Deutschland rüstet mit Kamikaze-Drohnen auf

26. Februar 2026von 2 Minuten Lesezeit

Deutschland wird im großen Stil Kamikaze-Drohnen anschaffen. Der Haushaltsausschuss hat grünes Licht gegeben – man lernt aus dem Ukraine-Krieg.

Am Mittwoch, den 25. Februar 2026, gab der Haushaltsausschuss des Bundestags seine Zustimmung zur ersten großen Beschaffung von Kamikaze-Drohnen für die Bundeswehr. Drohnen haben den Krieg – angetrieben durch die Schlachten und die Stellungsfront im Ukraine-Krieg – grundlegend verändert: tödlicher und zugleich billiger.

In einer ersten Tranche werden rund 540 Millionen Euro freigegeben, um mehrere Tausend Drohnen der deutschen Hersteller Helsing (München) und Stark Defence (Berlin) zu beschaffen.

Die HX-2-Drohne von Helsing kostet etwa 44.000 Euro (vor Steuern), die Virtus von Stark Defence rund 80.000 Euro pro Stück. Beide Systeme sind mit KI zur Zielerkennung ausgestattet, erreichen Reichweiten von bis zu 100 km, Geschwindigkeiten von bis zu 220 km/h und tragen Sprengladungen von etwa 4 kg – ausreichend, um Panzer im Wert von mehreren Millionen Euro oder befestigte Positionen zu zerstören.

Das neu angeschaffte Kriegsgerät ist aber nicht primär für den Einsatz in Deutschland bestimmt. Die Bundeswehr plant, die in Litauen stationierte deutsche NATO-Brigade (45. Panzerbrigade) mit den Drohnen auszustatten. Langfristig sind dedizierte Drohnen-Batterien vorgesehen – die erste soll bereits 2027 einsatzbereit sein. Erste Lieferungen sind noch für Ende 2026 geplant.

Insgesamt hat das Programm ein Volumen von maximal 2 Milliarden Euro; ursprünglich waren sogar bis zu 4,4 Milliarden Euro veranschlagt. Pro Lieferant liegt die Obergrenze bei etwa 1 Milliarde Euro. Der Haushaltsausschuss hat zudem Auflagen und Berichtspflichten verhängt, um weitere Abrufungen parlamentarischer Kontrolle zu unterwerfen.

Deutschland lehnte Kampfdrohnen lange politisch ab und integriert nun diese Waffe massenhaft in seine Streitkräfte. Während in der EU gern von einer „Drohnenwand“ an der Grenze zu Russland gesprochen wird – gemeint ist ein neuer, hochgerüsteter Schutz – geht Deutschland voran und setzt auf verhältnismäßig sehr billige, autonome Systeme.

Helsing betreibt in Süddeutschland seine Produktionsstätte, die derzeit bis zu 450 HX-2 pro Monat fertigen kann und bei Bedarf auf über 2.500 skalierbar ist. Die Drohnen wurden bereits in der Ukraine erprobt und gelten als besonders kosteneffizient.

Bild „The Green Dragon Loitering Munition made by the Israeli company Israel Aerospace Industries (IAI). Photo taken during the 2018 Asian Defence and Security (ADAS) Trade Show at the World Trade Center in Pasay, Metro Manila.“ by rhk111 is licensed under CC BY-NC-SA 2.0.

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7 Kommentare

  1. Der Zivilist 27. Februar 2026 um 15:25 Uhr - Antworten

    Übrigens interessantes Foto: Den Flügel kann man offenbar um 90° drehen, für den Transport. und man kann ihn auch mit der Hinterkante nach vorne drehen, wie das Foto zeigt, Fehlbedienung eingebaut.

  2. Der Zivilist 27. Februar 2026 um 15:19 Uhr - Antworten

    Kaufen auf Pump und dann schnell an die Ukr verschenken, bevor der Kram hoffnungslos veraltet ist. Die Epsteinklasse dankt.

    Übrigens Helsing, mal deren website geschaut ? Totale Philantropen oder Demokratropen, Killer- Drohnen machen die nur so nebenher.

  3. Jan 26. Februar 2026 um 20:39 Uhr - Antworten

    Die KI hat kürzlich auf die Vorhaltung von mir „Da hast du dich aber elegant aus der Affäre gezogen!“ – sie hatte die Spannen etwas größer gemacht, um mir nicht opponieren zu müssen – geantwortet: „Vielen Dank für das Kompliment!“

    Ich glaube, die KI steht kurz davor, ein Ego zu entwickeln.

    Bringen wir sie auf unsere Seite!

    • ibido 26. Februar 2026 um 21:27 Uhr - Antworten

      :-))))))))

  4. graypants 26. Februar 2026 um 19:10 Uhr - Antworten

    Und die Ukrainer sind mehr als unzufrieden mit den Drohnen von Helsing… Aber was erwartet man sich von einem Software Betrieb der schnell mal auf Rüstung umgesattelt hat, auch.

    • therMOnukular 26. Februar 2026 um 21:22 Uhr - Antworten

      „…mehr als unzufrieden….“
      Ah eh, hat man sich denken können…. Hätte der teutonische Betrieb mal nicht die Ami-Version kopiert (von der man ebenso wenig hört, seit sie EW-gestört recht gern einfach vom Himmel fällt), sondern die der Russen, die seit dem 1. Tag und nunmehr 4 Jahren täglich auch das tut, was Westanbieter versprechen – und wogegen der Westen bis heute keine echte Abwehr gefunden hat.

      Es ist schon wirklich beachtlich, wie sehr sich die Geschichte reimt. Man hat bis heute nicht aus dem 2. WK gelernt, dass die Technik der Russen damals nicht „primitiv“ war, sondern exakt und sehr klug auf den Zweck ausgerichtet. Schon damals ist man über die vermeintliche technische Überlegenheit gestolpert, weil die in keinem großen Krieg lange aufrecht erhalten werden kann und auch keineswegs in ausreichender Quantität.
      Bis hin zur Fehlinterpretation russischer Militärtaktik macht der Westen heute jeden einzelnen Fehler von damals in derselben Weise. Echt faszinierend. Aber Hochmut kommt eben tatsächlich immer VOR dem Fall…;))

  5. therMOnukular 26. Februar 2026 um 14:10 Uhr - Antworten

    Aha, diese Drohnen wurden also bereits im Krieg „erprobt“…..wie leicht sich das heute bereits sagt und wie logisch einem die Antwort erscheint: „na dann“.

    Da bin ich mal beruhigt, dass ich trotzdem noch nie von dem Ding gehört habe, weder von der einen noch von der anderen Seite. Scheint’s als läge der Kern der „besonderen Kosteneffizienz“ darin, dass dieser nutzlose Schas weniger kostet als der andere nutzlose Schas.

    „Gelernt“ haben die NIX. GAR NIX.

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