Impfempfehlungen wider besseres Wissen und Gewissen von ärztlichen Fachgesellschaften

1. März 2022von 3,7 Minuten Lesezeit

In Österreich herrscht ein richtiger Impf-Radikalismus, der von der Ärztekammer, den medizinischen Fachgesellschaften, aber auch vom Nationalen Impfgremium (NIG) betrieben wird. Die Mitglieder des NIG haben sich bereits eine Strafanzeige wegen falscher Darstellung der Myocarditis Risiken eingehandelt. Kurz gesagt: Es gibt so gut wie keine Ausnahmen und wenn es noch so sehr den wissenschaftlichen Erkenntnissen und der ärztlichen Erfahrung widerspricht. Mit der Stellungnahme der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (ÖGPP) setzt sich auseinander

Gastautor Dr. med. Christian Spaemann

In einer Stellungnahme von 04.01.2022 hat die offizielle Standesvertretung der Psychiater in Österreich, die „Österreichische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin“ (ÖGPP) pauschal festgestellt, dass es keine psychischen Erkrankungen gäbe, aufgrund derer eine Befreiung von der Impfpflicht gerechtfertigt wäre. Dies hat zur Folge, dass in den offiziellen Formblättern der Länder für die Befreiung von der Impfpflicht, keine psychischen Krankheiten als mögliche Ausschließungsgründe aufgeführt werden.

Diese Formblätter werden von den behandelnden Ärzten ausgefüllt und dienen den Patienten zur Vorlage bei den zuständigen Amts- bzw. Epidemieärzten. Es gibt hier nicht einmal einen Punkt „Sonstiges“, der angekreuzt werden könnte. Mit 13 definierten, rein somatischen Kategorien, meint man alle medizinischen Möglichkeiten für den Ausschluss von der Impfpflicht abgedeckt zu haben.

Ein individuelles ärztliches Urteil scheint nicht erforderlich zu sein.

Seit Jahrzehnten hat man für die Gleichstellung psychischer mit körperlichen Erkrankungen gekämpft. Nun, da man gesellschaftlich Farbe bekennen müsste, scheint man davon nichts mehr wissen zu wollen. Wenn Menschen aufgrund ihrer psychischen Erkrankung die Impfung ablehnen, sieht man darin lediglich eine Art Ordnungswidrigkeit, bei der man als Psychiater eher die Aufgabe hat, den Patienten an die gesellschaftliche Ordnung heranzuführen, anstatt ihn davon zu befreien. Schließlich machen die Psychiater auch keine Anstalten, für ihre Patienten eine Befreiung von Parkverboten zu erwirken.

Ganz so einfach erscheint mir der Sachverhalt allerdings nicht zu liegen. Über das Erwachsenenschutzrecht gibt es sehr wohl eine Art Befreiung von Strafen für psychisch Kranke, wenn z. B. nichtsahnende Geschäftspartner in einen Nachteil geraten, weil sie nicht wussten, dass bei ihrem Gegenüber ein Gerichtsbeschluss vorliegt, nachdem dieser aufgrund einer psychischen Erkrankung keine eigenständigen Rechtsgeschäfte mehr tätigen kann.

Im Fall der Impfpflicht geht es aber weder um einfache Ordnungswidrigkeiten, noch um Rechtsgeschäfte, sondern um einen Eingriff in die körperliche Integrität der Betroffenen. Als Facharzt habe ich es seit über 30 Jahren täglich mit Patienten zu tun, die an psychischen Erkrankungen leiden. Dabei habe ich eine ganze Reihe Betroffener vor Augen, die eigentlich einen Anspruch auf Befreiung von der Impfpflicht haben müssten.

Die Beispiele reichen von einer wahnhaften Verarbeitung der Impfung, über nachgewiesene Phobien, bis hin zu schwer traumatisierten Patienten, für die eine Übergehung ihrer körperlichen Selbstbestimmung eine Retraumatisierung bedeuten würde.

In allen Fällen spielt auch Suizidalität bzw. die konkrete Gefahr eines Suizids eine wesentliche Rolle. Es handelt sich dabei um dramatische psychische Konfliktsituationen, die kurz- bis mittelfristig weder medikamentös noch über Psychotherapie zu lösen wären.

Hinzu kommt, dass sich Menschen mit psychischen Erkrankungen überdurchschnittlich häufig in einer wirtschaftlich prekären Lage befinden und sich die angedrohten Strafen im Falle einer Ablehnung der Impfung nicht leisten können. Auch sind sie durch ihre Ängste und diversen anderen Einschränkungen oftmals nicht in der Lage, von ihren rechtlichen Möglichkeiten eigenständig Gebrauch zu machen.

Der generelle Ausschluss psychischer Erkrankungen von den Ausnahmen der Impfpflicht stellt somit eine schwerwiegende Diskriminierung psychisch Kranker dar.

Die Stellungnahme der ÖGPP: OEGPP_Stellungnahme_zum_Entwurf_Impfpflichtgesetz_2022-01-04

Und hier das Formblatt Impfbefreiung: 2022082_Formblatt_Impfbefreiung


Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich veröffentliche sie aber gerne, um eine vielfältigeres Bild zu geben. Die Leserinnen und Leser dieses Blogs sind auch in der Lage sich selbst ein Bild zu machen.

Über den Autor: Dr. med. Christian Spaemann ist Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapeutische Medizin, seit über 30 Jahren Psychiater, derzeit in freier Praxis tätig, zuvor Primararzt am Krankenhaus St. Josef in Braunau.


Alle aktuellen News im TKP Telegram Channel

Unterstütze unabhängigen Journalismus mit einer Spende via PayPal


Strafanzeige gegen BM Mückstein und Nationales Impfgremium

Abrechnungsdaten der Krankenkassen belegen Sicherheitsdesaster der Gen-Impfstoffe

Offener Brief an den Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer

Rede von Prof. Dr. Dr. Christian Schubert bei der Demonstration am Landhausplatz Innsbruck

13 Kommentare

  1. Roland W. 2. März 2022 at 16:00Antworten

    Empfehlungen spielen doch hier in Deutschland doch keine Rolle mehr… https://www.communitas-bonorum.de/post/corona-impfstoffe-gesetzeslose-unter-uns

  2. andi pi 1. März 2022 at 13:50Antworten

    diese „stellungnahme“ der ÖGPP ist eine widerliche verhöhnung von menschen, die z.b. an angststörungen leiden.

  3. Georg 1. März 2022 at 12:13Antworten

    Die Wissenschaft ist tot. Lang lebe das Geld und die Angst. Der ewige Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen geht weiter. Zum Guten gehört auch die echte Wissenschaft. Danke, tkp.at!

  4. Dr. Beate Weingardt 1. März 2022 at 12:13Antworten

    Ich bin sehr dankbar für Ihre Artikel, doch die Rechtschreibung und Grammatik ist leider manchmal mehr als mangelhaft – sie ist schlichtweg schlampig, was den Eindruck der Qualität leider etwas trübt. Aktuelles Beispiel: Es heißt WIDER besseres Wissen!!! Herzlich Ihre B. W.

  5. Jens Tiefschneider 1. März 2022 at 11:36Antworten

    90% der Ärzteschaft sind aus reiner Gier zu Mittätern am Massenmord durch vermeintliche Impfstoffe geworden. Ihnen gehört nicht nur die Approbation entzogen, sie gehören auch vor Gericht.

  6. Markus Schwarz-Greindl 1. März 2022 at 10:47Antworten

    Zeigen wir doch bitte Nachsicht mit der medizinischen „Wissenschaft“.

    Sie befindet sich gerade im Crashkurs „Strahlenschutz bei russischen Kernspaltungen“, um sie uns in gut bezahlten Talkshows als Experten erklären ZU WOLLEN …

  7. Reinhard 1. März 2022 at 9:51Antworten

    Zu alledem kommt, dass es Impfpflicht ist, sie aber ohne Unterschrift nicht impfen.
    Dies wirft auch einige Fragen auf.
    Die eine ist, warum nur mit Unterschrift?
    Eine der Antworten vermlutlich, ich habe per Unterschrift zugestimmt und trage damit für allfällige Impfschäden selbst die Verantwortung.

  8. Eva 1. März 2022 at 9:45Antworten

    Ich finde es definitiv nicht übertrieben, bei Verabreichung einer Substanz, die ich ablehne von Missbrauch oder gar Vergewaltigung zu sprechen. Mein Wille wird hier gebrochen. Noch dazu kann es potenziell tatsächlich schädigend oder gar tödlich ausgehen. Im Sinne einer, „self fulfill prophecy“ sind diese Menschen vermutlich besonders empfänglich für Nebenwirkungen. Eine Katastrophe…Passen wir gemeinsam auf, das dieser Wahnsinn im Schatten der Ukrainekrise nicht übersehen und versenkt wird…

    • Pfeiffer C. 1. März 2022 at 11:04Antworten

      Ich befürchte, daß der sich abzeichnende, noch nie in dieser Größenordnung global durchorchestrierte Arzneimittelskandal im Schatten der Ukrainekrise (die letztendlich auch nur einer genauso kranken Logik destruktiver Vernichtungsprofiteure und ihrer willigen europäischen Helfer entsprang und sich gegenwärtig einmal mehr einer im Grunde genommen genausoe fatalen Ursache/Wirkung-Chronologie spiegelt) –

      daß also das Milliardengeschäft/Coronadesaster im Schatten des Millirdengeschäfts/Ukrainedesaster still und heimlich „ausgeschlichen“ wird.

      Sieht man deutlich am Stürmerstil-Standard: Die bis vor kurzen noch penetrant blattbestimmende Corona-Prima-Causa ist völlig weg vom Fenster: Gegenwärtig erinnert die penetrant blattlinienbestimmte Ukrainekrisen“berichterstattung“ an für längst überwunden gehaltene Zeiten:

      Was das war, entschieden die örtlichen Hauptschriftleiter, quasi Chefredakteure, die aber nicht mehr ihrem Verleger, sondern direkt der Reichspressekammer unterstellt waren, letztlich dem Propagandaministerium…

  9. Anna 1. März 2022 at 8:58Antworten

    Bei den Verfassern des Briefes hat sich ein kleiner freudscher Versprecher eingeschlichen (durch meine Anführungszeichen hervorgehoben).

    „Es gibt keine einzige psychische Erkrankung (wie im ICD-10 definiert), die durch die geplante verpflichtende Impfung verursacht oder deren „““Verkauf“““ längerdauernd verschlechtert werden kann, wie dies bei manchen körperlichen Erkrankungen wie Autoimmunerkrankungen, Allergien oder nach Organtransplantationen befürchtet wird (siehe Erläuterungen zum Ministerialentwurf).“

    Sie „verkaufen“ im wahrsten Sinn des Wortes ihre Patienten und haben dann noch die Kuzbe von der Therapeut-Patient-Beziehung zu schwafeln. Es ist unglaublich! Der totale Verrat.

    • Fritz Madersbacher 1. März 2022 at 10:56Antworten

      @Anna
      1. März 2022 um 8:58 Uhr
      Der ganze Brief strotzt von schlechtem Deutsch und gipfelt im letzten Absatz „Ärztliche Bestätigungen durch VertragsärztInnen“, der an Zynismus kaum zu überbieten ist. Er mündet in die Empfehlung „Ärztliche Bestätigungen der Ausnahmegründe sollen nicht durch die behandelnden ÄrztInnen, sondern ausschließlich durch ÄrztInnen, die behördlich autorisiert sind, bzw. durch AmtsärztInnen erfolgen“. Hier wird ein (Un-)Geist erkennbar, den man früheren Zeiten zugeordnet hätte. Diese „Pandemie“ reisst erbarmungslos den Schleier der in Sonntagsreden genährten Illusionen über unsere Gesellschaft weg!

  10. Katrin Fischer 1. März 2022 at 7:28Antworten

    Kein Wunder. Die Psychiatrie ist schon immer eher eine Polizeywissenschaft als eine medizinische Disziplin. Schon Ernst Klee stellte fest: Nicht die Nationalsozialisten brauchten die Psychiatrie. Die Psychiatrie brauchte die Nationalsozialisten (um sich kenntlich zu machen). Weil in keiner Weise „wissenschaftlich“, handelt die P. meistens im Sinne der Mächtigen.

Wir freuen uns über jeden Kommentar, aber ersuchen einige Regeln zu beachten: Bitte bleiben wir respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe, keine (Ab-)Wertungen und bitte auch keine Video-Links und Texte mit roten Rufzeichen. Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Aktuelle Beiträge