USA und Russland fixieren Drei-Punkte-Friedensplan

18. Februar 2025von 3,1 Minuten Lesezeit

Moskau und Washington öffnen wieder ihre jeweiligen Botschaften in den anderen Ländern. Außerdem hat man sich auf einen Drei-Stufen-Plan zum Frieden in der Ukraine geeinigt.

Die USA und Russland haben sich auf einen dreistufigen Plan zur Beilegung des Krieges in der Ukraine und eines langfristigen Friedens geeinigt. Ein nächster Termin für weitere Gespräche wurde nicht vereinbart, allerdings könnte der nächste Termin auch schon das erste Treffen von Trump und Putin sein. Zudem haben sich Russland und die USA zur Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen geeinigt.

So erklärte Marco Rubio, US-Außenminister, nach dem Treffen, dass Russland und die Vereinigten Staaten sich darauf geeinigt haben, die Botschaften in Moskau und in Washington wieder zu besetzen. Man habe Moskau auch bereits ein Ersuchen übermittelt, Richard Norland für den Posten des US-Botschafters in Moskau zuzulassen. Norland war von 2007 bis 2010 Botschafter in Usbekistan, von 2012 bis 2015 in Georgien und seit 2019 in Libyen. Nun dürfte er zurück nach Moskau kommen. Der erfahrene Diplomat war bereits während der politisch brisanten Zeit von 1988-1990 politischer Attaché an der amerikanischen Botschaft in Moskau.

Dieser Schritt zur Wiedereröffnung der Botschaften macht deutlich, dass die USA an einer Normalisierung der Beziehung zu Russland interessiert sind. So war im Vorfeld bereits erklärt worden, dass die USA die Sanktionen gegen Russland aufheben will. Die EU weigert sich zu diesem Schritt und spricht dagegen vom „16. Sanktionspaket“.

Doch die USA haben möglicherweise andere Pläne. So erklärte Rubio, dass sich die EU irgendwann an den Verhandlungstisch setzen müsse, da sie Sanktionen gegen Russland verhängt hat. Zudem müssen alle Seiten Zugeständnisse machen, um den Konflikt zu lösen.

Der dreistufige Plan, den mehrere Kanäle (unter anderem Fox News) berichten, allerdings noch nicht offiziell bestätigt ist, sieht so aus:

1) Durchsetzung eines Waffenstillstands

2) Abhaltung von Wahlen in der Ukraine

3) Unterzeichnung eines endgültigen Abkommens

Moskau erkennt Selenski bekanntlich nicht mehr an, auch das ukrainische Volk dürfte genug haben, weshalb Wahlen ein eleganter Weg wären, um wieder eine rechtmäßige und demokratisch legitimierte Regierung in der Ukraine zu installieren. Diese schließt dann ein Abkommen mit Russland und den USA. Das Kapitel „Diener des Volkes“ (so der Name der Selenski-Partei, nach seiner gleichnamigen Netflix-Serie) wäre dann vermutlich geschlossen.

Auch von Lawrow gibt es mittlerweile ein erstes Statement. Der russische Außenminister erklärte:

„Die nationalen Interessen werden nicht immer übereinstimmen, aber wenn sie nicht übereinstimmen, ist es wichtig, sie zu regulieren, sie nicht auseinanderdriften zu lassen und keine bewaffneten Konfrontationen zuzulassen. Die amerikanische Seite hat begonnen, unsere Position, die wir mehrfach ausführlich dargelegt haben, besser zu verstehen.“

Weiters gab Lawrow vor der Presse noch diese Punkte bekannt:

Russland und die USA waren sich einig, dass alles getan werden sollte, um die Bemühungen in geopolitischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten zu vereinen;

  • Moskau und Washington vereinbarten, in naher Zukunft Probleme bei der Arbeit ihrer Botschaften zu beseitigen;
  • Russland und die USA kamen überein, die frühestmögliche Ernennung von Botschaftern in Moskau und Washington sicherzustellen;
  • Es wurde vereinbart, dass in naher Zukunft ein Prozess zur Beilegung des Ukraine-Konflikts eingeleitet wird und Verhandlungsführer ernannt werden; Die Konsultationen zwischen Russland und den USA über die Ukraine werden regelmäßig stattfinden, nachdem beide Seiten Verhandlungsteams ernannt haben;
  • Die russische Delegation erklärte den amerikanischen Gesprächspartnern, dass das Auftauchen von NATO-Truppen in der Ukraine inakzeptabel sei;
  • Die Seiten waren sich einig, dass die Hindernisse für eine für beide Seiten vorteilhafte wirtschaftliche Zusammenarbeit beseitigt werden müssen.

Die Zeichen zwischen USA und Russland stehen eindeutig auf Entspannung. Nur die EU will davon weiter nichts wissen.


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15 Kommentare

  1. Daisy 19. Februar 2025 um 5:21 Uhr - Antworten

    Trump wird die EU nicht dabei unterstützen, Russland weiterhin zu provozieren. Sollten sie so weitermachen, was sich in D jedoch abzeichnet, wird er Artikel 5 nicht aktivieren und die USA könnten austreten. Auch das hat Trump schon angekündigt bzw. überlegt. Die EU konnte nur so frech sein mit USA und NATO im Rücken analog Isr. Die Schwachen werden richtig aggressiv, wenn sie einen starken Freund dabeihaben, menschliches Verhalten.

    Die Koksnase war bei Erdowahn. E. war für einen NATO-Beitritt der Ukraine. Erhofft er sich dort weitere Unterstützung? S. schlug der EU vor, statt der Nato eine EU Armee zu gründen, die er dank seiner Kriegserfahrendheit anführen möchte. Dann hätte er Zugriff auf alle europ. Männer für den Krieg gegen Russland, denn die Ukrainer hat er ja schon verloren. Man hielts für Drogenwahn, aber die Urschl will es prompt tun…

    • Daisy 19. Februar 2025 um 5:23 Uhr - Antworten

      -d

    • Reinhard Hardtke 19. Februar 2025 um 10:57 Uhr - Antworten

      Wichtig ist vor allem, dass Trump sein Außenministerium und die Auslandsgeheimdienste mit diversen Stiftungen in den Griff bekommt. Zudem die globalistischen Oligarchen in den USA ruhigstellt. Diese könnten noch Aufstände, False Flag Aktionen (u.a. im Baltikum) und weiteres finanzieren.

  2. Fritz Madersbacher 19. Februar 2025 um 0:15 Uhr - Antworten

    Nach dem Triumphalismus des US-Imperialismus vor und nach der Jahrtausendwende, zum Ausdruck gebracht etwa in den jährlichen „Reden an die Nation“ der US-Präsidenten (von Gott auserwählte „exzeptionelle Nation“) kommt nun die erzwungene Anpassung an die neuen internationalen wirtschaftlichen und politischen Realitäten:
    Was heute aussieht wie die ungehobelten Marotten einer anderen Sorte von Politikern, die mit eingespielten Traditionen zu brechen und diversen zum Hindernis gewordenen Altlasten aufzuräumen beginnen, wird sich aus weiter gespannter historischer Perspektive entpuppen als notwendig gewordener Versuch der US-Monopolbourgeoisie, die wichtigsten und lukrativsten Teile des heillos überdehnten, an vielen Fronten immer ohnmächtigeren Imperiums zu retten.
    Bei ihren Pudeln in Europa, namentlich in der EU, die sich zuletzt als Bluthunde aufgeführt haben, macht sich Ratlosigkeit breit („Unsere USA gibt es nicht mehr“, Hans Rauscher im „Standard“, 18. Februar 2025). Bald wird wird es zur neuen Parole dieses aufgescheuchten, immer mehr zentrifugalen Kräften ausgesetzten Rudels verhinderter Wölfe – Österreich mittendrin – werden: „Rette sich wer kann“!

  3. Jan 18. Februar 2025 um 22:43 Uhr - Antworten

    Wie man so schön sieht, geht in Mitteleuropa nichts ohne russisches Gas. Abhängigkeiten führen zu Erpressbarkeit, das wird nicht durch gelegentliche LPG-Importe aus den USA grundsätzlich geändert.

    Russland ist es sicher angenehm, den Krieg beenden zu können, aber der Ukraine ist es nicht gelungen, Russland zu schlagen. Die USA können sich die Unterstützung nicht mehr leisten. Die EU kann sich das ebensowenig leisten!

    Die Folge: Russland hat sich nicht aufgelöst, anstelle zu zerfallen, ist die Zentralmacht stärker denn je. Aserbajdschan wird sich nicht mit dem Kaspischen Öl der EU anschließen. Wo ist die Wachstumsphantasie der EU? Wiederaufbau auf Basis von Gemeinschaftsschulden, ehrlich jetzt?

    Was ist denn, wenn Russland nun sagt, okay, aber sie wollen den Suez-Kanal?

  4. OMS 18. Februar 2025 um 19:55 Uhr - Antworten

    Die USA sind Meister darin seinen Verhandlungspartner so schnell über den Tisch zu ziehen, dass er die Reibungshitze als Nestwärme empfindet. Russland wach endlich auf.

  5. Pfeiffer C 18. Februar 2025 um 19:51 Uhr - Antworten

    Die USA und Russland haben sich auf einen dreistufigen Plan zur Beilegung des Krieges in der Ukraine und eines langfristigen Friedens geeinigt.

    Derweil kräht der Bilderbergerkonferenz-Teilnehmer & Kriegshetzer & Bundestagsabgeordneter der deutschen Grünen Anton Hofreiter aktuell nach 500 Milliarden für Kriegsklumpat!

    Glaubt Hofreiter und seine Parteifreunde denn allen Ernstes, dass der Krieg in der Ukraine mit Waffenlieferungen aus ganz Europa noch zu gewinnen ist (geschweige denn, je einmal zu gewinnen war)? Glaubt er ernsthaft, dass er damit die Idee einer wirklich europäischen Friedenslösung, die ohne eine friedliche Nachbarschaft und Koexistenz mit der russischen Föderation niemals möglich sein wird, fördert oder voranbringt?

    Ich hoffe, dieser Versager wird noch diesen Februar für immer politisch stillgelegt…

  6. Nurmalso 18. Februar 2025 um 18:07 Uhr - Antworten

    Man kann mit Amerika nicht verhandeln, das muss endlich mal in den Schädel rein. Die amerikanische Rüstungslobby wird nicht das tun was die Trump Regierung beschließt. Die werden nicht auf Trump hören und feixen sich einen.
    Amerika hält mit gestreckter Hand nach vorn das Brötchen, während es mit der anderen Hand hinterm Rücken das Messer hält. Man kann nur die Lage etwas beruhigen mit Trump, ansonsten wird es immer beim Alten bleiben.

  7. Daisy 18. Februar 2025 um 17:25 Uhr - Antworten

    Nun hat sich das Tempo verlangsamt. Schade! Das mit dem Waffenstillstand ist vielleicht keine gute Idee. Man denke nur an Minsk I und II. Denn nach der dt. Wahl wird die EU weiterhin Waffen, Munition und sogar Soldaten schicken. Man gibt ihnen damit Zeit, nachzurüsten und sich neu zu formieren.

    • Daisy 18. Februar 2025 um 18:36 Uhr - Antworten

      Bôses Medium…
      Lawrow dementiert Berichte über eine vermeintliche Einigung auf einen dreistufigen Plan zur Beilegung des Ukraine-Konflikts. „Solche Informationen haben wir nicht bestätigt“, sagte er.
      Man wird sich regelmäßig treffen… also nix.
      Woran es liegt?
      Weil Russland noch immer nicht fertig ist? Will Putin darauf warten, dass die Taurus auf Moskau abgefeuert werden, oder was?

      Liegt es an anderen Forderungen, als Trump sie am Telefon versprochen hat? Das mit dem Waffenstillstand hat putin wirklich schon sehr oft erklärt, warum er das nicht tun kann.

      „Putin machte gegenüber Trump deutlich, dass Russland nicht an einem bloßen Waffenstillstand interessiert sei, sondern auf eine grundsätzliche Lösung des Konflikts dränge. Moskaus Kernforderungen blieben die Neutralität der Ukraine, ihre Entmilitarisierung sowie die Anerkennung der territorialen Realität.

      Will/muss man Wahlen in der Ukraine abwarten? Das kann ja lange dauern

    • Daisy 18. Februar 2025 um 19:04 Uhr - Antworten

      Fox schreibt, russ. Vertreter pochen auf Neuwahlen in der Ukraine. S.s Unterschrift sei wertlos, weil er nicht rechtmäßiger Präsident der Ukraine sei.

      „Putin assesses the probability of electing a puppet president as quite high and is also convinced that any candidate other than the current President of Ukraine will be more flexible and ready for negotiations and concessions,“ the diplomatic sources said in a readout of the meeting.

      S. blockiert aber Neuwahlen. Das ist ein Dilemma.

  8. Jurgen 18. Februar 2025 um 17:20 Uhr - Antworten

    OK, die USA reden also wieder mit Russland, weil sie etwas haben/retten wollen, was ihnen sonst durch die Finger rinnt. Russland ist weiterhin zu faktisch, erkennt aber hoffentlich die Hinterfotzigkeit der US-Absichten. Die Transenatlantiker Bärin in BRDien hat durchsickern lassen, dass viele, viele Waffen gekauft/hergestellt werden, egal wer die Wahl gewinnt. Ob das der Nichtwählergruppe den massiven Zulauf gewährt, die ja als einzige Gruppe für Frieden und Abrüstung sind, den man sich wünscht?

  9. Wolliku 18. Februar 2025 um 16:22 Uhr - Antworten

    Unsere russophoben Berufspolitiker hatten sich so schön mit dem Krieg in der Ukraine eingerichtet und stellen jetzt fest, wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Mit Selenskyj kann man keinen Hering mehr friedlich vom Teller reißen. Jeder Vertrag braucht eine gültige Unterschrift! Geschickt gemacht…und das ist Diplomatie. Die Marionette von Joe Biden und der EU hat ausgedient, hatte bereits in Istanbul komplett versagt. Jetzt beginnt die Zukunft! Ich hatte bereits mehrfach indische Truppen und österreichische/schweizerische Beobachter in der entmilitärisierten Zonen beiderseits der Grenzen vorgeschlagen! Die protollieren und berichten wöchentlich in ein offenes Portal im www.

    • Daisy 18. Februar 2025 um 17:22 Uhr - Antworten

      Das von den Indern habe ich auch vorgeschlagen und zwar hier ganz unten, als ich vor Kellogg warnte.
      https://tkp.at/2025/02/16/guter-freund-schlechter-freund-olaf-scholz-und-die-deutsche-us-politik/#comments
      Dies u.a. deshalb, weil im verbotenen Medium zumind. ein UN-Mandat für derartige Friedenstruppen verlangt und man sicher keine europäischen akzeptieren würde. Zudem empfiehlt mir mein TV YT via Firestick immer Sachen, die mich vielleicht interessieren könnten. So sah ich bald zeitnah nach Vance auch den Vortrag des indischen Außenministers. Er meinte u.a., Indien hat zwar sehr viele Einwohner im Vergleich zu Deutschland, dennoch schaffe man eine Auszählung der Stimmen noch am Tag der Wahl. Da musste ich lachen und dachte, schau-schau, so weithin auf der Welt ist schon bekannt, wie im „Wertewesten“ gemogelt wird. Die Leute zur Friedenssicherung sollten daher nicht ausgerecht von hier kommen. :-)

  10. Varus 18. Februar 2025 um 16:15 Uhr - Antworten

    Die EU weigert sich zu diesem Schritt und spricht dagegen vom „16. Sanktionspaket“.

    Böses Medium bringt heute den Artikel „Vance hat lediglich das ausgedrückt, was die Amerikaner wirklich denken“ mit der These, die EUdSSR bzw. das EuroReich brauche den Kalten Krieg, um sich weltpolitisch relevant zu geben. Und selbst wenn man dafür den Untertanen 700 Milliarden aus den Taschen ziehen sollte. Höchste Zeit, dieses Nachfolgegebilde der düstersten Imperien der Geschichte zu zerschlagen – was gerne für die Amis, Russen und andere zur Priorität werden könnte.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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