Gericht: KLM darf Pilotenanwärter nicht nach Impfstatus fragen

5. Juni 2022von 1.8 Minuten Lesezeit

Viele Fluglinien haben für ihre Piloten und insgesamt das fliegenden Personal zur Impfung gezwungen. Da viele Piloten gesundheitliche Probleme haben, aber nicht über Impfschäden reden können, besteht Gefahr für die Flugsicherheit. Dagegen kämpfen in den USA die Freedom flyers und weltweit andere Pilotenvereinigungen.

So auch in den Niederlanden. Die holländische Fluglinie KLM darf angehende Piloten in einem Bewerbungsverfahren nicht mehr nach der Corona-Impfung fragen. Dies hat das Bezirksgericht am Donnerstag in einem von der niederländischen Pilotenvereinigung ‚Vereniging van Nederlandse Verkeersvliegers‘ eingeleiteten Eilverfahren entschieden, wie Transport online berichtet. Die Frage stellt einen Eingriff in die Privatsphäre des Pilotenanwärters dar, dessen Notwendigkeit von KLM nicht hinreichend nachgewiesen worden ist.

KLM habe nicht glaubhaft gemacht, dass sie im Interesse eines ordnungsgemäßen Geschäftsbetriebs nicht anders handeln könne, als eine solche Frage zu stellen. KLM hat ein Interesse daran, ihr Betriebsmanagement so gut wie möglich zu organisieren. Unter anderem aufgrund der Corona-Krise sieht sich KLM mit einer wachsenden Zahl von Piloten konfrontiert, für die eine Flugbeschränkung gilt. Piloten mit Flugbeschränkungen können nicht alle Ziele anfliegen, zum Beispiel weil sie nicht gegen Corona geimpft sind.

Allerdings hat KLM in diesem Verfahren nicht plausibel gemacht, dass dieses Problem durch diesen Eingriff in die Privatsphäre der Pilotenanwärter gelöst werden kann, während VNV hinreichend plausibel gemacht hat, dass dieses Ziel auch durch andere, weniger einschneidende Methoden erreicht werden kann, so das Landgericht. Darüber hinaus kann die Wirkung dieser Frage auch angezweifelt werden, da der angehende Pilot, sobald er bei KLM angestellt ist, seinen Standpunkt zur Corona-Impfung ändern kann und somit in Zukunft zu der Gruppe gehören könnte, für die eine Flugbeschränkung gilt.

Bild von Thomas Fengler auf Pixabay


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8 Kommentare

  1. OHW 9. Juni 2022 at 20:40Antworten

    Unangenehme Fragen der GAAC (Global Aviation Advocacy Coalition*) an die UK CAA.

    GAAC’s open letter to UK Civil Aviation Authority
    For the Attention of: CAA Board: Covid-19 Vaccination and Class 1-3 Medical Certificate Holders
    https://gaacoalition.substack.com/p/gaacs-open-letter-to-uk-civil-aviation?

    Nur so geht’s – die Behörden voll in die Verantwortung und Mithaftung nehmen für das was hier läuft.

    *The Global Aviation Advocacy Coalition (GAAC) comprises international aviation professionals, medical and scientific expert groups from the UK, USA, Canada, Australia, France, Germany, Austria, Netherlands and Switzerland, as well as passengers. We unite in the the pursuit of safe flying across the globe and so we share and endorse the CAA’s goal of ensuring “aviation meets the highest safety standards” from both consumer and professional perspectives.“

  2. Mia Wu Ast 6. Juni 2022 at 19:52Antworten

    Darf man als Passagier zukünftig darauf bestehen, daß ein ungeimpfter Pilot am Steuer sitzt?
    Oder andersrum gefragt: wäre es dann zukünftig Gemeingefährdung durch die Luftlinie wenn sie wissen musste, daß alle Crewmitglieder geimpft sind und einen Flieger so starten läßt? Das wird noch interessant wie man ohne ungeimpfte Piloten die Sicherheit eines Fluges nachweisen wird können.

  3. Peter 6. Juni 2022 at 0:27Antworten

    Es fehlt mir immer etwas. Wer ist dafür verantwortlich und wie und wann wird er bestraft? Das Ergebnis dieses Zwanges sind Piloten mit gesundheitlichen Problemen, die sie daran hindern, ihrer Arbeit nachzugehen. Und ein wachsendes Risiko für die Passagiere.

  4. OHW 5. Juni 2022 at 18:37Antworten

    Super Blogbeitrag von Ignasz Semmelweisz

    https://veryslowthinking.substack.com/p/calling-passenger-smith-pilots-and?s=r

    Impfgeschädigte Piloten in einer schlimmen Zwickmühle: Melden sie dies, sind sie ihr „medical“ los; fluguntauglich und damit beruflich b.a.W weg vom Fenster. Wer Schulden und/oder Familie hat wird dies nie tun.

    FAA (US Flugsicherheitsbehörde) anwaltlich abgemahnt, alle gen-injizierten Piloten sofort zu grounden und erst wieder flugtauglich zu schreiben nach der Erfüllung wie unten beschrieben. Heisse Sache! Wer heute mit Linie fliegt zeigt Mut, auch wenn es unwahrscheinlich ist dass Capt. und Co. gleichzeitig ausfallen.

    „…. dass Verkehrsflugzeuge nur von Piloten betrieben werden dürfen, die D-Dimer- und Troponin-Tests – sowie Herz-MRTs, EKGs und PULS-Tests – auf flugmedizinisch akzeptablem Niveau vorweisen können und die mindestens fünf (5) Tage nach jeder COVID-19-Impfung und nach jeder COVID-„Auffrischungs“-Impfung eine medizinische Untersuchung mit bedenkenlosem Ergebnis durchgeführt haben, da eine Überprüfung von Meldesystemen wie dem Vaccine Adverse Event Reporting System („VAERS“) darauf hinweist, dass die derzeitige FAA-Wartezeit von zwei (2) Tagen unzureichend ist, um eine signifikante Anzahl von Fällen von Blutgerinnung und Myokarditis (die sich mehr als 48 Stunden nach der Impfung manifestieren) zu erkennen.

    Wer sich engagieren möchte – dem Aufruf CASA (Austral. Flugsicherheitsbehörde) anzuschreiben folgen.

  5. Andreas 5. Juni 2022 at 10:33Antworten

    Nutzlos. Auch wenn der Impfstatus nicht abgefragt werden darf, wird man sich wohl für geimpfte Kandidaten entscheiden die ihre Impfbescheinigungen freiwillig vorlegen.
    Vollkommen nutzlos dieses Urteil.

  6. Junke 5. Juni 2022 at 10:31Antworten

    Diese Zeilen im Bericht lösen in mir Alarmglocken auf: „Viele Fluglinien haben für ihre Piloten und insgesamt das fliegenden Personal zur Impfung gezwungen. Da viele Piloten gesundheitliche Probleme haben, aber nicht über Impfschäden reden können, besteht Gefahr für die Flugsicherheit.“
    Zwang wird sich also nach und nach in allen Berufen durchsetzen und jeder müsste um seinen Arbeitsplatz fürchten, dank Coronawahnsinn!
    Hier stellt sich nicht die Frage ob einen Eingriff in die Privatsphäre des Pilotenanwärters, sondern überhaupt jeden einzelnen Menschen ist. Niemand hat eine Berechtigung über das Leben des anderen zu bestimmen, dass ohnehin durch diese absurde Massenimpfung geschädigt wurden.

  7. Elisabeth H. 5. Juni 2022 at 10:16Antworten

    Daran kann man sehen wie beschränkter unsere Gesellschaft wird, dass sie ihre Handlungen von Corona-Impfung rechtfertigen. Wir erleben eine nicht kompetente Gesellschaft unter Gesundheitsbehörden, Regierung, Fluggesellschaft, RKI usw. Generell sollte unter Einschränkung die Flugeinschränkung gelten. Genrerell. Klimawandel läßt Grüßen. Jeden Tag ein Stück mehr.

  8. Frühling 5. Juni 2022 at 9:14Antworten

    Hocherfreulich. Anständige Richter, gutes Urteil. Weiter so.

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