Studie der Johns Hopkins Universität zeigt keinen Nutzen für Lockdowns und zerlegt Faktenchecker

31. Mai 2022von 4.3 Minuten Lesezeit

Im Januar dieses Jahres veröffentlichte das Johns Hopkins Institute for Applied Economics, Global Health and the Study of Business Enterprise ein Arbeitspapier, aus dem eindeutig hervorging, dass Lockdowns in der ganzen Welt keinen Einfluss auf die Covid-19-Sterblichkeit hatten. Es wurde von den „Faktencheckern“ und den einigen Professoren des Imperial College London, die für ihre grottenfalschen Prognosen bekannt sind, scharf angegriffen. Die Studie wurde jetzt nach Begutachtung veröffentlicht und zerlegt auch die Behauptungen der Faktenchecker.

Die Studie wurde von den Wirtschaftswissenschaftlern Jonas Herby, Lars Jonung und Steve H. Hanke verfasst und liegt nun in seiner endgültigen Fassung vor. Sie trägt den Titel „A LITERATURE REVIEW AND META-ANALYSIS OF THE EFFECTS OF LOCKDOWNS ONCOVID-19 MORTALITY – II“ (EINE LITERATURÜBERSICHT UND META-ANALYSE DER AUSWIRKUNGEN VON ABRIEGELUNGEN AUF DIE STERBLICHKEIT BEI COVID-19 – II).

Eine zentrale Aussage der umfangreichen Arbeit ist:

„Der Einsatz von Lockdowns ist ein einzigartiges Merkmal der COVID-19-Pandemie. Lockdowns sind sonst nur bei Unruhen in Gefängnissen üblich. Bei keiner anderen Pandemie des letzten Jahrhunderts wurden Sperrmaßnahmen in so großem Umfang eingesetzt. Die Abriegelungen während der Anfangsphase der COVID-19-Pandemie hatten jedoch verheerende Auswirkungen. Sie haben dazu beigetragen, die Wirtschaftstätigkeit einzuschränken, die Arbeitslosigkeit zu erhöhen, die Schulbildung einzuschränken, politische Unruhen zu verursachen, zu häuslicher Gewalt beizutragen, die Lebensqualität zu beeinträchtigen und die liberale Demokratie zu untergraben. Diese Kosten für die Gesellschaft müssen mit dem Nutzen der Abriegelungen verglichen werden, der laut unserer Metaanalyse gering bis gar nicht ist.“

Eine solche Nutzen-Kosten-Rechnung führt zu einer eindeutigen Schlussfolgerung: Solange künftige Forschungen auf der Grundlage glaubwürdiger empirischer Belege nicht nachweisen können, dass Lockdowns die Sterblichkeit erheblich und signifikant senken, sollten Abriegelungen als pandemiepolitisches Instrument von vornherein abgelehnt werden.

Diese Schlussfolgerung ist natürlich für viele kontraintuitiv, aber es ist eine faktenbasierte und gut begründete Schlussfolgerung, die durch eine strenge, gut konzipierte und ungewöhnlich transparente Metaanalyse der verfügbaren Forschungsergebnisse erreicht wurde.

Anhang II ist besonders interessant zu lesen. Der Titel Appendix II: The Anatomy of the Negative Spin-Meisters (Anhang II: Die Anatomie der negativen Spin-Meister) weist schon daraufhin, dass es um eine Auseinandersetzung mit den Faktencheckern geht. Das Papier hatte einen Mediensturm von einigen selbsternannten Faktencheckern ausgelöst. Das sind Organisationen, die von denen finanziert werden, die an der Pandemie am meisten verdienen wie die Foundations von Leuten oder Clans wie Soros, Rockefeller, Gates und Co, sowie der Digital- und Pharmaindustrie.

Der Anhang entkräftet nicht nur alle Behauptungen der Faktenchecker, sondern die Autoren zeigen auch, dass sie nicht auf dem Verständnis des Papiers beruhen (in der Tat sieht es so aus, als hätten die „Faktenprüfer“ es meist nicht einmal gelesen), sondern auf oberflächlichen und weitgehend irrelevanten „Kritiken“, die von einem „Faktencheker“ und einem Medienorgan nach dem anderen blindlings wiederholt wurden.

Wie falsch und daneben die Prognosen der Modellierer waren, auf die sich die Politik weltweit gestützt haben, zeigt das Beispiel Dänemark, das in der Studie zitiert wird:

„Unsere wichtigste Schlussfolgerung lädt zu einer Diskussion einiger Fragen ein. Unsere Überprüfung zeigt nicht auf, warum die Abriegelungen nicht die von den epidemiologischen Modellen des Imperial College London (z. B. Ferguson et al. (2020)) versprochene Wirkung hatten. Es ist jedoch offensichtlich, dass die Modellierer rund um den Globus die Entwicklung der Pandemie nicht genau vorhersagen konnten.

Ein Beispiel sind die Projektionen der stationären COVID-19-Patienten, die während der dänischen Verhandlungen über eine Wiedereröffnung im Frühjahr 2021 veröffentlicht wurden. In der folgenden Abbildung 12 werden die Prognosen mit den tatsächlichen Daten nach der Wiedereröffnung verglichen. Nicht nur, dass die Modellierer die Zahl der stationären COVID-19-Patienten nach der Wiedereröffnung der Wirtschaft nicht prognostizieren konnten, das tatsächliche Ergebnis lag sogar unter dem optimistischsten Schließungsszenario (untere Grenze des grau schattierten Bereichs). Es ist anzumerken, dass diese Fehlprognose keineswegs nur den dänischen Gesundheitsbehörden unterlaufen ist. Die meisten Gesundheitsbehörden und Modellierungsexperten konnten die Entwicklung der Pandemie nicht korrekt vorhersagen.“

Die Quelle der Grafik sind das dänische Statens Serum Institut (2021) und Danmarks Statistik (2022). Die grüne Linie zeigt die Projektionen für den Fall, dass die Wirtschaft wieder geöffnet wird, die graue Linie ist die Projektion für fortgesetzten Lockdown. Die blauen Punkte und die Linie zeigen die tatsächliche Entwicklung nach der Wiedereröffnung der Wirtschaft. „50% Seasonality“ und „75% Seasonality“ gibt an, wie viel saisonale Schwankungen enthalten sind. Der Text wurde aus dem Dänischen ins Englische übersetzt.

Hier ist das Paper zum Nachlesene:

A-Systematic-Review-and-Meta-Analysis-of-the-Effects-of-Lockdowns-of-COVID-19-Mortality-II

Das Paper ist jedenfalls eine Leseempfehlung für Juristen und Verfassungsrichter. Damit könnten sie sich bei Urteilen auf wissenschaftliche Erkenntnisse stützen statt auf die falschen Behauptungen von Politikern und der Ministeriumsbürokratie. Wenn Lockdowns schon generell keinen Nutzen bringen, dann Lockdowns für Ungeimpfte offensichtlich noch mehr.


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7 Kommentare

  1. Al 2. Juni 2022 at 9:06Antworten

    Wer immer noch auf Studien verweist hat trotz unleugenbarer Beweise immer noch nicht kapiert: man kann mit Studien fast ALLES belegen – und fast ALLES widerlegen.

    Man muss sich nur die passenden Studie heraussuchen.

    Wer angesichts dieser Tatsache weiter Studien als „Belege“ heranzieht, wird es wohl nie mehr lernen.

  2. rudi & Maria fluegl 1. Juni 2022 at 3:46Antworten

    Und Danke für den Artikel und auch ein Danke und“ Kopf Hoch“ an die leidenden Angestellten der Pharmagesponserten John Hopkins University!

  3. rudi & Maria fluegl 1. Juni 2022 at 3:42Antworten

    Herr Doktor Mayer sie haben des öfteren auf qualitative Unterschiede, schon von den Studiendesigns her, hingewiesen.
    Auch auf den grottenschlechten Durchschnitt des Grades der Brauchbarkeit in inzwischen Vielhundertausenden von Studien.
    Wir haben es nunmehr mit Ergebnissen von willkürlichen Maßnahmen, Hypochondrie Geldgier, Hybris, Verranntheit in speziellen Spitzfindigkeiten, Gesetzesübertretungen, Aushebelung von Verfassungen, dem Gegenteil von Empathie falls es eine solche gibt, eventuell als „Mordstimmung“, Machtwahn und Dummheit in allen Schattierungen, mit Demokratiezerstörungs – Eliten zu tun.
    Die Aufzeichnungen vom 2 jährigen Treiben Wahnsinnig gewordener oder immer schon gewesener, sind bezeichnet als Studien, wohl auch das Gegenteil von Euphemismus! Wie wärs mit der Bezeichnung „Sündenregister“?
    Der Begriff Studie wurde neben Bezeichnungen vieler Humanistischer Entwicklungen von den Personen denen Handlungsvollmacht gegeben war und ist, nachhaltig beschmutzt.
    Rudi Fluegl

  4. Thomas Holzer 31. Mai 2022 at 12:43Antworten

    Lese soeben auf bbc.com „Clearing Covid-19 backlog could take seven years“ ob diese Schäden auch eingerechnet sind?! Schlicht und einfach Versagen auf der ganzen Linie 🙈🙉🙊☹️😎🇮🇱🥃

  5. Gerhard 31. Mai 2022 at 10:29Antworten

    Definitiv waren Lockdowns und die Witz 1-2-3-G-Regeln einen Schuss ins Ofen. Was es bewirkt hat, sehen wir nun. Wenn Panik und Unbeholfenheit ausbricht sowie ein Uralter Notfallplan in der Schublade verstaubt herumliegt, dann kommt Mist dabei raus. Wie falsch und daneben die Prognosen der Modellierer waren, auf die sich die Politik weltweit gestützt haben, zeigt unsere heutige Situation. Und Änderung bleibt ein Fremdwort. Allen voran die Regierung, die nur die Wirtschaft im Auge hat. Alles andere überlassen wir dem Zufall. Gesundheitsbehörden, Politiker, WHO, Ärzte usw. sind alle nur Menschen wie wir. Nur jeder übt sein Beruf aus. Am Ende bleibt die Frage, wie gut jeder dieser Menschen es ausgeübt. Und in welche Interesse.

    • Vortex 31. Mai 2022 at 21:48Antworten

      Nicht die Hoffnung verlieren, es gibt auch Lichtblicke tinyurl.com/2p9hpe7d unter den Ärzten u. Wissenschaftlern.

      • Vortex 31. Mai 2022 at 22:12

        Linkkorrektur: Eigentlich war eher dieser direkte Link: tinyurl.com/yamxa2w4 gemeint.

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