Interessanter Ansatz zur Behandlung von Covid mit IgA Antikörpern via Nasenspray

Monoklonale Antikörper werden seit einiger Zeit zur Behandlung von Covid und anderen Infektionskrankheiten eingesetzt. Insbesondere Florida hat damit gute Erfahrungen gemacht. Bisher hat es sich aber um IgG-Antikörper gehandelt, die bei etwas fortgeschrittener Erkrankung Viren bekämpfen können. Ein neuer Ansatz, der von der Universität für Bodenkultur Wien entwickelt wurde, setzt früher an mit verschiedenen Arten von IgA-Antikörpern, die schon in den Schleimhäuten der oberen Atemwege wirken.

Das Team um Prof. Herta Steinkellner an der Universität für Bodenkultur Wien gelang die Herstellung sogenannter IgA-Antikörper, die direkt dort wirken, wo das Virus vorwiegend in den Körper eindringt – in der Nasenschleimhaut. Veröffentlicht wurde die Studie im Fachmagazin PNAS.

Im Mai 2020 erschien, wie im Vorjahr hier im Blog berichtet, eine Studie der Universität Zürich, die hier als begutachtete Veröffentlichung zu finden ist. Das Team um Onur Boyman, Professor an der Abteilung für Immunologie des Universitätsspitals in Zürich, suchte nicht nur wie bei den üblichen Antikörpertests nach Antikörpern im Blut, sondern auch in Augen, Nase und Mund.

Die Immunologen konnten erstmals für Covid-19 nachweisen, dass infizierte Menschen auch Antikörper in den Schleimhäuten haben. Die IgA Antikörper  konnten in milden Fällen etwa acht Tage nach Auftreten der Symptome gefunden werden. Die Wissenschaftler wiesen IgA in den Nasenschleimhäuten von leicht betroffenen Patienten nach und vor allem von Mitarbeitern des Gesundheitswesens, auch wenn die Patienten keine Symptome zeigten. Das ist also die allererste Abwehrlinie, die verhindert, dass man krank wird, ja die sogar die Infektion verhindern kann.

In der Studie Association between selective IgA deficiency and COVID-19 wird dem Zusammenhang zwischen einem IgA Mangel in der Bevölkerung und der Häufigkeit von Todesfällen auf den Grund gegangen.

Die Häufigkeit des selektiven IgA-Mangels hat eine starke positive Korrelation mit der Prävalenz von COVID-19 pro Bevölkerung. Die niedrige Infektionsrate trug zu der niedrigen Todesrate durch COVID-19 in Japan bei, was darauf hindeutet, dass die extrem niedrige Häufigkeit des selektiven IgA-Mangels ein mitbestimmender Faktor sein könnte.“

Und:

IgA, der am meisten produzierte Antikörper im Körper, fungiert an vorderster Front des biologischen Abwehrmechanismus bei Infektionen, die auf Schleimhautgewebe abzielen, wie z. B. Influenza. Sekretorisches IgA ist ein Antikörper, der in großen Mengen im Schleim produziert wird, der sich auf der Oberfläche des Schleimhautepithels befindet, und im Rahmen des mukosalen Abwehrmechanismus den ersten Kontakt mit Antigenen herstellt. Durch die Bindung von IgA an Bakterien, Viren und Toxine wird die Adhäsion von Bakterien und Viren an Epithelzellen sowie die Aufnahme von Toxinen blockiert und somit die erste Verteidigungslinie gegen verschiedene Krankheitserreger bereitgestellt.“

Labore forschen weltweit an sogenannten monoklonale Antikörper, die besonders hohe Aktivitäten gegen das Virus aufweisen. Gerade erst meldete die BOKU einen Erfolg: Das Team um Herta Steinkellner (Department für Angewandte Genetik und Zellbiologie) produzierte gemeinsam mit der Medizinischen Universität Wien (Karin Stiasny, Zentrum für Virologie) neue mAk-Varianten vom Subtypus IgG3 mit einer fünfzigfach höheren SARS-CoV-2-Neutralisation als ihre Vorgänger.

Nun konnten sie die antivirale Aktivität sogar noch weiter steigern, indem sie neue sogenannte IgA-Varianten herstellten. Der Clou daran: IgA-Moleküle, die häufig als Monomere – also einzelne Moleküle – vorliegen, wurden als Dimere erzeugt. Dabei verknüpfte das Forschungsteam zwei IgA-Moleküle miteinander. So konnte ihre Wirkung potenziert werden. In den Versuchsreihen neutralisierten die Dimere das Virus bis zu 240-fach effizienter als ihre monomeren Gegenstücke. „Diese unerwartet hohe Wirksamkeit macht IgA-Antikörper besonders interessant für neue Therapieansätze, nicht nur für SARS-CoV-2, sondern auch für andere Erreger, die über die Atemwege in den Körper gelangen“, so Steinkellner. Denn IgA-Antikörper sind Kämpfer an vorderster Front. Sie befinden sich auf Schleimhäuten des Körpers wie dem Nasenepithel und bekämpfen dort Eindringlinge praktisch an der Eingangstür.

Für die Behandlung von SARS-CoV-2-Infektionen stellt vor allem die Entwicklung von IgA-Dimer-haltigen Nasensprays einen neuen, besonders aussichtsreichen Therapieansatz dar. Bis dato wurde die hohe Wirksamkeit der IgA-Moleküle in Zellsystemen getestet, weitere Studien an Tiermodellen befinden sich in Planung.

Fotografiert von: Christoph Gruber | BOKU Medienstelle

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17 Kommentare zu „Interessanter Ansatz zur Behandlung von Covid mit IgA Antikörpern via Nasenspray

  1. Sekretorisches IgA wird ganz physiologisch in den darmassoziierten Immunzellen (GALT) gebildet. In der Komplementärmedizin ist das schon lange bekannt und spielt insbesondere in der Therapie schleimhautbezogener, immunologischer Prozesse, bspw. Typ1-Allergien, eine herausragende Rolle. Für eine ausreichende sIgA-Bildung braucht es insbesondere ein ausgeglichenes Mikrobiom und eine intakte Darmschleimhaut. Besonders wichtig, neben diversen weiteren Mikronährstoffen, ist das Vitamin A. Es sorgt für die Bildung, Differenzierung und das sog. Homing des IgA. Aus diesem Grund spielt die Darmgesundheit eine zentrale Rolle bei der Infektabwehr!
    Übrigens ist das physiologisch gebildete sIgA immer ein Dimer 😉

  2. Ein interessanter Beitrag der NZZ, der auch Hoffnung gibt:

    „8. Oktober: Das Antidepressivum Fluvoxamin reduziert bei Covid-19 das Hospitalisationsrisiko
    ni. · Eine grosse Studie aus Brasilien zeigt, dass ein bewährtes und günstiges Medikament gegen Depressionen auch eine Wirkung gegen Covid-19 hat – zumindest wenn die damit behandelte Person aufgrund ihres Alters, bestehender Krankheiten oder Übergewichts ein erhöhtes Risiko hat, nach der Infektion mit dem neuen Coronavirus schwer zu erkranken.

    Beim eingesetzten Wirkstoff handelt es sich um Fluvoxamin, ein Antidepressivum aus der Gruppe der sogenannten Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI); die Substanz ist in der Schweiz seit 1983 zugelassen. Dass das Mittel auch eine antientzündliche Wirkung hat und damit Patienten mit Covid-19 bei frühzeitiger Gabe von Nutzen sein könnte, war schon aus früheren Beobachtungen und kleineren Studien bekannt. Erst die nun im Fachjournal «The Lancet Global Health» veröffentlichte Arbeit eines brasilianisch-kanadischen Forschungsteams ist aber gross genug und methodisch überzeugend, um daraus konkrete Empfehlungen ableitet zu können.

    Von den knapp 1500 in die Studie eingeschlossenen Covid-19-Patienten mit hohem Risiko erhielt die eine Hälfte in den Ambulatorien von verschiedenen Spitälern neben der Standardtherapie während zehn Tagen Fluvoxamin, die andere Hälfte ein gleich aussehendes Placebo. Wie sich zeigte, verschlechterte sich in der Fluvoxamin-Gruppe bei 11 Prozent der Patienten der Zustand in den nächsten 28 Tagen so stark, dass sie hospitalisiert werden mussten oder zumindest eine erhöhte medizinische Betreuung brauchten; in der Placebo-Gruppe lag diese Rate mit 16 Prozent statistisch signifikant höher.

    Die Studienergebnisse seien in erster Linie für ärmere Länder mit zu wenig verfügbarem Covid-19-Impfstoff bedeutsam, schreiben Kommentatoren, die an der Studie nicht beteiligt waren. Zudem seien trotz den überzeugenden Ergebnissen noch einige Fragen ungeklärt. So wisse man etwa nicht, wie sich der Effekt von Fluvoxamin auf andere bei Covid-19-Patienten eingesetzte Medikamente wie die monoklonalen Antikörper auswirken würde. Besser, als im Fall einer Erkrankung auf mögliche Arzneimittel zu zählen, ist daher die Anwendung der Corona-Schutzimpfung.“

  3. Aber die “Musik“ wird anderswo spielen. Sonst hätte es auch die letzten Monate nicht in der Form gegeben, wie sie sich zugetragen haben:

    https://www.vorausschau.de/SharedDocs/Downloads/vorausschau/de/Foresight_30_Themenblaetter.pdf?__blob=publicationFile&v=1

    Punkt 15 ist gemeint:

    “15 − Mit Nukleinsäuren in den Kampf gegen Pandemien: Schutzimpfungen der Zukunft“

    Manchmal beschleicht mich so ein Gefühl, dass es doch besser wäre, sich, alle Booster inklusive, “impfen“ zu lassen. Warum? Die 30 Punkte des verlinkten Textes legen eine Zukunft dar, die sich mehr und mehr von Lebendigkeit und von der Ko-Evolution mit dem Leben entfernen. Je kürzer man diese Zukunft selbst “erlebt“, desto besser – und wenn jede “Impfung“ einem die Lebenserwartung immer weiter kürzt, dann kann man sie glatt willkommen heißen. Wofür eigentlich möglichst gesund, im bio-logischen Sinne, bleiben, wenn die Zukunft nur noch eine immer problematischer werdende Kopie von Leben ist und immer mehr Anfälligkeiten und Abhängigkeiten mit sich bringt?

  4. Jeder hat so einen sekundären „Gewinn“ aus der Erkrankung Corvid 19 mit den Symptomen Husten,
    Schnupfen (Geschmacks- und Geruchsverlust), Heiserkeit.
    Differenzialdiagnostik gibt es nicht mehr. Alles ist Corvid 19.

  5. Nur mal so eine Frage in die Runde:

    Pfizer und Co. haben es praktisch über Nacht geschafft, einen “Impfstoff“ gegen SARS-CoV-2 aus dem Hut zu zaubern. Warum aber gibt es nach Monaten noch immer keinen speziellen Booster gegen Delta (plus)?

    1. Oh, scheinbar gibt es einen solchen nun, aber selbst wenn dem so sein sollte, bleibt der Unterschied zwischen “über Nacht“ und mehreren Monaten bestehen.

      “Pfizer Has Manufactured First Batch of “Updated” Delta Variant-specific Vaccines; To Begin Clinical Trials August“ (newsrescue) – einfach Zeile in Suchmaschine eingeben

  6. Ich nehme Colostrum von Kuh- oder Ziegenmilch (Erstmilch). Kapsel öffne ich und lasse das Pulver in die Mundschleimhaut wirken.

  7. Danke für den sehr interessanten Hinweis! Im kleingedruckten des verlinkten Originalartikels ist mir etwas aufgefallen: „ Edited by Diane E. Griffin, Johns Hopkins University, Baltimore, MD, and approved October 5, 2021 (received for review April 16, 2021)“.
    Also: A) Sitz der Herausgeber ist Johns Hopkins University, B) sie brauchen 6 (in Worten: sechs!) Monate für das Peer-Review um diesen Artikel zu veröffentlichen. Der schlamperte Artikel von Drosten & Corman zum PCR Test brauchte im Jänner 2020 nur 2 Tage …
    Offenbar ist dieser Ansatz zu interessant, d.h. eine echte Gefahr für die mRNA-Strategie.
    Ich halte das für einen weiteren Skandal, dass so ein wichtiger Beitrag dermaßen verschleppt wurde.

  8. Ein sehr interessanter Ansatz, der vor allem gleich an der Eindringpforte der Viren (Nasenschleimhäute) wirken würde. Hoffentlich wird was draus. Denn eine Alternative zu den hochproblematischen mRNA Impfstoffen (die gerade dort kaum wirken) wäre dringend notwendig.
    Aber vermutlich wird auch da von der EMA alles verzögert und auf die lange Bank geschoben. Schließlich führt die EMA sich schon längst auf wie ein reiner Pharma- und Impflobbyist und war ihre Chefin (Emer Cook) zuvor genau eine solche Pharmalobbyisten. Man hat da also den Bock zum Gärtner gemacht.

  9. Das Eindringen des Virus in die Nasenschleimhaut kann auch Algovir Nasenspray verhindern. Einen 100%igen Schutz wird es aber nicht bieten können.
    Auch Cystus-Präparate tun das Gleiche, sie enthalten ebenfalls Polyphenole, die sich wie eine Schutzschicht auf die Schleimhäute legen, ein Nasenspray mit Cystus habe ich allerdings nur in Tschechien gefunden, dieses ist aber sehr scharf und unangenehm in der Nase. Algovir ist meine 1. Wahl als prophylaktische Schutzmaßnahme, wenn ich zwangsläufig unter Menschenmengen gehen muss, z. B. bei Chorproben.

  10. Wer hat diese Sittenwidrigen Verträge unterzeichnet? Der Unterzeichner übernimmt die Haftung. Für Massenmord gibt es lebenslänglich.

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