Auswirkung des Iran Krieges auf Produktion von Nahrungsmitteln – Gefahr einer Hungersnot?

17. März 2026von 5,4 Minuten Lesezeit

Die Berichterstattung über den Iran-Krieg konzentriert sich auf die militärischen Entwicklungen. Zu kurz kommen die ökonomischen Folgen und vor allem die Auswirkungen auf die Nahrungsmittel-Sicherheit. Den wirtschaftlichen Folgen und der Frage, ob es zu Hungersnöten kommen kann und in deren Gefolge zu Unruhen und Revolutionen gehen der Marktanalyst Alex Krainer und der Politikwissenschaftler Professor Glen Diesen in einem Interview nach.

Im Mittelpunkt des Interviews stehen die vielfältigen wirtschaftlichen Folgen und systemischen Schwachstellen, die durch den aktuellen Krieg in Westasien offenbart werden, was auf einen tiefgreifenden Wandel weg von der bestehenden, vom Westen dominierten globalen Struktur hindeutet. Der Krieg führt zu beispiellosen Störungen auf den globalen Öl- und Erdgasmärkten, wobei Erdgas für die Düngemittelproduktion und damit für die Nahrungsmittelversorgung von entscheidender Bedeutung ist.

Bestehende Probleme wie der Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion in den westlichen Ländern (aufgrund von Netto-Null-Maßnahmen) und ein spürbarer Rückgang der Lebensmittelqualität und -vielfalt (z. B. in Frankreich bereits sichtbar) verschärfen die Situation.

Der Abbau von Redundanzen in der Nahrungsmittelproduktion, insbesondere die Zerstörung kleiner landwirtschaftlicher Betriebe zugunsten großflächiger Betriebe und Agrarkonzerne, macht die Nahrungsmittelversorgungsketten äußerst anfällig für steigende Energie- und Düngemittelkosten.

Krainer warnt vor einer möglichen Rückkehr zur Hungersnot, einem Szenario, mit dem sich die politischen Entscheidungsträger seiner Meinung nach nicht ausreichend auseinandersetzen.

Allgemeine systemische Schwachstellen des Westens

Jahrzehntelange neoliberale Wirtschaftspolitik hat zu umfangreicher Auslagerung geführt und kritische Abhängigkeiten geschaffen (z. B. bei Medikamenten, Mineralien und militärischen Komponenten, die von China abhängig sind). „Just-in-time“-Logistik und eine Gesellschaft, die von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck lebt, bedeuten, dass dem System die Widerstandsfähigkeit fehlt, um Schocks abzufedern, im Gegensatz zu früheren Generationen mit strategischer Autonomie.

Krainer argumentiert, dass es einen erheblichen Konflikt zwischen den herrschenden Eliten und der breiten Bevölkerung gibt. Er vermutet, dass historische Muster der Vermögensabschöpfung die Eliten dazu veranlassen, durch inszenierte Kriege „Menschen loszuwerden“.

Er geht auch auf kontroverse Themen ein und weist auf andere gezielte Methoden zur Bevölkerungsreduktion hin, wie etwa „Medizinische Sterbehilfe“ (MAID), die in Kanada zu einer der häufigsten Todesursachen geworden ist und in Europa eingeführt wird, die Vergiftung von Lebensmitteln, die zu einer Zunahme chronischer Krankheiten und Krebserkrankungen führt, sowie einen langfristigen Rückgang der Impfstoffsicherheit. Er charakterisiert diese als gezielte Maßnahmen zur Bevölkerungskontrolle.

Einschränkungen von Meinungs- und Pressefreiheit

Der Iran-Krieg hat den Fokus der Berichterstattung ausschließlich auf den Nahen Osten gelenkt, was dazu geführt hat, dass viele Menschen im Westen den Überblick darüber verloren haben, was ihre Regierungen in ihren eigenen Ländern tun. Das sollte sich ändern.

In den vergangenen zwei Wochen haben die Vereinigten Staaten, Europa, Kanada, Australien und andere Länder auf sehr ungewöhnliche Weise gegen ihre Bevölkerung vorgegangen. Das ist keine Überraschung; Länder, die sich im Krieg befinden, werden immer autoritärer. Aber das macht es nicht in Ordnung.

Nehmen wir die EU als Beispiel. Es gibt derzeit gezielte Bemühungen, den Konflikt im Iran zu nutzen, um den EU-Bürgern ihr Recht auf freie Meinungsäußerung zu entziehen. Wir sollten alle wachsam dagegen sein.

Störungen auf dem Energiemarkt

Der Krieg hat massive Störungen sowohl auf dem Öl- als auch auf dem Erdgasmarkt verursacht. Ein großer Teil der LNG-Tanker sitzt im Golf fest, und Erdgas ist ein entscheidender Rohstoff für Stickstoffdünger.

Prognosen des militärischen Nachrichtendienstes aus dem Jahr 2012 deuteten auf eine bevorstehende Phase der Ölknappheit mit extremen Folgen hin, wobei das britische Verteidigungsministerium voraussagte, dass die Ölpreise bis 2040 500 Dollar pro Barrel erreichen könnten. Auch JP Morgan hatte vorausgesagt, dass die Ölpreise 380 Dollar pro Barrel erreichen könnten. Der aktuelle Ölpreis ist bereits innerhalb kurzer Zeit deutlich gestiegen, und dies könnte erst der Anfang einer größeren Preisentwicklung sein, die sich über Monate oder Jahre erstreckt.

Lebensmittelproduktion und Preise

Ein Rückgang der Lebensmittelproduktion in den westlichen Ländern aufgrund von „Netto-Null“-Maßnahmen ist bereits zu beobachten, was sich auf die Vielfalt und Qualität der verfügbaren Produkte auswirkt. Supermärkte verzeichnen Engpässe bei Artikeln wie Eiern und eine geringere Verfügbarkeit von Fleisch.

Die Unterbrechung der Erdgasversorgung wirkt sich direkt auf die Düngemittelproduktion aus, die für die Lebensmittelproduktion unerlässlich ist. Der Krieg könnte also zu einem Schneeballeffekt führen, der die Lebensmittelpreise weiter belastet und möglicherweise sozioökonomische Instabilität verursacht.

Der Ruin kleiner Landwirte und die Abhängigkeit von großen Agrarkonzernen, die anfällig für steigende Energie- und Düngemittelkosten sind, könnte zu einer erheblichen Lebensmittelkrise führen könnten.

Weiterreichende wirtschaftliche Auswirkungen

Der Krieg wirkt sich auf eine hochintegrierte Weltwirtschaft aus, und der Wegfall von Energie aus dem Markt hat weitreichende Folgen.

Der Mangel an Redundanz im System bedeutet, dass ein Ausfall großer Agrarkonzerne zu einem Zusammenbruch führen könnte, da es keine kleineren Betriebe gibt, auf die man zurückgreifen könnte.

Der Verlust von Redundanz in den Lieferketten und das „Just-in-time“-Logistikmodell machen die Weltwirtschaft insgesamt weniger widerstandsfähig gegenüber Schocks.

In der Landwirtschaft wirkt vor allem der Verlust von Kleinbauern negativ. Die schrittweise Verdrängung von Kleinbauern bedeutet, dass das Nahrungsmittelsystem weniger Redundanz aufweist. In der Vergangenheit hätten Familienbetriebe Störungen in der Großproduktion ausgleichen können, doch dieses Sicherheitsnetz ist weitgehend verschwunden.

Die kumulative Wirkung dieser Faktoren weckt Befürchtungen hinsichtlich einer möglichen Nahrungsmittelkrise und sogar einer Hungersnot – eine Situation, wie sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr aufgetreten ist.

Politische Entscheidungsträger und Regierungen nehmen das Potenzial einer Nahrungsmittelkrise nicht ernst und konzentrieren sich weiterhin auf andere Themen, vor allem auf den Erhalt der eigenen Macht und die Politiker in der EU noch auf den Ukraine Krieg.

Krainer hat auch Ratschläge für Einzelpersonen: Er empfiehlt, dass Einzelpersonen die Dinge selbst in die Hand nehmen, indem sie ihre eigenen Lebensmittel anbauen und Vorräte an haltbaren Lebensmitteln anlegen.

Hier das Video:


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5 Kommentare

  1. Glass Steagall Act 17. März 2026 um 12:10 Uhr - Antworten

    Der Krieg im Iran, die Verteuerung und Verknappung der Energieträger, der Krieg in der Ukraine, die Agenda 2030, der Green Deal, der Great Reset, der Covid Lockdown, die Sanktionen gegen Russland, die Sprengung von Nordstream und auch Venezuela und Grönland.
    Wir sollten alles unter dem großen Ganzen sehen und uns mal fragen, haben diese Ereignisse nicht doch alle miteinander zu tun und sie sie nicht doch ein langfristiger Plan zum Umbau in eine neue Weltordnung? Ich meine, es wird immer klarer, wenn man alle diese Ereignisse miteinander verknüpft!

    • Vortex 18. März 2026 um 3:20 Uhr - Antworten

      Hinzu kommt, dass nicht alle «Nahrungsmittel» (tinyurl.com/mr42er3d) zu empfehlen sind …

  2. VerarmterAdel 17. März 2026 um 10:52 Uhr - Antworten

    „Gefahr einer Hungersnot“ Das dürfte eines der Ziele der Psychopatheelite sein, die die Operation Iran gestartet haben. Denn wenn alle so richtig am Rasch sind, haben die ferngesteuerten Berufsschwerstverbrecher in den Parlamenten Möglichkeiten durchzusetzen, was sie wollen.

    „Wenn die Krise größer wird, werden die Fähigkeiten, Veränderungen durchzusetzen, größer.“
    — Wolfgang Schäuble am 18.11.2012 während eines Kongresses der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“

  3. Jan 17. März 2026 um 10:16 Uhr - Antworten

    Es kommen offenbar auch direkt Vorprodukte wie Ammoniak durch die Straße von Hormus. In Europa dürften die meisten Bauern die Düngemittel für die nächste Phase bereits auf Lager haben. Hungersnöte drohen, wenn die Sperre länger andauert, also über den Sommer hinaus und dann zuerst für Länder, die stark auf Importe angewiesen sind, vor allem in Asien (Bangladesh, Indonesien, Vietnam, Kambodscha, Indien, Australien, Japan, Korea), in Afrika (Sudan, Kongo) und in Lateinamerika (Gustemala, Cuba, Karibik). Darüber hinaus ist die Verteillogistik betroffen.

    Wir laufen auf einen Mangel an Diesel zu, die EU importiert 40% ihres Diesels aus Nahost und hier sind Vorräte schwierig. Diesel ist Grundlage für Traktoren und Harvester, an denen in Österreich 21% Biomasse hängen.

    Das größte Problem dürfte sein, dass sie SPÖ noch immer grübelt, ob Babler ein Genie ist, und die ÖVP 5x am Tag gen Brüssel betet. Wenn ab Juni Hilfen, Lageraufstockungen, Flüchtlinge, sozialer Dialog und AMS-Hilfen und Umschulungen stehen sollen, müssen die jetzt anfangen zu arbeiten. Ob denen das klar ist?

    Gelder für die Ukraine und für Starshield werden nicht mehr zu halten sein. Auch sind Demütigungen der Bevölkerung unangebracht.

    Merz und Leyen werden nicht mehr zu halten sein, wenn die Krise bis Sommer anhält, alle Dieselfahrzeuge samt Bau stehen, die Warenverfügbarkeit um 30% sinkt und das Supermarktmodell am Ende ist.

    Im Übrigen wurde das Risiko eines Endes der industriellen Moderne im März 2027 auf 30% angehoben. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Konflikt bis Sommer anhält, liegt bei 70%.

    Es wäre wichtig, der heimischen Politik freundlich Beine zu machen!

  4. triple-delta 17. März 2026 um 8:52 Uhr - Antworten

    „Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen“ „Kommunistisches Manifest“ (1848) von Karl Marx und Friedrich Engels.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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