Google verstärkt Einfluss auf UK-Wahlen

3. Juni 2024von 2,2 Minuten Lesezeit

Am 4. Juli wird in Großbritannien neu gewählt. Google will mitmischen und „unterstützt“ beim Kampf gegen sogenannte „Desinformation“.

Nach entsprechenden Ankündigungen des Unternehmens im Zusammenhang mit der EU-Wahl (Europäisches Parlament) im Juni können sich nun auch die Wähler im Vereinigten Königreich auf die Rolle des Tech-Giganten bei den anstehenden Parlamentswahlen freuen – oder sich fürchten.

So berichten die Techaktivisten von Reclaim the Net, dass Katie O’Donovan, Director of Government Affairs and Public Policy bei Google UK, in einem Blogpost eine Reihe weiterer „Maßnahmen“ und „Instrumenten“ angkündigt hat, um die Wahlen zu „unterstützen“, angekündigt hat.

Die „Maßnahmen“ lassen sich dabei in drei Kategorien einteilen: das Pushen („Auftauchen“) von Inhalten und Informationsquellen, die von Google als maßgebend und qualitativ hochwertig ausgewählt wurden, sowie YouTube-Informationspanels, Investitionen in so genannte Trust & Safety-Operationen und die Ausstattung von Kampagnen mit den besten Sicherheitstools und Schulungen“.

Ein weiterer gemeinsamer Punkt ist der Kampf gegen „Fehlinformationen“ – zusammen mit dem, was im Blogpost als „das breitere Ökosystem“ bezeichnet wird. Das betrifft die Google News Initiative und PA Media, eine private Nachrichtenagentur, und ihren Election Check 24, der die Wahlen in Großbritannien vor „Falsch- und Desinformationen“ schützen soll.

Suchanfragen im Zusammenhang mit der Wahl werden „manipuliert“, um Ergebnisse zu liefern, die so manipuliert sind, dass sie die von Google als maßgebend angesehenen Quellen hervorheben – insbesondere die Website der britischen Regierung. Auch die KI wird eingesetzt, um – so das Versprechen – den Nutzern der Google-Plattformen „Hilfe bei der Navigation“ zu dieser Art von Inhalten zu geben.

Dazu gehört die Verpflichtung für Werbetreibende, offenzulegen, dass Anzeigen „synthetische Inhalte enthalten, die echte oder realistisch aussehende Personen oder Ereignisse unauthentisch darstellen“ (diese Definition lässt sich leicht auf Parodien, Memes und Ähnliches ausdehnen).

Die „Offenlegung“ unterscheidet sich hier jedoch noch von Googles vollständigem Verbot solcher Medien, die „Menschen in die Irre führen“. Solche Inhalte werden gekennzeichnet und verboten, wenn sie möglicherweise „ein ernsthaftes Risiko eines ungeheuerlichen Schadens“ darstellen können.

Und dann gibt es da noch Googles KI-Chatbot Gemini, den der Riese in Bezug auf die Art der wahlbezogenen Anfragen, auf die er antwortet, eingeschränkt hat – auch dies, um „Fehlinformationen“ auszumerzen und gleichzeitig „Fairness“ zu fördern.

Dies fällt unter das, was das Unternehmen als „einen verantwortungsvollen Ansatz für generative KI-Produkte“ betrachtet.

Aber wie immer wird KI auch als „Werkzeug für das Gute“ gesehen – zum Beispiel, wenn sie den Aufbau „schnellerer und anpassungsfähigerer Durchsetzungssysteme“ ermöglicht.

Bild „Google“ by Cesar Solorzano is licensed under CC BY-NC-ND 2.0.


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4 Kommentare

  1. Jan 3. Juni 2024 um 14:42 Uhr - Antworten

    Das sieht dann übersetzt so aus: Ist Kurz der Messias? Ja! Verschachert die Politik Bürger und Grundrechte meistbietend? Nein.

  2. suedtiroler 3. Juni 2024 um 13:21 Uhr - Antworten

    MiniWahr

  3. niklant 3. Juni 2024 um 12:53 Uhr - Antworten

    Jede Einmischung in eine Wahl ist eine Fälschung! Hier soll die Meinungsfreiheit der Bürger in den UK-Wahlen gesteuert werden! Wenn dann das Ergebnis nicht nach deren Vorstellungen ausfällt wird es eh angepasst! Das ist so in der EU, die EU-Propaganda als Vorgabe einer Diktatur!

    • Hasdrubal 3. Juni 2024 um 14:45 Uhr - Antworten

      Ich habe woanders gelesen, dass es in wichtigen Themen egal sei, wer demnächst in Großbritannien gewinnt, da der Kurs sich eh nicht ändern würde. Google will wohl für andere Wahlen trainieren?

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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