Leben aus dem Meer – so hilft Algenöl gesund zu bleiben und Ruhe zu bewahren

14. November 2022von 11,3 Minuten Lesezeit

Die Algenöl-Revolution, oder wie ein essentieller Nahrungsbaustein uns dabei hilft, in Krisen die Ruhe zu bewahren und bei Verstand zu bleiben.

Bekanntlich entwickelte sich das Leben im Meer. Die ersten einzelligen Lebewesen waren auf sich selbst gestellt und nutzten im Meerwasser gelöste Minerale sowie Kohlendioxid, um alles herzustellen, was sie zum Leben benötigten. Direkte Nachkommen dieser Urwesen sind Mikroalgen. Sie sind heute ein wesentlicher Teil des pflanzlichen Planktons. Ihr Stoffwechsel produziert viele komplexe Naturprodukte und baut klimaschädliches Kohlendioxid in großen Mengen ab. Als „Abfallprodukt“ entsteht dabei nahezu die Hälfte des weltweit verfügbaren Sauerstoffs in der Luft, den wir zum Atmen benötigen.

Fische und Meeresfrüchte ernähren sich direkt oder indirekt von pflanzlichem Plankton. Das bringt folgenden Vorteil mit sich: Was sie fressen können, brauchen sie selbst nicht herzustellen ─ und müssen es auch nicht können. Durch diese Einsparung an Energie entstehen jedoch Abhängigkeiten, und die können unangenehme Folgen haben: Wird die Nahrungskette unterbrochen, droht der eigene Untergang. Im Falle des pflanzlichen Planktons hätte er globale Folgen. Würden alle Mikroalgen ihren Stoffwechsel einstellen, wäre eine Sauerstoffkonzentration auf Meereshöhe so gering wie auf dem Mt. Everest. Die Menschheit würde aussterben.

Insbesondere das menschliche Gehirn benötigt ausreichend Sauerstoff, um zu funktionieren. Darüber hinaus ist seine Entwicklung abhängig von weiteren aus dem Wasser stammenden, sogenannten „aquatischen“ Stoffwechselprodukten, die von Mikroalgen hergestellt werden. Ganz oben auf der Liste stehen, weil es an ihnen bei einem Großteil der Weltbevölkerung mangelt, die aquatischen Omega-3-Fettsäuren: Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure, aus dem Englischen abgekürzt mit EPA bzw. DHA.

Der Mensch ─ Fischer und Sammler

Allerdings standen bei der Evolution des menschlichen Gehirns auf dem Speiseplan unserer Vorfahren keine Mikroalgen, sondern „Meeresfrüchte“ wie Muscheln und Fische. Diese Lebewesen sind ebenso reich an aquatischen Omega-3-Fettsäuren, obwohl sie selbst nicht in der Lage sind, EPA und DHA herzustellen: Muscheln filtern Mikroalgen aus dem Meereswasser und gelangen so an deren wertvolle Nährstoffe; Fische reichern die aquatischen Omega-3-Fettsäuren über ihre Nahrungskette an, die ebenfalls mit pflanzlichem Plankton beginnt. Mikroalgen werden vom garnelenartigen Krill und anderen Kleintieren verspeist, und so gelangen EPA und DHA über kleine Fische in große Fische ─ und letztendlich auch auf unseren Teller. Um zu verstehen, was aquatische Omega-3-Fettsäuren so besonders macht, hilft uns ein kleiner Ausflug in die Welt der Fettsäuren.

Aquatische Omega-3-Fettsäuren ─ kleine Wunder der Natur

Das Grundgerüst von Fettsäuren ist stets eine Kette aus Kohlenstoff(atomen). An jedem Kohlenstoff innerhalb der Kette hängen maximal zwei Wasserstoffe. Ist das bei all diesen Kohlenstoffen der Fall, gilt die Fettsäure als gesättigt. Gesättigte Fettsäuren sind langgestreckt und chemisch sehr stabil. Das macht sie besonders vorteilhaft für die langfristige Energiespeicherung. Wenn wir fasten, werden die im Fettgewebe gespeicherten gesättigten Fettsäuren freigesetzt. Ihre Abbauprodukte liefern wertvolle Energie und dienen als hormonelle Signale, welche Programme aktivieren, die sämtliche Körperzellen verjüngen. Gesättigte Fettsäuren sind deshalb gesund.

Omega-3-Fettsäuren sind jedoch ungesättigt: In ihrer Kette hängt an benachbarten Kohlenstoffen nur jeweils ein Wasserstoff, anstatt der möglichen zwei. Diese ungesättigten Stellen verursachen jeweils einen Knick in der Kette. EPA ist fünffach ungesättigt (das P steht für Penta und bedeutet 5) bzw. geknickt, DHA sogar sechsfach (H steht für Hexa und bedeutet 6). Die vielen Knicks machen aquatische Omega-3-Fettsäuren biologisch vielseitig verwendbar, aber zugleich chemisch instabil: Mehrfach ungesättigte Fettsäuren werden leicht durch Sauerstoff verändert (die dafür nötige Energie kommt von Wärme oder Licht) und dadurch gesundheitsgefährdend. Der dabei entstehende ranzige Geruch warnt uns vor deren Verzehr! Deshalb sollte man Lebensmittel, die mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten, stets kühl und dunkel aufbewahren.

Je mehr ungesättigte Stellen eine Fettsäure hat, um so mehr Knicks hat ihre Kette, und umso komplexer wird ihre Struktur. Das macht sie, wie schon angedeutet, für biologische Prozesse interessant. So bauen alle Lebewesen, die über ein Nervensystem verfügen, DHA in hoher Konzentration an den Kontaktstellen der Nervenzellen ein. Dort ist sie unentbehrlich für die Informationsübertragung ─ und damit für jegliches Erleben und Erinnern: Ohne DHA wäre Denken undenkbar.

EPA hingegen dient als wichtiger Baustoff sämtlicher Körperzellen. So hält es zum Beispiel die Blutzellen flexibel (fluide), sodass die darin zirkulierenden Immunzellen ihre Schutzfunktion erfüllen und die roten Blutkörperchen (die Erythrozyten) effizient alle Gewebe mit Sauerstoff versorgen können. Sinkt der Gehalt an EPA, ist unser Immunsystem beeinträchtigt und es droht eine Verstopfung der Blutgefäße.

Neben der Verbesserung der Membraneigenschaften beruhen die gesundheitsförderlichen Wirkungen der aquatischen Omega-3-Fettsäuren auch auf ihren vielfältigen hormonellen Funktionen. Zwar ist unser Organismus (wie der der Fische) nahezu unfähig, die komplexe EPA und DHA aus einfacheren Vorstufen (wie der im Leinöl mit nur 3 Knicks) zu bilden, er kann aber aus den beiden aquatischen Omega-3-Fettsäuren ganze Armadas von hormonähnlichen Wirkstoffen bilden. Diese steuern das Immunsystem oder töten Krebszellen. Sie fördern aber auch das Wachstum und die Entwicklung von Nervenzellen.

Der Omega-3-Index ─ wichtiger Maßstab für Ihre Gesundheit

Den Anteil an aquatischen Omega-3-Fettsäuren in Bezug zu allen Fettsäuren in der Membran von Erythrozyten bezeichnet man als den sogenannten Omega-3-Index. Er lässt sich anhand eines Blutstropfens einfach und kostengünstig bestimmen ─ und durch unsere Ernährung leicht beeinflussen. Die Untersuchung sollte meines Erachtens ebenso zur ärztlichen Routine gehören wie die Messung des Blutzuckers oder des Blutdrucks. Ein Omega-3-Index von 4 bis 5 Prozent gilt als ungesund, ist aber leider weltweit Durchschnitt, auch in Deutschland. Gut wäre jedoch ein Wert von mindestens 8 Prozent. Er reduziert das Risiko, an einem Herzkreislaufversagen zu sterben (die häufigste Todesursache in Deutschland), um Faktor 10! Besser wäre sogar noch ein Omega-3-Index von 10 bis 11 Prozent, wie man ihn bei Menschen findet, die sich ─ wie beispielsweise Grönlands Inuit ─ fischreich ernähren.

Bei diesen höheren Werten hat man auch ein geringeres Krebsrisiko (unter anderem, weil die Immunüberwachung besser funktioniert), einen höheren Schutz vor der vaskulären (von den Blutgefäßen ausgehenden) Demenz und Alzheimer sowie vor Depression. So ist die nachgeburtliche Depression von Müttern mit hohem gegenüber niedrigem Omega-3-Index um bis zu Faktor 60 geringer! Zudem entwickeln Kinder stillender Mütter, die einen relativ hohen Omega-3-Index haben, nachgewiesenermaßen eine höhere rationale, emotionale und soziale Intelligenz. Auch die Gefahr, an AD(H)S oder Autismus zu erkranken, ist deutlich reduziert. Darüber hinaus sind sie auch noch geschützt vor Asthma.

Die soziale Eroberung der Erde ─ Dank aquatischer Omega-3-Fettsäuren aus Mikroalgen

Vor etwa zweihunderttausend Jahren überlebte nur ein Bruchteil der damaligen Weltbevölkerung eine Eiszeit, die mehrere Jahrzehntausende währte. In dieser Zeit wurde die südostafrikanische Küstenregion zum Garten Eden. Fische und Meeresfrüchte wurden für unsere altsteinzeitlichen Vorfahren eine unerschöpfliche Quelle an essentiellen Hirnbaustoffen, insbesondere den einzigartigen aquatischen Omega-3-Fettsäuren. Diese Nahrung erlaubte den Fischern und Sammlern die Entwicklung eines außergewöhnlich leistungsfähigen Gehirns. Gepaart mit einem reichen Sozialleben ließen sie vor allem das Frontalhirn unserer Vorfahren rasant wachsen. Diese Hirnregion blieb hingegen bei unserem damals nächsten Verwandten, dem Neandertaler ─ erkennbar an seiner fliehenden Stirn ─ sichtbar unterentwickelt. Er bestritt sein Leben als Jäger und Sammler, also mit einer Ernährung, die relativ arm an aquatischen Omega-3-Fettsäuren war. Vielleicht war es nur dieser Unterschied in der Nahrung ─ Fleisch anstatt Fisch ─, aufgrund dessen der Homo neanderthalensis uns, dem Homo sapiens, weichen musste.

Das menschliche Frontalhirn ist die Hirnzentrale für unsere emotionale und soziale Intelligenz, für Kreativität, das Setzen von Zielen und deren Umsetzung. Zu diesen Exekutivfunktionen gehört auch die Impulskontrolle, also die Eigenschaft, kurzfristige Annehmlichkeiten langfristigen Zielen unterzuordnen. Ein gut funktionierendes Frontalhirn fördert zudem das soziale Miteinander, insbesondere gemeinschaftlich zu agieren, also eigene Ziele gesellschaftlichen unterzuordnen. All diese Exekutivfunktionen waren maßgeblich und entscheidend für die soziale Eroberung der Erde durch den Mensch.

Die optimale Entwicklung des Frontalhirns ist in den ersten Lebensjahren (und letztendlich während des gesamten Lebens) auf die reichhaltige Zufuhr an aquatischen Omega-3-Fettsäuren angewiesen. Ein Mangel führt zu Narzissmus, Egoismus und der Unfähigkeit, lebenswichtige Ziele zu verfolgen, wenn kurzfristige Annehmlichkeiten locken. Ein individuelles Beispiel dafür ist der Verzicht auf Süßigkeiten, wenn man abnehmen will; ein gesellschaftpolitisches wäre es, ökologisch zu wirtschaften, auch wenn es mehr Aufwand und die Bereitschaft zu Veränderung bedeutet, will man allen Menschen und zukünftigen Generation ein gesundes Leben ermöglichen. Ein chronischer Mangel an diesem essentiellen Hirnbaustoff könnte aber auch mit eine Erklärung dafür liefern, warum so viele Menschen so leicht mit völlig übertriebenen Angstszenarien dazu gebracht werden konnten, an einem globalen Genexperiment teilzunehmen, anstatt vernünftig zu reflektieren und gesunde alternative Optionen, wie ich sie beispielsweise in meinem Buch „Herdengesundheit“ beschrieben habe, überhaupt zu erwägen.

Die soziale Zerstörung der Erde ─ ein Mangel an aquatischen Omega-3-Fettsäuren

Der sozialen Eroberung der Erde droht nun die globale Zerstörung unseres Lebensraums. Kurzfristige Konsumbefriedigung des Individuums und lebensgefährliche politische Programme scheinen wichtiger zu sein als die Erhaltung des Lebensraums für zukünftige Generationen. Studien zeigen einen starken Abbau der Frontalhirneigenschaften in der breiten Gesellschaft, insbesondere über die letzten Jahrzehnte. Dafür mag es viele Gründe geben, aber der globale Mangel an aquatischen Omega-3-Fettsäuren (niedriger Omega-3-Index weltweit) ist meines Erachtens ein offensichtlicher: Wir ernähren uns heute im Schnitt eher wie der fleischvertilgende Neandertaler, denn als Fischer und Sammler.

Um einen Omega-3-Index von weltweit durchschnittlich 4 bis 5 Prozent auf 8 bis 11 Prozent zu erhöhen, wäre eine tägliche Zufuhr von etwa zwei Gramm aquatischer Omega-3-Fettsäuren nötig, das entspräche in etwa 200 bis 300 Gramm fettreichem Fisch. Dies wurde in unzähligen Studien nachgewiesen. Abgesehen von der zunehmenden Vergiftung mit Schwermetallen, Pestiziden oder Mikroplastik durch den Konsum von Fisch, kann die weltweite Fischproduktion nur einen Bruchteil des Bedarfs decken, da die Meere überfischt sind. Die Folge: Die gesamte Menschheit ist ─ wie Studien zeigen ─ mit essentiellen Hirnbaustoffen unterversorgt. Um dieses gewaltige Problem zu lösen, gibt es meines Erachtens nur einen Weg: Mikroalgen!

Mikroalgen ─ der ökologische Weg zurück in eine hirngesunde Zukunft

Der gewaltige Vorteil einer direkten Nutzung von Mikroalgen zum Stillen unseres weltweiten Bedarfs an aquatischen Omega-3-Fettsäuren – anstatt indirekt über Fisch und Meeresfrüchte – liegt darin, dass sie in unbegrenzter Menge und auf ökologisch völlig unbedenkliche Weise in großen Containern gezüchtet werden können, um so an das wertvolle Algenöl zu gelangen. Nach meiner Hochrechnung würde eine weltweite Versorgung dabei so viel Kohlendioxid binden, wie zum Beispiel Deutschland freisetzt. Neben dem positiven Nebeneffekt, das Klima zu verbessern, könnten sich so auch die Fischbestände erholen.

Algenöl als neues Grundnahrungsmittel

Wir können, um artgerecht zu leben, die Uhr nicht in die Altsteinzeit zurückdrehen. Vielmehr müssen wir den Weg vorwärts in eine (r)evolutionäre Zukunft der Ernährung wagen, die sowohl ökologisch und ökonomisch als auch ethisch unbedenklich ist – und dabei so nachhaltig, dass auch zukünftige Generationen unseren Planeten noch bewohnen können. Algenöl als neues Grundnahrungsmittel ist ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung. Es ist vegan, lebenswichtig und – so meine Überzeugung – derzeit völlig alternativlos.

Quellen

Weil ich Algenöl als neues Grundnahrungsmittel betrachte, empfehle ich, es nicht in Kapseln verpackt zu sich zu nehmen (was viele Zusatzstoffe erfordert und es in der Regel auch teurer macht), sondern als flüssiges Öl, das, seit mein Buch „Die Algenöl-Revolution“ veröffentlicht wurde, von vielen Herstellern angeboten wird. Diese Öle enthalten sowohl EPA als auch DHA in einem günstigen Verhältnis und in hoher Konzentration.

Zum Buch:

Die Algenöl-Revolution

Omega-3-Fettsäuren waren mitentscheidend für die Evolution unserer Intelligenz. Aufgrund unserer Entwicklungsgeschichte können wir jedoch nur die aquatischen Omega-3-Fettsäuren effizient verwerten. Doch Fisch und Meeresfrüchte stehen uns aufgrund der Überfischung der Weltmeere nicht mehr ausreichend zur Verfügung, ganz zu schweigen von ihrer Belastung mit Schadstoffen. Algenöl ist die ursprüngliche und rein pflanzliche Quelle für aquatische Omega-3-Fettsäuren und zugleich die einzige nachhaltige Alternative, um den weltweiten Mangel an aquatischen Omega-3-Fettsäuren zu beheben. Dieser Mangel ist mitverantwortlich für nahezu alle Zivilisationskrankheiten – von Herzinfarkt bis Schlaganfall, von Depression bis Alzheimer, von Diabetes bis Krebs. Während der kindlichen Entwicklung kann ein Defizit an diesem unentbehrlichen Hirnbaustoff zu gravierenden Einbußen der emotionalen, sozialen und rationalen Intelligenz führen – nicht zuletzt zu AD(H)S und Autismus. Regelmäßig eingenommen bewahrt Algenöl vor lebensgefährlichem Omega-3-Mangel und leistet einen essenziellen Beitrag zum gesunden Leben.


Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wieder.

Privatdozent Dr. med. Michael Nehls ist Arzt und habilitierter Molekulargenetiker mit Schwerpunkt Immunologie. Als Wissenschaftler entschlüsselte er die genetischen Ursachen verschiedener Erbkrankheiten an deutschen und internationalen Forschungseinrichtungen. Einige seiner Entdeckungen veröffentlichte er mit zwei Nobelpreisträgern, eine weitere wurde vom renommierten US-amerikanischen Fachverband für Immunologie als Säule der immunologischen Forschung geehrt.


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13 Kommentare

  1. Andreas I. 15. November 2022 at 11:20Antworten

    Hallo,
    da im Zusammenhang mit Omega-3 hier schonmal erwähnt wurde, dass die Umwandlung zu EPA und DHA aus Pflanzenölen durch den Stoffwechsel begrenzt ist, hatte mich das interessiert und ich kam u.a. auf diesen Artikel:
    https://www.ugb.de/ernaehrungsberatung/omega-3-fettsaeuren/
    Da bestätigte sich, dass die Aufnahme / Umwandlung von DHA aus Pflanzenölen gering ist, aber eines war interessant:
    Es wurden die Werte von EPA und DHA im Blut gemessen und erwähnt, dass das nicht unbedingt dem Werten in den Geweben entsprechen muss und (für mich am interessantesten) dass die Werte von EPA und DHA im Blut nicht so wie erwartet mit dem Omega-3-Angebot in der Nahrung korrelierten, Zitat:
    „Die Ergebnisse zeigten, dass zwar der größte Anteil an EPA und DHA aus Fisch stammte und die Gesamtaufnahme an Omega-3-Fettsäuren bei den Nicht-Fischessern nur zwischen 57 und 80 Prozent der Fischesser betrug. Der Blutstatus war jedoch weniger unterschiedlich, als die Forscher erwartet hatten. Möglicherweise erhöht sich folglich die Umwandlungsrate von Alpha-Linolensäure zu EPA und DHA, wenn die Nahrung langfristig nur geringe Mengen an EPA und DHA enthält.“
    Und das würde auch erklären, wie der Mensch auch als Landlebewesen weitab von Meeresküsten leben konnte.
    (Ein lebendiger Organismus ist eben keine Maschine mit starren Parametern, sondern in gewissem (artgerechten) Rahmen dynamisch.)

  2. anamcara 14. November 2022 at 20:45Antworten

    Aufschlussreicher Artikel.
    Ich nehme jeden Tag abwechselnd Algenöl und Leinöl ein.

    -Nicht vergessen sollte man auch das Schwarzkümmelöl, seit dem Altertum, auch «Gold der Pharaonen» genannt, und als Heilmittel sehr geschätzt.
    Die vorbeugenden und heilenden Wirkungen werden im nachfolgenden Dokument von Prof. Dr. Sigrun Chrubasik-Hausmann sehr gut zusammengefasst.
    https://www.uniklinik-freiburg.de/fileadmin/mediapool/08_institute/rechtsmedizin/pdf/Addenda/Schwarzk%C3%BCmmel.pdf

    -Schwarzkümmelöl ist auch im Protokoll für die Prävention und Behandlung für Covid-19 von der FLCCC Front Line Covid-19 Critical Care Alliance vorgesehen.
    https://covid19criticalcare.com/wp-content/uploads/2021/12/FLCCC-Nigella-Sativa-Infographic-v.12.7.pdf

  3. Martina 14. November 2022 at 17:54Antworten

    Ja Algenöl ist eine tolle Alternative und die EINZIGE echte Alternative für Veganer, aber leider immer noch sehr teuer. Was Hanf-, Lein-, Rapsöl etc. angeht, so enthalten sie zwar einiges an ALA-Omega 3, aber das muss der Körper erst umwandeln (und dies tut er nur zu einem sehr geringen Prozentsatz, wenn er es überhaupt tut) und gleichzeitig enthalten sie sehr große Mengen Omega 6. Ich bin sensibel und merke das sofort mit Entzündungsvorgängen im Körper. Dazu kommt dann noch die hohe Anfälligkeit für Oxidation dieser Öle. Omega 6 + Kohlenhydrate im Übermaß sind wohl der Treiber für fast alle sog. Zivilisationskrankheiten unserer Zeit. Ich rate nur: Finger weg.

    • Karsten Mitka 14. November 2022 at 18:11Antworten

      Absoluter Quatsch! Da fragt man sich, wie lange die Menschheit nur überleben konnte, trotz jahrtausendelangem Pflanzenölverzehr, ganz ohne hippes Algenöl. Leinöl ist übrigens eines der Omega6 ärmsten Pflanzenöle und auch generell darf Omega6 nicht verteufelt werden, denn auch z.B. die Blutgerinnung basiert auf einem Entzündungsprozeß und dafür ist Omega6 ausschlaggebend.

      • Martina 14. November 2022 at 20:15

        Bitte recherchieren Sie ersteinmal, ehe Sie mit „Quatsch“ kommen. Es gibt keinen Jahrtausendelangen Verzehr von Pflanzenölen in unserer heutigen Form, in diesen Mengen. Nur Olivenöl war etwas von Bedeutung und das ist eine Ölfrucht und kein Samen und eine ganz andere Kategorie. Viele Pflanzenöle wie Rapsöl, kann man erst seit Kurzem herstellen. Es gab keinen Kühlschrank zur Aufbewahrung von Leinöl, keine Maschinen zur Pressung von Ölsaaten wie heute und zur Raffinierung, keine modernen Zuchtmethoden um aus der giftigen Rapspflanze eine Ölpflanze zu machen. Schauen Sie sich bitte den Verbrauch von Pflanzenöl pro Capita an: https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fnut.2021.748847/full

      • Andreas I. 17. November 2022 at 18:57

        @ Martina Hallo,
        „Es gibt keinen Jahrtausendelangen Verzehr von Pflanzenölen in unserer heutigen Form, in diesen Mengen.“

        Das stimmt.
        Es gibt einen Jahrtausendelangen Verzehr von Pflanzensamen, die vergleichsweise geringe Mengen der Pflanzenöle enthalten, ABER :-) das natürliche Gesamtpaket von allem enthalten, was im Pflanzensamen ist.
        (Wodurch möglicherweise das wenige Pflanzenöl effizient aufgenommen / umgewandelt werden kann.)

        Ob „Das ist Quatsch“ o.ä. einer sachlichen Diskussion angemessen ist, das wäre eine Stilfrage, davon abgesehen bleibt es eine Tatsache, dass der Mensch bis etwa 4000 m über Meeresspiegel so ziemlich alles Land besiedelt hat und dass das unmöglich wäre, wenn Meeresfisch oder Algenöl alternativlos wären.
        Also muss es Alternativen geben, und zwar seit Jahrtausenden mindestens, übrigens ist der Mensch ja vielleicht auch nicht das einzige landbewohnende Tier fern von Meeresküsten, welches irgendwoher Omega-3 braucht … wie und was genau wäre interessant und das ist ein Forschungsfeld, nur leider nicht für philathropische Insektenzüchter o.ä. Geschäftsmodelle.
        Wobei auch die im Artikel erwähnte Algenzucht in Containern ein ähnlich oligarchisch gedachtes Geschäftsmodell sein könnte und es dann näher zu betrachten ist, ob es wirklich so alternativlos ist.

  4. Karsten Mitka 14. November 2022 at 16:11Antworten

    Einfach Leinöl, dann braucht’s kein hippes und teures Zeug aus dem Meer. Wer jetzt mit kurz- und langkettigem Omega3 kommt, völlig egal, das wandelt sich der Körper schon entsprechend selbst um.

  5. Heiko B. 14. November 2022 at 15:30Antworten

    Der Artikel macht Neugierig auf Algenöl. Werden in dem Buch irgendwelche Nachteile erwähnt? In dem Artikel habe ich keine Hinweise gefunden.
    Ich stelle mal wieder fest, dass CO2 nicht das Problem ist, sondern die Zerstörung des Lebensraum für Algen (in diesem Kontext) und damit natürlich auch für den Menschen.
    In diesem Sinne: Schützen wir also unsere Umwelt und uns vor dem natürlichen Klimawandel.

  6. Gabriele 14. November 2022 at 14:28Antworten

    Beste und einzige Omega-3-Alternative zu den Fischölkapseln. Auch Veganer sind dann zufrieden und Algen dürfte es auch in Zukunft genügend geben. Aus Pflanzenöl muss Omega-3 erst gebildet werden, wodurch man nie auf die benötigte Menge kommt, falls die Bildung überhaupt funktioniert. Insgesamt sind Pflanzenöle, mit Ausnahme von Olivenöl, eher kontraproduktiv für die Gesundheit. Butter und Ghee sind das wirklich gesunde Fett zum Kochen und Braten.

    • Anton Specht 14. November 2022 at 15:55Antworten

      Wird das Verhältnis Omega 6 / Omega 3 verglichen, dann schneiden Raps-, Lein-, Hanf- und Walnussöl deutlich besser ab als Olivenöl. Allerdings ist Olivenöl besser zum Braten geeignet (nat. Olivenöl bis 180°). Sonnenblumen- und Kürbiskernöl haben fast nur Omega 6 und kaum Omega 3.

      Möchte man Öle sehr stark erhitzen, sollte man welche mit vielen gesättigten Fettsäuren nutzen. Bekannt hierfür ist, neben dem Butterschmalz, auch das Palmöl und das Kokosöl. Es entstehen beim Erhitzen keine Transfette bzw. Trans-Fettsäuren.
      Öle, die nicht stark erhitzt werden dürfen, sind das Hanfsamenöl, das Leinöl und das Öl aus der Walnuss. Diese Öle eignen sich sehr gut für Salate, Dressings, Müsli oder andere Speisen aus der kalten Küche.
      Siehe auch: gesundheitszentrale.eu/hanfoel-oder-leinoel

    • Andreas I. 15. November 2022 at 12:20Antworten

      Hallo,
      wenn man den evolutionsgeschichtlichen Gedankengang des Artikels aufnimmt, dann entsteht die Frage, wie der Homo Sapiens sich dann weit auf dem Land, weit entfernt von Meeresküsten, über so lange Zeit ansiedeln konnte.

      Fischer und Sammler (Küstenbewohner) haben viel Meeresfische und Muscheln gegessen, während die Jäger und Sammler (Landbewohner fern der Küsten) Landtiere gegessen haben.
      Zunächst könnte man da an Lachse denken, aber die schwammen nur einmal im Jahr die Flüsse rauf.
      Fischen an sich ist einfach, die Netze zu knüpfen ist viel Arbeit, aber dann in fischreiche Gewässer (damals) die Netze auszubringen, das ist vergleichweise einfach und ertragreich.
      Dagegen Jagen … und deshalb könnte es sein, dass die Jäger bzw. Landbewohner weniger Fleisch gegessen haben als die Fischer bzw. Küstenbewohner Fisch und Muscheln gegessen haben.
      Also könnten sie u.a. mehr Hülsenfrüchte und Nüsse verzehrt haben als die Küstenbewohner.

      In Pflanzenöl ist nicht alles drin, was im Pflanzen-Kern drin ist, aber da der Kern der Samen ist, enthält er alles, was der Keimling braucht.
      Darum wäre es nicht verwunderlich, wenn z.B. besonders Nüsse Quellen für EPA und DHA sein könnten, weil der Stoffwechsel evolutionär daran angepasst sein könnte, EPA und DHA aus dem „Gesamtpacket“ aller Inhaltsstoffe bilden zu können – und dementsprechend dann alle möglichen Pflanzen-Samen und besonders Nüsse die Alternative zu Meeresfischen und Muscheln sind.
      Zumindest wäre das evolutionsbiologisch plausibel.

      • Martina 15. November 2022 at 14:14

        Nein die Jäger und Sammler im Landesinnern haben nicht Hülsenfrüchte und (grössere Mengen) Nüsse gegessen, sondern Fleisch. Fleisch insbesondere von Wiederkäuern ist sehr reich an Omega-3-Fettsäuren, wenn sie sich artgerecht ernähren und nicht wie heute üblich mit Omega-6 reichem Getreide gemästet werden. Hülsenfrüchte und Samen kamen erst vor etwa 10000 Jahren bei der landwirtschaftlichen Revolution in unsere Ernährung, als der Mensch vom Jäger und Sammler zum Bauern wurde.

      • Andreas I. 17. November 2022 at 18:23

        @ Martina Hallo,
        ein interssantes Thema.

        „Nein die Jäger und Sammler im Landesinnern haben nicht Hülsenfrüchte und (grössere Mengen) Nüsse gegessen, sondern Fleisch.“

        Mein Punkt war und ist, dass die Jäger und Sammler (Landbewohner) wahrscheinlich weniger Fleisch gegessen haben, als die Fischer (Küstenbewohner) Fisch.
        Weil ich davon ausgehe, dass Fischen bei gleicher Arbeitszeit mehr Ertrag bringt.
        Darum wäre es folgerichtig, dass die Landbewohner diese Differenz mit anderem ausgeglichen haben – und da kommen in Bezug auf Omega-3 vor allem Nüsse in Frage.

        „Hülsenfrüchte und Samen kamen erst vor etwa 10000 Jahren bei der landwirtschaftlichen Revolution in unsere Ernährung, als der Mensch vom Jäger und Sammler zum Bauern wurde.“

        Als der Mensch anfing diese Pflanzen landwirtschaftlich anzubauen, wird er wahrscheinlich mehr davon zum Essen gehabt haben, als vorher durch Sammeln.
        Wenn ich etwas nicht kenne, wenn mir dessen Existenz unbekannt ist, dann ist es mir unmöglich auf die Idee zu kommen, das anzubauen.
        (Das mit den bis dahin unbekannten Pflanzen war erst nach Kolumbus, als der Preußenkönig die Kartoffelfelder bewachen ließ, um die Bauern neugierig zu machen … darum auch Pommes-Fritz, ganz andere Geschichte.)
        Es kann mir (heute als Mensch in der Industriegesellschaft) passieren, dass auf dem Beet ein „Unkraut“ wuchert, das mir noch nicht bekannt ist und wovon ich dann feststelle, ach schau; das kann auch mit in den Salat.
        Allerdings kannten die Jäger und Sammler garantiert sehr viel mehr Pflanzen als ich heute, d.h. die Wahrscheinlichkeit für solche Zufälle war damals bei denen gering, sehr gering.
        Darum ist es logisch, dass der Menschen dann (vor etwa 10000 Jahren) Pflanzen anbaute, die er kannte – weil er die vorher schon gesammelt und gegessen hatte.
        Also:
        Jäger und Sammler kannten Hülsenfrüchte und Nüsse.
        Durch Sammeln der Früchte und Nüsse hatten sie wahrscheinlich weniger davon als später die Bauern durch Anbau.
        Dementsprechend haben die Jäger und Sammler wahrscheinlich weniger davon gegessen als die Bauern.

        Unterm Strich bleibt, dass man nicht sagen kann, wie viel Omega-3 die Landbewohner zu sich nahmen, aber dass sie irgendwie anders als durch Meeresfische Omega-3 aufgenommen haben müssen, sonst hätten sie sich nicht so übers Land ausbreiten können.
        Sicherlich auch Fleisch von Wiederkäuern, nur wie gesagt: da ich davon ausgehe, dass Fischen bei gleicher Arbeitszeit mehr Ertrag bringt, gab es da eine Differenz, die entweder bestehen blieb oder ausgeglichen wurde und wenn letzteres, dann kommen von dem, was für die Landbewohner möglich war, vor allem Nüsse in Frage, ggf. in Kombination mit Hülsenfrüchten.

        Und das finde ich deshalb interessant, weil gesagt wird, dass der Mensch die Omega-3 Fette aus Pflanzenölen nicht aufnehmen könne, aber es da widersprüchliche Aussagen gibt (was ein gutes Zeichen für Wissenschaftlichkeit ist) und meiner bescheidenen Meinung nach einiges darauf hindeutet, dass der Mensch sehr wohl Omega-3 Fette aus Pflanzenölen aufnehmen / umwandeln kann – wenn dem Stoffwechsel noch alle anderen dafür nötigen Stoffe und Spurenelemente zur Verfügung stehen.
        Und das könnte in Nüssen von Natur aus gegeben sein.

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