Die Gewalttäter der Silvesternacht in Linz

Verfolgt man die Medienberichte über Silvester in Linz, kam es aufgrund gewaltbereiter Teilnehmer zu einer unruhigen Nacht für die Polizei. Da mir aber gerade die Linzer Szene als ausgesprochen friedlich bekannt ist, war es für mich ziemlich überraschend festzustellen, wer da u.a. kurzfristig verhaftet wurde. Zwei Betroffene kenne ich seit Jahren persönlich und sprach daher mit ihnen über die Ereignisse aus ihrer Perspektive.

Von Andrea Drescher

Die OÖ Nachrichten berichteten nach der Silversternacht u.a.: „Silvester-Demos in Linz: Elf Festnahmen und zahlreiche Anzeigen. Ein verletzter Polizist, elf Festnahmen, mehr als 40 Anzeigen, Sachbeschädigungen, Verkehrsblockaden, gefährliche Böllerschüsse: Mehr als 1500 Menschen sind zu Silvester in Linz auf die Straßen gegangen. Die Linzer Polizei zieht Bilanz über eine unruhige Nacht. … Auch ein Mann, der versuchte, die Menge gegen die Polizei aufzuhetzen und ein Mann, der einem Polizisten ins Gesicht schlagen wollte, wurden festgenommen.“

In OE24 war immerhin zu lesen, dass es nicht nur Verletzte unter den Polizisten gab. Das Medium titelt mit: „Polizist und Teilnehmer bei Corona-Demo verletzt“ und ging dann ebenfalls auf die Festnahmen ein. „Die Polizei hat bei zwei Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen zu Silvester in Linz elf Personen festgenommen, sieben wegen verwaltungsrechtlicher Delikte, vier Festnahmen erfolgten wegen des Verdachtes des Widerstands gegen die Staatsgewalt.“ 

So viel zur offiziellen Sicht. Zwei, der oben genannten „Personen“ sind Lukas und Alicia. Lukas, 35 Jahre alt, begegnete ich 2014 erstmals bei den Friedensmahnwachen. Ich schätze klare Kante und klare Positionen und er war mir persönlich daher in den Diskussionen manchmal fast schon zu verständnisvoll für Gedanken und Haltungen anderer – auch seitens des Staates. Eines war er aber definitiv immer: gewaltfrei und friedlich. Seit Mai 2020 war er als Kritiker der Corona-Maßnahmen aktiv. Zuerst bei den „Meditationen für die Freiheit“, dann beim „Fest Linz“ und beim „Schweigemarsch“. Er hatte aufgrund seiner deeskalierenden Art immer ein wahrnehmbar gutes Verhältnis zu den verschiedenen Einsatzleitern der Linzer Polizei. Auch Alicia kenne ich aus der Friedensbewegung. Die Mutter von zwei Kindern ist 36 Jahre alt und entspricht mit ihren 52kg bei ca. 170 Größe auch nicht dem Typus „gewaltbereiter Demonstrant“.

Die direkte Folge, die diese Silvesternacht für Lukas und Alicia hatte und die in einer Untersuchung im Kepler-Klinikum mündete, wurden mir von Beate, einer Krankenschwester, bestätigt, die am 1.1.2022 zufällig privat in der Notaufnahme war, als die beiden für eine Untersuchung dort eintrafen.

„Aufhetzen“ & erste Verhaftung

Wie kam es zur Verhaftung?

Lukas: Ich wurde festgenommen, weil ich mit Megaphon zur Polizei gesprochen und sie darauf hingewiesen habe, dass das Remonstrationsrecht auch eine Pflicht ist. Wenn sie Maßnahmen nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können, haben sie die Pflicht zu remonstrieren.

Du hast die Menge also nicht gegen die Polizei aufgehetzt?

Nein, ich habe zur Polizei gesprochen. Aufgehetzt habe ich sicher nicht, ich habe deeskaliert. Es gab davor eine Situation, wo neben dem Zug jemand festgenommen wurde und die Menge auf die Polizisten zugegangen ist. In dem Moment bin ich dazwischen und habe zur Menge gesagt: „Wir wissen nicht, was hier passiert ist, wir sprechen nicht die Sprache der Gewalt, denn die sprechen die sicher viel lauter. Wir sprechen die Sprache der Liebe.“ Das habe ich wortwörtlich gesagt. Aufhetzen tue ich niemanden.

Der Einsatzleiter ist dann an mich herangetreten und hat gesagt, wenn ich weiter durch das Megaphon spreche, werde ich festgenommen. Diese Drohung habe ich dann noch durchgesagt und habe in Richtung der Polizei wiederholt, „bitte überlegt euch das gut“. Aber dann habe ich nichts mehr gesagt, trotzdem ist kurz darauf die Polizei sehr explosiv in die Menge reingestürmt. Das erschien mir fast koordiniert. Mittlerweile habe ich mit anderen geredet, die auch vor Ort waren. Die haben erzählt, dass sie beobachtet haben, dass bei der Polizei kurz nach Mitternacht alle die Handschuhe angezogen hätten. Ich habe mich sofort mitnehmen lassen und bin mit ausgestreckten Armen von der Polizei auf die andere Seite vom Hauptplatz gebracht worden. Dort wurden mir sofort Handschellen angelegt. Währenddessen habe ich immer wieder zu den Polizisten gesagt, dass sie meiner Meinung nach nicht wissen, was sie da überhaupt tun.

Wie hast Du die Situation erlebt, Alicia?

Alicia: Das erste, was ich mitbekommen habe war, dass ich sah, wie Lukas mitgenommen wurde, nachdem er mit dem Megaphon eine Rede gehalten hat. Er wurde rausgezogen aus der Menge und ich beobachtete wie er ohne irgendwelche Gegenwehr von mehreren Polizisten über den Hauptplatz zum Rathaus gebracht wurde. Er wurde von unendlich vielen Beamten abgeschirmt, die rund um ihn standen. Ich sah nur, dass man ihn ans Auto lehnte, und wollte wissen, was los ist.

Ich habe mich an eine Polizistin gewandt und gefragt, was man ihm denn vorwerfen würde. Sie hat mir keine Antwort gegeben und nur weggeschaut. Daraufhin habe ich nochmals gefragt und bekam wieder keine Antwort. Als nächstes habe ich sie gefragt, warum sie mich denn nicht anschaut und was denn los sei. In dem Moment hat sie mich zwar angeschaut, aber wieder nicht geantwortet. Ich wollte einfach wissen, was er getan hat, denn er ist ja alles, nur nicht aggressiv. Auch ich bin sicher nicht aggressiv. Es war vielleicht lästig, immer wieder zu fragen, ich blieb aber ruhig. Tun konnte man ja nichts, aber ich war schon sehr aufgewühlt, weil es Lukas erwischt hat und bekam mit, dass es ihm nicht gut ging.

Gewaltbereite Täter?

Lukas, Du hast dich problemlos abführen lassen und Dir wurden Handschellen angelegt. Wie ging es dann weiter?

Lukas: Die Polizei blieb sehr grob, hat mir in den Handschellen die Gelenke verdreht, so brutal, dass ich immer noch kein Gefühl im Daumen habe, selbst jetzt, drei Tage später. Sie haben mich dann von dem Auto, wo mir die Handschellen angelegt wurden, zurück zu einer Glasfront gebracht. Der Druck auf meine Handgelenke wurde immer härter. So heftig, dass ich dann mit dem Kopf unkontrolliert herumschlug und mir dabei an der Glasscheibe die Stirn verletzt habe. Ich habe aus vollem Hals geschrien, weil ich wirklich gedacht habe, mir wird das Handgelenk gebrochen. Ich habe einen solchen Schmerz noch nie gespürt, das war unglaublich.

Ich kann mir vorstellen, dass man vielleicht bei jemandem, der gewalttätig war, etwas härter durchgreift. Aber wenn jemand wie ich null Gewalt ausgeübt hat und sogar mit dem Megaphon davor deeskalierend wirkte, verstehe ich es überhaupt nicht. Warum fügt man jemanden Schmerzen zu, der bereits festgesetzt und mit Handschellen bewegungsunfähig gemacht wurde? Die haben aber einfach nicht aufgehört. Ich wurde mit den Handschellen am Rücken noch auf den Boden gerissen. Dann sind mehrere Polizisten auf mir gekniet, haben mich am Boden fixiert und mir die Hände so verdreht, dass ich wirklich nicht mehr machen konnte außer zu schreien. Ich habe solche Schmerzen gespürt, dass ich von dem ganzen Tumult fast nichts wahrgenommen habe. Meine Brille ist dabei zerbrochen. Wie genau, weiß ich jetzt auch nicht. Auf jeden Fall ist der Bügel abgebrochen.

Ich bin immer noch fassungslos, mit welcher Brutalität da vorgegangen wurde, obwohl ich niemanden angegriffen habe.

Die Polizei wurde auch Dir gegenüber gewalttätig, Alicia?

Alicia: Ja, ich wurde von einem jungen Polizisten niedergeworfen. Meine Knie sind aufgeschürft. Dann wurde ich wieder hochgenommen und an die Wand gepresst. Ich habe mich nicht gewehrt, im Gegenteil. Ich habe lockergelassen, habe überhaupt keine Gegenwehr geleistet, in der festen Überzeugung, dass mir dann nichts passieren wird. Aber das hat mir nicht geholfen. Da die mich so heftig gegen die Wand gedrückt haben, habe ich ein Hämatom am Kinn. Ich durfte auch nur in eine Richtung schauen, was dazu geführt hat, dass ich wieder Probleme mit dem Genick habe. Und ich wurde, obwohl ich völlig friedlich war, mit Handschellen am Rücken fixiert. Dann hat der Polizist mir auch noch beide Handgelenke nach oben gedreht, so dass ich immer noch schmerzhafte blaue Flecken und Schwellungen habe.

Ich habe den Polizisten dann gefragt, ob es ihm Spaß machen würde, mir weh zu tun und bekam die erschreckende Antwort „Ja“. Leider habe ich dafür keine Zeugen. Vielleicht hat es der, den sie zwei Meter neben mir in der Mangel hatten, auch gehört. Wir waren total abgeschirmt, umzingelt von einer Wand von Polizei. Nebendran gellten die Schmerzensschreie von Lukas, der einmal extrem geschrien hat. Da haben sie ihm wohl die Hände abgeklemmt. Mir hat die Body-Cam gefehlt. Solche Situationen muss man wirklich heimlich mitfilmen. Das glaubt einem ja keiner.

Wie ging es dann weiter?

Alicia: Am Ende hieß es, man würde mich ausnahmsweise gehen lassen, wenn ich versprechen würde, dass ich jetzt ‚brav sein‘ und die Demonstration verlassen werde. Der Polizist meinte, ich solle halt nicht auf Demos gehen. Da ich freigelassen werden wollte, habe ich denen gesagt, was sie hören wollten. Und bin natürlich nicht heimgegangen. Ich wollte Lukas ja nicht allein lassen. Einen der Polizisten habe ich noch gefragt, ob er seine Freundin allein lassen würde, wenn die in so einer Situation stecken würde. Als ich endlich draußen war, haben sie mich völlig in Ruhe gelassen. Wir haben dann noch einen Sprechchor veranstaltet: „Lukas, wir sind bei Dir“ – aber mehr konnten wir nicht tun. Die haben ihn dann einfach mitgenommen und auf einmal war der ganze Spuk vorbei. Fast die gesamte Polizei war auf einmal weg und es wurde sogar noch Musik gespielt.

Lukas: Ich wurde ins Polizei-Anhaltezentrum in die Nietzsche Straße gebracht. Dort verhielten sich die Beamten korrekt. Ich wurde von einem Arzt untersucht und meine Wunden wurden gereinigt. Die Beamten, die die Zellen betreuen, haben sich auch sehr menschlich verhalten. Da hat es keine Probleme in irgendeiner Form gegeben. Auch die Kripo-Beamten, die mich am nächsten Tag befragt haben, waren sachlich und korrekt. Ich war echt froh, dass die Brutalität ein Ende hatte.

Im Krankenhaus

Beate, selbst von Beruf Krankenschwester, war zufällig als Begleitperson mit einem Freund im Krankenhaus, als Lukas und Alicia am 1.1. nachmittags bei der Unfallambulanz eintrafen. Hier ihr kurzer Bericht:

Können Sie kurz schildern, was Sie beobachtet haben?

Beate: Als ich die beiden sah, hatte ich den Eindruck, dass sie einen Autounfall gehabt haben müssten und mit dem Kopf aufgeprallt waren. Sie sahen beide ziemlich mitgenommen aus, griffen sich immer wieder an Hals und Schulter und hatten offensichtlich Schmerzen. Ich kenne Lukas von den Demos, hatte aber nicht mitbekommen, dass er am 31.12 verhaftet worden war. Ich habe ihn daher angesprochen und gefragt, was los ist. Er hat mir dann die Geschichte seiner Verhaftung erzählt und ich war ziemlich entsetzt, wie er von nahem aussah.

Was haben Sie beobachtet?

Beate: Er hatte im Gesicht und an der Stirn Abschürfungen und einige blaue Flecken. Auch seine Hände sahen ziemlich übel aus. Und eben Schmerzen im Halsbereich. Er war dann gut eine halbe Stunde beim Arzt. Ich hoffe, alles wurde sauber dokumentiert.

Als Krankenschwester sind Sie ja einiges gewohnt?

Beate: Ja. Ich werde nicht sehr schnell nervös, aber das war wirklich unschön. Auch die Hände von Alicia waren blau. Ich habe beiden gesagt, dass sie selbst Fotos machen sollen für den Fall der Fälle. Beide standen irgendwie neben sich – wie in Trance. Lukas war wohl kurz vorher erst aus dem Gefängnis entlassen worden und auch für Alicia war es das erste Mal in Handschellen. Das macht etwas mit den Menschen. Der Schockzustand war für mich deutlich zu spüren.

Wann seid Ihr in die Klinik gefahren?

Alicia: Wir haben Lukas am nächsten Tag nachmittags abgeholt. Erst wollten sie uns nicht zu ihm lassen, aber 10 Minuten nachdem wir die Nietzsche Straße verlassen hatten, rief er an und wir sind direkt ins AKH gefahren. Wir wurden beide untersucht. Mich haben sie geröntgt und auch Fotos von Kinn und Handgelenk gemacht. Gottseidank sieht man im Genick nichts, aber meine Probleme, die ich mithilfe von Übungen schon los war, sind wieder da. Jetzt ist es sogar noch schlimmer geworden und ich habe fast ständig Schmerzen. Die Handgelenke sind wieder ok.

Und was haben die Ärzte mit Dir gemacht, Lukas?

Lukas: Meine Verletzungen an den Handgelenken und an der Stirn wurden dokumentiert, die Wunde am Kopf war nicht mehr zu versorgen. Das hatte der Arzt in der Nietzsche-Straße erledigt. Man stellte gerötete aufgeschürfte Handgelenke, Blutergüsse an der Stirn, eine Platzwunde und den tauben Daumen fest.

Das Nachspiel

Gegen Euch beide wurde Anzeige erstattet. Was wirft man Euch vor?

Alicia: Mir wird vorgeworfen, „ihr Arschlöcher“ gesagt zu haben. Das schließe ich aber aus. Ich war echt ruhig, habe immer wieder versucht zu deeskalieren. Ich habe aber selbst Anzeige gegen die Polizei wegen Körperverletzung erstattet. Auch wenn ich vielleicht keine Chance gegen die Polizei habe, es ist besser, wenigstens ein Zeichen zu setzen als nichts zu tun. Das war nicht die Linzer Polizei, die ich sonst von den Demos kenne. Die waren von sich aus extrem aggressiv.

Lukas: Ich soll einen Polizisten angegriffen haben, was ja dann strafrechtlich relevant wäre, aber es ist mir ein Rätsel, wie ich das gemacht haben soll? Es gibt ausreichend Videomaterial, das zeigt, dass ich mich friedlich habe abführen lassen. Ich habe keinen Hauch von Widerstand geleistet, habe mich anstandslos mitnehmen lassen und wurde sofort fixiert. Also kann ich eigentlich rein physikalisch niemanden angegriffen haben. Aber ich will gar nicht spekulieren, wie das möglich gewesen sein soll. Ich bin einfach fassungslos, wie ungeschickt die sich verhalten. Ich verstehe nicht, was sie damit erreichen wollen. Damit schneiden sie sich doch ins eigene Fleisch. Die Anzeigen gegen mich sind völlig absurd. Dass ich friedlich bin, kann man anhand der Videos sehen. Für mich ist Gewaltlosigkeit nicht nur meine persönliche Überzeugung. Für mich ist Gewaltlosigkeit auch Strategie und Taktik, da sie viel effektiver als Gewalt ist. Für mich steht es völlig außer Frage, dass ich Polizisten angreife.

Ich werde jetzt Anzeige, Dienstaufsichtsbeschwerde und Maßnahmenbeschwerde erstatten, stehe bereits mit mehreren Anwälten in Verbindung. Zunächst gegen Unbekannt, da ich nicht weiß, wer hinter mir so gewalttätig war. Nicht mal die Einheit kenne ich. Aber wir haben Videos aus gefühlt 20 Perspektiven, da wird herauszukriegen sein, wer das war. Es wird vielleicht nicht leicht sein, eine Anzeige gegen Polizisten durchzubringen, aber bei dem Videomaterial bin ich zuversichtlich, dass ich mit der Anzeige durchkommen werde.

Wie geht es Euch denn jetzt psychisch?

Alicia: Ich weiß es nicht. Ich bin noch gar nicht wieder in der Normalität angekommen. Mein Weltbild hat das, was an Silvester passiert ist, sehr verändert. Ich habe immer geglaubt, dass Polizisten nur brutal werden, wenn sich Demonstranten latent aggressiv verhalten oder irgendwas Gewalttätiges tun. Aber scheinbar ist das anders. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass die so aggressiv sein können. Diese Gewalt, diese Grobheit und das völlig ohne Widerstand! Die wollten wohl ein Exempel statuieren. Und das bei uns in Österreich! Hätte mir das letztes Jahr jemand erzählt, hätte ich den für verrückt erklärt, aber jetzt?

Lukas: Ich bin auch immer noch hauptsächlich fassungslos wegen der Brutalität. Das beschäftigt mich sehr. Ich habe immer befürchtet, dass auch ich mal verhaftet werde, nachdem ich ja schon lange auf Demonstrationen aktiv bin, aber dass sie mich misshandeln, hätte ich nicht erwartet. Ich werde mich dadurch nicht unterkriegen lassen, sondern weiter für mein Recht kämpfen. Es geht um unser aller Recht. So etwas darf man nicht zur Normalität werden lassen, denn dann haben wir verloren. Das ist ein Weg, den wir in Österreich nicht gehen wollen. Ein derartiges Verhalten erwarte ich von Nordkorea, aber nicht von Österreich. Die Richter müssen das verurteilen, davon bin ich überzeugt.

Gewalt muss geahndet werden

Ich kann nur hoffen, dass Lukas recht hat und die Judikative in Österreich ihrer Aufgabe gerecht wird.

Es steht außer Frage, dass Gewalt auf Demonstrationen geahndet werden muss. Niemand will, dass Autos abgefackelt, Schaufenster demoliert oder gar Plünderungen durchgeführt werden, wie man sie z.B. bei „Black Lives Matter“-Demonstrationen in den USA im Fernsehen verfolgen musste. Diese Zustände darf es nicht geben.

Um das zu vermeiden, darf es aber auch keine Übergriffe seitens der Polizei gegen Menschen geben, die ihre Rechte wahrnehmen. Die Tötung von George Floyd am 25. Mai 2020 in Mineapolis durch den Polizeibeamten Derek Chauvin war der Auslöser für die anschließenden Gewaltexzesse auf BLM-Demonstrationen.

Im Vergleich zu Demonstrationen in Deutschland oder gar USA sind derartige Übergriffe auf österreichischen Demonstrationen bisher etwas Ungewöhnliches. Gewalt muss ein Einzelfall bleiben, Gewalttäter müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Auf beiden Seiten.


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18 Kommentare zu „Die Gewalttäter der Silvesternacht in Linz

  1. Es sei schon bemerkenswert, dass die Polizei (Teil der Exekutive) in der freiheitlichen Demokratie Pläne erfüllen muss, um ihr Dasein mit dem Nachweis durch ihre Statistik zu begründen.

    ⚅ Wir dürfen Mechanismen der Mächte erkennen, um darin das Selbe, des Schallplatte hören, sehen zu können.

    Die vierte Macht im Staate (Medien) sein bei ihrer Planerfüllung der Kooperation nur noch flexibler und kreativer. – Um Zusammenrottungen (z.B. private Fanparties) zu vermeiden, werden gewisse Event-Fernsehsendungen, ohne direkte Ankündigungen im Programmheft, in der Nacht „rein zufällig“ ausgestrahlt.

    Es ginge immer um öffentlich-rechtliche Ordnung, man könne den Erfüllungsgrad MESSEN. – Die „juristische“ TECHNIK von HD-Kameras „hilft“ dabei. WER WILL PRIMÄR MILLIARDEN VON KAMERAS VERKAUFEN? – Sie oder er heißen irgendetwas mit „…list…“.

  2. „““Ich habe immer geglaubt, dass Polizisten nur brutal werden, wenn sich Demonstranten latent aggressiv verhalten oder irgendwas Gewalttätiges tun. Aber scheinbar ist das anders. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass die so aggressiv sein können. Diese Gewalt, diese Grobheit und das völlig ohne Widerstand!“““

    Die Polizei ist inzwischen wie das Militär organisiert.
    Die „kämpfenden“ Truppen werden dann eingesetzt wenn zu erwarten sein könnte dass es Aufstände gibt. Die suchen sich aus der Masse ein paar heraus von denen sie annehmen dass Gefahr drohen könnte. Wobei Gefahr so zu verstehen ist dass diese gegen das derzeitige System vorgeht. Das war ja eindeutig der Fall mit dem Hinweis zu remonstrieren.

    Diese Einsatztruppen sind meist aus einer anderen Geographie. Es sind besonders ausgebildete die nur das eine beherrschen was sie auch machen.

    Die „Friedenstruppen“ sind die die bei Demonstrationen ruhig zusehen und still bleiben.

    Das System der Mehrschichtigkeit ist in Frankreich sehr gut zu beobachten! PoliceGendarmerie

    Das derzeitige Regierungssystem und da alle Parteien, denn auch die FPÖ hat im März 2020 der Aushebelung der Verfassung zugestimmt sonst wäre all das nicht möglich ist marode!

    Ein Herrscher finanziert immer beide Seite so bleibt er auch immer Gewinner. Die Herrscher sind nicht unsere österreichischen Figuranten.

    Kurz hat es ja auf den Punkt gebracht: „Strikte Observanz!“, „Message control“ eine uralte Methode der Beeinflußung kommt aus einem katholischen Orden! Sehr viele Medien spielen mit weil sie müssen sonst wären sie weg.

    Doch wie kommen wie aus dem Ganzen wieder heraus wenn sich gut 2/3 der Bevölkerung und mehr der Macht treu ergeben?

    Spaziergänge sind eine Möglichkeit solange sie friedlich sind und von eigenen Personen via Video überwacht werden. Lautes SCHWEIGEN in der Öffentlichkeit mit einem LÄCHELN dazu verunsichert die Gegner.

    1. „Lautes SCHWEIGEN in der Öffentlichkeit mit einem LÄCHELN dazu verunsichert die Gegner.“
      Ja, das ist die beste Vorgehensweise, mMn.

      Ein Sinn sehe ich in der´m Benehme dieser „Polizei“-Einheiten darin, Gegengewalt zu erzeugen. Weiterhin, wenn man die Lage weiter denkt, einen Bürgerkrieg. Vielleicht nicht bekannt, aber sowohl in AT als auch in DE sind viele Waffen ungter der Bevolkerung vorhanden.

    2. Es gab und gibt immer wieder Übergriffe der brutalsten Art, selbst erlebt und auch bei Freunden, scheinbar sind immer wieder ein paar Sadisten dabei, die damit Freude haben, schlimm dabei ist, das Kollegen sie abschirmen und schützen!

  3. Ich habe Ähnliches in Dresden erlebt. Ich bin zu einem Montagsspaziergang am 27. Dezember gegangen, locker versammelte Menschen, mit großen Abständen, es waren ca. 300 – 500 Leute (geschätzt), die friedlich auf dem Fußgang spazierten – ohne Plakate, ohne Parolen, lediglich einige hatten ein Licht dabei.

    Die Polizei erschien mit lauten Tamtam (Blaulicht und Sirene) und einem großen Aufgebot, gesehen habe ich allein 8 Wägen, diese versuchten dem Zug den Weg abzuschneiden, so dass die Menge in eine Seitenstraße auswich. Dort liefen sie in die Falle: Die Polizei sperrte mit 2 Wägen von hinten ab und kesselte die Menge mit zwei Wägen, die urplötzlich vorfuhren und die Straße von vorn absperrten, ein. Erst dann waren die Sicherheitsabstände zwischen den Menschen nicht mehr gegeben. Die Polizei nahm dann Personalien auf, ich hörte dann laute Rufe „Frieden, Freiheit, keine Diktatur“ und mehrere Hilferufe, anschließend „Schämt-euch-Rufe“ zur Polizei, viele Menschen versuchten in Panik der Einkesselung zu entkommen. Eine Frau bestätigte mir: „Wir sind absolut friedlich die Straße entlanggelaufen, die POLIZEI hat provoziert! Erst dann wurde es aggressiv, sie haben sogar Tränengas versprüht!“

    In den Presseberichten steht genau das Gegenteil der Wahrheit, die Demonstration sei eskaliert, Passanten hätten die Polizei angegriffen etc…

    Ich bin entsetzt und habe mich an die örtliche Presse gewandt, ebenso an den Ministerpräsidenten des Landes Sachsen. So etwas ist einfach nicht hinnehmbar!

    1. @Mammalina

      Wenn etwas nicht passt, dann wird es passend gemacht. [So unvorsichtig ist Mensch.]

      Der „Goldene Reiter“ in Dresden, August der Starke: Ihm war im Winter immer die Frauenkirche zu kalt. Er schickte schon Stunden vorher Militär als 37°C warme „Öfen“ dort hinein.

      IST DOCH PRAKTISCH, UM DAMIT EINEN 20-EURO-GUTSCHEIN GEWINNEN ZU KÖNNEN, ODER?

      Wir blieben uns recht treu.

  4. Die Gewalt geht auch in Deutschland immer von der Polizei aus (oder der Antifa). Ich habe das bei allen großen Demos in Berlin sehr genau beobachten können. Am 1.8.20 wurde die Bühne gestürmt und Teilnehmer z.T. brutal misshandelt. Die Demo war genehmigt, auch die Bühne. In den Abendstunden stürmten immer wieder Polizei-Rudel friedliche Versammlungen, die diskutierten oder Musik machten und scheuchten sie mit Androhung von Schlagstock-Gewalt auseinander. Journalisten wurden wahllos verhaftet, weil sie ihren Job machten. Am 1.8.21 war es sogar noch brutaler. Da habe ich beobachtet, wie extrem aggressive Polizisten Einzelne aus der Menge singender und „Frieden, Freiheit, Demokratie“ skalierenden Demonstranten herauszogen, sie brutal malträtierten (einem wurde obendrein sein Fahrrad zertreten) und sich dann wieder hinter ihre eigenen Linien zurückzogen. In der Einkaufsstrasse „Unter den Linden“ wurde ein Demonstrant von einem Polizisten durch eine Schaufensterscheibe gestoßen und dabei schwer verletzt. Polizeistaat, anders kann man das nicht mehr nennen. Gedeckt werden diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit und die Verfassung durch Hygiene-Faschisten wie Merkel, Söder, Kretschmer und Weiler, um nur die Skrupellosesten zu nennen. Mit den neuen Corona-Nazis im deutschen Bundestag wird es nicht besser werden, im Gegenteil. Die kennen nach eigener Aussage keinen roten Linien mehr, ausser denen, die sie selber ziehen. Um sich selbst.

    1. „Gedeckt werden diese Verbrechen …“
      vor Allem durch die korrupten Juristen (Staatsanwaltschaft usw).
      Sowohl Politiker als auch Juristen sind zu entfernen vom Dienst.

  5. Noch ein PS zu Lucas „Die Richter müssen das verurteilen, davon bin ich überzeugt.“

    Das ist meine Befürchtung, dass hier kein Richter den Mut haben wird, diese Dinge zu stoppen, genauso wenig, wenn es um Klagen gegen die Zwangsimpfung geht, sie riskieren hier u. U. ihr Leben!
    Eine Ärztin in Deutschland, die Impfunfähigkeitsbescheinigungen (nur vorläufige!) ausstellt für Personen, die auf diese Impfstoffe womöglich allergisch reagieren, hat bereits MORDDROHUNGEN bekommen.
    Das Thema ist politisch derart aufgeheizt, dass es hier schon lange nicht mehr um Krankheit oder Gesundheit geht, sondern nur noch um Diktatur, Macht und Geld. Die Vernunft hat dabei ausgedient, und die Verantwortlichen in der Politik sind nicht mehr für Argumente zugänglich.
    Je mehr Menschen da mitmachen (und das sind – leider – viel zuviele), desto schwieriger wird der Weg dort heraus werden, das hatten wir schon einmal…… Viele sind ins Exil gegangen, um der Gewalt zu entkommen, und vielleicht ist das auch heute der letzte gangbare Weg.

  6. Erschütternd, aber mE erst der Anfang. Politik und Polizei wissen, dass sie zur Rechenschaft gezogen werden würden, wenn sie den friedlichen Protesten Raum geben würden.

    Der Rekurs auf G Floyd ist hier allerdings mE komplett fehl am Platz. Der Typ war ein gewalttätiger Schwerkrimineller,, der auch mal einer Schwangeren die Waffe an den Bauch hält, der sich seiner Verhaftung widersetzt hat. Im übrigen vollgepumt mit Drogen, die den Atemstillstand verursacht haben. Anders formuliert – der Typ wäre auch ohne Festnahme verstorben.

  7. „Im Vergleich zu Demonstrationen in Deutschland oder gar USA sind derartige Übergriffe auf österreichischen Demonstrationen bisher etwas Ungewöhnliches.“

    also als jemand, der sich zum….sagen wir mal….linken flügel des politischen spektrums zählt und der ich mich vor den demos gegen den corona-irrsinn viele jahre lang an vielen demos mit vorwiegend links der mitte stehenden teilnehmerInnen mitbeteiligt habe, stimme ich dieser aussage nicht ganz zu. so ganz ungewöhnlich waren auch früher solche übergriffe nicht.

    wobei ich mich andererseits klar gegen sippenhaftung ausspreche. viele polizistInnen sind menschen wie du und ich, die sehr zivilisiert ihren job machen. aber leute, die für solche übergriffe verantwortlich sind, haben im polizeidienst einfach nichts verloren (egal, ob solche übergriffe gegenüber linken, mittigen, rechten oder querdenkerischen demonstrantInnen passieren).

    hoffe, den beiden polizeigewaltopfern geht es mittlerweile besser…

    1. @Fritz Madersbacher

      … und der Mensch könne Geduld nicht, weil sein Leben endlich ist. – Der illusionäre Narzissmus des Menschen darf blühen.

      Ich empfehle Fjodor Michailowitsch Dostojewskis „Hundertjährige“.

      Der erhaltene letzte Groschen möge für Pfefferkuchen für die Kinder draufgehen. – Der Pfefferkuchen sei sie.

      Könnte beim Menschen der Groschen fallen? – „Ich lache herzhaft.“

  8. Meine Lehre aus dieser Geschichte und auch von vielen Videos die ich gesehen habe: Maximalen Widerstand leisten und die Polizisten richtig angreifen. Nichts zu tun schützt einen nicht, im gegenteil und eine Anzeige bekommt man sowieso obendrauf, auch wenn man keinen Widerstand geleistet hat.
    Lieber bin ich auf der Anklagebank als in der Notaufnahme.

    Abgesehen davon. Bei den ausländischen Jugendlichen während einer illegalen Sylvester-Feier sind die Polizisten abgezogen, richtig verängstigt abgezogen. Das ist die Sprache die sie verstehen. Nochmals: Passiv sich verhaften lassen birgt die grosse Gefahr verletzt zu werden, je nach dem irreparabel.

Wir freuen uns über jeden Kommentar, aber ersuchen einige Regeln zu beachten: Bitte bleiben wir respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe, keine (Ab-)Wertungen und bitte auch keine Video-Links und Texte mit roten Rufzeichen. Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.