Antikörper Tests und Studien zeigen geringe Covid-19 Letalität

Ursprünglich war eine Letalität der durch das neue Coronavirus hervorgerufenen Erkrankungen im Bereich von 3% befürchtet worden. Diese Zahl wurde immer weiter nach unten korrigiert, im Durchschnitt liegen die Ergebnisse nun bei 0,20%, ähnlich wie bei einer stärkeren Grippe.

Eine neue Übersicht aller bisherigen PCR- und Antikörper-Studien zeigt, dass der Medianwert der Covid-19-Letalität (IFR) bei 0.20% und damit im Bereich einer starken Influenza liegt. Erfasst wurden insgesamt 47 Studien und daraus der Median-Wert errechnet.

Antikörper Studien ergeben tiefe Werte

Die tatsächliche Zahl der Infektionen war bisher unbekannt. Erste Hinweise zeigten jedoch, dass es sehr viel mehr Infizierte geben musste, als in den Berichten der Gesundheitsbehörden enthalten waren. Es fehlten auch bisher Antikörper Studien in größerem Umfang, die Licht ins Dunkel bringen konnten.

Detailliertere Studien ergeben erheblich tiefere Werte. Eine neue Antikörper-Studie mit dänischen Blutspendern ergab eine sehr tiefe Covid-19-Letalität (IFR) von 0.08% für Personen unter 70 Jahren. Eine neue Antikörper-Studie aus dem Iran, einem der am frühesten und am stärksten von Covid-19 betroffenen Länder, kommt ebenfalls auf eine sehr tiefe Letalität von 0.08% bis 0.12%.

Besonders interessant ist auch eine Studie aus Japan, dem Land mit sehr freizügiger Politik, ähnlich wie Südkorea, Hongkong, der chinesischen Provinz um Zhenshen sowie das vieldiskutierte Beispiel Schweden. Eine neue Antikörper-Studie aus Japan kommt zum Ergebnis, dass dort 400 bis 800 mal mehr Menschen mit dem neuen Coronavirus Kontakt hatten als bisher angenommen, jedoch keine oder kaum Symptome zeigten. Japan hatte bisher relativ wenig getestet (Stand 6.5. 10:00 186.343) und angesichts der liberalen Handhabung extrem wenig Todesfälle mit derzeit 553, das sind 4 pro Million Einwohner.

Immunität durch frühere Corona Viren

Coronaviren sind zu rund 10 bis 15% an der jährlichen Grippesaison beteiligt. Bekannt sind vier davon, es gibt aber um die 5000 weitere, die in Tieren auftreten. Unbekannt ist, wieweit auch Menschen mit Coronaviren infiziert werden, ohne Krankheiten oder Symptome zu entwickeln. Es wurde daher schon früher eine daraus resultierende Grundimmunität vermutet,

Eine neue Studie aus Deutschland mit Beteiligung des Virologen Christian Drosten zeigt, dass rund ein Drittel der Bevölkerung bereits eine gewisse zelluläre Immunität gegen das SARS-CoV-2 Virus aufweist, vermutlich durch den Kontakt mit früheren Coronaviren (Erkältungsviren). Diese zelluläre Immunität durch sogenannte T-Zellen liegt deutlich höher als die PCR- und Antikörper-Tests vermuten ließen und dürfte teilweise erklären, warum viele Menschen beim neuen Coronavirus keine oder kaum Symptome entwickeln.

Unzuverlässige Virentests

Zahlreiche Medien berichteten von angeblichen „Neu-Infektionen“ bereits genesener Personen in Südkorea. Forscher kamen nun aber zum Ergebnis, dass es sich bei diesen 290 Verdachtsfällen um falsche positive Testresultate handelte, ausgelöst durch „nicht-infektiöse Virenfragmente“. Das Ergebnis wirft auch ein Schlaglicht auf die bekannte Unzuverlässigkeit der Virentests.

Es ist auch wahrscheinlich, dass der weltweit verwendete PCR-Test nicht nur auf SARS-CoV-2 und deren Virenfragmente anspricht, sondern auch auf andere Coronaviren.

Gründe für die erhöhte Sterblichkeit in Hotspots

In den USA verseinen New York sowie einige andere Regionen mit höheren Anteilen an afroamerikanischen Ethnien  eine deutlich höhere Sterblichkeitsrate. In Europa fallen Länder wie Belgien, Spanien, UK, Frankreich, Niederlande, Schweden, Irland und natürlich die USA mit erhöhten Todeszahlen pro Million Einwohner auf.

In mehreren Studien wurde dafür ein Mangel an Vitamin D dingfest gemacht. Davon besonders betroffen sind BAME-Personen (Schwarze, Asiaten und ethnische Minderheiten) in Großbritannien, Afroamerikaner, schwedische Somalier und Heimbewohner, insbesondere in Pflegeheimen. Dunkelhäutige Menschen produzieren in nördlichen Ländern zu wenig Vitamin D wegen der geringeren und kürzen Sonneneinstrahlung als in ihren Ursprungsländern.

Weitere Gründe

Auf ein weiteres Problem weist der Lungenfacharzt Wolfgang Wodarg hin. In den Gebieten in denen Malaria häufig auftritt, also im Prinzip Afrika, die Mittelmeerländer, Südamerika und südliche Regionen in Asien, gibt es einen Favismus genannten Enzymmangel, der aber vor Malaria schützt. Es handelt sich um den sogenannten Glukose-6-Dehydrogenase-Mangel, oder „G6PD-Mangel“, eine der häufigsten genetischen Besonderheiten, die überwiegend bei Männern zu einer bedrohlichen Hämolyse (Auflösung von roten Blutkörperchen) führen kann, wenn bestimmte Medikamente oder Chemikalien eingenommen werden.

Menschen mit diesem Enzymmangel sind durch die Malariamedikamente Chloroquin oder Hydroxychloroquin gefährdet. Erwähnt werden meistens nur die kardialen Komplikationen von Chloroquin oder Hydroxychloroquin, die in Brasilien zum Abbruch einer Studie mit 11 Todesopfern von 81 Probanden geführt hatte. Auch in Österreich am Kaiser Franz Josef Spital wurden nach deutlich negativen Erfahrungen die Versuche mit diesen Malariamitteln sehr rasch beendet, wie Primar Christoph Wenisch berichtet.

Nach Wodarg werden Chloroquinderivate bei einem positiven Testergebnis häufig in hohen Dosen als Prävention verordnet. Bei Menschen mit dem G6PD-Mangel kann diese prophylaktische Verordnung von HCQ bei bis zu einem Drittel der so behandelten Menschen schwere Krankheitsbilder hervorrufen, die nichts mit Covid-19 zu tun haben. Das könnte eine weitere Erklärung für die hohen Todesfallziffern in den genannten  Ländern und Städten sein.

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Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

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