Für 10 Tage findet in Italien die jährliche NATO-Nuklearübung „zur Abschreckung“ statt. 17 NATO-Staaten nehmen daran teil.
Vom 13. bis etwa 23. Oktober 2026 findet die jährliche Nuklearübung der NATO „Steadfast Noon“ statt, die – im NATO-Jargon – der „Abschreckung“ dient. 17 Staaten sind beteiligt, drei mehr als im Vorjahr. Die Türkei nimmt teil; Frankreich bleibt außen vor, da es der Nuclear Planning Group der NATO nicht angehört.
Zentral sind freilich die USA, die Flugbesatzungen und das Wartungspersonal stellen. Die Übung probt Verfahren, Koordination und Sicherheitsstandards, simuliert Alarmierungen, Ladeprozeduren und Flugeinsätze mit dual-fähigen Kampfflugzeugen.
Die internationale und italienische Presse meldet, dass sich die Aktivitäten vor allem auf die Luftwaffenstützpunkte Aviano (Friaul) und Ghedi (Brescia) sowie weitere Standorte wie Amendola, Gioia del Colle und Trapani konzentrieren. Mehr oder weniger ist also ganz Italien betroffen.
Flugbewegungen, Drohneneinsätze und Schießübungen finden vor allem über dem zentralen Tyrrhenischen Meer zwischen Sardinien und den Küsten von Latium und Kampanien sowie über Zentralsardinien statt – einschließlich des Schießplatzes Salto di Quirra.
Die italienische Luftwaffe bezeichnet die Übung als „gewöhnliche und routinemäßige Programmierung“. NATO-Generalsekretär Mark Rutte spricht schon ein bisschen anders. Die Übung helfe, eine sichere, geschützte, wirksame und glaubwürdige Fähigkeit zu gewährleisten, „um den Frieden zu bewahren, Zwang zu verhindern und Aggression abzuschrecken“. Sie sende zudem „eine klare Botschaft der Einheit und Entschlossenheit“.
Italien richtet die Übung zum ersten Mal seit 2023 aus und insgesamt zum sechsten Mal. Auch wenn es sich um eine jährliche Übung handelt, hat sie vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine besondere politische Brisanz. NATO-Vertreter wie Nassima Barrows (Leiterin der Nuklearpolitik) versicherten, die Übung sei „vorhersehbar“ und gebe keinen Anlass zur Sorge oder Fehlkalkulation. Russland sieht darin hingegen keinen Beitrag zur Entspannung, aber in der NATO wird Russlands Kritik nicht ernst genommen.
Auch in Italien gibt es Kritik. Die Grünen stellten eine parlamentarische Anfrage an Verteidigungsminister Guido Crosetto, weil das Parlament offenbar erst über technische Pilotendokumente informiert wurde. Angelo Bonelli, Co-Sprecher der Grünen, forderte, Italien solle dem UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen beitreten und den Abzug der US-Sprengköpfe (mutmaßlich B61-Bomben in Aviano und Ghedi) verlangen: „Sicherheit entsteht durch Abrüstung und Diplomatie, nicht durch die Simulation der Apokalypse über unseren Köpfen.“
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5 Kommentare
in aviano gab es mal ein ausgezeichnetes restaurant,
in dem helmut qualtinger wegen seiner robustheit bei der konsumation
an fester und vor allem in flüssiger form gern gesehener gast war.
@“aber in der NATO wird Russlands Kritik nicht ernst genommen“
Gestern zwei Rutube-Podcasts gesehen, die berichteten, dass die Amis aufgehört haben, den Banderas Infos über Starts russischer ballistischer Raketen mitzuteilen. Jetzt kommen die ohne Vorwarnung in Kiew an. Anscheinend hat sich Putin mit Trump in einigen Bereichen verständigt.
Sollen doch die F35 um Italien rumfliegen.
Seit der Auflösung des Warschauer Paktes ist die NATO kein „Verteidigungs“-, sondern das (Original-)Kriegsbündnis, das Rußland und Deutschland auseinander halten soll. Seit hundert Jahren ist das Programm.
War wohl an der Zeit mal die angebliche Atomwaffenfähigkeit der F35 zu überprüfen, sonst steht man im Ernstfall nackt da und hat die Milliarden völlig umsonst über den Teich transferriert. Das Einzige was die USA nämlich wirklich gut kann, ist Marketing, Werben und Schutz versprechen. Mit dem Halten von Versprechen haben sie aber dann ziemliche Probleme.
@,
das ist der grosse unterschied zur mafia,
die hält, was sie verspricht und wofür sie beim kunden geld erpresst
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