Erste Universitäten kündigen Energie-Lockdown an

21. September 2022von 2 Minuten Lesezeit

In Frankreich hat die erste Universität beschlossen, die Weihnachtsferien zu verlängern und zu den Semesterferien für eine Woche auf Fernunterricht umzustellen. Der Energie-Lockdown wird Realität. 

Schritt für Schritt kommen die Corona-Restriktionen in neuem Mantel zurück. Die schon eingeübten „Maßnahmen“ werden nun auch in der neuen Energiekrise eingesetzt. Einige französische Universitäten haben nun vor, im Winter mehrere Wochen zu schließen.

Energie-Lockdown an den Unis

Das berichtet der „Figaro“. So haben bereits erste Universitäten angekündigt, dass man die Kurse anpasse, „um die Präsenzveranstaltungen und damit die Energiekosten zu begrenzen“. Immerhin ein kritischer Ton in der französischen Presse: Studenten würden sich vor dieser Idee fürchten, da sie durch die Covid-Ausgangssperren „traumatisiert“ seien.

Den Anfang macht die Universität Straßburg. Die Weihnachtsferien werden im Jänner um eine Woche verlängert. Im Februar folgt dann eine Woche „Fernunterricht“.

Aus der Studentenschaft kommt Widerstand und Studentengewerkschaften zeigen sich besorgt. So sagt Imane Ouelhadj, ein Gewerkschaftsvorsitzender: „Die Studenten haben in den letzten zwei Jahren enorm gelitten. Zwischen Einsamkeit, Unsicherheit und fehlender Motivation für das Studium hat der Covid sie geprägt und eine Rückkehr zum Fernstudium ist für sie undenkbar.“

Energieprobleme

Der „Figaro“ stellt überhaupt gleich einen zukünftigen „Marshallplan“ für die Universitäten in den Raum. Die Gustave-Eiffel-Universität in Champs-sur-Marne sagt: „Wir sind gezwungen, darüber nachzudenken, da wir wissen, dass sich unsere Kosten mehr als verdoppeln werden“, so die Leiterin der Uni-Kommunikation.

Mathias Bernard, der Präsident der Universität Clermont Auvergne, sieht eine „nationale Herausforderung“ kommen: „Wir verlieren jedes Jahr Millionen von Euro, weil wir Räume heizen, die die Wärme nicht halten können. Es wird dringend notwendig, mit Investitionen in Wärmeisolierungsarbeiten zu beginnen, mit einer Art Marshallplan für die Universitäten.“

Es ist „Long Covid“ der anderen Art. Gesellschaftliche Eingriffe, die bis zur „Neue Normalität“ absolute Tabubrüche dargestellt haben, sind jetzt möglich. Gerade die Universitäten sind ein gutes Beispiel, waren sie doch all die Jahrhunderte ihres Bestehens – ob Pest oder Krieg – immer geöffnet. Diese Zeit ist vorbei.

Bild Anne Jea.Amphi B – Faculté des Sciences de l’université de NantesCC BY-SA 4.0

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8 Kommentare

  1. majestyk74 22. September 2022 at 14:02Antworten

    Wenn ich mir die meisten Akademiker so anschaue und was an Universiäten so gelehrt wird, dann würde ich sagen der Betrieb von westlichen Verbildungseinrichtungen ist ohnehin reine Energieverschwendung.

  2. Franz M 22. September 2022 at 12:03Antworten

    Das passt doch hervorragend in die grün-woke Geisteswelt! Bildung und die – unverzichtbare – Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Thesen (um zu einer Synthese zu kommen) wird dauerhaft ausgeschaltet und durch „Faktenchecker“ (eine vornehme Umschreibung von subversiver Manipulation der Menschen) ersetzt. Für diese hohe Ziel sind alle – auch die dümmsten und irrsten – Erklärungen willkommen!
    Für konstruktive, Kultur und Wissensvermittlung bejahende Menschen heißt es also, alles daran setzen, daß Terrororganisationen aus Regierungen und Politik entfernt werden, niederträchtige und korrupte Handlungen in Politik und Verwaltung unmöglich gemacht werden.
    Also am 7. Oktober persönlich im Wahllokal wählen (nicht wählen und Briefwahl wird wohl gegen die Menschen in diesem Land verwendet), jede gültige Stimme für einen Kandidaten, der nicht VdB heißt, ist ein kleiner Schritt zur Besserung.

  3. Fritz Madersbacher 21. September 2022 at 21:48Antworten

    „Die heutige „gekaufte Forschung“ ist nicht besser als die mittelalterliche Scholastik“
    Dr. Gerd Reuther hat das kürzlich so formuliert in seinem Beitrag „Ärzte haben ausgedient. Die Ärzte können gehen. Ein Berufsstand schafft sich ab“ hier im TKP-Blog vom 19/09/2022. Die berühmteste Universität der „Scholastik“ (eigentlich der lateinischen Philosophie des Mittelalters) war die Pariser Universität. Sie wurde, soweit bekannt, nie geschlossen wegen „Energiemangels“. Ihre wissenschaftlichen (und philosophischen) Erträge sind – gemessen am Stand des damaligen Wissens – höher einzuschätzen als jene der heutigen gekauften Forschung. Es stellt sich die Frage, wie groß die Schäden für Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft sind, wenn die gekauften Universitäten in die Energie-Ferien und Energie-Lockdowns geschickt werden. Wahrscheinlich wäre eine Kulturrevolution nicht verkehrt, vergleichbar der durch die arabische Philosophie (‚Falsafa‘) angestoßene Aristoteles-Rezeption im lateinischen Westen, insbesondere eben an der Pariser Universität …

    • Bettina 21. September 2022 at 22:28Antworten

      Europa hat fertig … das Ende einer Zivilisation ist bald da (passiert ja immer, wenn man in der Geschichte zurückblickt)

  4. Heiko 21. September 2022 at 18:57Antworten

    Ist doch nur konsequent, denn in welcher Wirtschaft wollen die Studenten später mal arbeiten? Sie sollten sich gleich beim nächsten Bauern als Tagelöhner verdingen. Diese Jobs werden recht bald sehr begehrt werden.

  5. Jens Tiefschneider 21. September 2022 at 17:03Antworten

    Auf die Corona-Nazis folgen die Klima-Nazis. Wurde ja alles vorausgesagt, aber man hoffte, dass es sich ausnahmsweise mal tatsächlich um eine Verschwörungstheorie handelt.

  6. Pierre 21. September 2022 at 16:59Antworten

    Mit dem Geld, was uns jetzt Allen durch die politisch verursachte Krise verloren geht, hätten wir diese Energiesparmaßnahmen eigentlich locker anschieben können.

    Jetzt sollen wir Beides machen:
    1. mehr blechen für die Energie, die wir noch bekommen und
    2. Unsummen (privat!) investieren, um diese explodierenden Kosten zu verringern.

    Da die Nachfrage nach eben diesen effizienteren Verfahren und Materialien etc. durch die extremen Energiepreise zusätzlich in die Höhe getrieben wird, zahlt man dabei dann auch noch deutlich mehr als nötig gewesen wäre, hätte man langfristig, aber konsequent investiert.

  7. Veron 21. September 2022 at 14:56Antworten

    Ich erlebte als Kind die Verlängerung der Semesterferien von 2 Tagen auf 1 Woche. Das war auch mit Energieeinsparung begründet. Ist jetzt nur umfangreicher.

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