Erdogan, Zelensky und Guterres trafen sich zu Gesprächen in der Ukraine

19. August 2022von 2,6 Minuten Lesezeit

Die Gespräche drehten sich um Lösungen für den russisch-ukrainischen Konflikt, das Kernkraftwerk Saporischschja und den ukrainischen Getreideexport über das Schwarze Meer. Gaslieferungen, die weiter über die Türkei laufen, waren offenbar kein Thema.

Am 18. August traf der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Zelensky und Generalsekretär Antonio Guterres in Lwiw zusammen, um seine Unterstützung für die „territoriale Integrität und Souveränität“ der Ukraine zu bekunden.

Erdogan fügte hinzu, dass sie tragfähige Optionen zur Lösung des aktuellen Konflikts zwischen Kiew und Moskau erörterten und ihre Besorgnis über die Zusammenstöße rund um das ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja zum Ausdruck brachten.

„Wir haben unsere Besorgnis über den anhaltenden Konflikt um das Kernkraftwerk Saporischschja zum Ausdruck gebracht. Wir wollen kein neues Tschernobyl erleben“, sagte Recep Tayyip Erdogan nach dem trilateralen Treffen.

Erdogan betonte, dass dieses Treffen positive Auswirkungen haben werde und möglicherweise den Export ukrainischen Getreides über das Schwarze Meer in andere Teile der Welt ermöglichen werde.

Am 22. Juli hatten russische, ukrainische, türkische und UN-Beamte ein Vier-Parteien-Abkommen unterzeichnet, das die sichere Durchfahrt ukrainischer Getreideexporte durch das Schwarze Meer ermöglicht.

Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky würde das Abkommen die Ausfuhr von 20 Millionen Tonnen Getreide aus der Vorjahresernte im Wert von etwa 10 Milliarden Dollar freigeben. Neben Getreide sollen auch Sonnenblumenöl, Düngemittel und andere landwirtschaftliche und lebensmittelbezogene Produkte auf den Weltmarkt gebracht werden.

Das Abkommen würde die Nahrungsmittelkrise lindern, die auf eine Kombination aus beispiellosen Sanktionen gegen Russland und von den ukrainischen Streitkräften im Schwarzen Meer verlegten Seeminen zurückzuführen ist, die Handelsschiffe daran hindern, sicher in ukrainische Häfen einzulaufen.

Auf New Eastern Outlook wird von F. William Engdahl zum Getreideexport aus der Ukraine die Frage gestellt, wessen Getreide es ist, das da aus der Ukraine geliefert wird. In dem Artikel heißt es:

„Die große humanitäre Aufregung der letzten Wochen, in denen die sichere Verschiffung von ukrainischem Getreide zur Linderung der Hungerkrise in Afrika und anderswo gefordert wurde, ist in vielerlei Hinsicht irreführend. Nicht zuletzt geht es darum, wem das Land gehört, auf dem das Getreide angebaut wird, und ob es sich bei diesem Getreide tatsächlich um illegalen, patentierten GVO-Mais und andere Getreidesorten handelt. Das korrupte Zelenskyy-Regime hat im Stillen Geschäfte mit den großen GVO-Agrarunternehmen im Westen gemacht, die sich heimlich einige der produktivsten Anbauflächen der Welt unter den Nagel gerissen haben.“

Trotz der angeblichen Neutralität Ankaras in dem Konflikt ist das türkische Unternehmen Baykar Berichten zufolge dabei, auf ukrainischem Gebiet eine Fabrik zur Herstellung von Kampfdrohnen zu errichten.

Nach Angaben des ukrainischen Botschafters in der Türkei, Vasyl Bodnar, hat Baykar bereits Land gekauft, ein Unternehmen gegründet und soll Gerüchten zufolge trotz der Beziehungen Ankaras zu Moskau eine Fabrik errichten.

Bild von Christine Schmidt auf Pixabay

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2 Kommentare

  1. Taktgefühl 20. August 2022 at 4:02Antworten

    „Territoriale Integrität und Souveränität der Ukraine“ ist gleich die erste Lüge. Eine Ukraine, die in die EU und die Nato will, veräußert nicht nur die territoriale Integrität, sondern macht sich zum Marionetten-Staat. Die EU ist ein klassischer Überstaat, Europa wird internationalistisch regiert, Brüssel greift frech in die Souveränität der anderen Staat ein, es löst die Nationalstaaten auf.
    „Globalismus“ ist nur ein anderes Wort für „Internationalismus“, „Public Relations“ nur ein anderes Wort für „Propaganda“.
    Die Veräußerung territorialer Integrität fand schon mit dem Verkauf des Ackerlandes (Landgrabbing) an amerikanische, chinesische und andere Agrounternehmen statt.

    Alle Globalisten sind Lügner, also sind auch Zelensky und Guterres Lügner. Globalisten verraten das Volk, das Land, den Staat, das liegt in der Natur der Sache.
    Ob jemand lügt oder die Wahrheit sagt, kann man ganz leicht feststellen, wenn man schaut, ob er für oder gegen den Nationalstaat ist.

    Im Übrigen haben wir in der Familie, der Nachbarschaft, dem Bekanntenkreis, dem Landkreis ganz mit demselben Phänomen zu tun. Wer unaufgeräumt ist, überall seinen Mist abstellt, sich um keine Grenze schert und alles benutzt, als gehörte es zu seinem Haus, wer chronisch persönliche, private und rechtliche Grenze übertritt, ist ein Lügner, ein Globalist.
    Globalisten argumentieren gerne, wieso, die anderen tun das ja auch? Deshalb sammelt sich der Müll auf der Straße, in den Gräben, See, Wälder, Wiesen, Parks.

  2. Tony X 19. August 2022 at 14:09Antworten

    Auch der russische Geopolitik-Kanal Intel Slava Z hat bereits mehrmals Berichte veröffentlicht, wonach keine einzige der Getreidelieferungen Afrika als Ziel hatte.
    Es ist einfach unglaublich was in der Ukraine los ist – das Land ist von westlichen Milliardären, Konzernen und Politikern völlig ausgenommen worden.

    Ich kann übrigens sehr das aktuelle Interview von John Mark Dougan auf seinem YouTube Kanal empfehlen. Er ist als Journalist immer wieder im Donbass unterwegs.
    YouTube: „I took a liberal anti-war protester to see the truth in Donbas …“

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