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Politik

153 Staaten stimmen für UN-Pandemieerklärung

0 Kommentare 14. Oktober 2026 5 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

Am 12. Oktober 2026 hat die UN-Generalversammlung in New York eine politische Erklärung zu Pandemieprävention, -vorsorge und -reaktion (PPPR) verabschiedet, Aufforderungen zur Zensur inklusive. Das Abstimmungsergebnis: 153 dafür, 3 dagegen, 2 Enthaltungen.

Dagegen stimmten die USA, Israel und Argentinien. Enthalten haben sich Neuseeland und Paraguay. Das berichtet die UN selbst in ihrer eigenen Meldung. Bemerkenswert ist der Verfahrensweg: Ursprünglich sollte der Text am 25. September 2026 bei einem High-Level-Meeting im Konsens durchgewinkt werden — also ohne Abstimmung, ohne Gegenstimmen, ohne Protokoll. Das gelang nicht. Erst deshalb kam es überhaupt zu einer namentlichen Abstimmung, bei der die drei Nein-Stimmen sichtbar wurden. Der Konsens war der Plan; die Abstimmung war der Unfall.

Der strittige Kern: PABS

Hier lohnt der Blick in die Fachpresse, weil dort das eigentliche Problem liegt — nicht in der Erklärung selbst, sondern in dem, was daran fehlt.

Das BMJ schreibt dazu, dass sich die Mitgliedstaaten nicht auf den zentralen Teil des Abkommens einigen konnten: die Frage, wie die Erträge aus geteilten Pathogendaten verteilt werden sollen. Die Rede ist vom PABS-Anhang (Pathogen Access and Benefit Sharing). Ohne diesen Anhang kann das Pandemieabkommen nicht vollständig formalisiert werden und ist nicht rechtsverbindlich.

Die WHO selbst bestätigt in ihrer Meldung vom 18. September 2026, dass der PABS-Anhang die Grundlage für ein schnelleres und „gerechteres“ Reaktionssystem bilden soll — und dass seine Fertigstellung den Weg für Unterzeichnung und Ratifizierung des Abkommens ebnen würde.

Mit anderen Worten: Die UN-Erklärung vom 12. Oktober ist die politische Kulisse, hinter der das juristische Instrument noch zusammengezimmert wird. Die Third World Network berichtet detailliert über den Verhandlungsstand: Die achte Sitzung der Intergovernmental Working Group (IGWG8) fand vom 14. bis 18. September 2026 statt, informelle Treffen folgten 5. bis 9. Oktober, die neunte Sitzung ist für 2. bis 13. November 2026 angesetzt.

Die fünf Kernpunkte

Impfstoffe in 100 Tagen. Die Erklärung fordert die Skalierung von Impfstoffen, Therapeutika und Diagnostika innerhalb der ersten 100 Tage einer Pandemiebedrohung. Wer das als Ziel setzt, verkürzt zwangsläufig die Beobachtungszeit — Langzeitdaten entstehen nicht in drei Monaten. Das bedeutet bewusstes Inkaufnehmen von ungenügend getesteten Medikamenten mit Verletzungs- und Schadpotential.

Globale Überwachung. Ausbau von Meldenetzen, Frühwarnsystemen, Laborkapazität und digitaler Gesundheitsinfrastruktur. Der PABS-Entwurf zeigt, wohin das führt: Die Third World Network dokumentiert, dass im laufenden Verhandlungstext die Rede davon ist, Pathogene innerhalb von 24 bis 48 Stunden an die WHO zu melden, sobald sie identifiziert wurden. Wer über die Meldekette verfügt, verfügt über das Frühwarnmonopol.

Pathogen-Sharing. Schneller grenzüberschreitender Austausch von Erregermaterial und Gensequenzen. Der PABS-Anhang sieht dazu rechtsverbindliche Verträge vor, die Hersteller direkt mit der WHO schließen sollen — inklusive Verpflichtungen zur Abgabe von Impfstoffanteilen an internationale Lagerbestände.

Milliarden-Finanzierung. Die Erklärung verweist auf eine jährliche Finanzierungslücke von 15 Milliarden Dollar und drängt auf mehr internationale Mittel, Public-Private-Partnerships und Unterstützung für die WHO. Wer die Finanzierung stellt, bestimmt die Prioritäten. Eine Bestimmung, die Big Pharma andauernde Profite sichern soll.

WHO-Pandemievertrag. Die Erklärung unterstützt ausdrücklich weitere Verhandlungen zur Fertigstellung der Pathogen-Sharing-Bestimmungen und zur Ermöglichung von Unterzeichnung und Ratifizierung.

Die Bedeutung des Beschlusses

Formal ist die Erklärung nicht bindend — sie autorisiert weder Zensur noch Impfzwang noch erweiterte WHO-Befugnisse. Aber nicht bindend heißt nicht folgenlos. Solche Dokumente sind keine Gesetze, sie sind Koordinaten. Sie setzen den Referenzrahmen, an dem sich nationale Gesetzgeber, Behörden und Geldgeber künftig orientieren. Health Policy Watch nennt die Erklärung selbst „heiß umkämpft“ — bezeichnend, dass ein angeblich harmloses Papier so viel Streit auslöst.

Der PABS-Anhang ist der eigentliche Hebel. Laut BMJ blockiert der Streit zwischen Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen und einer Gruppe wohlhabender europäischer Staaten zusammen mit den USA die Fertigstellung. Solange das so bleibt, ist das Abkommen ein Torso — aber ein Torso, der jederzeit zusammengesetzt werden kann. Die WHO-IGWG-Sitzung im November 2026 ist der nächste Termin, an dem das passieren könnte.

Die Aufforderungen zur Zensur und Knebelung wissenschaftlicher Forschung

In dem neunseitigen Dokument verbirgt sich eine Bestimmung, die jeden beunruhigen sollte, dem wissenschaftliche Freiheit, informierte Einwilligung und das Recht, Gesundheitsbehörden zu hinterfragen, am Herzen liegen.

In Absatz 57 werden die Regierungen ausdrücklich dazu aufgefordert, Impfskepsis im Rahmen umfassenderer Bemühungen gegen gesundheitsbezogene „Fehlinformationen“ und „Desinformation“ zu bekämpfen.

Die Erklärung geht sogar noch weiter und befürwortet ausdrücklich das „Infodemie-Management“ sowie eine „regierungs- und gesamtgesellschaftsübergreifende“ Pandemiebekämpfung.

Entgegen dem was sich die Pharmaindustrie zur Sicherung ihrer Profite wünscht:

Impfskepsis ist KEINE Desinformation.

Wissenschaftlicher Dissens ist KEINE Desinformation.

Das Hinterfragen von Gesundheitsbehörden ist KEINE Bedrohung der öffentlichen Gesundheit.

Die eigentliche Frage ist nicht, ob ein Dokument bindend ist. Die Frage ist, ob eine Kategorie geschaffen wird, in der unbequeme Fragen als Sicherheitsrisiko behandelt werden dürfen. Die COVID-Jahre haben gezeigt, wie schnell aus einer Empfehlung eine Erwartung und aus einer Erwartung eine Sanktion werden kann.

Fazit

153 Staaten haben sich auf einen Rahmen verständigt, der Impfstoffe auf Kommando, globale Überwachungsnetze und die Bekämpfung von „Skepsis“ als Politikum vorsieht. Nicht bindend — aber richtungsweisend.

Und die drei Gegenstimmen sind der interessanteste Teil der Meldung. Wenn 153 zustimmen und drei ablehnen, lohnt immer die Frage: Warum stimmen die drei dagegen? Und was wissen sie, was die 153 nicht sagen wollen?

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