Donald Trump hat am Mittwoch erklärt, dass in Grönland – „unser neues und wunderschönes Grönland“, wie Trump es bezeichnete – nun Erkundungen zur Ausbeutung von Rohstoffen starten. Trump behauptet, Grönland verfüge über massive Ölvorkommen.
Die Causa um Grönland ist durchaus beispielhaft für Trumps Amtszeit. Bekanntlich wollte er die Insel den USA einverleiben, das hat er nicht geschafft. Trotzdem erklärt er Grönland nun als „unser neues und wunderschönes Grönland“ und gibt vor, es doch geschafft zu haben. Und irgendwie hat er seinen Willen tatsächlich durchgesetzt.
Mit dem Abkommen wird die US-Militärpräsenz massiv erweitert. Basen werden modernisiert und erweitert. Hinzu kommen Überflug- und Zugangsrechte sowie die Möglichkeit für Trumps geplantes „Golden Dome“-Raketenabwehrsystem. Das Abkommen bekräftigt aber zugleich die dänische Souveränität und das Selbstbestimmungsrecht der Grönländer.
Dementsprechend reagierte Grönland umgehend auf Trumps Ankündigung, Grönland nun auszubeuten. Der stellvertretende Bergbauminister Jørgen Hammeken-Holm sagte gegenüber CNN, man sei „sehr weit entfernt“ von einer „massiven“ Erkundung. Zwar gebe es Aktivitäten US-amerikanischer Unternehmen, doch kleinere Projekte bräuchten Jahre bis zur Betriebsreife. Seit 2021 vergibt Grönland keine neuen Öl- und Gaslizenzen mehr; dies wird mit Klima- und Umweltgründen argumentiert – Trump wird das nicht gefallen.
Die US-Firma Greenland Energy Company (Nasdaq-gelistet) will bis zu zwei Explorationsbohrungen zu 100 Prozent finanzieren, um das Kohlenwasserstoffpotenzial zu prüfen. Das Unternehmen hat Verbindungen zu Trump-Verbündeten (u. a. über Sondergesandten Jeff Landry und Investoren), steht aber nicht unter direkter Kontrolle des Präsidenten. Im Sommer 2026 brachte es Ausrüstung ohne vorherige Genehmigung an Land. Behörden in Grönland zeigten sich empört. Die Bohrkampagne wurde auf den Winter 2027 verschoben; frühere Optimismusäußerungen über eine baldige Förderung erwiesen sich als unrealistisch.
Trump fantasiert davon, dass es in Grönland so viel Öl wie nirgends sonst geben würde. Die Wahrheit sieht aber anders aus. Seit den 1970er-Jahren suchten Konzerne wie ExxonMobil, Shell und Eni – ohne größere kommerzielle Funde. Grönland ist kein zweites Venezuela. Zudem gibt es eine komplizierte Logistik: abgelegene Lage, hohe Kosten, fehlende Infrastruktur und eine Eisbedeckung von rund 80 Prozent machen eine Förderung äußerst schwierig und teuer. Offenbar hat man in Washington aber auch kritische Mineralien und Seltene Erden im Auge, bei denen China derzeit die Lieferketten dominiert.
Das Abkommen hat militärische Fakten geschaffen, ändert aber nichts an den Rohstoffen Grönlands und ihrer Erschließung. Ob man das im Weißen Haus weiß?
1 Kommentar
Ich muss immer an Sir Francis Drake denken, den Donald Trump vom Thron des grössten Freibeuters aller Zeiten gestossen hat. Drake musste seine Beute mit der Krone teilen. Trump reisst sich alles unter den eigenen Nagel.
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