Starmer tritt zurück – Labour wieder am Abgrund

22. Juni 2026von 2,4 Minuten Lesezeit

Es ist ein großer und lauter Abgang eines gescheiterten Träumers: Keir Starmer verabschiedet sich als Labour-Chef und als britischer Premier. Ändern wird sich an der herrschenden Politik nichts. Man könnte mit sarkastischem Unterton fragen: Wird Labour nun von einem muslimischen Pakistani übernommen?

Am Montag hat Keir Starmer offiziell seinen Rücktritt als britischer Premierminister und Labour-Chef verkündet, nachdem Donald Trump es schon am Sonntag der Welt erklärt hatte. Seine Partei wollte ihn nicht mehr, und nun geht er, nachdem er eigentlich die ganzen zwei Jahre seiner Amtszeit unter Druck stand. Es ist der sechste britische Premier in nur zehn Jahren – auch daran ist zu sehen, wie sehr das Tory-Labour-Parteisystem wankt.

Offiziell hat Starmers Abgang nichts mit unfassbaren Enthüllungen rund um die pakistanischen Rape-Gangs in UK zu tun. Inoffiziell dürfte das aber wohl anders aussehen. Schon im Mai erlebte die rechte Opposition einen Erdrutschsieg bei den Kommunalwahlen, Labour erlebte ein historisches Debakel. Umfragetiefs, interne Revolten, Ministerrücktritte und über 95 Abgeordnete forderten einen Zeitplan für seinen Abgang. Dazu kamen Skandale, U-Turns bei der Einwanderung, steigende Lebenshaltungskosten und eine Wirtschaft, die nicht so recht anspringen wollte.

Der eigentliche Todesstoß kam ausgerechnet von seinem alten Rivalen Andy Burnham. Der ehemalige Bürgermeister von Greater Manchester gewann am 18. Juni mit großem Vorsprung ein Nachwahl-Mandat und ist damit zurück im Unterhaus. Er sägte ganz laut und deutlich an Starmers Sessel. Labour wird sich also nicht weiter „diversifizieren“, wie es die Linke etwa in New York gezeigt hat und dort mit Mamdani einen bekennenden Muslim übernehmen lassen hat. Der Labour-Chef dürfte weiß und nicht-islamisch bleiben.

Labour, das noch vor zwei Jahren als strahlender Retter gefeiert wurde, ist zurück am Boden. Die Partei hat nach dem großen Sieg von 2024 schon wieder alles verspielt. Zuwanderung, Digitalisierung, Annäherung an die EU, Krieg gegen Russland: Die Briten wählten immer weiter rechts. Reform UK von Nigel Farage schockt das Zweiparteiensystem, und mit „Restore Britain“ gibt es sogar noch eine weitere rechte Oppositionspartei.

Die Labour-Führungswahl startet im Juli. Burnham gilt als klarer Favorit. Bis dahin bleibt Starmer als Übergangspremier – als politischer Platzhalter. Das Vereinigte Königreich dürfte sich für Wochen gelähmt haben. Reform UK fordert bereits Neuwahlen. Labour wird das nicht so schnell zulassen, denn die Partei ist im Umfragetief mit wenig Aussicht auf Änderung. Auch für Brüssel ist der Abgang von Starmer ein Dämpfer, er war der beste Mann der EU in London seit dem Brexit. Vor allem einen Rechtsruck in UK dürfte man in Brüssel erheblich fürchten.

Bild Number 10Prime Minister Keir Starmer visits submarine (55217493311)CC BY 4.0

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6 Kommentare

  1. Daisy 22. Juni 2026 um 19:27 Uhr - Antworten

    Damit ändert sich nichts, evtl. die Umfragewerte, weil die Leute zum sch. zbled san.

    • Varus 23. Juni 2026 um 3:08 Uhr - Antworten

      Juri Podoljaka erwartet auf Telegram, dass der Nachfolger weitermachen wird, wie vom Deep State vorgegeben – inklusive Russenhass. Sanya po Floridie hofft auf Rutube, dass der Nachfolger sich mehr mit innerem Kram befassen wird – ist er als Halb-Westler mit Wohnort in Florida etwas naiver?

  2. local.man 22. Juni 2026 um 19:19 Uhr - Antworten

    Da die Politik die Unterhaltungsindustrie der Konzerne bzw. der besitzenden Schicht ist, spielt das eh keine Rolle.
    Es werden nur Marionetten getauscht, aber das System selbst steht so sicher wie noch nie da, da das Volk gar keine Macht ausübt, außer in ihrem Glauben und Träumen.

    Ok dann ist diese Person weg.. Eine andere Partei, also andere Lokführer auf einem Zug der auf einem Gleis immer weiter geradeaus fährt, ersetzt den alten Lokführer. Das wars… Der Zug fährt weiter hin zu den Meilensteinen, Agenden und Zielen der immergleichen Herrschenden.. Belanglos.. wichtig ist die Frage, wir bekommen wir diesen Zug unter Kontrolle, lenken ihn au ein anderes Gleis, oder stoppen ihn wenigstens erstmal..

  3. Der alte Marxist 22. Juni 2026 um 15:47 Uhr - Antworten

    So groß war der Labour-Sieg von 2024 gar nicht. Prozentuell haben sie kaum gewonnen. Aufgrund des Absturzes der Konservativen (ca. -20%) war nur der Mandatsgewinn – aufgrund des Wahlrechtes – beeindruckend. Nun geht es aber im Sturzflug nach unten – von ca. 34% auf 20% oder sogar weniger. Das haben sie sich redlich verdient. Nicht zuletzt aufgrund der kriminellen Machenschaften in der Ukraine.

  4. Varus 22. Juni 2026 um 15:04 Uhr - Antworten

    Die britische Katze-im-Sack-Demokratur lässt Parteimarken wählen, nicht Inhalte.

    Wofür Tories und Labour beide stehen, dürfte längst bekannt sein. Und dann im Artikel: „… Der ehemalige Bürgermeister von Greater Manchester gewann am 18. Juni mit großem Vorsprung ein Nachwahl-Mandat und ist damit zurück im Unterhaus. …“ – Offenbar gefällt es den Britenden:innen.

    Kann es noch wundern, dass nichtwestliche Völker den westeuropäischen dekadenten Trott für „minderwertige Kultur“ halten, wie ich vor mittlerweile 3 Wochen aus einem TKP-Artikel zitiert habe? Möchte noch jemand leugnen, dass die Prächtigen Westler sich derartige Ansicht redlich verdienen?

  5. Jan 22. Juni 2026 um 13:36 Uhr - Antworten

    Ein Fanal für die Partei von Kalle Nebenwirkungsfrei und die des Wahrheitskanzlers!

    Leider wird der Rücktritt nicht zu Neuwahlen führen, sondern zu einem fliegenden Wechsel. Die britische Katze-im-Sack-Demokratur lässt Parteimarken wählen, nicht Inhalte. Wie kann der Souverän so Einfluss auf die Politik nehmen?

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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