T-Zellen erkennen Tausende Merkmale von Viren für stabile Immunität

Bei einer natürlichen Infektion ist das Immunsystem in der Lage das gesamte Virus zu erkennen und viele seiner Merkmale abzuspeichern. Taucht es wieder in einer abgeänderten Form auf, so hat das Immunsystem kein Problem damit es neuerlich zu erkennen und die spezifische Abwehr zu mobilisieren, bis hin zur neuerlichen Produktion von Antikörpern, so das überhaupt nötig ist.

In einer neuen Arbeit haben Wissenschaftler des La Jolla Institute for Immunology (LJI) Forschungsergebnisse von Forschern aus aller Welt zusammengefasst. Wie hier bereits berichtet, sind die Ergebnisse verblüffend und ermutigend: menschliche T-Zellen können mehr als 1.400 Stellen auf dem SARS-CoV-2-Virus erkennen und angreifen.

Schon voriges Jahr wurde gezeigt, dass Bei Rekonvaleszenten von SARS-1, die im Jahr 2003 erkrankt waren, die T-Zellen auch SARS-CoV-2 erkennen und bekämpfen können. Und das nach 17 Jahren und bei einem Virus, das nur mehr zu 80% mit dem ersten übereinstimmt.

Das LJI hat dazu noch einige ergänzende Informationen veröffentlicht.

Unser Labor und viele andere haben diese sehr breite und vielfältige T-Zell-Antwort gezeigt„, sagt LJI Research Assistant Professor Daniela Weiskopf, Ph.D., Co-Autorin des Cell Host & Microbe Reviews.

Bei dieser Art von Forschungsüberprüfung, die als „Meta-Analyse“ bezeichnet wird, werden die Ergebnisse mehrerer Studien zusammengefasst, wobei die Forscher genau darauf achten, wie die Studien durchgeführt wurden.

Im Fall von COVID-19 ist eine globale Meta-Analyse von Studien zur T-Zell-Antwort besonders hilfreich, da verschiedene Patientenpopulationen aufgrund ihrer genetischen Unterschiede und ihrer früheren Krankheitsgeschichte sehr unterschiedliche Immunantworten haben können.

„Dies unterstreicht, wie sehr die Erforschung von SARS-CoV-2 ein globales Unterfangen war“, sagt LJI-Professor Alessandro Sette, Dr.Biol.Sci, Senior-Autor der Übersichtsarbeit und Mitglied des LJI-Zentrums für Infektionskrankheiten und Impfstoffforschung. „Die Informationen aus all den verschiedenen Labors zu kombinieren, ist eine starke Sache.“

Die wichtigsten Punkte sind:

  • Die Forscher werteten alle 25 bekannten Studien zur menschlichen T-Zell-Antwort aus, die zwischen dem Beginn der COVID-19-Pandemie und dem 15. März 2021 durchgeführt wurden.
  • Die Studien zeigen menschliche T-Zell-Antworten gegen 1.434 CD4- und CD8-Epitope. Epitope sind Stellen auf SARS-CoV-2, die T-Zellen erkennen können.
  • Die Gruppierung dieser Studien für diese größere Analyse hat mehrere „immundominante“ Stellen auf dem Virus ergeben. Diese Stellen sind es, auf die T-Zellen am ehesten ansprechen.
  • Diese breite T-Zellen-Antwort macht es für SARS-CoV-2-Varianten schwierig, genügend Mutationen zu erwerben, um der körpereigenen Antwort gegen das Virus zu „entkommen“.

Sette fügt hinzu, dass diese Analyse den Forschern helfen kann, zu überwachen, ob die T-Zellen eine wirksame Reaktion zeigen, wenn sie auf virale Varianten – und Impfstoffe – treffen. „Das Wissen um die Schlüsselstellen auf dem SARS-CoV-2-Spike-Protein ist besonders wichtig für die Überwachung der Immunantwort auf COVID-19-Impfstoffe.“

Trotz dieser ermutigenden Ergebnisse ist die Übersicht begrenzt. Die Forscher betonen, dass aktuelle Studien dazu neigen, hauptsächlich kaukasische Teilnehmer einzubeziehen. Durch die Ausweitung dieser Forschung auf viele ethnische Gruppen können die Forscher die Ungleichheiten in der COVID-19-Mortalität besser verstehen.

Insbesondere wollen die Forscher verstehen, wie Variationen im humanen Leukozyten-Antigen (HLA)-System die T-Zell-Reaktionen beeinflussen. Die HLA-Moleküle des Immunsystems steuern, welche Epitope eine T-Zelle „sehen“ kann. Die Häufigkeit der verschiedenen HLA-Molekül-Typen variiert zwischen ethnischen Gruppen, so dass die Forschung berücksichtigen muss, wie diese Unterschiede die T-Zell-Antworten und möglicherweise die Schwere der COVID-19-Fälle beeinflussen.

„Dies ist eine globale Pandemie, daher ist es wichtig, dass wir unsere Studien ausweiten“, sagt LJI-Dozentin Alba Grifoni, Ph.D., die als Erstautorin des Reviews fungierte.

Der neue Bericht hebt auch den Wert der Immune Epitope Database (IEDB) hervor, einer kostenlosen, vom LJI betriebenen Ressource, die vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) finanziert wird. Durch das Hinzufügen der bekannten Epitopdaten zur IEDB konnten die Forscher die verschiedenen Studienergebnisse nebeneinander sehen.

„Wir wissen, dass es eine starke T-Zell-Antwort auf SARS-CoV-2 gibt“, sagt Grifoni. „Jetzt versuchen wir zu identifizieren, wo wir Wissenslücken haben.“

Mehr zu Immunität sagt Professor Christian Schubert:

Bild von healthguru auf Pixabay

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15 Kommentare zu „T-Zellen erkennen Tausende Merkmale von Viren für stabile Immunität

  1. Vielen Dank Hr. Dr. Schubert!
    Es gibt Gott sei Dank noch Wissenschaftler und Ärzte die diesem wahnsinn entgegenarbeiten. Leider gibt es Experten die sichtlich ihre chance sehen sich wichtig zu machen.
    Jetzt sieht man welche Wissenschaftler und Ärzte ihren eid ernst nehmen und welche sogar über Leichen gehen.

    Die Wissenschaft hat gerade in dieser Zeit ihren Ruf eingebüßt.
    Es geht ums Geld und Macht und dafür sind viele bereit vorgegebene Meinungen anzunehmen.
    leider

  2. Könnte es sein, daß unser Immunsystem auch die Spikeproteine, die durch die Impfung erzeugt werden, aus früheren Auseinandersetzungen mit allgemeinen Coronaviren, sofort erkennt und entsprechend aktiv wird. Sprich die schlimmsten Auswirkungen der Impfung werden gestoppt bevor Schlimmeres passiert. Im Regelfall. In manchen Fällen natürlich nicht (rechtzeitiig?).

    1. Die Impfung umgeht den Schleimhautweg und damit den größten Teil der T-Zellen, was zu Reaktionen des Körpers führen kann, die nicht als solche im Laufe der Zeit erkennbar sind, aber durchaus folgenreich sein können, z.B. Autoimmunprozesse.

    2. Ich würde davon ausgehen, dass ein gesundes Immunsystem auch mit dem Mist aus der Spritze zurecht kommt. Warum auch nicht? Der Körper wird ständig mit einer Unzahl aller möglicher Stoffe aus der Umwelt konfrontiert.

      Natürlich ist das Injizieren schon sehr besonders. Das entspricht in der Belastung etwa einer schweren Verletzung wie einer tiefen Messerwunde oder zB einem Axthieb in den Fuß oder einem schweren Autounfall mit großflächigen Verletzungen von der eingebrachten Fremdstoffmenge her.

      Aber selbst mit so etwas kommt unser Körper bei sonstiger Gesundheit klar.

      Aber natürlich würde kein vernünftiger Mensch es darauf ankommen lassen und so etwas ausprobieren!

  3. Zur Immunität noch eine Anmerkung aus eigener Erfahrung: In der Frühphase der „Pandemie“ haben wir uns mit Covid angesteckt. Mein Mann und ich hatten einen etwas stärkeren Verlauf und lagen gut zwei Wochen flach, unsere beiden Töchter hatten es nach drei Tagen überstanden. Mehr als ein Jahr später haben mein Mann, ich und unsere jüngere Tochter uns wieder infiziert, dieses Mal war es die Britenvariante. Wir hatten ein bißchen Schnupfen und Husten, so leicht, dass wir unter normalen Umständen mit diesen Beschwerden nicht einmal zu Hause geblieben wären, sondern zum Arbeiten gegangen. Der Schnelltest schlug zunächst nicht an, der PCR-Test aber schon, und zeigte einen Ct-Wert von 20-22 auf dem Höhepunkt der Beschwerden (Krankheit kann man das nicht mal nennen). Erst zwei Tage, nachdem der PCR-Test positiv war, zeigte auch der Schnelltest positiv. Da wir sowieso alle in Quarantäne saßen, haben wir kurzerhand ein Experiment gemacht: Unsere ältere Tochter war als einzige negativ (PCR- und Schnelltest). Sie arbeitet im Kindergarten, dort waren einmal im Dezember und einmal im Februar Covid-Ausbrüche unter den Kindern und ihren Eltern, wobei sich aber keine einzige der Erzieherinnen angesteckt hatte. Meine ältere Tochter wurde also wohl durch ihre Arbeit im Kindergarten derart gründlich immunisiert, dass sie sich nicht einmal angesteckt hat im nahen, stetigen Umgang mit uns drei infizierten Personen mit Symptomen .
    Das Problem war dabei aber der PCR-Test mitsamt der neuesten Regeln hier bei uns in Bayern: Nach 14 Tagen darf man erst ab einem Ct-Wert von 35 aus der Quarantäne raus, man muss sich also quasi „freitesten“. Obwohl wir im Moment schon gut zwei Wochen wieder vollkommen beschwerdefrei sind, zeigt der PCR-Test einen Ct-Wert zwischen 30 und 33. Wir sitzen deshalb unsinnigerweise immer noch in Quarantäne und ein Ende ist im Moment nicht abzusehen. (Was kommt nach „gesund“???)
    In unserer Ortschaft haben sich übrigens noch zwei weitere Personen, die zu Beginn des Corona-Irrsinns mit schwereren Symptomen erkrankt waren, zum zweiten Mal angesteckt, dieses Mal auch nur mit sehr leichten Symptomen.
    Diese Erfahrungen haben mir Folgendes gezeigt:
    -Man kann sich nach einer gewissen Zeit wieder infizieren. Das Konzept „ZeroCovid“ und „Herdenimmunität auf Dauer“ ist damit schlicht für die Tonne.
    -Die Immunität bedingt, dass man bei einer erneuten Infektion nur noch einen sehr milden Verlauf hat. Kaum mehr der Rede wert.
    -Der Schnelltest ist auch für die Tonne. Er zeigt erst an, wenn die Symptome sich in ihrer Stärke voll entfaltet haben. Dann merkt man aber schon selbst, dass man Beschwerden hat.
    -Der PCR-Test ist extrem empfindlich. Man gilt schon bei einem bloßen Schnupfen als „krank“, bzw. sogar dann noch, wenn man schon wieder vollkommen symptomfrei ist. Deshalb ist er ebenfalls für die Tonne.
    -Der Umgang mit kleinen Kindern bedingt offensichtlich eine erstaunlich dauerhafte Immunität.
    -Zudem habe ich den Verdacht, dass diese ganzen Maßnahmen wie Abstand halten, Maske tragen etc. die „Pandemie“ lediglich verschleppen und eventuell sogar eine stabile Immunität gegen schwere Verläufe verhindern. Mein Mann, ich und meine jüngere Tochter hatten durch die Maßnahmen kaum mehr Kontakt mit anderen Menschen und waren nicht vollkommen immun, meine ältere Tochter dagegen schon, und das wohl durch ihre täglichen Kontakte. Wahrscheinlich wäre das Ganze deshalb ohne Maßnahmen längst vorbei und Sars-CoV-2 sogar für die Risikogruppen nur noch ein sehr mildes Schnupfenvirus.

      1. Servus TV 26.05.21
        https://www.servustv.com/videos/aa-26xjnvbqh2111/
        Minute 10:00: in Österreich sind 6 Kinder zwischen 6 und 14 Jahren wegen einer Coronaerkrankung auf der Intensivstation behandelt worden. Von Todesfällen in dieser Altersgruppe wird nicht berichtet, weshalb man wohl davon ausgehen kann, das kein Kind an Corona gestorben ist.

    1. Ich will ja Ihre Hoffnung nicht eintrüben, kann sie aber nicht teilen wenn dann so eine Aussage kommt: „Ich kann ihnen das Ergebnis im Moment nicht sagen, aber wir glauben, dass wir dieses Ergebnis in den nächsten 10 bis 14 Tagen auf jeden Fall haben werden.“

      Wie sollen denn in 10 bis 14 Tagen verlässliche Ergebnisse erhalten werden über einen Sachverhalt, der Jahrelange Untersuchungen und Beobachtungen erfordern würde?

      Mir scheint es so, wie wenn da jemand Bedachtsamkeit simuliert – um dann nachher um so überzeugter das „Go!“ zu geben (ob dann aufgrund von Überzeugung oder Druck sei dahin gestellt). Bisher ging es immer so, wie es die freudlose Merkel und der geleckte Spahn es vorgegeben haben.

  4. LJI Research Assistant Professor Daniela Weiskopf stammt aus Kematen in Tirol und hat schon im Juli 2020 der „Tiroler Tageszeitung“ ein Interview mit sehr interessanten Informationen zur Wirksamkeit des Immunsystems gegen ‚das‘ so gefährliche Coronavirus (es handelt sich ja, wie sich mittlerweile herumgesprochen haben könnte, um die infantil als ‚Wildtyp‘ bezeichnete Mutante einer seit vielen Jahren endemischen Atemwegsvirusfamilie) gegeben

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