Aufhebung der Sanktionen gegen Iran und Venezuela würden Energiekrise beenden

6. Juli 2022von 2,9 Minuten Lesezeit

Nach Ansicht von OPEC-Generalsekretär Mohammad Barkindo kann die weltweite Ölknappheit gemildert werden, wenn die amerikanischen Sanktionen gegen den Iran und Venezuela aufgehoben werden und die beiden Länder mehr Öl exportieren können. Das zeigt einmal mehr, dass offenbar die Sanktionspolitik der USA und ihrer EU-Anhängsel nur darauf abzielt eine Energiekrise zu schaffen.

Barkindo sagte am Dienstag, dass eine Rückkehr von iranischem und venezolanischem Öl auf die Märkte die durch die westlichen Sanktionen gegen Russland verursachte globale Energiekrise lindern könnte.

Wir könnten … Ressourcen freisetzen und Kapazitäten stärken, wenn das von der Islamischen Republik Iran und Venezuela produzierte Öl auf den Markt zurückkehren dürfte„, sagte Barkindo auf einer Energiekonferenz in der nigerianischen Hauptstadt.

Knapp danach ist Barkindo überraschend verstorben wie CNN berichtet: „Der Generalsekretär der Ölproduzentengruppe OPEC, Mohammad Barkindo, ist gestorben, wie der Chef der Nigerian National Petroleum Corp (NNPC) am Mittwoch mitteilte.“

Die Ölpreise sind infolge der westlichen Sanktionen gegen Russland und aufgrund von Angebots- und Nachfrageproblemen, die durch die Coronavirus-Pandemie in den letzten Jahren verursacht wurden, auf nahezu Rekordhöhen gestiegen.

Der Iran, ein wichtiges Mitglied der Organisation erdölexportierender Länder, kann eine maximale Rohölausfuhr von mehr als 2,5 Millionen Barrel pro Tag (bpd) erreichen, wenn die US-Sanktionen gegen das Land aufgehoben werden.

Experten sind der Ansicht, dass zusätzliche Lieferungen aus dem Iran für die Lösung der weltweiten Energiekrise von entscheidender Bedeutung sein werden, ebenso aus Venezuela. Der Iran hat es geschafft, die Sanktionen zu umgehen, indem er seine Rohölverkäufe an China erhöht hat. Schätzungen zufolge hat das Land seit Mitte 2021 mehr als 1 Mio. bpd Öl an private chinesische Käufer verkauft.

Verstärkte Zusammenarbeit von Iran und Venezuela

Außerhalb des Blocks der USA mit ihren Anhängseln in der EU, NATO und Asien, ist eine verstärkte Kooperation von Staaten rund um die BRICS Länder zu beobachten. Auch Iran und Venezuela sind dabei ihre Beziehungen zu vertiefen.

Der iranische Präsident Ebrahim Raeisi erklärte, dass der Ausbau der Beziehungen zwischen dem Iran und Venezuela und der aktive Widerstand gegen die imperialistischen Länder definitiv zum Sieg führen werden.

In einer Botschaft an den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro sagte Raeisi am Dienstag, er sei zuversichtlich, dass der Sieg durch den Ausbau der bilateralen Beziehungen und die Nutzung des Modells des aktiven Widerstands gegen die überzogenen Forderungen der imperialistischen Länder erreicht werden könne.

Während eines Besuchs des venezolanischen Präsidenten im Iran im vergangenen Monat unterzeichneten Teheran und Caracas ein Partnerschaftsabkommen mit einer Laufzeit von 20 Jahren, das die Zusammenarbeit in verschiedenen Sektoren, insbesondere in den Bereichen Wissenschaft, Technologie, Landwirtschaft, Öl und Gas, Petrochemie, Tourismus und Kultur, verstärken soll.

Gegen den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro gab es bekanntlich einen von den USA lancierten Putschversuch, der aber scheiterte. Gegen den ersten demokratisch gewählten iranischen Präsidenten Mohammad Mossadegh hatte es 1953 einen erfolgreichen Putsch durch den CIA gegeben. Grund waren die Absichten die in US-Händen befindliche Ölindustrie zu verstaatlichen. Der Staatsstreich führte über den Umweg des Schah Reza Pahlevi zum heutigen islamischen Staat.

Bild von Nicola Giordano auf Pixabay

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8 Kommentare

  1. Harald Eitzinger 7. Juli 2022 at 16:07Antworten

    Meine Vermutung ist, dass die Amis, falls ihnen das Öl knapp wird, beim Iran oder Venezuela so handeln wie sie es immer schon taten. Sie organisieren mit Hilfe der CIA dort einen Putsch (Siehe Ukraine), setzen Vasallen an die Spitze des Staates, kontrolliert das Militär und beuten die Ölfelder aus. So braucht man dem Volk nicht allzu viel abgeben! So geschehen damals als der Schah von Persien als Marionette herhalten musste, bis ihn Khomeini verjegt hat.

  2. Jens Tiefschneider 7. Juli 2022 at 8:56Antworten

    Die Venezuela Sanktionen brauchen die USA, um deren Öl billig über illegale Wege abzugreifen und die Iran-Sanktionen braucht Israel, weil es sonst seinen menschenrechtswidrigen Krieg gegen die arabische Bevölkerung verlieren könnte, die vom Iran unterstützt wird. Wenns um die Macht einiger Weniger geht, dürfen auch ruhig schon mal Millionen hungern, frieren, oder ihre Lebensgrundlage verlieren.

  3. MA 7. Juli 2022 at 8:16Antworten

    Auch das (Wieder-)Zulassen von Fracking könnte die Energiekrise (fast) sofort beenden.
    Unter zB Deutschlands Boden läge ein Gasfeld, das Europa für Jahrzehnte versorgen könnte..
    Habecks Meinung dazu? NJET.

    Auch das Canceln der durchgeknallten „Energiewende“ in Deutschland wäre doch was!

    Der Iran arbeitet -ohne das auch nur irgendwie zu verheimlichen!!!!- am Holocaust 2.0 und am Jihad gegen die westliche Welt.

    Daher KEIN Tropfen Öl aus diesem faschistischen Land!!!!

    • Al 7. Juli 2022 at 9:39Antworten

      Fracking? Na klasse. Die dreckigste Form der Ressourcen-Ausbeutung. und das in einem dicht besiedelten Land. Danke für diese glorreiche Idee ;-(

  4. Gerhard H 6. Juli 2022 at 17:47Antworten

    Die Aufhebung von Sanktionen, welche der eigenen Bevölkerung mehr schadet als den sanktionierten Ländern, erfordert ein Mindestmass an Vernunft, Einsicht und Intelligenz.

    Das ist bei den Verantwortlichen offenbar nicht vorhanden.

  5. Grld 6. Juli 2022 at 17:47Antworten

    Die Sanktionspolitik gegenüber Russland zu überdenken wäre auch nicht das verkehrteste!

    Aber dem steht ja ideologischer Wahnsinn im Weg.

  6. Emil 6. Juli 2022 at 17:03Antworten

    Der Mann ist leider plötzlich verstorben. Also der OPEC Generalsekretär

    • Rosa 6. Juli 2022 at 22:50Antworten

      Nach Malam M. Kyari, CEO der Nigerian National Petroleum Corporation, sei Muhammad S. Barkindo wenige Stunden, nachdem er Nigerias Präsidenten M. Buhari getroffen und anschließend die Hauptrede auf einem Energiegipfel der Nigeria Oil and Gas Conference in Abuja gehalten hatte, verstorben.

      Quelle:
      edition.cnn.com/2022/07/06/energy/barkindo-opec-secretary-general-death/index.html

      Möglicherweise hatte Barkindos Rede dem einen oder anderen so gar nicht geschmeckt. Aber das wäre jetzt wirklich mal ein verschwörungstheoretischer Gedanke.

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