Leichte Covid-Verläufe zeigen starke T-Zellen Reaktion – Studie MedUni Innsbruck

Schon früh im Jahr 2020 wurde nachgewiesen, dass der nach Infektion gemessene Spiegel an Antikörpern je höher ist, je schwerer die Krankheit war. Das liegt daran, dass das Immunsystem lange zu kämpfen hatte um das Virus zu besiegen und daher alle Ressourcen mobilisieren musste.

Umgekehrt hat eine schwedische Studie der Karolinska Universität gezeigt, dass bei Menschen, die von der Infektion nichts bemerkt haben, spezifische T-Zellen gefunden wurden, aber keine Antikörper. Ein kompetentes Immunsystem wird mit Viren rasch fertig und muss nicht alle Reserven in die Schlacht werfen.

Für logisch denkende Menschen ergibt sich bereits hier die Schlussfolgerung, dass die Stärkung des Immunsystems die beste Methode ist um mit diesem und allen anderen Viren fertig zu werden. Politiker, Gesundheitsbehörden und WHO lehnen das aber ab, nur die Impfung soll schützen, nicht Prophylaxe.

Neuerlich bewiesen: starke T-Zellen verhindern schwerere Erkrankung

Eine neue Studie der MedUni Innsbruck unter dem
Titel „Potent SARS-CoV-2-Specific T Cell Immunity and Low Anaphylatoxin Levels Correlate With Mild Disease Progression in COVID-19 Patients“ (Starke SARS-CoV-2-spezifische T-Zell-Immunität und niedrige Anaphylatoxin-Spiegel korrelieren mit leichtem
Krankheitsverlauf bei COVID-19-Patienten) befasst sich neuerlich mit der Reaktion des Immunsystem bei leichtem und schwerem Verlauf.

Die Autoren stellen wieder fest, dass T-Zellen eine grundlegende Rolle spielen bei der frühen Kontrolle und Beseitigung vieler viraler Infektionen des Atmungssystems. Bei SARS-CoV-2-Infizierten verursacht ein Mangel an Lymphozyten im Blut (Lymphopenie) mit drastisch reduzierten CD4+ und CD8+ T-Zellen schwere Verläufe von Covid-19 und erhöhte Mortalität. (Anmerkung: Die Zahl der Lymphozyten nimmt mit zunehmenden Alter ab.)

In dieser Studie wurden die zellulären und Antikörper-Immunantworten von Patienten mit leichter, schwerer und kritischer COVID-19-Erkrankung untersucht. Die Daten zeigen eindeutig eine deutlich stärkere Erzeugung von SARS-CoV-2-spezifischen CD8+ T-Lymphozyten und eine höhere IFNγ-Produktion bei Patienten mit leichter im Vergleich zu Patienten mit schwerer oder kritischer COVID-19-Infektion.

Bei allen Patienten wurden SARS-CoV-2-spezifische Antikörper mit ähnlicher neutralisierender Aktivität nachgewiesen, die höchsten Titer an Gesamt-IgG wurden jedoch bei kritischen Patienten beobachtet. Schließlich wurden bei schweren und kritischen COVID-19-Patienten erhöhte Anaphylatoxin-C3a- und C5a-Spiegel festgestellt, die wahrscheinlich durch eine abnorme Immunkomplexbildung aufgrund der erhöhten Antikörpertiter bei diesen Patienten verursacht wurden. Anaphylatoxine sind Abbauprodukte des Immunsystems und zwar Proteine, aktivierte Teilkomplexe des Komplementsystems, die bei akuten allergischen Reaktionen durch Auslösung des Mastzellen-Zerfalls Histamin freisetzen.

Die Studie liefert ein vollständiges Bild der zellulären und Antikorper-Immunantworten von COVID-19-Patienten und weist nach, dass robuste polyfunktionale CD8+ T-Zell-Antworten, die mit niedrigen Anaphylatoxinspiegeln einhergehen, mit milden Infektionen korrelieren. Darüber hinaus weisen die Daten darauf hin, dass hohe SARS-CoV-2-Antikörpertiter mit einem schweren Krankheitsverlauf verbunden sind.

Dauerhafte Immunität durch T-Zellen

Studien zu SARS-CoV zufolge, also die Corona-Variante, die in den Jahren 2002/2003 beobachtet wurde und die zu 80% identisch mit SARS-CoV-2 ist, produzierten genesene Patienten nach der Infektion virusspezifische IgG-Antikörper und neutralisierende Antikörper, die nach 16 Monaten abzunehmen begannen, und nach drei Jahren hatten nur noch 50 % der genesenden Patienten SARS-CoV-spezifische IgGs. Im Gegensatz dazu zeigten Oi-Wing und Kollegen, dass selbst 11 Jahre nach der Infektion noch SARS-CoV-spezifische Gedächtnis-T-Zellen bei von SARS genesenen Personen vorhanden waren, was auf eine lang anhaltende T-Zell-Immunität hinweist.

Für COVID-19 zeigten die Daten auch, dass IgM und IgG bereits 3 bzw. 7 Tage nach Ausbruch der Krankheit nachgewiesen werden konnten und mindestens 6-8 Monate lang bestehen blieben. Andere Studien weisen jedoch auf einen Rückgang der IgG- und neutralisierenden Antikörper bei von SARS-CoV-2 genesenen Personen innerhalb von 2 bis 3 Monaten nach der Infektion hin. Diese Schwankungen hängen wahrscheinlich vom Grad der nach der Erstinfektion erreichten Immunität ab.

Bemerkenswerterweise zeigen Berichte, dass die Titer neutralisierender Antikörper bei den Patienten variieren und manchmal sogar unter die Nachweisgrenze fallen, während Ni et al. keinen Einfluss auf die SARS-COV-2-spezifische T-Zellen-Immunität feststellen konnten. In diesem Zusammenhang wurden bei allen COVID-19-Fällen SARS-CoV-2-spezifische CD4+ und CD8+ T-Lymphozyten gegen strukturelle und nicht-strukturelle Regionen beobachtet, sogar bei Antikörper-seronegativen asymptomatischen und milden COVID-19-Fällen.

Es hat sich gezeigt, dass CD8+ T-Zellen eine entscheidende Rolle bei der Virusabwehr spielen und ein zuverlässiger Indikator für den Schweregrad und die Heilung der Krankheit sind. Darüber hinaus wurde die IFNγ-Produktion von T-Zellen, insbesondere von CD4+ T-Zellen, mit einem leichten oder mittelschweren Krankheitsverlauf in Verbindung gebracht.

Bei Patienten mit schwerem oder kritischem COVID-19 wurde über unkontrollierte entzündliche angeborene Immunreaktionen berichtet, die mit einer beeinträchtigten adaptiven Immunität und Gewebeschäden einhergingen. Liao et al. stellten fest, dass der Schweregrad der Erkrankung auf eine verminderte Anzahl expandierter CD8+ T-Zellen zurückzuführen ist.

Zusammengefasst: Hat man zu Beginn einer Infektion einen Mangel an Lymphozyten (T-Zellen) sind Erkrankung und auch schwerere Verläufe zu erwarten. Der Körper beginnt dann Antikörper in größeren Mengen zu produzieren und schafft es nach einiger Zeit die Viren zu besiegen. Den Unterschied macht ein kompetentes Immunsystem, das mit allen benötigten biochemischen Substanzen (= Vitamine, Spurenelemente und für die Produktion von T-Zellen benötigte Aminosäuren- vor allem Lysin und Methionin) ausreichend versorgt ist.

Die Missverständnisse der Medien

Auf der News Seite der MedUni Innsbruck, findet sich ein Artikel, der der Studie nicht gerecht wird. Der Titel – Hoher Anteil an zytotoxischen T-Zellen in COVID-19 PatientInnen mit mildem Verlauf – ist leicht missverständlich. Das führt in einem Artikel in der Südtiroler Zeitung stol.it, zu einem Titel, der die Ergebnisse der Studie komplett ins Gegenteil verkehrt:

Zytotoxische T-Zellen sind nicht zellschädigend, wie der Titel fälschlich behauptet. Im Gegenteil: Sie reparieren beschädigte Zellgewebe, indem sie kaputte und von Tumoren oder Viren befallene Zellen beseitigen. Zugegeben, der Wortbestandteil „toxisch“ lässt Böses vermuten. Es sei denn, man informiert sich und recherchiert – oder liest einfach die Studie.

[Update 14:50: Mich erreicht gerade ein Mail, dass auf Grund meines Artikels die Überschrift nun so korrigiert wurde: „Covid: Hoher Anteil an zytotoxischen T-Zellen bei mildem Verlauf“]

Recherchiert man 30 Sekunden findet man zum Beispiel auf der Webseite der British Society for Immunology folgende Erklärung zu den CD8+T-Zellen:

„CD8+ T-Zellen (oft als zytotoxische T-Lymphozyten oder CTLs bezeichnet) sind sehr wichtig für die Immunabwehr gegen intrazelluläre Krankheitserreger, einschließlich Viren und Bakterien, und für die Tumorüberwachung. Wenn eine CD8+ T-Zelle ihr Antigen erkennt und aktiviert wird, verfügt sie über drei Hauptmechanismen, um infizierte oder bösartige Zellen abzutöten. Der erste ist die Sekretion von Zytokinen, vor allem TNF-α und IFN-γ, die antitumorale und antivirale mikrobielle Wirkungen haben.
Die zweite wichtige Funktion ist die Produktion und Freisetzung von zytotoxischen Granula.
Die dritte wichtige Funktion der CD8+ T-Zellen bei der Zerstörung infizierter Zellen erfolgt über Fas/FasL-Interaktionen.“

Ich glaube zwar nicht, dass die Umkehrung der Aussage der Studie in ihr Gegenteil böse Absicht war, aber diese Art des Unverständnisses ist durchgängig in Mainstream Medien, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und TV-Sendern sowie bei den „Faktencheckern“ zu beobachten.

Bildnachweis: „iStock.com/Viki

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22 Kommentare zu „Leichte Covid-Verläufe zeigen starke T-Zellen Reaktion – Studie MedUni Innsbruck

  1. für STOL & Co. kann ich mich als Südtiroler eh nur fremdschämen.
    das Ausmaß an Impf-Propaganda das hierzulande betrieben wird ist schon lange unerträglich.
    Aber trotz medialen Trommelfeuers ist die Impf-Quote bei uns doch eher bescheiden.

    1. was übrigens die Immunisierung auch nach symptomlosen oder leichten Verläufen anbelangt:
      wird das bei den ganzen Studien zur Effizienz der Impfstoffe irgendwo berücksichtigt?
      oder geht man hier immer davon au,s die Geimpften wären vorher komplett ohne Immunisierung gewesen?
      meiner Meinung nach verfälscht dies das Bild z.T. extrem, wenn nicht geprüft wurde ob eine Immunisierung oder Kreuzimmunität bestand und jeder (wie auch immer geartete statische) Erfolg allein der Impfung zugeschrieben wird.

    2. Als jemand mit T-Zellen weiß ich inzwischen, dass jeder Hinweis darauf bei den Narrativlingen im sofortigen Argumentationsnotstand endet. Viele üben deshalb so viel Druck auf andere aus, weil sie glauben, mit der Eliminierung der Gegner sich selbst überzeugen zu können. Unüberzeugte treffen in der Diskussion auf Überzeugte. Auf mich wirken Kritiker meist viel lebendiger. Sie strahlen echtes Leben aus, das man sich inzwischen hart erkämpfen muss.
      Aus der Stadt mit der ehemals höchsten Lebensqualität, die für Andersdenkende immer mehr zur Lebensqual wird.
      Aber starke Charaktere werden das aushalten und noch stärker daraus hervorgehen.
      Corona verbiegt oder formt den Charakter.

  2. Heißt das praktischerweise man könnte sein Risiko bestimmen indem man den Wert seiner T Zellen (Lymphozyten) bestimmen lässt? Geht das? Bzw müsste man dann nicht eine Studie machen bei der man Leuten folgt und vor einer Covid Erkrankung diesen Wert bestimmt, also diese Leute dann in Gruppen mit niedrig, mittel und hohen T-Zellen-Werten einteilt und dann beobachtet wer sich davon ansteckt bzw wie stark erkrankt?

    1. Würde ich abraten. Es gibt schon genug willkürliche Kategorien von Menschen aufgrund ihres Covid-, bzw. Impfstatus. Weitere Unterscheidungen würden nur noch mehr wirre Bestimmungen, Diskriminierungen und Schikanierungen bedeuten!

    2. @kriegsgegner

      Naja, das Risiko sehe ich hier nicht. Hier geht es ja darum rauszufinden warum wer schwer erkrankt. Das ist essentiell um Leben retten zu können. Und wie gut das Immunsystem arbeitet hat vor allem mit dem Lebensstil zu tun, so könnten viele Menschen einen starken Anreiz bekommen in dieser Richtung was tun. Das soll nur als Information dienen um eine informierte Entscheidung treffen zu können, nicht um was von oben herab bestimmt zu bekommen.

    3. Wäre schon richtig, aber eben nur unter der Voraussetzung, dass Massnahmen auf echten wissenschaftlichen Erkenntnisse aufgebaut würden. Das ist aber objektiv nicht der Fall. Wissenschaft wird missbraucht, zurechtgebogen, einseitig und selektiv verwendet um die sinistren Ziele der Covid-Agenda voranzutreiben. Die Wahrheit ist zur Zeit so gut wie illegal. Das ist die Tragik dieser Zeit, dass im Umkehrschluss nur die Lüge legal und deswegen wirksam ist.

  3. Vielen Dank für diese Aktualisierung.

    “Diese Schwankungen hängen wahrscheinlich vom Grad der nach der Erstinfektion erreichten Immunität ab.“

    Das nennt man biologische Unberechenbarkeit und ist der Grund, warum Herdenimmunität mittels Spritze nicht in einem vorgegebenen Zeitraum erreicht UND erhalten werden kann. Jeder Körper ist er selbst UND seine Umwelt UND seine Vergangenheit und daher ist jedes Lebewesen ganz individuell und daher reagiert auch jeder Mensch auf verschiedene Parameter der Betrachtung und Auswertung mit ganz verschiedenen Werten. Es sei denn man schafft einen künstlichen Raum, in dem das individuelle Unberechenbare mittels Normierung und Beschneidung immer berechenbarer wird – auf Kosten von biologischer Anpassungsfähigkeit und einhergehend mit dem Verlust von Lebendigkeit.

  4. Heißt das, dass die Innsbrucker selbst einen T-Zell Test gemacht haben? Wenn ja — ich kann aus dem Text nicht viel ableiten, da steht zwar ein US und ein dt. Unternehmen drin, aber das könnten auch die Reagenzien sein — machen die das auch außerhalb der Studie?

    1. Die Methoden sind sehr genau beschrieben, auch die T-Zellen-Bestimmung, aber sie werden nur im universitären Rahmen angewandt, nicht kommerziell. Aber Sie könnten sicherlich dort anfragen, vielleicht besteht ein Forschungsinteresse an weiteren „Probanden“. Interessant an dieser Studie (wie auch an etlichen anderen, in diesem Blog bereits besprochenen) ist, dass sie bestätigt, was wir auch bisher über die Immunabwehr von Atemwegsvireninfektionen angenommen haben, dass wir es bei den aktuellen Infektionen nicht mit einem besonders gefährlichen Sonderfall zu tun haben, was natürlich diametral dem widerspricht, was seit Monaten läuft.

    2. Übrigens, so sieht Entmythologisierung aus, und nicht so wie heute im „Standard“ („Die häufigsten Corona-Mythen, entlarvt“), wo ein weiteres Glaubensbekenntnis angeboten wird.

  5. Werter Hr. Mayer

    Haben sie eine Erklärung dafür, weshalb Menschen mit der Blutgruppe 0 Rh negativ einen milderen Verlauf haben? Das würde mich wirklich interessieren. Haben die mehr T-Zellen?

  6. Mal wieder Kommentar verschluckt. Also noch einmal:

    “In diesem Zusammenhang wurden bei allen COVID-19-Fällen SARS-CoV-2-spezifische CD4+ und CD8+ T-Lymphozyten gegen strukturelle und nicht-strukturelle Regionen beobachtet, sogar bei Antikörper-seronegativen asymptomatischen und milden COVID-19-Fällen.“

    Das ist der entscheidende Grund, warum überhaupt eine Herdenimmunität in einer Population entstehen und weiter bestehen kann, mittels Kontakt und Begegnung all derer, die sich eben nicht krank fühlen und daher unterwegs sind – ohne Masken und Abstand.

    Das Etablieren einer Herdenimmunität gleicht der Anpassung eines Wortschatzes an die Notwendigkeit des Ausdrückenkönnens und den gegebenen Möglichkeiten der Wortbildungen. Wenn eine Population im ganzen Land mit selbigem Wortschatz sich ohne Missverständnisse verständigen kann, dann liegt verbale “Herdenimmunität“ vor und jedes neue Wort, das im Laufe der Zeit entsteht, kann gleichfalls integriert werden. Wodurch? Durch Begegnung und Anwendung – nicht durch Schweigen und Isolation.

    1. Um beim Vergleich zu bleiben:

      Eine “Impfung“, wie sie aktuell angeboten und durchgeführt wird, entspricht der Entstehung von Missverständnissen mittels “Verbot von Worten“, mittels Zensur und Neusprech. Eine verbale “Herdenimmunität“ muss sich ohne Manipulation an den Bedarf des Ausdrucksvermögens anpassen können, indem es die sprachlichen Fähigkeiten jedes einzelnen Sprachanwenders in der Population miteinbezieht, damit eben in der gesamten Population das Ausmaß an Missverständnissen weitestgehend minimiert wird – und das kann nur im täglichen Sprachgebrauch trainiert werden – durch alle Altersgruppen hindurch. Und genauso funktioniert biologische Herdenimmunität, eben weil Immunität Ausdruck des Einander-begegnen Könnens ist. Infektion und Immunität gehören zur Muttersprache allen Lebens, wobei das eine das Vokabular ist und das andere die Grammatik.

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