
Der letzte Flug des Jung-Adlers – tödlich verletzt vom Windrad
Ein zwei Jahre alter Seeadler wurde im Windpark Wanderup nahe dem Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer von einem Windrad verletzt aufgefunden. Der Tierarzt konnte ihn nicht mehr retten und musste ihn einschläfern.
TKP hat mehrfach berichtet wie gefährlich die Windparks für Vögel, Fledermäuse und Insekten sind. Sie werden massenweise getötet, in der Regel anonym und ohne etwas davon zu erfahren. Gelegentlich werden tote Tiere in Feldern, Wiesen oder im Wald gefunden. Aber dieser Adler war bekannt, er war beringt. Diesmal traf es einen jungen Seeadler, der gerade einmal zwei Jahre alt war. Der Fotograf Mike Mohr hat am 9. März 2026 das majestätische Tier noch lebend im Katinger Watt fotografiert (Bild oben) – wenige Wochen später lag derselbe Adler schwer verletzt unter einer Windkraftanlage bei Wanderup im Kreis Schleswig-Flensburg. Ein Tierarzt konnte dem Vogel nicht mehr helfen und musste ihn von seinem Leid erlösen.
Der Facebook-Post von Mike Mohr Photography ist hier nachzulesen. Hier ist der vollständige Text des Posts:
„Flieg ein letztes Mal…
Heute Mittag erreichte mich die traurige Nachricht, dass der Seeadler W 603-Nr.123169, den ich am 09.03.2026 noch im Katinger Watt fotografieren konnte, nicht mehr lebt.
Am 29.03.2026 wurde der junge Adler schwer verletzt unter einer Windkraftanlage bei Wanderup (Kreis Schleswig-Flensburg) gefunden. Ein Tierarzt im Kreis Nordfriesland konnte dem Tier leider nicht mehr helfen und musste es von seinem Leiden erlösen.
Der Adler wurde keine zwei Jahre alt. Geschlüpft ist er im April 2024 in Frörup und wurde am 21.05.2024 von der Projektgruppe Seeadlerschutz beringt.
Ein kurzer Flug durch diese Welt – und doch hinterlässt er Spuren.
Ich hoffe, ihr lasst diesen jungen Adler noch einmal um die Welt fliegen
— traurig hier: Katinger Watt.
Das ist kein Einzelfall. Es ist die Realität der „grünen Energiewende“. Die gleichen Politiker und Umweltverbände, die Windräder als „Rettung des Planeten“ feiern, verschweigen systematisch, wie viele Vögel und Fledermäuse diese Anlagen töten.
Der Windpark Wanderup (bzw. Wanderup West) liegt direkt in der Region. Er umfasst mehrere Anlagen (u. a. Enercon- und Senvion-Typen mit Leistungen von 2–3,2 MW) und ist seit Jahren in Betrieb. Die genaue Lage des Parks bei Wanderup (Koordinaten ca. 54.678°N, 9.284°E) ist auf der Windturbine-Karte dokumentiert und hier beschrieben.
Bilder des Windparks und der umliegenden Landschaft zeigen die typische norddeutsche Marsch – genau dort, wo Seeadler jagen.
Das Katinger Watt selbst liegt im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer (UNESCO-Weltnaturerbe) und ist als Naturschutz- und Vogelschutzgebiet weitgehend frei von Windkraftanlagen. Die nächsten Onshore-Windparks befinden sich auf der Halbinsel Eiderstedt und im Umland von Tönning/Husum – typischerweise 3 bis 10 km landeinwärts auf der Marsch und Geest.
Rund um das Vogelschutzgebiet im Katinger Watt liegen zum Beispiel die nächsten Onshore-Anlagen auf Eiderstedt bei Tönning in etwa 3–6 km landeinwärts, Windparks bei Husum etwa 10–15 km nordöstlich, Offshore-Windparks in der Deutschen Bucht (z. B. EnBW Hohe See etc.) ab ca. 15–30 km vor der Küste. Der Windpark Wanderup ist etwa 50 km landeinwärts gelegen.
Vögel haben keine Chance gegen die enormen Geschwindigkeiten der Windräder
Die Geschwindigkeit der Windräder wird fast immer enorm unterschätzt. Einiges über die Physik ist in diesem TKP-Artikel zu finden, auch darüber wie Infraschall erzeugt wird.
Bei 15 Umdrehungen pro Minute erreicht die Rotorspitze bei einem Durchmesser des Rotorkreises von 175 Meter (U = d*pi = 550 m v = 550 / 4 [sec pro Umrehung] = 137 m/s = 495 km/h) eine Geschwindigkeit von immerhin 495 km/h.
In Wanderup sind kleinere Anlagen in Verwendung mit 2–3,2 MW. Das wäre etwa die Enercon E-115 EP2 3.200 mit 115,7 Meter Rotordurchmesser, 3 Blättern, einer Rotorfläche von 10.515,5 m² und einer maximalen Drehzahl von 12,8 U/min. Auch damit kommen die Rotorspitzen noch auf 77,5 m/s oder 279 km/h. Kleinere Anlagen erreichen diese Drehzahlen schon bei moderatem Wind.
Vögel, Fledermäuse und Insekten haben selbst bei einem Drittel der Geschwindigkeit keine Chance. Das liegt daran, dass weder Mensch noch Tier jemals auf die Abschätzung der Geschwindigkeit von Kreisbewegungen trainiert wurden. Der Adler jagt Mäuse, Fische und ähnliches Getier tief unter sich. Er muss Höhen exakt abschätzen können. Für Menschen, Hunde oder Löwen ist dagegen die horizontale Distanz wichtiger und wird genauer gesehen.
Über die Tötung von Vögeln, Fledermäusen und Insekten in Studien
TKP hat das Problem schon mehrfach dokumentiert. Im September 2025 erschien der Beitrag „Windräder gefährden und töten große Zahlen von Fledermäusen und Vögeln“ – mit Zahlen, die selbst Grüne nicht wegdiskutieren können: Im Mai 2026 folgte „Der Tod der Gänsegeier“ – ein Bericht über die massiven Verluste bei Greifvögeln in Spanien und anderswo durch Windkraft: Seeadler, Gänsegeier, Rotmilane, Fledermäuse – sie alle werden von den rotierenden Riesen regelrecht zerhackt.
Vögel sehen die sich drehenden Flügel gar nicht oder zumindest zu spät oder werden durch die Druckunterschiede getötet. Offizielle Schätzungen sprechen von mehreren hunderttausend getöteten Vögeln und über einer Million Fledermäusen allein in Deutschland pro Jahr – und das sind nur die gefundenen Kadaver. Die Dunkelziffer liegt deutlich höher.
Dazu kommt, dass der Infraschall bebrütete Eier von Hühnern und Vögeln zerstören kann.
Während man im Katinger Watt (UNESCO-Weltnaturerbe) jede menschliche Störung verhindert, dürfen wenige Kilometer entfernt Windräder drehen, die genau die Tiere töten, die dort eigentlich geschützt werden sollen.
Das ist die Folge der „Energiewende“: Unter dem Deckmantel des Klimaschutzes wird die heimische Natur zerstört. Die gleichen Grünen, die früher gegen Atomkraft und für den Artenschutz demonstriert haben, opfern jetzt seltene Greifvögel auf dem Altar der Subventionsindustrie.
Der junge Seeadler W 603 ist nur ein Symbol. Er steht für Tausende Vögel, die jedes Jahr von den Technikmonstern der „grünen Zukunft“ zermalmt werden. Solange Politik und Medien dieses Massensterben weiter ignorieren oder schönreden, bleibt die Energiewende nicht nur teuer und unzuverlässig – sie ist vor allem ein ökologisches Desaster.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
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Die Physik des lautlosen Schreckens: Infraschall bei Windkraftanlagen
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