich denke!

  8. baltiMOre ravens 29. November 2022 at 9:35Antworten

    MSM bezeichnen Julian Assange als Journalisten. Sachen gibt’s.

    Das würde sich der ORF nie trauen.

    • rudi & Maria fluegl 30. November 2022 at 2:35Antworten

      MSM???

Wir freuen uns über jeden Kommentar, aber ersuchen einige Regeln zu beachten: Bitte bleiben wir respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe, keine (Ab-)Wertungen und bitte auch keine Video-Links und Texte mit roten Rufzeichen. Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Aktuelle Beiträge