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Wirtschaft

Neue Berechnungen: Kernenergie könnte Deutschlands Stromkosten drastisch senken

12 Kommentare 14. Oktober 2026 4 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

Die deutsche „Energiewende“ erweist sich erneut als teure Ideologie. Eine aktuelle Untersuchung des Instituts Global Energy Solutions aus Ulm zeigt, dass ein Stromsystem mit hohem Kernkraftanteil die Systemkosten auf 16,2 Cent je Kilowattstunde drücken könnte.

Vergleichbare Szenarien ohne Kernenergie landen dagegen bei 25,6 bis 41,8 Cent. Die im August 2026 veröffentlichte Studie Global Energy Solutions verschärft die Debatte über den Atomausstieg – und legt den Finger in die Wunde der deutschen Energiepolitik. Ausführlich berichtet darüber Blackout News. Während Industrie und Haushalte unter Rekordpreisen leiden, hält die Politik am teuren Sonderweg fest. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Verzicht auf Kernkraft treibt die Kosten in die Höhe und belastet den Standort.

Systemkosten entscheiden – nicht die Gestehungskosten einzelner Anlagen

Das Institut Global Energy Solutions hat verschiedene Wege zu einer „klimaneutralen“ Stromversorgung verglichen. Ein Szenario mit erheblichem Kernkraftanteil kommt auf 16,2 Cent/kWh. Ein System ohne Kernkraft, aber mit 94 Gigawatt gasbetriebener Spitzenlastkapazität, erreicht bereits 25,6 Cent. Eine Variante, die vor allem auf die Unzuverlässigen (Wind- und Solarenergie) und Importe setzt, klettert sogar auf 41,8 Cent. Entscheidend sind dabei nicht nur die reinen Erzeugungskosten, sondern die Gesamtkosten des Systems: gesicherte Leistung, Speicher und die Absicherung gegen Dunkelflauten so die Global Energy Solutions-Studie.

Wind und Sonne liefern Strom nicht nach Bedarf. Längere Phasen ohne Sonne und Wind erfordern teure Reserven oder Importe. Genau diese Absicherung treibt die Systemkosten in die Höhe – und wird in der öffentlichen Debatte immer wieder ausgeblendet.

Strompreise steigen trotz mehr Wind und Solar

Die Realität am Markt bestätigt die Modellrechnungen. Nach Angaben des Fraunhofer ISE lag der durchschnittliche Börsenstrompreis im Juli 2026 bei 105 Euro je Megawattstunde, im August bei 127 Euro und in der ersten Septemberhälfte bereits bei 150 Euro. Ein Jahr zuvor waren es im September noch 84 Euro.

Hohe Solarproduktion drückt mittags die Preise bis in den negativen Bereich, abends und nachts entstehen teure Knappheitsstunden. Die Bundesnetzagentur musste im September 2026 deshalb 4.500 Megawatt gesicherte Leistung ausschreiben – mit einer Vergütung über 15 Jahre (siehe die Zusammenfassung bei Blackout News).

Mehr Unzuverlässige senken die Preise nicht automatisch. Sie erhöhen die Systemkomplexität und die Kosten für Backup und Netze.

Wiederinbetriebnahme stillgelegter Reaktoren als günstige Option

Eine Analyse der amerikanischen Radiant Energy Group vom Juni 2026 prüfte die technische und wirtschaftliche Wiederinbetriebnahme stillgelegter deutscher Kernkraftwerke. Fünf ausgewählte Reaktoren könnten innerhalb von 41 bis 50 Monaten wieder Strom erzeugen. Die kalkulierten Gestehungskosten liegen bei durchschnittlich 37 Euro je Megawattstunde – also 3,7 Cent je Kilowattstunde. Das sind reine Erzeugungskosten der reaktivierten Anlagen.

Eine weitere Studie der Denkfabrik r21, die der NZZ vorliegt, kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Die Technikhistorikerin Anna Veronika Wendland zeigt: Eine Kombination aus Kernenergie und Unzuverlässigen wäre deutlich kostengünstiger und „klimafreundlicher“. Fünf Reaktoren mit 7 Gigawatt könnten bis 2032 für 8,5 Milliarden Euro reaktiviert werden. Der Kernkraftanteil läge dann bei 10 Prozent, die Strompreise könnten um mindestens 14 Prozent sinken. Für einen Anteil von 30 Prozent – dem Niveau vor dem Ausstieg – wären die Vorteile noch größer. Siehe NZZ: Ein Wiedereinstieg in die Kernenergie würde den Strom billiger und sauberer machen.

Während der fortschreitende Rückbau die technischen Voraussetzungen zerstört, investieren andere Länder und Konzerne massiv in Kernenergie. Google schloss im Oktober 2026 einen Vertrag mit Constellation Energy über 890 Megawatt Kernkraftleistung über 20 Jahre und weitere Milliardeninvestitionen.

Der Atomausstieg als strategischer und wirtschaftlicher Fehler

Die Studien verdeutlichen den grundlegenden Zielkonflikt der deutschen Energiepolitik: „Klimaneutralität“, die ohnehin sinnlos ist, und Bezahlbarkeit sollen gleichzeitig erreicht werden – ohne die einzige etablierte Technologie für kontinuierliche, CO₂-arme Grundlast. Stattdessen werden Milliarden in Reservekraftwerke, Speicher und Netzausbau gesteckt. Die Kosten tragen Industrie, Verbraucher und Steuerzahler.

Die entscheidende Frage ist nicht, wie günstig einzelne Windräder oder Solaranlagen Strom produzieren. Maßgeblich sind die Gesamtkosten einer jederzeit sicheren Versorgung. Die neuen Berechnungen liefern deutliche Hinweise auf wirtschaftliche Vorteile der Kernenergie. Ohne eine unabhängige Gesamtbilanz bleibt unklar, wie teuer der Verzicht auf bestehende Kernkraftstandorte Deutschland langfristig tatsächlich kommt. Der ideologisch motivierte Atomausstieg erweist sich immer mehr als teurer Sonderweg, den andere Länder längst verlassen haben.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇


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12 Kommentare

  1. Der Zivilist
    Antworten

    Bitte nicht wieder die alten AKWs, das alte System, dessen Aufgabe es war, Waffen Plutonium zu erzeugen.

    Dual Fluid Reaktor ist akzeptabel, zumal er auch eine prima Atommüllverbrennungsanlage ist.

    Ansonsten scheinen wir als Menschheit dazu verdammt zu sein (von Menschen), die Kernfusion endlich in den Griff zu kriegen.

  2. Jurgen
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    Solange der Bund die Sprengung der Nordstream Pipelines nicht transparent aufklären will, wird sich die Regierung weiter der Mittäterschaft bezichtigen lassen müssen!

    1. Jurgen
      Antworten

      Ich war und bin immer noch gegen Kernenergie und damit sehr froh, dass ehemals Deutschland Kernenergie-frei ist. Kernenergie hat da nichts verloren, wo Menschen wohnen und in den Naturschutzgebieten schon allemal nicht.

      1. Glass Steagall Act

        Die Kraftwerke der neuesten Generationen sind meilenweit von den alten und gefährlichen Techniken entfernt! Aber bei uns wollen die Ideologen ja nicht einmal mehr Kohlekraftwerke haben, obwohl wir noch Kohle für über 100 Jahre haben!

      2. Glass Steagall Act

        In Deutschland ist von den verkorksten Ideologen die teure Energie gewünscht! Außerdem helfen diese den Planern in Übersee, das Land zu Deindustrialisieren! Und das Ergebnis ist, wir müssen unser Verhalten und unsere Wirtschaft nach Sonnenschein und Wind richten.

      3. local.man

        Selbst die alten Kernkraftwerke waren und sich sehr sicher.
        Fukushima hat eine riesige Flutwelle überstanden, die Probleme waren das was getan wurde, nicht das KKW selbst.
        Three Miles Island wurde nur hochgespielt. Wenn sie es genau betrachten, ist dieses „Unglück“ sogar ein Beweis für die Sicherheit dieser Systeme.
        Tschnernobyl ist völlig unklar was passiert ist. Es gibt die offizielle Version und die inoffizielle „Verschwörungs“erzählung, inkl. der dort Arbeitenden, die noch Leben.
        Die inoffizielle Erzählung geht von einem gezielten Angriff auf den Reaktor aus, der dadurch erst genau das getan hat, was er getan hat.
        Dazu gibt es ziemlich gute Reportagen, abseits des Mainstreams, von Leuten vom Fach, die da selbst reingegangen sind und mit den Leuten gesprochen haben.

        Die KKW der neuesten Generationen maximieren die Sicherheit noch steigern die Ausbeute massiv.
        Die Abfälle sind viel unschädlicher, strahlen massiv kürzer stark und sind im Verhältnis minimal.
        Eine 4-köpfige Familie, ein lebenlang, 80 Jahre wurde berechnet, nur mit Energie aus Kernkraft versorgt, erschafft Abfall der Menge eines gehäuften Esslöffels…
        Und das könnte mit den neuen Generatoren noch weniger sein.
        Platzbedarf ist sehr gering.. Abfälle könnten zudem noch weiterverwertet werden, auch wenn das Altmaterial dafür evtl. erst aufbereitet werden muss.

        Ich bin absolut für Kernkraft. Ich nehme auch andere Dinge die so gut funktionieren, wie Kernfusion, oder unterdrückte freie Energie…
        Aber wenn das nicht da ist, ist Kernkraft die einzige vernünftige Alternative die auch funktioniert.
        Voraussetzung ist, dass die Besitzenden kein Fals Flage machen und ein KKW mit Vorsatz hochgehen lassen, um dann wieder davon zu profitieren.

        Ich nehme jede andere Form der Energie, wenn diese aber im Paket wieder besser ist.
        Nur welche soll das sein die man uns zur Auswahl lässt?
        Wind? Sonne?
        Sicherlich nicht..

    2. Der Zivilist
      Antworten

      Biden hat ja nur angekündigt, NS-2 zu stoppen. NS-1 war damals auch außer Betrieb, weil die Turbine zur Wartung in Kanada war. Kanada ‚konnte‘ sie dann nicht an Ru zurückgeben wegen Sanktionen, sie kam nach D. Das letzte, was man gesehen hat, war Scholz vor der Turbine. Nachdem mir niemand sagen konnte, wo die Turbine heute ist, hab ich mal die KI gefragt. Sie ist in D, an einem öffentlich nicht bekannten Ort.

      D versteckt sie also !

  3. Daisy
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    Schland hatte die sichersten AKWs der Welt. Wohl weiß ich, das gar nichts sicher ist auf dieser Welt, nicht mal, dass morgen noch die Sonne aufgeht, und daher der GAU immer môglich bleibt. In Anbetracht des Schadens, der dann angerichtet werden kann, war ich immer Kernkraftwerksgegnerin. Aber… Schland braucht den teuren Strom der Nachbarländer, um den Flatterstrom (Dunkelflaute) zu sichern…ein anderes Thema, wie geistgestört das ist… es hat aber seine eigen AKWs, die weitaus „sicherer“ waren, für immer irreversibel zerstört. Das ist absolut gaga.

    1. Jurgen
      Antworten

      Der Bund, in Nachfolge des Besatzungsregimes, hat diese Errungenschaften freiwillig zerstört (oder zerstören müssen auf Anweisung der Alliierten), um es den Deutschen heimzuzahlen, die sich völkerrechtlich nicht neu aufstellen wollen, um einen neuen Versailler Vertrag zu vermeiden.

  4. peru3232
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    immer diese „Berechnungen“ – alles fürn Popo – nach welchen Gaspreisen wurde da gerechnet etwa? Innerhalb von paar Jahren kann sich der fast verzehnfachen, wie wir jetzt wissen… damit ist sogar noch deutlich mehr Voladität gegeben als mit dem Sonnen- und Windflatterstrom bzw. dessen Erzeugungskosten.

    Aber Hauptsache auf Centkommastellen gerechnet. Mit Atomstrom ist es ebenso nicht so recht kalkulierbar – weder gestehungskosten fürs Uran, noch dessen Endlagerung und Produktionskosten sind immer noch keine Markt- und Verbraucherkosten. Ebenso kommen noch beliebig Steuern und Netzgebühren drauf. Und gehandelt wird der preis noch an Strombörsen.

    Die Zeiten sind mit dem Neoliberalismus und der faschistischen EU vorbei – dem „Markt“ ist alles unterworfen – oder denkt jemand dass unsere günstige Wasserkraft mit wenigen Cent Gestehungskosten in den letzten Jahren plötzlich 5x so viel kostet?

    1. Jurgen
      Antworten

      Na, die Währung wird bewußt inflationiert, da müssen auch die Preise steigen. Dazu sprengt man auch schon mal eine Pipeline oder deren mehrere, ist bei Rockefellers Tradition die Konkurrenz auszumerzen (der Witz zum Schluß entspringt der Sprache selbst :)

  5. 1150
    Antworten

    ist das nicht skuril,

    die bruder baum ideologie meuchelt ihre °°verwandschaft°° für windräder

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