Ist das Verbrennerverbot wirklich gekippt?

12. Dezember 2025von 2,5 Minuten Lesezeit

Der Druck der Opposition und auch der Industrie lässt die Politik der EU-Kommission auf den Boden der Realität aufschlagen. Das Verbrennerverbot ab 2035 wird gekippt, allerdings ist ein Jubel verfrüht.

Industrielle Realitäten und die Kraft der (deutschen) Automobillobby zeigen doch noch Wirkung: Die EU beginnt, dass Verbrennerverbot ab 2035, das man als großen klimapolitischen Erfolg verkauft hatte, zu kippen. Doch der Klimakurs ist damit nicht wirklich eingebremst.

Der neue Plan soll, „statt 100 Prozent eine 90-prozentige Reduktion des CO2-Ausstoßes für die Flottenziele der Automobilhersteller“ als verpflichtend vorsehen. Hinter dieser Überschrift können sich eine Menge Fallstricke verstecken. Details werden im Kleingedruckten der Verordnung zu finden sein.

Genaue Details will man nächste Woche präsentieren. Auch Italien und Polen haben sich gegen die EU-Pläne gestellt, die Kommission musste irgendwann einknicken.

CSU-Politiker Weber, der der EVP-Fraktion vorsitzt, lobte sich erneut – nachdem seine Fraktion das Verbot überhaupt durchgebracht hat: „Wir lösen damit unsere beiden wichtigsten Versprechen ein: Wir bleiben auf dem Weg der Klimaneutralität, aber wir sorgen für Technologie-Neutralität. Das ist ein wichtiges Signal an die gesamte Autobranche und sichert Zigtausende Industriearbeitsplätze.“

Aber es könnte eine reine politische Finte sein. Aus dem EU-Parlament warnt etwa die FPÖ. Man schreibt in einer Aussendung:

Das Kernproblem liege in der Messung der Emissionen. Biokraftstoffe und E-Fuels erzeugen Emissionen nicht nur im Betrieb, sondern auch im Produktionsprozess selbst. In der EU-Richtlinie RED III, welche diese Kraftstoffe reguliert, werden diese Lebenszyklus-Emissionen bereits berücksichtigt – und dadurch erreichen nur wenige Kraftstoffe die geforderte 90-prozentige Reduktion. Defacto würde also das Verbrennerverbot damit bestehen bleiben, und der angebliche Kurswechsel wäre illusorisch.

„Ein weiterer kritischer Punkt betrifft die Zulassung von Kraftstoffen. Werden nur sogenannte fortschrittliche Biokraftstoffe aus Abfallprodukten wie Nusschalen, Maische oder Klärschlamm erlaubt, dann wird der Treibstoff zum Luxusgut: extrem teuer und nur in geringen Mengen verfügbar – also eher etwas für die Apotheke als für eine Tankstelle. Solange nicht alle Biokraftstoffe zugelassen werden und die restriktiven Einschränkungen in der RED-Richtlinie nicht fallen, solange bleibt berechtigter Grund zur Skepsis. Zudem würde es immer noch an Technologieneutralität fehlen: Während die CO₂-Produktionskosten für Kraftstoffe streng einbezogen werden, rechnet man Strom – sei es aus Kohle- oder Gaskraftwerken – weiterhin mit null Emissionen ab. Dasselbe gilt für die CO₂-Belastung der Batterie- und Ladeinfrastruktur selbst. Ein faires Spielfeld erfordert Ausgewogenheit, nicht einseitige Regelungen, die den E-Markt künstlich bevorzugen und den Rest zur Augenwischerei degradieren“, so Haider weiter.

Ob das Verbrennerverbot also wirklich gekippt wurde oder es sich nur um eine geringfügige Lockerung handelt, ist noch offen. Vorerst handelt es sich nur um eine Überschrift.

Bild „billig Tanken in Luxemburg kann auch so enden…“ by chris-sy is licensed under CC BY 2.0.

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10 Kommentare

  1. Dr. Rolf Lindner 13. Dezember 2025 um 0:28 Uhr - Antworten

    Einstürzendes Kartenhaus

    Sie sind scheinbar erschreckend dumm,
    die Klimanotstandswahnstrategen,
    denn immer mehr spricht sich herum,
    ein Kind könnte sie widerlegen.

    Noch definiert Naturgesetze,
    wie man sie in der Schule lehrt,
    nicht als der Rechten Hass und Hetze,
    werden Einstein und Gauss verehrt.

    Doch braucht man die nicht zu bemühen,
    die ganz Großen der Wissenschaft,
    sondern zum Selbstdenken erziehen,
    hat man Basiswissen gerafft.

    Kohlebildung, Fotosynthese,
    was ist daran nicht zu verstehen?
    Zeigt die Natur, dass das Gewese,
    mit dem sie Tatsachen verdrehen,
    sich nicht nur auf Unwissen gründet,
    um einer Wahnidee zu dienen.
    Nicht von Dummheit ihr Lügen kündet,
    um Machtansprüche geht es ihnen.

    Dabei ist ihr Extraproblem,
    der Klimawahnsinn ist verschnürt
    mit dem schwarzrotgrünen System,
    durch Corona-, Migrations-, Genderwahn präsentiert.

    Zieht man den Klimaziegel allein
    aus dem Machtgebäude heraus,
    das gesamte Lügenkonstrukt stürzt ein
    wie ein sprichwörtliches Kartenhaus.

  2. Jan 12. Dezember 2025 um 23:48 Uhr - Antworten

    Die Autoindustrie ist eine Schlüsselindustrie, die viele andere Branchen mit sich zieht. Hintergrund ist der Produktivitätsgewinn, den das Auto erlaubt, sei es beim Pendeln zum Job, die Kinder herumkarren oder Waren und Dienstleistungen vertreiben.

    Ohne Auto reduziert sich die Produktivität. Und ohne Industrie das BIP.

    Und jetzt sind die Regeln derart unklar, dass die Investitionen zurückgefahren werden. So lässt sich doch niemand behandeln.

    Wie wollen die damit durchkommen? Das geht einfach nicht. Es sei denn, die planen einen kompletten Reset. Dann aber besteht das Risiko, dass die das neue System nicht hochbekommen.

    Als man nach WK1 Russland resetet hat, hatte man bereits Erfahrung mit der Industrialisierung in Großbritannien. Gleichzeitig hat man die Bevölkerung drastisch dezimiert und in die Gulags geschickt.

    Wo wäre der Modellversuch mit einer KI-gesteuerten autoritären öllosen Digitalwirtschaft auf Basis von Impfungen und Kunstfood?

    Die werden sagen, sie seien Opfer und es täte ihnen Leid, dass nun alles hin ist! Und dann können wir sehen, wie wir in den Trümmern selbst fertig werden.

  3. VerarmterAdel 12. Dezember 2025 um 19:34 Uhr - Antworten

    „Ist das Verbrennerverbot wirklich gekippt?“

    Natürlich

    nicht.

    Der geisteskranke, kriminelle Klima-Irrsinn, an dem sich fast die gesamte Wirtschaft mit fetten Dollars in den Augen beteiligt hat, wird weitergehen, solange die Klimalüge nicht von den Menschen realisiert wurde. Gleiches gilt übrigens auch für die Viruslüge.

    Vermutlich haben nicht mehr als 5 Prozent die Dimension dieser beiden mit Abstand größten Lügen in der Geschichte der Menschheit begriffen.

    Die REALEN Maßnahmen gegen die FIKTIVEN Bedrohungen werden Europa und den Westen zerfetzen, wenn der Kurs nicht radikal geändert und die verantwortlichen Politiker nicht zur Verantwortung gezogen werden.

  4. Charles M. Schulz 12. Dezember 2025 um 17:46 Uhr - Antworten

    Diese Diktatur der selbsternannten Sonnenkönige in Brüssel gehört restlos beseitig.
    Zurück zum Europa der Vaterländer wie De Gaulle es wollte.

  5. Charles M. Schulz 12. Dezember 2025 um 17:46 Uhr - Antworten

    Diese Diktatur der selbsternannten Sonnenkönige in Brüssel gehört restlos beseitig.
    Zurück zum Europa der Vaterländer wie De Gaulle es wollte.

  6. Der alte Marxist 12. Dezember 2025 um 12:15 Uhr - Antworten

    Solange man die Klima-Idiotie selbst nicht in Frage stellt, wird es nur mehr oder weniger unsinnige Scheinlösungen geben. Die Forderung nach „Technologieneutralität“ nützt da wenig, wenn die Emissionsziele nur minimal gesenkt werden.

    Die FPÖ-Forderung, dass alle Biokraftstoffe zugelassen werden sollen und die restriktiven Einschränkungen in der RED-Richtlinie fallen zu lassen, ist aber auch grober Unfug. Womit wir wieder bei der Teller versus Tank Diskussion gelandet sind. Flächen für Lebensmittelerzeugung für die Produktion von Treibstoffen zu verwenden, ist gemeingefährlicher Blödsinn. Und da gab es ja auch noch die Palmöl-Geschichte. Ein Großteil der Palmölimporte in die EU landete vor Jahren im Tank – die Förderung von Biotreibstoffen trug nicht unwesentlich zur Abholzung topische Regenwälder in Ländern wie Malaysien bei. Nachhaltige Vernichtung von Biodiversität eben! Aber Norbert Hofer hat ja schon damals von der grünen Wasserstoff-Ökonomie geträumt: mit vielen, vielen Windkraftwerken (viel mehr noch als vorhanden) Elektrolyse betreiben und Wasserstoff erzeugen. Dann CO2 aus der Luft oder Abgasen holen – fertig ist die schöne grüne umweltfreundliche Kohlenwasserstoffwirtschaft. Kostet hat der Liter Benzin halt ein Vielfaches von heute. Das ist eben blaue Grünkompetenz :-)))

  7. audiatur et altera pars 12. Dezember 2025 um 11:58 Uhr - Antworten

    Zur Klarstellung in einer postfaktischen Medien-und Politwelt der Gated Communities einer angeblich „freien Marktwirtschaft“: Nicht das „Kippen“ des „Verbrennerverbotes“ ist eine bloße Überschrift, sondern das „Verbrennerverbot“. Vermutlich ist die Vorzimmerdame das Wahnsinns 2035 genausowenig für den TÜV zuständig wie heute.

    Empfehle dazu den „Würschtelstand“ der ersten allgemein verunsichernden Umweltmaisoniers aus dem Jahre Schnee von gestern, der beim teuflischen Abschied 2019 so lautstark schweigend ausblieb, also doch eher stillschweigend im verbruzzelten Ozonloch versenkt wurde. Ein Lehrerschicksal. Ab und an ist die Mizzi-Tant ja dann doch ein bisserl gescheiter als die europäischen Jünger der einzig guten Meinung, die doch tatsächlich meinen, dass mit dem „Kippen des Verbrennerverbotes“ die Wettbewerbsfähigkeit der EU eingeschränkt werde. Himmel hilf, denn so eine Mauer fällt halt dann doch mit freiem Auge!

  8. Glass Steagall Act 12. Dezember 2025 um 11:19 Uhr - Antworten

    Am Ziel wird weiter festgehalten und das lautet:
    „Du wirst nichts besitzen und du gehst zu Fuß“.

  9. Verschwoerungspraktiker 12. Dezember 2025 um 10:44 Uhr - Antworten

    Dieses Mickymaus-„Zugeständnis“ ist eine Nebelkerze und soll von einer Verschlechterung an anderer Stelle ablenken:

    „Die EU peilt eine deutliche Verschärfung der Flottengrenzwerte an, die spätestens ab Januar 2030 in Kraft treten soll. Um diese Grenzwerte einhalten zu können, wird für die Hersteller kaum ein Weg daran vorbeiführen, Leasingfahrzeuge ab diesem Zeitpunkt ausschließlich als E-Auto anzubieten. Der „Focus“ zitiert den EU-Abgeordneten Markus Ferber (CSU) mit einer klaren Warnung: Die Neuregelung gelte „anders als öffentlich wahrgenommen nicht nur für Mietwagen und Firmenflotten.“ Sondern zusätzlich eben auch für geleaste Fahrzeuge und ausdrücklich auch Privatpersonen.

    In der Praxis bedeutet das für die Bürger, dass sie zwar „auf dem freien Markt einen Diesel kaufen, auf dem Leasing-Markt aber nur noch ein Auto mit Steckdose“ kaufen können, so Ferber. Angesichts einer EU-weiten Leasingquote von rund 60 Prozent kommt die Verschärfung des Gesetzes zur Regulierung der Flottengrenzwerte der Hersteller in vielen Fällen einer faktischen E-Auto-Pflicht gleich – ob dieses privat oder geschäftlich genutzt wird, spielt dann schon fast keine Rolle mehr.“
    Quelle: Kai Rebmann

  10. Sabine Schoenfelder 12. Dezember 2025 um 10:41 Uhr - Antworten

    Sie wollen die individuelle Mobilität abschaffen bzw. derart kontrollieren, das jegliche Individualität jederzeit eingebremst werden kann.
    Es hilft nicht, die Symptome zu bekämpfen. Die EU muß weg. Sie ist die wahre Seuche.

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