Internationales Gesundheitszertifikat nach G20 im Fokus

19. November 2022von 3,2 Minuten Lesezeit

Ein Punkt in der G20-Deklaration sorgte für große Aufregung. Während sich oppositionelle Medien in der Bedeutung des Papiers sehr einig sind, rückten Faktenchecker aus, um zu relativieren. TKP fasst zusammen. 

Die Versprechen der G20-Gruppe stehen seit einigen Tagen im Fokus. TKP war eines der ersten Medien, das über den viel diskutierten Punkt 23 berichtet hat, womit ein globales QR-Gesundheitszertifikat weiter angetrieben wird. Die Deklaration wird seither heftig diskutiert, Faktenchecker und Alternativmedien kämpfen um die Deutungshoheit.

Der QR-Weltpass

Am Freitag rückten die Faktenchecker von Facebook und der „Deutschen Presse Agentur“ aus, um gegen den TKP-Artikel zu schreiben. Dieser wäre „falsch“, heißt es dort. Die „Faktenchecker“ schreiben: Tatsächlich findet sich sowohl in diesen beiden Textpassagen als auch in anderen Teilen der Gipfel-Erklärung kein Hinweis darauf, dass irgendeine Regierung oder gar mehrere Regierungen beabsichtigten, bei allen Auslandsreisen einen digitalen Impfpass zu verlangen.“

Wie die Realität aber beweist, musste man schon während der Corona-Hochphase sehr häufig einen QR-Code, der Test oder Impfung belegt, vorweisen, um Grenzen überschreiten zu dürfen. Zur Einreise in die USA wird noch immer eine Impfung verlangt. Auch die EU hatte ein QR-Impf- oder Testzertifikat lange Zeit verlangt. TKP hat in seinem Text jedoch darauf hingewiesen, dass die Deklaration rechtlich nicht bindend sind, das wird im „Facebook-Faktencheck“ allerdings nicht erwähnt.

Wie TKP haben auch andere Medien die G20 Deklaration interpretiert. Norbert Häring deutet den Text der G20 ganz gleich. Er schrieb in seinem Blog:

„Wie nicht anders zu erwarten und in diesem Blog mehrfach prognostiziert sollen digitale Gesundheitspässe als Voraussetzung für internationales Reisen zu einer Dauereinrichtung werden. Das haben die Regierungschefs der 20 wirtschaftsstärksten Länder (G20) auf ihrem Gipfeltreffen in Bali beschlossen. Langfristig dürfte das darauf hinauslaufen, dass die US-Regierung im Verein mit den US-IT-Konzernen zu einer globalen Super-Passbehörde wird.“

Häring ist noch deutlicher als TKP. Er schreibt, dass „digitale Impfzertifikate international dauerhaft genutzt werden, um Einschränkungen der Bewegungs- und der Reisefreiheit durchzusetzen.“ Die deutsche Bundesregierung habe der „Bali-Erklärung zugestimmt“. „Damit ist das Versprechen verbunden, dies zu unterstützen. Ein Mandat des Parlaments dafür hat sie nicht.“ Für die gesamte EU, also auch für Österreich, hat Ursula von der Leyen zugestimmt.

Kampf um soziale Transformation

Entscheidend dafür, wie die zukünftigen Reisevorschriften aussehen könnten, sind die Internationalen Gesundheitsvorschriften. Diese rechtlich bindenden Vorschriften stehen gerade vor einer tiefgreifenden Transformation, wie TKP am Freitag berichtet hat. Die Einheitlichkeit der Änderung dürfte aber durchaus umkämpft sein. Bei einem Treffen der Gesundheitsminister im Vorfeld der G20 sprach man davon, „die Autonomie der einzelnen Länder in föderativer Weise“ zu „respektieren“.

Kit Knightley vom „Off-Guardian“ schreibt von “Impfpässen, digitaler Währung und vielem mehr“, die sich die G20 „versprochen“ haben. Laut der britischen Information habe man sich zu jenen Punkten verpflichtet:

  • „Reform“ der Lebensmittelproduktion und -verteilung
  • Verstärkte Überwachung und Zensur von „Desinformationen“ im Internet
  • Erhöhung der globalen Abhängigkeit von „erneuerbaren“ Energiequellen
  • Programmierbare digitale Währungen einführen
  • Internationale digitale Impfpässe einführen

Der Off-Guardian lässt keinen Zweifel, was Punkt 23 der G20-Deklaration bedeuten soll: die Einführung von internationalen Impf-Reisepässen.

Auch wenn „Faktenchecker“ etwas anderes behauptet und die Versprechen der G20 zu relativieren versuchen, sind diese sehr ernst zu nehmen. Gerade in Bezug auf die aktuellen Verhandlungen innerhalb der WHO.

Entschieden ist allerdings noch nichts. Die G20 regieren nicht ohne die Gesellschaft, weder kann Bargeld abgeschafft noch Reise-Restriktionen eingeführt werden, wenn diese gesellschaftlich abgelehnt werden. Das ist alles andere als entschieden. Die Agenda von oben geht jedoch ohne Atempause weiter.

Bild European Union, EU Digital COVID Certificat – mobileCC BY 4.0

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13 Kommentare

  1. 4757 23. November 2022 at 12:11Antworten

    Robert Malone nimmt sich dem Thema in einem Substack-Beitrag an.
    Seine Bewertung – die stimmen dürfte: es bahnt sich ein „digitaler Gulag“ an.

    Die gesellschaftliche Ablehnung der digitalen Zertifikate wird immer dringlicher. Die Zusage der EU – ohne jegliches Mandat („wir wissen am besten was für euch gut ist“) ist ein Unding und ein Grund dem Laden komplett das Vetrauen und die Finanzierung zu entziehen. Wobei es zweifelhaft ist, dass die Nummer noch einmal zurückzudrehen ist. Das würde schon einen massiven Widerstand erfordern.

    Global News: A Global Passport for Vaccines and Carbon Tracking
    They’re Coming…

    Hieraus die ersten beiden Absätze:
    „Diese Vereinbarung wurde erst im Frühjahr 2021 kodifiziert. Dies wurde in einem Forbes-Artikel vom Mai 2021 mit dem Titel „Vaccine Passports: World’s 20 Biggest Economies Give Go-Ahead“. In diesem Artikel aus dem Jahr 2021 heißt es, dass: „Beim G20-Treffen, bei dem die größten Volkswirtschaften der Welt zusammenkommen, um Entscheidungen zu treffen, beschlossen die Mitglieder am Dienstag, sich für Impfpässe einzusetzen, um die globale Reise- und Tourismuswirtschaft anzukurbeln.“
    Irgendwie ist diese Entscheidung der G20, die vor mehr als 1,5 Jahren getroffen wurde, dass Impfpässe innerhalb kurzer Zeit obligatorisch werden sollen, der Aufmerksamkeit der Medien entgangen. Jetzt – natürlich – ist es fast eine vollendete Tatsache. Bemerkenswert ist, dass viele Länder inzwischen Hunderte von Millionen, wenn nicht gar Milliarden für die Entwicklung eines solchen Passes zugesagt haben.“

    https://rwmalonemd.substack.com/p/global-news-a-global-passport-for

  2. Hans Peter Hömstreit 20. November 2022 at 14:02Antworten

    Ein Bericht von mir darüber (Quelle TKP) führte zu einer 6 tägigen Sperre bei Facebook.

  3. Jan 19. November 2022 at 22:55Antworten

    Die Maßnahmen haben den Ölverbrauch drastisch gesenkt. Vor Corona hatte die IEA vor einem supply crunch gewarnt. Ein solcher hätte Panikreaktionen auf den Märkten ausgelöst. Eine Erschwerung von Fernreisen schlägt in die gleiche Kerbe.

    Die Übersterblichkeit ist massiv gestiegen. Sollte dies eine „Nebenwirkung“ der Spritzen sein und sollte diese über mehrere Jahre wirken, dürften die Bevölkerungen drastisch abnehmen. Dies ist grundsätzlich auch schon durch die Bevölkerungsentwicklung so angelegt. Schrumpfende Bevölkerungen führen selbstverständlich zu sinkenden BIPs und zu einer Kontraktion der Wirtschaft, möglicherweise auch zur Investitionsverweigerung, der man nur mit Negativzinsen oder „digitalem Euro“ begegnen könnte. Über die Unzufriedenheit der verarmenden Bevölkerung nicht zu reden. Eine höhere Übersterblichkeit führt natürlich zu einer Abmilderung, da Erbmassen auf eine verkleinerte Bevölkerung verteilt werden.

    Bei einem solchen Szenario, wenn man also von einer über Jahre sinkenden Bevölkerung ausgeht, könnte eine zentrale oder zentral gesteuerte und möglicherweise (über-)staatliche Lebensmittelproduktion und -Verteilung helfen, Ausfälle abzumildern, die durch das unkontrollierte Wegsterben dezentraler Produzenten entstehen.

    Eine solche zentrale Steuerung lässt sich natürlich autoritär missbrauchen – auch durch religiöse Fundamentalisten.

    Wenn die „citoyen“ irgendwie in die weitere Gestaltung ihrer Zukunft eingreifen möchten, reicht es nicht, sich zwischen Mainstream und gelenkter Opposition ins Schlachthaus treiben zu lassen.

    Dazu gehört dann auch, sich Realitäten zu stellen. Eine solche Realität ist die rapide sinkende Ölproduktion, hinter der komplexe naturgesetzliche, ökonometrische und geologische Gründe stehen. Sinkende Verfügbarkeit fossiler Brennstoffe führen in unserer Produktionsdynamik unweigerlich zu landwirtschaftlichen Defiziten und Hunger. Da helfen auch keine E-Autos und Solarzellen, nur die Umstellung auf Subsistenzwirtschaft, was natürlich Gartenarbeit der „citoyen“ erfprdern würde. Sinkende Ölproduktion führt außerdem zu einer Konzentration noch förderbarer Felder in bestimmten Staaten, die dadurch einen kompetetiven Vorteil im Wirtschaftlichen und auch im Militärischen haben (Waffenproduktion).

    Des Weiteren müssten wir uns eingestehen, dass wir den Klimawandel auch durch Schlachtung pupsender Kühe nicht werden verhindern können und daher mit dem Untergang betroffener Gebiete und entsprechender Migration werden umgehen müssen. So etwas lässt sich auch längerfristig planen.

    Es wäre an der Zeit, die wichtigen Themen zu debattieren, ansonsten die „andere Seite“ gewonnen hätte.

  4. Bettina 19. November 2022 at 18:32Antworten

    na eh ned … wie der Habeck … wenn sie nix verkaufen, sind sie nicht automatisch insolvent … immer nur beschwichtigen … rennen die Faktennixe eigentlich alle mit einem Knopf im Schädel rum? anders kann man den eigenen Schwachsinn, denn die da verzapfen, ja nicht mehr ertragen

    • Michael R 20. November 2022 at 12:21Antworten

      „Faktenchecker“ arbeiten im Auftrag ihrer jeweiligen Regierung. Von da werden sie finanziert, genau so wie von NGOs hinter denen wiederum Stiftungen stecken, die wiederum von Milliardären gegründet wurden.

  5. Glass Steagall Act 19. November 2022 at 17:59Antworten

    Die selbsternannten Eliten versuchen immer wieder andere Wege zu finden, bis sie mit ihrem Diktat durchkommen. Wer gedacht hat nach Covid ist Ruhe, der wird sich bald kräftig getäuscht sehen. Wenn die Masse mal nicht immer so naiv wäre, dann hätten wir diesen Zustand schon längst beenden können. Aber leider sind nur 10% bis 20% der Bevölkerung in der Lage, selbstständig und möglichst unabhängig zu denken. Der Rest lässt sich leider nach belieben lenken.

  6. Fritz Madersbacher 19. November 2022 at 13:32Antworten

    „Die G20 regieren nicht ohne die Gesellschaft, weder kann Bargeld abgeschafft noch Reise-Restriktionen eingeführt werden, wenn diese gesellschaftlich abgelehnt werden“
    Das ist der entscheidende Punkt, und er gilt für alle, nicht nur für die G20. Die Menschen, nicht irgendwelche „übermächtigen“ Figuren oder ominösen „Eliten“ (die keine sind), auch nicht Alexander „der Große“, „Charlemagne“ oder sonstwer sind die Triebkraft der Geschichte, ohne sie geht gar nichts. Sie können an jedem Punkt der Geschichte einer Entwicklung eine andere Richtung geben, wenn sie das wollen und sich die Ideen, die Organisation und den Mut dafür erarbeiten …

  7. Jens Tiefschneider 19. November 2022 at 13:06Antworten

    Es gibt keine Faktenchecker, nur Auftragskiller der Wahrheit.

    • Veron 19. November 2022 at 14:48Antworten

      Ach ja, die Faktenchecker .. .. sie zerren irgendwas hervor, was unklar formuliert ist oder angeblich aus dem Zusammenhang gerissen, womit schon bewiesen ist, dass die Alternativmedien falsch berichten. Oder sie finden einen Fachmann, der das Gegenteil behauptet .. .. ja klar sind die bezahlt. Ist ja wichtig, die Menschen zu beruhigen bzw. zu verunsichern, je nachdem. Mir reicht schon, was sie als Schlagzeile behaupten. Dann am besten das glauben, was angeblich widerlegt wurde .. ..

    • Jürgen R. 19. November 2022 at 20:48Antworten

      Man kann davon ausgehen, daß IMMER dann, wenn sogenannte „Faktenchecker“ tätig werden, das, was sie widerlegen wollen, hundertprozentig stimmt. Laut einem Gerichtsurteil müssen sie nicht einmal Fakten anführen, sondern ihre bloße Meinung, unabhängig von der Wahrheit, genügt. Ich habe für solche Menschen nur Verachtung übrig.

      • Pierre 20. November 2022 at 8:30

        Faktenchecker-Artikel sind für mich nur noch Indikatoren, dass der Mainstream das jeweilige Thema als „gefährlich“ genug ansieht, um seine Agenten loszuschicken und die Berichterstattung zu manipulieren.

        Es ist aber fast schon sinnlos, sich
        mit diesen Artikeln inhaltlich näher zu beschäftigen.

        Klar, es sollte eigentlich jeder Leser wissen, dass die Autoren Knechte sind, die im Auftrag das schreiben, was ihre Herren ihnen in die Feder diktieren.

        Aber je absurder die Manipulation und Verdrehung von Aussagen, desto eher wird es den Leuten klar, dass es hier nicht um das checken von Fakten geht.

        Man kann nur hoffen, dass Faktenchecker-Artikel bald wieder aus der Mode kommen.

      • Michael R 20. November 2022 at 12:30

        Bei mir bewirken die Faktenchecker genau das Gegenteil von dem, was sie beabsichtigen. Sie machen mich oft erst aufmerksam auf Sachverhalte, von denen ich vorher nichts wusste. So hatte die Techniker Krankenkasse ihre Versicherten angeschrieben, dass sie bei Corona Impfschäden nicht zahlen wird. Der FC wollte dies widerlegen, worauf die TK ihr Schreiben umformulierte. Wer mit juristischen Formulierungen umgehen kann, weiß, dass sich an der Schadensregulierung auch jetzt nichts ändern wird. Nur bedingte Marktzulassung – keine Leistung.

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