Klassischer Impfstoff des französischen Unternehmens Valneva in der klinischen Erprobung

Es gibt eine Reihe von unterschiedlichen Arten von Impfstoffen. Neben den gentechnischen Varianten wie die von BioNTech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca sind auch klassische Verfahren mit inaktivierten Viren und Werkverstärkern in Entwicklung. Einer davon kommt von der französischen Firma Valneva.

Valneva hat Mitte Dezember in Großbritannien mit klinischen Studien für seinen vielversprechenden Impfstoff begonnen, der in Livingston, West Lothian in Schottland, entwickelt wurde.

Der Impfstoffkandidat des Spezialimpfstoffherstellers Valneva wird zunächst an 150 britischen Freiwilligen in vier Testzentren des National Institute for Health Research (NIHR) in Birmingham, Bristol, Newcastle und Southampton getestet. Diese frühen Phase-1- und Phase-2-Studien werden zeigen, ob der Impfstoff eine sichere und wirksame Immunantwort gegen COVID-19 erzeugt.

Sollte sich diese frühe Studie als erfolgreich erweisen, sind für April 2021 größere klinische Studien geplant, bei denen mehr als 4.000 britische Freiwillige mit zwei Dosen des Impfstoffs in zwei Gruppen getestet werden: Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren und über 65-Jährige.

Die britische Regierung hat den Impfstoffkandidaten von Valneva bereits vorbestellt. Sollten sich die Studien als sicher und wirksam erweisen, könnten dem Vereinigten Königreich bis Ende 2021 60 Millionen Dosen zur Verfügung gestellt werden.

Dieser jüngste Meilenstein folgt auf eine Vorabinvestition in Höhe von mehreren Millionen Pfund, die im August von der britischen Regierung und Valneva für den Ausbau des Werks in Livingston angekündigt wurde. Damit werden mehr als 100 hochqualifizierte Arbeitsplätze für Techniker und Wissenschaftler am Standort in West Lothian geschaffen und gleichzeitig die schottische Produktionskapazität für Impfstoffe weiter ausgebaut.

Wenn sich Valnevas Impfstoffkandidat als erfolgreich erweist, wird diese permanente Anlage durch diese Investition potenziell die Kapazität haben, bis zu 250 Millionen Impfstoffdosen nach Großbritannien und international zu liefern.

Der Impfstoff von Valneva ist der fünfte, der in Großbritannien in die klinische Erprobung geht, neben Oxford/AstraZeneca, Imperial College London, Novavax und Janssen, deren Studien derzeit laufen.

Durch die Vaccines Taskforce der Regierung hat sich Großbritannien einen frühen Zugang zu 357 Millionen Dosen von 7 der vielversprechendsten Impfstoffkandidaten gesichert, darunter:

  • BioNTech/Pfizer – 40 Millionen Dosen
  • Oxford/Astra Zeneca – 100 Millionen Dosen
  • Moderna – 7 Mio. Dosen
  • Novavax – 60 Mio. Dosen
  • Janssen – 30 Mio. Dosen
  • GSK/Sanofi – 60 Mio. Dosen
  • Valneva – 60 Millionen Dosen, mit einer Option auf weitere 130 Millionen

Damit kann man jeden der 67 Millionen Briten – vom Säugling bis zum Greis – 5,4 mal impfen. Sind die Impfstoffe so schlecht, dass man jede Person 5 mal impfen muss?


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2 Kommentare zu „Klassischer Impfstoff des französischen Unternehmens Valneva in der klinischen Erprobung

  1. Ich möchte auf die https://de.m.wikipedia.org/wiki/Immunoseneszenz hinweisen.
    …Der altersbedingte Abbau des Immunsystems hat unmittelbare Auswirkungen und erklärt beispielsweise die erhöhte Anfälligkeit älterer Menschen für Infektionskrankheiten, Erkrankungen, die im Zusammenhang mit Entzündungsprozessen stehen (wie beispielsweise Alzheimer oder Herz-Kreislauferkrankungen) und Autoimmunerkrankungen. Damit verbunden sind sowohl ein beschleunigter Alterungsprozess[5][6] als auch eine erhöhte Sterblichkeit[7][8][9]…
    Dieser Umstand ist seit Jahrzehnten bekannt und führt mWn auch dazu, dass Impfungen für alte Menschen nur schlecht bis gar nicht mehr wirken.

  2. nunja, es wäre schon prinzipiell vorstellbar ein Impfverfahren entwickelt zu bekommen, daß auch im Falle deutlicher Immunoseneszenz den Geimpften vor größerem Schaden durch einen speziellen Erreger bewahrt, eine Zeit lang zumindest.

    Neben den zu schnell (und damit nicht sorgfältig genug) durchgeboxten Impfstudien ist u.a. der Aspekt eines nicht dauerhaften Infektionsschutzes ein Kritikpunkt an diversen Impfstoffen.
    Wobei ich hier bei tkp auch schon las, daß T-Zellen Reaktivität nach Impfung festgestellt worden sei (?).

    Die ökonomische Interessenlage von kommerziellen Impfstoffanbietern wird erstmal Richtung relativ kurzzeitiger Wirksamkeit gehen, etwa wie von Grippeimpfung bekannt. Zwecks „nachhaltigem“ Geschäftsplan 😀

    —————
    Prinzipiell erschiene es mir vernünftig erst herauszufinden welche Gründe es genau hat, wenn in seltenen Fällen Menschen unter zb 40 Jahren erkranken und versterben oder nachhaltig Schaden erleiden.

    Meine Prognose wäre, daß es da jeweils sehr konkrete Gründe gibt, die beim Immunsystem zu finden sein werden.
    Oder etwa bei Exposition in hoher Dosis im Zeitpunkt starker temporärer Beeinträchtigung der Immunantwortfähigkeit.

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