Ein rein subjektiver Blick auf den Sprachenkonflikt in der Ukraine

18. Dezember 2022von 10,7 Minuten Lesezeit

Die Nutzung der eigenen Muttersprache ist eine Frage kultureller Identität. In der Ukraine kann man das anhand des Streits um die Verwendung der russischen Sprache deutlich beobachten, eine der unzähligen Ursachen, die den Konflikt der Menschen untereinander seit Jahren anheizen.

Wie stellte sich der Sprachkonflikt für Menschen aus diesem Land dar? Ich sprach mit Sascha, einem jüdischstämmigen Ukrainer, der seit 2002 in Deutschland lebt, darüber, wie er die Entwicklung erlebt hat. Ein Ukrainer-Hasser ist Sascha wohl nicht: er hilft Flüchtlingen aus der Westukraine dabei, in Deutschland anzukommen. Objektiv ist sein persönlicher Erfahrungsbericht sicher nicht, aber wie kann man zu objektiven Sichtweisen kommen, wenn selbst deutschsprachige Mainstream-Quellen einander deutlich widersprechen.

Folgt man der Wikipedia, musste man bei der Verwendung der russischen Sprache bis Februar 2022 nicht mit Problemen rechnen:

Die russische Sprache in der Ukraine ist dort neben dem Ukrainischen die meistgesprochene Sprache des Landes. Sie wird von fast allen Bewohnern des Landes zumindest grundlegend beherrscht und war 2015, je nach Art der Schätzung und Fragestellung, die Muttersprache oder bevorzugte Sprache von 30% bis über 50 % der Bevölkerung im Jahr 2012. Russisch verlor seinen Status als Amtssprache mit der Unabhängigkeit des Landes. 1991 wurde Ukrainisch als alleinige Amtssprache festgelegt. Seit 2012 ist Russisch in neun Regionen des Landes wieder eine regionale Amtssprache. Verbreitet ist die Sprache insbesondere im Osten und Süden der Ukraine, aber auch in anderen Regionen war es bis zum Russischen Überfall auf das Land im 2022 eine verbreitete Alltagssprache und spielt in der Wirtschaft und den Medien eine große Rolle.

Unter der Überschrift „UKRAINE-RUSSLAND-KONFLIKT Das Russische abwürgen“ konnte man allerdings bereits am 18.1.2022 – also über einen Monat vor dem Kriegseintritt Russlands in den Konflikt am 24.2.2022- in der sicher nicht der Russland-Propaganda verdächtigen FAZ lesen:

Vor drei Jahren beschlossen, tritt in der Ukraine ein neues Sprachgesetz in Kraft. Es soll das Russische zurückdrängen, schafft aber neue Probleme für Verlage und die russischsprachige Kritik an Putin. In der Ukraine ist ein Gesetz in Kraft getreten, das im Zuge der Konsolidierung der Nation die Staatssprache schützen und das Russische zurückdrängen soll. Überregionale Zeitungen und Zeitschriften müssen nun auf Ukrainisch erscheinen. Russische Ausgaben sind nicht verboten, doch parallel dazu muss eine ukrainische Version in gleicher Auflage ge­druckt werden. Für die Verlage ist das freilich unrentabel. Die letzte landesweite russische Tageszeitung „Westi“ wurde kürzlich auf Ukrainisch umgestellt, viele Blätter erscheinen nur noch im Netz. Das Gesetz, das gegen das von vielen Ukrainern zumal im Osten und im Süden des Landes bevorzugte Russisch gerichtet ist, war kurz nach der Abwahl von Präsident Pe­tro Poroschenko 2019 verabschiedet wor­den. Doch seither galt eine Übergangsfrist, die am Wochenende auslief. Ausgenommen von der Pflicht zur Publikation auf Ukrainisch sind bezeichnenderweise Spra­chen „an­gestammter Minderheiten“ im Land wie der Krimtataren, der Polen, Ungarn, Rumänen, Griechen, Bulgaren, aber auch das Englische sowie alle offiziellen Sprachen der EU. Auch von der Pflicht ukrainischer Buchläden, mindestens fünfzig Prozent ihrer Bestände auf Ukrainisch anzubieten, gibt es Ausnahmen für die genannten Minderheiten- und die EU-Sprachen.

So einfach wie es Wikipedia und die Mehrheit der Konzernmedien darstellen, scheint es für Russen in der Ukraine wohl nicht zu sein, die eigene kulturelle Identität zu bewahren. Jetzt zur Sicht von Sascha.

Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen. Wo stammst Du her?

Ich heiße Sascha und komme aus einer kleinen Stadt aus dem Zentrum der Ukraine in der Nähe von Krimentschuk. In den besten Zeiten hatten wir 50.000 Einwohner. Bei uns gab es zwar keine Universitäten, aber wir hatten zehn Schulen, drei Musikschulen und zwei Ausbildungsstätten. Die meisten jungen Menschen sind für die Arbeit oder zum Studieren weggezogen.

Wann bist Du nach Deutschland gekommen und warum?

Wir sind Ende 2002 nach Deutschland ausgewandert, was uns aufgrund unserer jüdischen Wurzeln erlaubt wurde. Mein Hauptziel war es, zu studieren, was mir aus finanziellen Gründen in der Ukraine nicht möglich war. Wir wollten aber nicht unbedingt hier bleiben, wenn ich ehrlich bin. Wichtig war mir das Studium, danach wollten wir weitersehen.

Du bist in der Ukraine geboren. Fühlst Du Dich eher als Russe oder als Ukrainer?

Ich bin 1984, also noch zu Sowjet-Zeiten, geboren und habe als kleines Kind von Pionier-Krawatten geträumt und mich auf die rote Krawatte gefreut. Ich fühle mich eher als Russe, stehe der russischen Kultur und Mentalität sehr nahe. Ein Kumpel hat einmal zu mir gesagt, ich hätte die sowjetische Mentalität verinnerlicht.

Wie ist das gemeint?

Ich zähle alle Länder der ehemaligen Sowjetunion irgendwie zu Russland. Ich unterscheide nicht zwischen den vielen kleinen Nationalitäten. Alle konnten und können sich auf Russisch verständigen. Alle waren und sind gleichwertig – ob Usbeken, Ukrainer oder Weißrussen. Wir waren eben Geschwister.

Mit welchen Sprachen bist Du aufgewachsen?

Als ich eingeschult wurde, waren unsere Schulbücher auf Ukrainisch, aber alle in meiner Heimatstadt haben russisch gesprochen. Die meisten Lehrer haben auch auf Russisch unterrichtet. Es war nicht verboten, russisch zu sprechen. Wir hatten auch eine russische Schule in der Stadt. Meine Mutter wollte mich eigentlich in eine russische Klasse einschulen, ihr wurde aber gesagt, dass es nicht genug Bewerber dafür gab. Und da die russische Schule richtig weit von uns war, wurde ich in die ukrainische Klasse eingeschult. Ich fand es okay, auch wenn es irgendwie nicht zu unserer Familie gepasst hat. Meine Oma hat Russisch zu Sowjetzeiten unterrichtet. Sie starb, als ich 6 war. Als meine Mutter mich in die ukrainische Klasse eingeschult hat, hat ihr eine Nachbarin gesagt: „Gut, dass die Oma das nicht erlebt, sie hätte es nicht verstanden“.

Nicht nur in meiner Heimatstadt haben alle russisch gesprochen, auch in der ganze Zentralregion war mehrheitlich russischsprachig. Ich bin zwar nicht sehr viel im Land herumgereist, aber von dem, was ich gesehen habe, war das mein Eindruck. Als ich nach Kirovograd gezogen bin, um dort die Fachschule für Musik zu besuchen, war die Unterrichtssprache ebenfalls Russisch.

Es hieß immer, Ukrainisch spricht man in den Dörfern – in den Städten spricht man Russisch. Aber es gab immer wieder Widerstände gegen Russisch. Eine Freundin von mir ist in Tscherkassy aufgewachsen. Sie meinte, bei ihr in der Schule wurde in den Pausen gefordert, Kinder sollen miteinander auf Ukrainisch reden.

Wann ging es mit dem Sprachenkonflikt denn los?

Der Konflikt begann bereits irgendwie mit dem Zerfall der Sowjetunion. Eine Freundin hat von ihrer Oma erzählt, die in Melitopol wohnte. Als in den 90igern plötzlich das Fernsehen auf Ukrainisch sendete, hat keiner mehr etwas verstanden. 1993 waren auf einmal alle neuen Lehrbücher ukrainisch. Da muss es entsprechende Vorbereitungen gegeben haben. Mehr und mehr wurden die Lehrer dann gezwungen, ihre Unterlagen auf Ukrainisch zu schreiben. Meine Mathematiklehrerin in der 8. Klasse hat sich massiv gewehrt. Sie hat gesagt: „Ich liebe Kinder, ich werde sie daher auf Russisch unterrichten.“ Das hat sie explizit so gesagt. Es war gerade für die älteren Lehrer ein Kampf. Um das Jahr 2000 mussten dann alle ukrainisch unterrichten.

In welche Sprache hast Du hauptsächlich kommuniziert?

Ich redete mit allen russisch, verstehe Ukrainisch aber sehr gut. Ich bin vielleicht auch sprachlich begabt. Bei uns in der Familie und im näheren Umfeld hat zwar niemand ukrainisch gesprochen aber wir hatten Fernsehen mit ukrainischer Sprache und ich hatte immer gute Noten in Ukrainisch.

Wie hat sich die Situation mit der russischen Sprache weiterentwickelt, man hört ja, dass es nach 2014 besonders schwierig wurde?

Das ist 2014 nicht plötzlich „passiert“. Als ich 2007 in Kiew zu Besuch bei meinem Großvater war, gab es in der U-Bahn Jugendliche, die miteinander ukrainisch reden. Es gab also bereits eine Generation, die nur ukrainisch sprach. Im Fernsehen wurden russische Talkshows live übersetzt bzw. immer untertitelt, als ob niemand in der Ukraine Russisch versteht. Und das gab es eben auch schon lange vor 2014. Aber 2014 wurde es immer schlimmer. Die Sprache wurde immer mehr zurückgedrängt. Mit Absicht.

Das Problem war, dass es keine russischen Schulen mehr gab, sie wurden massenhaft geschlossen. Russische Schriftsteller wurden aus dem Schulprogramm gestrichen, russische Komponisten flogen aus dem Programm der Musikschulen. Ich hatte noch Russisch als Fremdsprache, seit der 8. Klasse, zusätzlich zu Englisch, was es bei uns ab der 1. Klasse gab. Ich kann mich aber erinnern, dass mehrere Eltern von Mitschülern dagegen waren, dass Russisch als Fach unterrichtet wird. Ich bin mir aber 100%-sicher, dass so etwas jetzt gar nicht mehr möglich ist. Viele Flüchtlinge, die jetzt nach Deutschland kommen, können mit mir zwar noch russisch sprechen, aber schreiben selbst nur auf Ukrainisch. Der enorme Zwang der letzten Jahre hat vermutlich dazu geführt.

Betrifft das auch Dein direktes Umfeld?

Ja. Ich habe ja nach der Auswanderung den Kontakt zu Freunden gehalten und wir haben jahrelang immer miteinander russisch gesprochen bzw. es gab gemischte Kommunikation. Als ein Freund nach Kiew ging, hat er mir dann auf einmal gesagt, er müsse jetzt ukrainisch sprechen. Der Sprachkonflikt war vor 2014 vorgekocht worden und ist dann mit dem Maidan explodiert.

Und wie ist es jetzt bzw. wie war es bis Februar 2022?

Wenn ich mich auf der Straße in meiner Stadt auf Russisch unterhalte, ist das wohl auch kein Problem. Wollte ich dort ein Konzert geben, muss ich alles auf Ukrainisch machen. Alle Gerichtsverhandlungen müssen auf Ukrainisch ablaufen. Man kann sich einen Dolmetscher vor Gericht bestellen, das ist erlaubt. Auf persönlicher Ebene ging es noch, mit Freunden kann bzw. konnte ich kommunizieren wie ich möchte, wenn auch nicht mit allen. Sobald es öffentlich wird, geht aber gar nichts mehr. Da ist Russisch defacto verboten. “

Das kann man ja auch der FAZ entnehmen: „Sämtliche Staatsangestellten, Verkehrspolizisten, Ge­richtsdiener, Klinikärzte sind verpflichtet, die Bürger, sofern diese nicht um eine andere Sprache bitten, auf Ukrainisch anzureden. Das gleiche gilt für Dienstleistungsbetriebe, also Mitarbeiter von Supermärkten, Apotheken, Ban­ken. Ver­stöße gegen das „Recht auf Be­dienung in der Landessprache“ können beim Sonderbevollmächtigten zum Schutz der Staatssprache ge­meldet und im Wiederholungsfall mit Geldstrafen geahndet werden.“

Hat sich die Gesellschaft radikalisiert?

Ich fürchte, die jahrelange Propaganda hat Früchte getragen, das merke ich auch bei meinen eigenen Verwandten. Als sie uns im Februar 2014 besucht haben, war das schon zu spüren. Sie waren pro-Maidan, inzwischen sagen sie vermutlich, dass alle Russen Verbrecher sind.

Kann man da noch Brücken zwischen russischen und ukrainischen Ukrainern bauen?

Nicht sofort. Und je länger der Krieg dauert, desto schwieriger wird es. Es kann lebensgefährlich werden, die falschen Freunde zu habe. Seit 24.2. sage ich, ich weiß nicht, was danach kommen wird. Ich träume aber jede einzelne Nacht von meiner Heimatstadt.

Hast Du Heimweh? Denkst Du darüber nach, irgendwann zurück zu gehen?

Ich will mit der Ukraine eigentlich nichts mehr zu tun haben nach dem, was auf dem Maidan, im Donbass und in Odessa passiert ist. In der Ukraine wollen sie alles Russische eliminieren. Asow-Anhänger sagen zumindest, dass die ethnischen Russen in der Ukraine das Land verlassen können, wenn sie die kulturellen Vorgaben nicht akzeptieren. In dem Kontext passen auch die Razzien bei der orthodoxen Kirche im Land. Die russische Kultur wird hier als Feind definiert. Bereits im Sommer 2021 erzählte mir eine Freundin, dass sie an meiner Musikschule nur noch ukrainische Komponisten unterrichten. Sie findet das richtig – ich war geschockt. Es ist vielleicht ein Kindheitstraum, eine Illusion, dorthin zurückzugehen wo die Heimat war, denn ich möchte nur in ein Land zurückzugehen, in dem ich frei Russisch sprechen kann. Meine Heimatstadt liegt auf ukrainischem Territorium. Viele Freunde meiner Mutter, die dort noch leben, hoffen im Falle einer Teilung, dass sie zu Russland kommen.

Ich bin seit 2016 in Deutschland eingebürgert und lebe eigentlich gerne hier, bin aber – wie viele russischstämmige Menschen in Deutschland – sehr verunsichert. Wir fragen uns, wo könnten wir hin, wenn es nicht besser wird? Große Probleme hatte ich gottseidank bis jetzt zwar noch keine, ich versuche aber, auch möglichst unauffällig zu bleiben. Ich habe seit dem 24.2. befürchtet, mich politisch äußern zu müssen, wurde aber wohl übersehen. Bis jetzt hat mich niemand gezwungen, mich von Russland öffentlich zu distanzieren. Ich helfe ukrainischen Flüchtlingen mit Übersetzungen und bin daher wohl nicht verdächtig, dass ich die russischen Positionen nachvollziehen kann. Ich hoffe, die Stimmung in Deutschland fängt sich wieder und ich kann hier ungestört weiterleben.

Das wünsche ich mir auch. Vielen Dank dafür, dass Du von Deinen Erfahrungen erzählt hast.

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12 Kommentare

  1. Pfeiffer C 25. Dezember 2022 at 10:27Antworten

    „Der Sprachkonflikt war vor 2014 vorgekocht worden und ist dann mit dem Maidan explodiert“.

    Christa Wolf sagt in „Kassandra“:

    „Wann der Krieg beginnt, kann man wissen, aber wann beginnt der Vor-Krieg. Falls es da Regeln gäbe, müsste man sie weitersagen. In Ton, in Stein eingraben, sie überliefern. Was stünde da? Da stünde unter anderen Sätzen: Lasst euch nicht von den Eigenen täuschen.“

  2. Andreas I. 20. Dezember 2022 at 6:09Antworten

    Hallo,
    als Ende vom Lied zeichnet sich ab, dass dann bis auf weiteres nur noch ukrainisch gesprochen wird – allerdings auch nur im verbleibenden Rest der Ukraine.

    Und in Deutschland wurden auch russische Komponisten aus den Programmen gestrichen usw., was mich trotz allem noch schockte.
    Denn seit 2020 wurde klar, dass die Mehrheit der Deutschen wenig aus der deutschen Geschichte gelernt hat, aber da hätte man noch sagen können, naja [böser Jude] oder [böser Virus] oder [böser Unsolidarischer] … Mustererkennung ist nicht jedes Michels Sache und da ging es doch um [Gesundheit], das ist doch was völlig anderes … okay schlimm genug.
    Jedoch 1 : 1 das alte Feindbild vom Bösen Russen und dann immernoch nichts merken, das ist unglaublich aber wahr, es passiert hier und heute.
    Naja … dürfen die deutschen Opernhäuser und Theater eigentlich auch nur noch bis 19°C beheizt werden? :-^

  3. PALLA Manfred 20. Dezember 2022 at 0:33Antworten

    GUTE Idee, mit einem „Betroffenen“ (Sascha) mal direkt zu sprechen !!! – schöner noch wäre es, wenn man die beiden Sprachen in ihrer Unterschiedlichkeit oder Gemeinsamkeit (an alltäglichen Begriffen) etwas vergleichen könnte !?! – und zu Sascha’s „Jüdischen Wurzeln“ hier ein wirklich hervorragender Artikel mit dem Titel – > „Welche Rolle spielt die jüdische Komponente im Ukrainekonflikt“ < (so googeln) von Peter HAISENKO (dt. Verleger/EX-Pilot) – sein Vater flüchtete damals unter Stalin aus der UdSSR / Ukraine nach Deutschland – weitere „AugenÖffner“ dazu auf seiner Seite „anderweltonline.com“ ;-)

  4. ottonorma 19. Dezember 2022 at 22:20Antworten

    Das ist so unwahrscheinlich traurig was sich da abspielt. Und das in der heutigen Zeit, wo wir im EWesten denken und dachten es ist eine aufgeklärte Zeit und Rassismus ist überwunden, jedenfalls in Europa.
    Man sieht wohin man mit Nationalisten mit Patrioten kommt. die sagen sie lieben ihr Land über alles und IHR Land, nur ihr Land, ist das beste und größte was es gibt. Als Held fürs Vaterland zu sterben. Denken die Mütter auch so ? Und ich dachte auch diese Zeiten und Volksverdummungen seien vorbei.
    Sie sind die Ursachen für Krieg und Zerstörung, für Folter und Mord. Und diese Leute dort die so stark nationalistisch sind, daß sie ihre Mitbürger die dort seit vielen Generationen leben, die Russen, vertreiben wollen oder es gerne sehen würden wenn die gehen, diese Leute wollen wir hier in die EU aufnehmen ??? Die EU die sich von Nationalismus verabschieden will und Deutschland dies sowieso schon getan hat ? Die wollen mit uns ein Europa bilden ?? Wissen die unsrigen, oder auch der Bürger was sie sich dabei einhandeln ? Möglicherweise wollen die hier auch Banderastatuen aufstellen, z.B. in München.
    Und Österreich wird da nicht daneben stehen können und zugucken.

  5. Steve Acker 19. Dezember 2022 at 19:13Antworten

    ich kenne ein paar Westukrainer (Kiev), die hier sind , und die reden untereinander russisch.
    habe den Eindruck dass ukrainisch für sie eher Fremdsprache ist.

    Übrigens: auch mit den anderen Minderheiten geht die Ukraine schlecht um. Ist nur aktuell in den Hintergrund gerückt.
    Hier ein Artikel bez der ungarischen Minderheit.

    https://www.welt.de/politik/ausland/article181947520/Osteuropa-Ungarn-empoert-ueber-Todesliste-aus-Kiew.html

    • oHenri 20. Dezember 2022 at 22:59Antworten

      „Übrigens: auch mit den anderen Minderheiten geht die Ukraine schlecht um“
      Die Polen hassen die Russen, aber sie hassen die Ukrainer mindestens ebenso – nur sagen sie es momentan nicht, da sie sich gerne auch noch ein Schnäppchen der Rest-Ukraine unter den Nagel reissen wollen.
      Auch Rumänen, Ungarn, Moldawier leiden in der Ukraine, nur wird auch dies nirgends thematisiert; ich gehe aber davon aus, dass es auch da mal noch knallen wird, denn was der ukrainische Staat da macht, brächte jeden Staat ins Wanken.

  6. Sabien 19. Dezember 2022 at 15:55Antworten

    Es tut mir richtig weh solche Artikel zu lesen. Propaganda ist etwas schreckliches und es ist so traurig, dass so viele Menschen drauf reinfallen. Normale Menschen wollen doch nur friedlich ihr Leben leben und sollen meiner Meinung nach die Sprache sprechen dürfen mit der sie groß geworden sind und nicht Angst haben müssen. Ich persönlich mag slawische Menschen und mir ist egal ob sie russich oder ukrainisch sprechen. Auch das Kriegsgeschehen verfolge ich nicht, weil ich nichts dran ändern kann und auch gar nicht weiss, ob die Berichte der Wahrheit entsprechen. Ich bete für Frieden, lasse mich nicht mit Hasspropaganda instrumentalisieren und achte jeden Menschen, egal welcher Herkunft.

  7. Idaho 19. Dezember 2022 at 15:16Antworten

    Nicht gerade exakt dasselbe Thema aber hier wurde heute ein Interview mit Craig Paul Roberts (ehem Wall Street Journal editor und Inhaber einiger höherer Positionen im Bereich Geopolitik) veröffentlicht, der meiner Meinung nach die BISHER BESTE Einschätzung zum Ukraine-Konflikt gibt, wäre mMn so lesenswert dass man es veröffentlichen könnte:
    https://www.unz.com/mwhitney/putin-has-misread-the-west-and-if-he-doesnt-wake-up-soon-armageddon-is-upon-us/

    • Andreas I. 20. Dezember 2022 at 6:59Antworten

      Hallo,
      die besten Strategien und Taktiken sind die, die der Gegner nicht oder nur wenig versteht. :-)

      Russland hätte sofort mit einem massiven Schlag … der wäre die Eröffnung, die USA gewohnt ist zu spielen (Schachjargon) und die die USA-Strategen verstehen.
      Und das alleine wäre schon Grund genug für die russischen Strategen, eine andere Eröffnung zu wählen.

  8. federkiel 19. Dezember 2022 at 11:05Antworten

    Ukraine bedeutet etymologisch „Grenzland“, ein Staatsgebiet mit ständig wechselnden Zugehörigkeiten über Jahrhunderte. Das Zurückdrängen der russischen Sprache hat wohl auch etwas mit dem Holodomor zu tun. Dabei „vergißt“ die Urkraine, was die OUN 1943 in Polen angerichtet hat. Alle haben sich die Finger schmutzig gemacht. Sprachkonflikte sind stets ideologisch konnotiert, da braucht man nur nach Kärnten schauen, und dem Niederhalten des Slowenischen. In der Ukraine gab es schon Chancen, sich am Vorbild des Südtiroler Autonomiestatuts und der Sprachenregelung zu orientieren. Alle Beteiligten haben versagt.

    • Andreas I. 20. Dezember 2022 at 6:21Antworten

      Hallo,
      da Links einzufügen hier so eine Sache ist, empfehle ich Titel und Gesprächspartner, es gibt ja Suchmaschinen.
      Hungerkatastrophe Holodomor in der Ukraine – War es ein Völkermord? Hermann Ploppa

  9. EThPionier 19. Dezember 2022 at 9:56Antworten

    Es gibt eine lustige falsche Übersetzung im Interview. Es heißt im Deutschen Pioniertuch und nicht Pionierkravatte.

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