
Trump schaltet MAGA-Rebell Thomas Massie aus
Bei einer Vorwahl in Kentucky konnte der Trump-Kandidat einen der lautesten innerparteilichen Kritikern, Thomas Massie, besiegen. Die Wahl steht auch für einen entscheidenden Richtungsstreit innerhalb der Republikaner.
Thomas Massie steht seit Jahren für einen radikalen isolationistischen Kurs innerhalb der Republikaner: striktes „America First“, kein Geld für Auslandshilfe, Ende aller US-Militärinterventionen, deutliche Distanz zur NATO – und vor allem ein kompletter Rückzug aus dem Nahen Osten inklusive scharfer Kritik an der US-Unterstützung für Israel. Damit hat sich der langjährige Abgeordnete aus Kentucky in der zweiten Amtszeit von Präsident Trump zum prominentesten innerparteilichen Kritiker entwickelt. Die erste große Schlacht hat er nun verloren.
Es war die teuerste republikanische Vorwahl um einen Sitz im Repräsentantenhaus aller Zeiten. Über 32 bis 35 Millionen Dollar flossen in das Duell zwischen dem ehemaligen Navy SEAL Ed Gallrein und dem amtierenden Abgeordneten Thomas Massie im 4. Kongresswahlbezirk Kentuckys. Präsident Trump hatte Gallrein persönlich unterstützt und Massie wiederholt scharf attackiert. Am Ende setzte sich Gallrein relativ klar durch.
Massie, der seit fast 15 Jahren im Kongress sitzt, hatte sich in den letzten Jahren zunehmend von der Trump-Linie entfernt. Er forderte gemeinsam mit Demokraten mehr Transparenz bei den Epstein-Akten, stimmte gegen weitere Militärhilfe für Israel, gegen den Iran-Krieg und vertrat eine außenpolitische Position, die deutlich isolationistischer ist als der aktuelle Kurs der Regierung Trump. Während Trump im Wahlkampf und in seiner Amtszeit eine sehr pro-israelische Politik fährt (u. a. starke militärische Unterstützung und harter Kurs gegen Iran), steht Massie für einen vollständigen Rückzug aus der Region.
Die Vorwahl wurde mit hohem Einsatz geführt. Pro-israelische Gruppen wie die Republican Jewish Coalition und verbundene Super PACs (politische AKtionskomiinvestierten massiv – allein über 16 Millionen Dollar flossen zugunsten Gallreins. Massie selbst sammelte ebenfalls Millionen, vor allem über Graswurzel-Spenden und Unterstützung von libertären Spendern wie dem Kentucky First PAC. Dennoch obsiegte der Trump-Kandidat.
Die Niederlage Massies reiht sich ein in eine Serie von Erfolgen, mit denen Trump innerparteiliche Widersacher aus dem Weg räumt. Erst kürzlich besiegten von ihm unterstützte Herausforderer in Indiana mehrere republikanische Amtsinhaber, die sich gegen eine von Trump gewünschte Neuabgrenzung der Wahlbezirke gestellt hatten.
Gallrein führte eine zurückhaltende Kampagne, mied Debatten und Presseauftritte und setzte vor allem auf die klare Botschaft: volle Loyalität zu Präsident Trump. Da der 4. Bezirk Kentuckys traditionell stark republikanisch ist, gilt Gallreins Einzug ins Repräsentantenhaus als sicher.
Trump hat diese Schlacht klar gewonnen. Sie zeigt jedoch auch die bestehenden Gräben innerhalb der MAGA-Bewegung. Ein isolationistischer Flügel – vor allem unter jüngeren Wählern und Teilen der Basis – ist zunehmend skeptisch gegenüber hohen Auslandshilfen und neuen militärischen Verstrickungen im Nahen Osten. Genau dieser Stimmungsumschwung wird auch in Israel wahrgenommen.
Dort diskutiert man seit Monaten offen darüber, die US-Militärhilfe langfristig auf null zu reduzieren. t Netanyahu hat wiederholt erklärt, Israel wolle innerhalb der nächsten zehn Jahre unabhängig von den jährlichen US-Zahlungen (derzeit rund 3,8 Milliarden Dollar, davon 3,3 Milliarden als direkte Militärfinanzierung, die in US-Kriegsgerät investiert werden müssen) werden. Netanyahu sieht darin einen Schritt zu mehr strategischer Souveränität – unabhängig davon, wie stark die isolationistischen Stimmen in den USA werden.
Massie hat die Vorwahl verloren. Ob der isolationistische Geist, den er verkörpert, damit dauerhaft eingedämmt ist oder ob ein „nächster Massie“ bereits in den Startlöchern steht, wird sich in den kommenden Midterms und bei den nächsten republikanischen Vorwahlen zeigen. Das ist könnte die entscheidende Schlacht zur Zukunft der Republikaner und des Trumpismus werden.
Massie war amS der seriöseste Abgeordnete unter den paar vernünftigen.
Ein weiteres Detail eines „Staates“, dessen Politik zu 100% käuflich ist. q.e.d.
Wer das noch mit Demokratie verwechselt, der tut mir echt leid.