Stagflation in der EU: Brüssel schiebt alles auf den Krieg und verschweigt die eigene Zerstörungspolitik

19. Mai 2026von 3,3 Minuten Lesezeit

Die europäische Polit-Elite hat ein neues Lieblingswort entdeckt, um von ihrem eigenen jahrelangen Versagen abzulenken: den „Stagflations-Schock“. EU-Kommissar Valdis Dombrovskis führt den wirtschaftlichen Niedergang der EU – die gefährliche Mischung aus stagnierendem Wachstum und explodierenden Preisen – nun primär auf den Krieg gegen den Iran zurück.

Die EU-Kommission präsentiert ein externes Ereignis als unvorhersehbare Katastrophe, um die katastrophalen politischen Fehlentscheidungen der letzten Jahre zu kaschieren. Ölpreise über 110 Dollar pro Barrel, sinkendes Wachstum und gleichzeitig steigende Inflation – das klassische Stagflations-Szenario. Dombrovskis und die Kommission tun so, als wäre das alles erst gestern über Europa hereingebrochen. Die Krise war schon lange vor dem jüngsten Konflikt im Nahen Osten voll im Gange. Sanktionen gegen Russland, die gezielte Zerstörung der eigenen Energieversorgung, die grüne Fantasiewelt der Energiewende, überbordende Regulierung und eine Politik der industriellen Selbstentmannung haben Europa seit Jahren systematisch geschwächt.

Der Begriff Stagflation beschreibt eine Situation eines Währungsraumes, in der wirtschaftliche Stagnation und Inflation miteinander einhergehen. Dieses Phänomen wurde in den 1970er Jahren im Zuge der Ölkrise in fast allen westlichen Volkswirtschaften beobachtet. Und nun in der EU.

Wie Armstrong Economics analysiert, steckte Europa bereits tief in der Depression, lange bevor im Nahen Osten der erste Schuss fiel. Die industrielle Basis Deutschlands erodierte bereits, die Fertigung in ganz Europa schrumpfte, und die Energiepreise waren dank einer ideologisch getriebenen Sanktionspolitik gegen Russland längst explodiert. Statt günstiges russisches Gas und Öl zu nutzen, hat man sich selbst in die Abhängigkeit von teuren LNG-Importen und wind- und wetterabhängigen „Erneuerbaren“ getrieben. Die Folge: deindustrialisierte Volkswirtschaften, schrumpfende Produktion und eine immer höhere Abhängigkeit von importierter Energie.

Die Zerstörung der eigenen Energiesicherheit durch grüne Energiephantasien hat das Rückgrat der europäischen Industrie gebrochen. Wenn nun das Öl über die Marke von 110 US-Dollar pro Barrel steigt, ist das kein „Schock“, sondern die logische Konsequenz einer Politik, die den eigenen Wohlstand systematisch untergraben hat.

In der Schuldenfalle gefangen

Das Resultat ist die klassische Stagflation: Die Lebenshaltungskosten für Nahrung, Treibstoff und Wohnen enteilen den Löhnen, während die Wirtschaft stagniert. Doch im Gegensatz zu den 1970er Jahren stehen die Regierungen heute vor einer unlösbaren Aufgabe: Sie sitzen auf einem Berg von Rekordschulden.

Die Zinsen für G7-Staatsanleihen sind seit Kriegsbeginn massiv gestiegen – von ca. 3,2 % auf fast 4 % –, da der Markt nicht mehr an eine kurzfristige Inflationsdämpfung glaubt. Die Zentralbanken und Regierungen befinden sich in einer tödlichen Falle: Sie können die Zinsen nicht aggressiv anheben, ohne ihre eigenen Anleihemärkte in die Luft zu jagen. Eine Zinssenkung hingegen würde die Inflation weiter anheizen.

Kapitalkapitalflucht und Vertrauensverlust

Armstrongs Economic Confidence Model (ECM) zeigt seit Jahren, was wir jetzt erleben: einen massiven Vertrauensverlust. Kapital ist kein dummes Gut; es flieht dorthin, wo es noch Sicherheit findet – meist in Richtung USA. Europa durchläuft derzeit einen panischen Zyklus, getrieben von Kriegsrisiken, instabilen Staatsfinanzen und dem Verlust der industriellen Wettbewerbsfähigkeit.

Die Reaktion der Politik auf diesen Vertrauensverlust ist vorhersehbar und fatal:

  • Mehr Regulierung

  • Mehr Besteuerung

  • Noch mehr Schulden

Das ist der klassische Abwärtsstrudel, den wir aus der Geschichte – vom spätantiken Rom bis zum Zusammenbruch von Imperien wie dem britischen – zur Genüge kennen. Brüssel versucht uns einzureden, der Krieg sei die Ursache. In Wirklichkeit ist der Krieg nur der Brandbeschleuniger für ein System, das sich durch ideologische Verblendung und ökonomische Inkompetenz längst selbst entzündet hat.

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Bild: European People’s Party, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

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2 Kommentare

  1. Jan 19. Mai 2026 um 23:08 Uhr - Antworten

    „meist in Richtung USA“

    Das geht zu einem Teil auch auf das erratische Cowboytum Trumps zurück und ist als einer seiner Erfolge zu werten.

    Cruella hat die Zusammenhänge nie verstanden.

  2. cwsuisse 19. Mai 2026 um 14:03 Uhr - Antworten

    Die Aktionen in der EU gegen die Redefreiheit werden ganz wesentlich durch die Bemühungen der linkssozialistischen Politik bedingt, die geschichtlichen Zusammenhänge und die erheblichen Fehlleistungen der EU-Politik seit 2014, welche die De-Industrialisierung Europas eingeleitet haben, zu verschleiern.

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