Palantir übernimmt die Kontrolle über Amerikas Lebensmittelversorgung

27. April 2026von 2,4 Minuten Lesezeit

Die Machtverschiebung in allen Lebensbereichen hin zu Big Tech geht weiter: Das US-Landwirtschaftsministerium hat seinen Vertrag mit Palantir abgeschlossen.

Die US-Lebensmittelversorgung ist freilich schon längst großteils in der Hand von Großkonzernen und Oligarchen. Gates und seine Stiftung sind der größte Eigentümer von Landwirtschaftsflächen in den USA. Auch in der EU kontrollieren die Konzerne unsere Nahrung. Nun drängt aber auch die militärische digitale Überwachungsfirma Palantir in das Geschäft. Palantir Technologies hat einen Vertrag mit dem US-Landwirtschaftsministerium (USDA) geschlossen.

Der Vertrag hat zwar nur ein Volumen von rund 300 Millionen Dollar und soll Teil eines größeren Plans sein, der bis 2028 laufen soll. Kritiker sehen, dass das Unternehmen die zentrale Kontrolle über die Daten der gesamten US-Lebensmittelversorgung übernimmt. Der Deal wird als „technokratische Übernahme der Nahrung“ bezeichnet – ein Schritt, der weit über bloße Digitalisierung hinausgeht.

Palantir, ein enger Partner des Pentagons, erhält nun Zugriff auf sensible Agrardaten. Das USDA konsolidiert seit Längerem alle analogen und verstreuten Systeme in einem einzigen „ontologischen Datenrahmen“ namens „One Farmer, One File“. Jeder Landwirt bekommt eine zentrale digitale Akte: Flächen, Anbau, Subventionen, Ernteerträge, sogar verhinderte Aussaat wegen Wetter – alles an einem Ort, zugänglich über login.gov. Offiziell soll das den Bauern den Papierkram erleichtern. Dass dies nun Palantir verwalten soll, wird sicherheitspolitisch begründet:

Angesichts dessen sei die Landwirtschaft „kritische Infrastruktur der nationalen Sicherheit“. Palantir werde für „Ihre Sicherheit“ gebraucht. Gleichzeitig hat der ehemalige CTO von Palantir den Vorsitz bei Ginkgo Bioworks übernommen – einem Unternehmen, das gentechnisch veränderte Mikroben entwickelt, die Böden „melden“ sollen. Diese Mikroben sollen Feuchtigkeit, Krankheitserreger und Ausbrüche über Signale an Satelliten übertragen. Projekte von DARPA und ARPA-H wie „Bio Shield“ und smarte Bewässerung laufen bereits. Der natürliche Boden, dessen komplexes „Web of Life“ die Biologin Elaine Ingham seit Jahrzehnten beschreibt, werde systematisch durch künstliche Systeme ersetzt.

Hier gibt es übrigens auch eine Verbindung zu Bill Gates. Als größter privater Besitzer von Ackerland – über seine Investmentfirma Cascade Investment kontrolliert er rund 110.000 Hektar fruchtbares Land in 18 Bundesstaaten – und er investierte persönlich in Ginkgo Bioworks – genau jenes Synthetik-Bio-Unternehmen, in dem nun der ehemalige Palantir-CTO sitzt – sowie in ähnliche Projekte wie Pivot Bio, die stickstofffixierenden Mikroben entwickeln. Die Stiftung fördert damit ein hochtechnisiertes, datengesteuertes Modell der Landwirtschaft, das perfekt zur Palantir-Plattform passt.

Mit Palantirs System entsteht eine Echtzeit-Übersicht über die gesamte US-Landwirtschaft. In Kombination mit intelligenten Traktoren von John Deere und Sensoren im Boden entsteht totale Kontrolle. Man erinnere an Henry Kissinger: „Wer das Essen kontrolliert, kontrolliert die Menschen.“ Und so wird weiter eifrig an einer noch stärker zentralisierten Lebensmittelversorgung gearbeitet.


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7 Kommentare

  1. Gabriele 27. April 2026 um 20:23 Uhr - Antworten

    Na dann…gute Nacht. Aber in China existieren ja bereits ähnliche Systeme, die jedes Blümchen checken und jede Wurzel im Boden scannen. Nur vermute ich, dass China – da es die eigene Bevölkerung nicht umbringen will – damit wesentlich anders umgehen wird als der „Wertewesten“, wo ein Mensch, geschweige denn ein Tier oder eine Pflanze nichts mehr wert sind – bloß noch nutzbares „Material“.
    Wir sind insgesamt auf dem „guten“ Weg in die Hölle.

  2. Glass Steagall Act 27. April 2026 um 13:26 Uhr - Antworten

    Es ist immer dasselbe Muster! Die überflüssigen Tech-Giganten mischen sich in jeden Lebensbereich der Menschen ein und wollen alles kontrollieren, übernehmen und sich aneignen. Niemand braucht sie wirklich, aber sie wollen sich alle mit Hilfe der gekauften Politik mit aller Macht sich überall einmischen und unentbehrlich machen! Vor allem in Bereichen, wo sie nichts zu suchen haben und in Bereichen, die ohne sie schon tausende von Jahren funktionieren! Ausschließlich die Gier und der Wahnsinn treibt sie an!

    • audiatur et altera pars 27. April 2026 um 16:44 Uhr - Antworten

      Das hat mE mehr (nicht nur) mit Unwissen zu tun als mit Korruption. Das Komische daran ist, dass die Kontrolle meist völlig überflüssig bleibt und für die gepamperten Staatskontrakteure risikolose Renten generiert – und es zudem mehr Bullshit-Jobs auf Staatseben gibt, die den Schwachsinn dann „exekutieren“. In der Praxis eine Farce sondergleichen. Aber so läuft’s eben im sogenannten „Supermarkt“. Der keiner ist und nie einer war, aber von ebenso gepamperten Propagandisten (sehr selten mit Tim und Struppi-Smile, sondern mit tiefernster Miene ;-) als solcher verkauft wird.

      • Glass Steagall Act 28. April 2026 um 12:05 Uhr

        Irgendwie verstehe ich nicht wirklich, was Sie sagen wollen.
        „Supermarkt. Tim und Struppi? Unwissen?“
        Ich sprach von der modernen Art der Konzerne, die sich in funktionierende Lebensbereiche einmischen, nur um daran Geld zu verdienen. Wie zum Beispiel Nestle, die in Afrika Wasserquellen kaufen, um dann der Bevölkerung das Wasser zu verkaufen, welches vorher immer gratis war.

  3. Jan 27. April 2026 um 12:25 Uhr - Antworten

    Natürlich jubeln die Bratwurst- und Epsteinfans nun, dass ihr Gott auch die Landwirtschaft revolutioniert. Da kannst nichts machen!

    • Pusteblume 27. April 2026 um 14:14 Uhr - Antworten

      Da kann man was dagegen machen: die korrupten Beamten aus dem Landwirtschaftsministerium der USA in die Wüste (ohne Rückkommerkarte) verjagen.

  4. audiatur et altera pars 27. April 2026 um 12:16 Uhr - Antworten

    Umfängliche digitale Flächenerfassung jeden Quadratzentimeters landwirtschaftlicher Flächen gibt’s in der EU schon seit einer halben Ewigkeit. Ganz vorne dabei: Oracle (Ex-CIA, heute im Eigentum Larry Ellisons)

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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