Widerstand, der (Substantiv, maskulin)

Frauen und Männer sind von der Corona Krise unterschiedlich betroffen. Besonders krass sind die Unterschiede bei den Maßnahmen und denen, die die Regeln machen: 3 mal so viele Männer wie Frauen. Aber auch das Coronavirus macht offenbar Unterschiede je nach Geschlecht. Gegenüber  10 Frauen landen 11 Männer im Spital, 18 auf der Intensivstation und 13 sterben berichtet GobalHealth5050. Männer sind bei Erkrankung also deutlich mehr gefährdet als Frauen.

Ein völlig anderes Bild ergibt sich jedoch bei der Impfung. Frauen sind fast vier Mal so häufig von schweren Nebenwirkungen betroffen wie Männer, wie aus der Datenbank der Europäischen Medizin Agentur ersichtlich ist. Das Chart zeigt die Geschlechterverteilung für den experimentellen Impfstoff Tozinameran von Pfizer:

Da Frauen deutlich weniger von Erkrankungen aber  extrem stärker von schweren Nebenwirkungen der Impfungen betroffen sind,  wäre es denkbar, dass Frauen aktiver im Widerstand gegen die Maßnahmen der Regierung und insbesondere gegne die Impfung aktiv sind.  Mit der Frage beschäftigt sich

Gastautorin Anke Behrend

Letztens suchte ein Aktivist auf Twitter „Ärzte, Professoren, Virologen und Epidemiologen die dem Corona Narrativ widersprechen“.

Und wer kennt sie nicht, die mutigen Ärzte, Professoren, Virologen. Die Ärztinnen, Professorinnen und Virologinnen fügte er erst nach expliziten Hinweisen seiner Aufzählung hinzu. Obwohl er sie alle kannte, schienen sie ihm wohl nicht erfragenswert. Die erste Frau auf seiner Liste schaffte es gerade auf Platz 24.

Damit lag er nicht einmal falsch, denn nicht nur vor dem geistigen Auge ist der Coronawiderstand tendenziell Männersache. In der Realität werden Frauen seit Beginn der Krise verstärkt in traditionelle Rollenmuster gedrängt oder begeben sich freiwillig in Grenzen althergebrachten Frauenbildes. Treten Frauen im Widerstand medial in Erscheinung, dann häufig als Moderatorinnen oder mit typischen Themen: Kinder, Schule, Befindlichkeit und Gefühliges. Die harten Fakten und das Heldentum bleiben meist den Männern vorbehalten.

Alternative Medien aus dem eher konservativen Spektrum, die in Sachen Corona sehr wertvolle Arbeit leisten, bringen für das gesellschaftliche Phänomen „Pandemie“ ihre weltanschaulichen Erklärungsmuster an den Mann, die sich im Wesentlichen darauf beschränken, dass man die traditionellen Werte inklusive der Geschlechterrolle nicht mehr lebe und dadurch die „natürliche Ordnung“ ins Wanken geraten sei. Schlicht: die Familie sei bedroht, speziell der Mann als deren Oberhaupt. Allerdings beruht gerade die patriarchale Familie auf Unfreiheit. Sie hat nicht die Entwicklung von freien und mündigen Individuen zum Ziel, sondern bringt funktionierende, angepasste Staatsbürger hervor, die nicht lautstark rebellieren, und das trifft auf Frauen noch viel mehr zu als auf Männer.

Im linken Mainstream der Gesellschaft wären mehr Frauen präsent. Aber man lässt sich mit durchschaubaren wie wirksamen Abschreckungsmaßnahmen aus dem Widerstand vergrämen. Einzig Sarah Wagenknecht meldet sich klug und kritisch zu Wort. „My Body, my Choice.“ Mein Körper gehört mir. Das war eine zentrale Forderung des Feminismus und der Linken. Davon ist nichts übrig geblieben. „Wir impfen euch alle“ tragen geschichtsvergessene Antifa-Kleindarsteller vor sich her und befinden sich damit in direkter Abstammungslinie mit dem eugenischen Gedankengut der Nazis.

Es scheint, als wäre mit den Werten der Aufklärung auch die Emanzipation vom Tisch gewischt worden. Denkbar wäre allerdings auch, dass die Gleichstellung, wie sie in den letzten Jahren und Jahrzehnten praktiziert wurde, nur ein Trugbild war, eine Schwundform der Gleichberechtigung. Gendersternchen und dutzende Wahlgeschlechter haben offensichtlich das Gegenteil vom Beabsichtigten bewirkt. Das Herbeisprechen von Physiker_innen hat nicht funktioniert. Von der Corona Starmodelliererin der deutschen Bundesregierung, Viola Priesemann, abgesehen.

Möglicherweise ist sogar die ganze Demokratie nur ein Trugbild. Eine Inszenierung, eine Vorführung demokratischer und gleichstellerischer Rituale, die keine Substanz und keinen Bestand haben. Denn wann sollten sie überhaupt Bestand haben können, wenn nicht in einer Krise? Hatten wir es also mit einer Schönwetter-Emanzipation zu tun, mit einem Etikett? Mit Maßnahmen, die Frauen gegen den Druck von Werbung, Medien und Mainstream gar nicht nachhaltig befähigenkonnten, ihre Rolle zu hinterfragen, zu verlassen oder zu erweitern? Das wäre besonders in einer mit Gesundheit und Hygiene assoziierten Krise problematisch. Denn Frauen werden traditionell mit dem Verweis auf ihre Biologie für den Schutz von Gesundheit und die Umsetzung von Hygiene verantwortlich gemacht und sanktioniert. Es waren immer die Frauen, auf deren Körper sich die Herrschenden Zugriff verschafft haben. Es war immer ihre Fähigkeit zu gebären, die ihnen zum Nachteil gereichte. Und es waren immer die Kinder, die gegen Frauen instrumentalisiert wurden. Diese Erkenntnisse haben nichts an Aktualität eingebüßt und erweisen sich gerade jetzt als evident. Entgegen jede rationale Erkenntnis fungieren verängstige Mütter, Erzieherinnen und Lehrerinnen als Erfüllungsgehilfen bei der Durchsetzung der Pandemiemaßnahmen zu Lasten von Kindern.

Corona hat die bestehenden Probleme nicht geschaffen, aber sichtbar gemacht. Wie unter einem Brennglas sieht man: Wir waren viel weniger selbstbestimmt, demokratisch und frei, als man uns glauben machte und als wir selbst glauben wollten. Wir stecken tief in stereotypen Denkmustern fest, nach denen Männer laut und Frauen leise sein sollen, Expertise Männersache ist und Frauen über Kinder reden. So nimmt es nicht Wunder, dass Frauen im Widerstand zwar in der Masse der Demonstrationen, aber viel weniger auf den Podien und vor den Mikrofonen vertreten sind. Frauen sollten sich aber klar machen, dass sie in dieser Krise nicht nur die Artikel des Grundgesetzes verlieren könnten, sondern dass etwas auf dem Spiel steht, das man nicht in Gesetzen formulieren kann: der Platz in der Gesellschaft, der ihnen zusteht. Wir müssen aufstehen und sprechen, denn nur wer sich zu Wort meldet, kann eventuell auch zu Wort kommen.


Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich veröffentliche sie aber gerne, um eine vielfältigeres Bild zu geben. Die Leserinnen und Leser dieses Blogs sind auch in der Lage sich selbst ein Bild zu machen.



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12 Kommentare zu „Widerstand, der (Substantiv, maskulin)

  1. Ich verstehe die Überleitung nicht so ganz?

    In den Pflege- und Krankenbesuchen arbeiten ja nun mal vorwiegend Frauen… und das ist ggf. einfach der Grund für den Effekt dass die Nebenwirkungen vor allem Frauen betreffen.

    Und, klar: Frauen sind dann eher im Widerstand, einfach auch weil sie direkter betroffen sind (als Zielgruppe der (Zwangs-)Impfung).

    Insgesamt halte ich ehrlich gesagt ziemlich wenig von feministischer Spalterei. Das ist eine der Ideologien die den Boden für das bereitet haben, was jetzt gesellschaftlich passiert.

    Und in Deutschland kommen die Ansagen von Frau Merkel …

    1. Und Sie denken ernsthaft, dass bisher 4 mal so viele Frauen geimpft wurden als Männer. Think again.

  2. Anke Behrend: „Wir waren viel weniger selbstbestimmt, demokratisch und frei, als man uns glauben machte und als wir selbst glauben wollten. “ Wenngleich Behrend die Geschlechterrollen fokussiert, kann man die Frage nach der Demokratie, also der gesellschaftlichen Selbstgestaltung durch alle Bürger, allgemeiner stellen.

    Auf Telepolis ist anlässlich des 60. Jübiläums des Grundgesetzes in Deutschland ein kritischer Artikel erschienen, der sich wie eine Vorwegnahme der Coronakrise liest.

    60 Jahre Grundgesetz – Gibt es überhaupt etwas zu feiern?
    30. Mai 2009, Eckhard Kochte

    https://www.heise.de/tp/features/60-Jahre-Grundgesetz-3381382.html

    Nur ein Zitat daraus:

    „Von der judikativen Staatsgewalt ist das Volk so gut wie ausgeschlossen, wenn man von der symbolischen Beteiligung der Bürger als Schöffen absieht. Über allen Staatsgewalten thront ein heimlicher Diktator auf Anruf, nämlich das Bundesverfassungsgericht, dass de facto nicht nur unangreifbar quasi rechtsetzende Befugnisse hat, sondern die Legislative lähmen oder aushebeln kann. Dabei ist das Verfassungsgericht verfassungswidrig bestellt, d.h. unser schönes Grundgesetz kann nicht einmal seine Hüter in die Schranken weisen (eine Verfassungsbeschwerde gegen diese Machenschaften würde den Täter als Richter anrufen).“

    Der Autor hat noch einen Nachtrag verfasst.

    Aus Deutschland könnte eine Bürgerrepublik nach Schweizer Vorbild werden – Sammelantwort auf Kommentare zu „60 Jahre Grundgesetz“

    „Wer es immer noch nicht begriffen hat: Deutschland steht vor einer politischen und wirtschaftlichen Katastrophe, die zur allgemeinen Verarmung und Entrechtung der Mehrheit der Bevölkerung führen wird. Nach dem Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon wird Deutschland seinen Rest an Souveränität verlieren und zu einer bloßen Verwaltungsprovinz der Europäischen Union herabsinken. Die deutsche Wirtschaft wird dann noch mehr zum Spielball des globalen Kapitals, die Entindustrialisierung und die damit verbundene Arbeitslosigkeit werden zunehmen. Gleichzeitig wird der Sozialstaat abgebaut. Die darauf folgenden Unruhen geben den Machthabern genügend Handhabe, ihre Innenpolitik in Richtung auf einen Polizeistaat fortzusetzen.“

    https://www.heise.de/tp/features/Aus-Deutschland-koennte-eine-Buergerrepublik-nach-Schweizer-Vorbild-werden-3381396.html

    Das konnte ein aufmerksamer Beobachter also schon vor 12 Jahren schreiben.

  3. Ermüdend. Ob inhaltlich gerechtfertigt oder nicht. Ich betrachte mich als einer Menschheitsfamilie zugehörig und verzichte auf diese Spaltung.

    Oft werden die Männer von den Frauen an die Front geschickt und sind deren Erfüllungsgehilfen – erst recht vertrete ich die Interessen der ganzen Familie nach außen, nicht nur meine. Natürlich diskutiere ich Familienintern und bin um Verständnis bemüht

    Der Aufruf mag wohlgemeint sein und soll kämpferische Frauen ermutigen.

    Ich denke: gemeinsam sind wir stark

    Gegenseitiges Vertrauen stärkt – nicht immer zum Opfer werden.

    Widerstand. Aufgeklärt sich seines Verstandes bedienen und „Beschützer“ ablehnen – aber bitte nicht in Zusammenhang mit dem Geschlecht setzen. Als Nächstes kommen dann die Sternzeichen?

    By the war: laut Meinungsumfragen lehnen 50% die geschlechtergerechte Sprache ab 25% sind indifferent und 25% befürworten sie.

    Das heißt 75% müssen mitmachen was 75% zuwider ist.

    Erziehung „nein danke“ = Haltungsjournalismus Pfui

    Darum findet kein Diskurs statt und wir werden mittels PR und manipulierter Masse überrollt.

    Solche Themen jetzt wirken lebensfern und kosten unnötige Energie

    Zusammenhalten, nicht spalten (mir ist die bürgerliche Hausfrau genauso lieb wie die gepiercte easweißich wenn sie neben mir für unsere Demokratie Eintritt)

  4. An dieser Stelle sage ich einmal danke für Ihre großartige Arbeit, und ganz besonders für diesen Beitrag! Corona fungiert als Brennglas, wir waren nie so frei /emanzipiert/als gleich bewertet wie es in der Theorie schien. Die Praxis hinkte immer hinten nach. Genau das ist ja auch das Wesen der großen alles bestimmenden Systeme: sie sind zu einem aufgeblasenen Kopf geworden, der keinen an den Boden der Tatsachen angebundenen Körper mehr hat. Theorie und Kopf sind alles- und genau erleben wir täglich im Umgang mit dieser Krise. Auch die viele feministische Arbeit, die getan wurde und wird, ist vorallem im Kopf zuhause. Freiheit, Demokratie, Gleichwertigkeit sind noch nicht im Körper und und den Zellen angekommen. Was nicht verkörpert und verinnerlicht ist, bleibt Hülse und rein äußere Form. Und die kann ein aufkommender Wind einfach wegblasen. Es braucht eine Absicht für Innenschau und Verkörperungsarbeit, wenn wir wirkliche Veränderung wollen.

  5. Der Feminismus dient vor allem dem Machtausbau des Staates. Den Männern ist nicht zu trauen, das weiß heute jede Frau, aber der Staat, der ist der weiße Ritter, der für ihre Rechte kämpft, der ihr eine gute gesellschaftliche Position verschafft, sie finanziell absichert, ihr den rosaroten Spiegel vorhält und ihr versichert, sie könne alles, was ein Mann könne, habe darüber hinaus aber noch die unschätzbar wertvollen genuin weiblichen Eigenschaften …

    Wer im Widerstand eine Frauenquote fordert, hat nicht verstanden, wie es überhaupt so weit hat kommen können.

  6. Gleichberechtigung ist immer nur eine Gleichberechtigung „nach unten“ gewesen. Nicht Frauen sollten auf das Niveau von Männern gehoben werden, sondern Männer auf das Niveau der schlechter gestellten Frauen herunter gedrückt. Das fing schon ganz einfach damit an, dass MAN (oder iA EMMA, Brigitte und Co) Frauen auf den Arbeitsmarkt drängte: „Du bist doch nichts Wert in Heim und am Herd! Mache lohnabhängige Arbeit. Mache Karriere. Dann bist Du auch als Frau etwas Wert!“

    Die völlig logische Folge: mehr Arbeitskräfteangebot – mehr Lohndruck nach unten.

    Der Kapitalismus lebt davon, dass sich die abhängig Beschäftigten gegenseitig herunterkonkurrieren.

    Ob da nun Osteuropäer zusätzlich auf die Arbeitsmärkte drängen (durch entsprechende Regulierungen), Migranten (durch gezielte Migrationsförderung wie etwa mittels Kriegen) – oder Frauen – der Effekt ist nach kapitalistischer Nachfrage-Angebot-Preis-Logik immer der gleiche: der Arbeitnehmer wird billiger da größeres Angebot den Preis senkt.

    „Feminismus“ ist gut und richtig. Aber nicht in der Form „Frauen gegen Männer“. Feministen, die die Klassen-Frage vergessen oder verdrängen sind willfährige Verfügungsmasse der meist männlichen Oberklasse und deren meist männliche Büttel (die Vorzeige-Frauen in den Chef-Etagen, meist mit mehr Unweiblichkeit ausgestattet als die niederkonkurrierten Männer, sind dennoch nichts als Vorzeige-Ausnahmen von der Regel).

    Es gibt nicht nur „Greenwashing“, es gibt schon lange genauso auch „Femwashing“.

    (By the way: wahrscheinlich, meiner Beobachtung nach, hat bei den Geiz eher die Melinda die Hosen an – auch wenn sie erst an zweiter Stelle genannt wird, -und wie es schon lange und schon immer in obersten „patriarchalischen Strukturen“ läuft und lief, genau da nämlich, wo Frauen selbstbewusst und schlau waren und sind. Madame de Pompadour lässt grüßen).

    Meine zwei Cent ….

  7. Auf so einen Beitrag freu ich mich immer. Danke für diese Sichtweise.

    Man(n) sieht, was man will (oder kann, in Zeiten von Propaganda sollte man da vorsichtig urteilen), aber das heisst auch, wenn man will, dann sieht (= findet) man auch!

    Vor kurzen wurde bei Bodo Schiffmann eine Postkarte gezeigt, auf der 10 „Querdenker“ aus der Geschichte abgebildet waren. Neun Männer. Die einzige Frau war eine bekannte Wissenschaftlerin. Diese Postkarte hätte auch vor 50, vor 100 Jahren entstehen können … ohne Einstein dann allerdings.

    Das würde anekdotisch den Beitrag unterstützen, ja, wir sind bei weitem nicht so weit, wie wir dachten, fühlten, wünschten.

    Mir wären auf Anhieb mehr als fünf Frauen eingefallen, und Marie Curie wäre nicht dabei gewesen, denn Wissenschaft verlangt ‚querdenken‘ als Grundvoraussetzung, setzt querdenken als wissenschaftliche Haltung voraus. (Es sei denn, man setzt ein gewolltes Ergebnis absolut, aber das ist nicht wirklich Wissenschaft.)

    Ich habe Milena Preradovic angeschrieben, ob sie nicht mehr Frauen interviewen könnte, habe ihr einige genannt. Antwort: sie habe es versucht und versuche es weiterhin, aber sie bekommt Absagen.

    Auch bei MWFGD habe ich mich gemeldet, nachdem ein Interview von Prof Dr. Reiss im Netz war … keine Antwort, und nur ein weiteres Video von Dr. Margaretha Griesz-Brisson (so weit ich weiss.)

    So ist es nicht verwunderlich, dass die Helden Namen haben und die Heldinnen anonym bleiben:

    – die Mutter, die das Weimarer Urteil erreicht hat!
    – die Mutter, die das Leipziger Urteil erwischt hat!
    – die Pflegerin im berliner Altenheim, die als ‚whistleblowerin‘ den Impftod ihrer Pfleglinge öffentlich gemacht hat!

    Ihr könnt die Liste bestimmt ergänzen. Und dass man die femistische (= gleichberechtigte) Sichtweise auf die Welt als Spaltung versteht und diffamiert, ist genau dieselbe Propaganda, die eine zweite Meinung neben dem Mainstream verbietet und zensiert.

  8. Klage, die (Substantiv, weiblich)

    Dieser Beitrag ist leider ein Vertreter des spalterischen Opfer- und Anspruchsfeminismus, der in der Linken bereits gewaltigen Schaden angerichtet hat. Männer, ungeachtet ihrer tatsächlichen gesellschaftlichen Macht und Klassenzugehörigkeit, kommen in diesem Narrativ nur als Täter und /oder Nutznießer eines fiktiven strukturellen Patriarchats vor, das sich zum Nachteil aller Frauen verschworen hat, aber nicht als Opfer oder selbst Ausgebeutete:

    „Es waren immer die Frauen, auf deren Körper sich die Herrschenden Zugriff verschafft haben.“ Schon einmal etwas von Wehrpflicht gehört? „Und es waren immer die Kinder, die gegen Frauen instrumentalisiert wurden“. Auf welche Weise? Werden Kinder z.B. bei Scheidungen nicht auch von Müttern gegen ihre Ex-Partner instrumentalisiert? Das ist alles minimal spezifisch, aber maximal anklagend.

    Tatsache ist, dass das bestehende System sowohl Männer als auch Frauen ausbeutet, aber auf teilweise unterschiedliche Weise. Durch einen Opfermarathon ist niemand – außer den Herrschenden – geholfen.

    Interessant an diesem Beitrag ist eine gewisse Janusköpfigkeit, welche sich auf zwei Weisen äußert: erstens durch das Sich-Berufen auf die von mir sehr geschätzte Sahra Wagenknecht, welche die im vorliegenden Beitrag manifeste Spielart des Feminismus nicht nur selbst nicht vertritt, sondern vielmehr dessen Vertretern in ihrem letzten Buch tüchtig den Kopf wäscht.

    Zweitens ist der Beitrag ein atypischer Vertreter des Opfer- und Anspruchsfeminismus. Während dieser zum Großteil im „progressiven Neoliberalismus“ (Nancy Fraser) angesiedelt und somit kleinbürgerlich und reaktionär ist, stellt die Autorin im vorliegenden Beitrag jedoch einige radikal emanzipatorische Fragen, z.B.

    „Möglicherweise ist sogar die ganze Demokratie nur ein Trugbild. Eine Inszenierung, eine Vorführung demokratischer und gleichstellerischer Rituale, die keine Substanz und keinen Bestand haben. “

    wirkt aber gleichzeitig durch ihre Spalterei einem solidarischen Widerstand durch den entmündigten Souverän entgegen.

    Fazit: von ein paar genuin radikalen Lichtblicken abgesehen, hätte dieser Beitrag durchaus im „Standard“ oder der „taz“ erschienen sein können, ganz im Unterschied zu den restlichen Beiträgen diese Blogs. Und wer diese Art von Feminismus schätzt, ist dort auch sicherlich besser aufgehoben als hier.

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