Posten von Raketen: Katar verhaftet 313 Personen

13. März 2026von 1,7 Minuten Lesezeit

Das Innenministerium Katars hat die Festnahme von 313 Personen bekanntgegeben. Sie werden beschuldigt, Videos des iranischen Raketenangriffs gefilmt und geteilt sowie Desinformation über den Konflikt verbreitet zu haben.

Die strikte Zensurwelle im Zusammenhang mit der aktuellen Eskalation im Nahen Osten hat 313 Personen in Katar – darunter zahlreiche Ausländer – zumindest vorübergehend ins Gefängnis gebracht. Das Innenministerium in Doha bestätigte die Festnahmen. Neben der Verbreitung von Videos des iranischen Raketenangriffs werden einige der Betroffenen auch beschuldigt, „irreführende Informationen“ und Gerüchte verbreitet zu haben.

Der Angriff ereignete sich am vergangenen Samstag. Iran feuerte nach Angaben des katarischen Verteidigungsministeriums ballistische Raketen und Marschflugkörper ab – insgesamt bis zu 17 Geschosse und Drohnen. Laut Katar wurden die meisten abgefangen, zwei landeten in unbewohnten Gebieten und zwei im Hoheitsgewässer. Opfer gab es nicht. Das Ministerium veröffentlichte auch eigene Aufnahmen der erfolgreichen Abwehr.

Die Regierung forderte die Bevölkerung auf, keine eigenen Videos zu filmen oder zu teilen und sich ausschließlich auf offizielle Quellen zu verlassen. Wer „Gerüchte“ verbreite, die Panik oder Unruhe schüren könnten, müsse mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Nun wurde diese Welle der „Konsequenzen“ exekutiert

.Das Vorgehen Katars reiht sich in eine Welle ähnlicher Maßnahmen in der Golfregion ein. In Bahrain, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien wurden ebenfalls Personen verhaftet oder gewarnt, keine Bilder von Schäden oder Angriffen zu veröffentlichen. Aus dem Iran gibt es ohnehin kaum Videos, da das Internet dort seit fast zwei Wochen weitgehend abgeschaltet ist. Auch in Israel haben die Behörden neue Zensurrichtlinien verkündet.

Es ist ein Krieg der wenigen authentischen Bilder, während KI-generierte Videos und Falschinformationen das Netz fluten. Die Kriegsparteien versuchen, die Deutungshoheit zu behalten. Nationale Sicherheit verdrängt hier die Informationsfreiheit. Wer locker postet, landet im Nahen Osten derzeit schneller im Gefängnis als in Europa.

Bild „A7-AEM Qatar Airways Airbus A330-302 coming in from Doha Katar (OTHH) @ Frankfurt (EDDF) / 19.06.2016“ by oliver.holzbauer is licensed under CC BY-SA 2.0.

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8 Kommentare

  1. Andreas_Sch. 14. März 2026 um 8:11 Uhr - Antworten

    Wer kann beim Schxißebauen schon Transparenz gebrauchen? Wenn Egon einen Plan hat rennt er auch nicht in der Nachbarschaft herum und erzählt jedem davon … Und wenn es darum geht, auf effizienteste Art so viele Menschen abzumurksen, wie nur irgend möglich – das bedeutet Krieg nämlich wirklich, abseits der ganzen Politrhetorik – dann möchte man Helden inszenieren und keine störende Wahrheit soll den Traum von „Ruhm & Ehre©“ stören.

  2. Patient Null 13. März 2026 um 22:50 Uhr - Antworten

    Die Influencer haben sich schon nicht mehr getraut irgendwas aufzunehmen.
    Leichte Delle im Paradies.

  3. Nurmalso 13. März 2026 um 20:57 Uhr - Antworten

    Für mich steht jetzt schon ganz überraschend fest. Kein Urlaub in Katar, Vereinigten Arabischen Emiraten,
    Bahrain, Kuwait und Saudi-Arabien. Auch Dubai kann mich mal und schon garnicht auswandern dort hin. Von so vielen US-Stützpunkten in diesen Ländern war mir bisher nichts bekannt. Jetzt wo ich es weiss und Amerika von den US-Stützpunkten aus Angriffskriege startet, sind diese Länder absolut nicht sicher bis diese US-Stützpunkte abziehen. Ami go home !!!!!!!!!
    Für mich kommt nur noch Iran als Urlaubsland in Frage. أهلين إيران , Ahleen Iran , Willkommen in Iran

  4. Lutz Herzer 13. März 2026 um 18:15 Uhr - Antworten

    Die Maßnahmen der Golfstaaten sind absolut nachvollziehbar. Die Regierungen möchten vermeiden, dass ihre Bevölkerungen von wem auch immer (z.B. Agenten im Auftrag der USA und Israel) gegen den Iran aufgehetzt werden. Da würde es nichts bringen, nur Fake-Videos zu verbieten.

    In Israel hat die Zensur einen anderen Hintergrund. Die Bevölkerung soll nicht merken, dass sie mit falschen Schutzversprechen verraten und verkauft wird.

  5. therMOnukular 13. März 2026 um 16:49 Uhr - Antworten

    Ich würde das ganz anders angehen:
    ich würde zb als Saudi Arabien dem Iran sagen „von mir aus, zerstört alle US-Basen und Einrichtungen – wir wissen ja, dass ihr präzise treffen könnt, also nehmt gefälligst zuverlässiges Zeugs, damit hier keine Zivilisten getroffen werden (eben auch nicht durch die Luftabwehr selbst, weshalb man diese einstellt)“

    Und zu den Amis würde ich sagen „schützt euch selbst und zeigt uns, wie das mit eurem Scheißdreck geht…..und campiert auf euren Basen, aber versteckt euch nicht in unseren Hotels – ihr habt Ausgangssperre, solange ihr Krieg führt“

    Dann wär mir auch wurscht, wer was filmt oder behauptet. Deren (USA) Problem.

  6. 1150 13. März 2026 um 16:28 Uhr - Antworten

    angeblich bekommt man zur zeit in hotels von katar, dubai, etc. suiten mit vollpension für eine woche
    inkl. flug um € 200.- zum schnäppchenpreis

    • Varus 13. März 2026 um 17:28 Uhr - Antworten

      Ich habe mir zum Spaß Angebote auf Booking.com angeschaut – ganz so billig wurden die Hotels nicht. Die Flüge von DUS nach Doha wurden alle gestrichen.

      Möchten die Golfmonarchien weiter vor dem Epsteinokratie-Imperium kriechen? Ist dortiges Fußvolk nicht stark gegen USrael?

  7. Hello 13. März 2026 um 16:23 Uhr - Antworten

    „Wer locker postet, landet im Nahen Osten derzeit schneller im Gefängnis als in Europa.“

    Danke für den Lacher! Das sagt ja viel über Europa aus.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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