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Wirtschaft

Jetzt will Trump Grönlands Öl

13 Kommentare 14. Oktober 2026 3 Minuten Lesezeit von Thomas Oysmüller

Donald Trump hat am Mittwoch erklärt, dass in Grönland – „unser neues und wunderschönes Grönland“, wie Trump es bezeichnete – nun Erkundungen zur Ausbeutung von Rohstoffen starten. Trump behauptet, Grönland verfüge über massive Ölvorkommen.

Die Causa um Grönland ist durchaus beispielhaft für Trumps Amtszeit. Bekanntlich wollte er die Insel den USA einverleiben, das hat er nicht geschafft. Trotzdem erklärt er Grönland nun als „unser neues und wunderschönes Grönland“ und gibt vor, es doch geschafft zu haben. Und irgendwie hat er seinen Willen tatsächlich durchgesetzt.

Mit dem Abkommen wird die US-Militärpräsenz massiv erweitert. Basen werden modernisiert und erweitert. Hinzu kommen Überflug- und Zugangsrechte sowie die Möglichkeit für Trumps geplantes „Golden Dome“-Raketenabwehrsystem. Das Abkommen bekräftigt aber zugleich die dänische Souveränität und das Selbstbestimmungsrecht der Grönländer.

Dementsprechend reagierte Grönland umgehend auf Trumps Ankündigung, Grönland nun auszubeuten. Der stellvertretende Bergbauminister Jørgen Hammeken-Holm sagte gegenüber CNN, man sei „sehr weit entfernt“ von einer „massiven“ Erkundung. Zwar gebe es Aktivitäten US-amerikanischer Unternehmen, doch kleinere Projekte bräuchten Jahre bis zur Betriebsreife. Seit 2021 vergibt Grönland keine neuen Öl- und Gaslizenzen mehr; dies wird mit Klima- und Umweltgründen argumentiert – Trump wird das nicht gefallen.

Die US-Firma Greenland Energy Company (Nasdaq-gelistet) will bis zu zwei Explorationsbohrungen zu 100 Prozent finanzieren, um das Kohlenwasserstoffpotenzial zu prüfen. Das Unternehmen hat Verbindungen zu Trump-Verbündeten (u. a. über Sondergesandten Jeff Landry und Investoren), steht aber nicht unter direkter Kontrolle des Präsidenten. Im Sommer 2026 brachte es Ausrüstung ohne vorherige Genehmigung an Land. Behörden in Grönland zeigten sich empört. Die Bohrkampagne wurde auf den Winter 2027 verschoben; frühere Optimismusäußerungen über eine baldige Förderung erwiesen sich als unrealistisch.

Trump fantasiert davon, dass es in Grönland so viel Öl wie nirgends sonst geben würde. Die Wahrheit sieht aber anders aus. Seit den 1970er-Jahren suchten Konzerne wie ExxonMobil, Shell und Eni – ohne größere kommerzielle Funde. Grönland ist kein zweites Venezuela. Zudem gibt es eine komplizierte Logistik: abgelegene Lage, hohe Kosten, fehlende Infrastruktur und eine Eisbedeckung von rund 80 Prozent machen eine Förderung äußerst schwierig und teuer. Offenbar hat man in Washington aber auch kritische Mineralien und Seltene Erden im Auge, bei denen China derzeit die Lieferketten dominiert.

Das Abkommen hat militärische Fakten geschaffen, ändert aber nichts an den Rohstoffen Grönlands und ihrer Erschließung. Ob man das im Weißen Haus weiß?


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13 Kommentare

  1. Charles M.
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    Es ist unglaublich wie sich die Welt vom großen und kleinen D….sland terrorisieren lassen. Teile und hersche funktioniert immer noch prächtig.

  2. Jurgen
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    Dem Trump hat man das mit dem Öl nur erzählt, weil der Begriff Seltene Erden und Edelmetalle bei ihm keinen Widerhall fand. Den Bohrturm, der mit Eis klarkommt, den möchte ich erst mal sehen…

  3. Glass Steagall Act
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    Grönland hat mehr Rohstoffe als nur Öl. Und mit dem Militär, haben die USA nun genau den Fuß in der Tür Grönlands, den sie haben wollten! Denn wer ein Land militärisch unter seiner Fuchtel hat, „besitzt“ und beherrscht es auch! Das werden die Grönländer bald feststellen!

  4. Varus
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    Ungeschnittene brachten gestern „Wann hört dieser Wahnsinn im Weißen Haus endlich auf?“ von Philip Giraldi – offenbar will der Trumpigste den Krieg gegen Iran selbst wenn US-Städte zerstört werden sollten: „… „Das ist ein geringer Preis für die Sicherheit der Welt, für die Sicherheit unseres Landes, und es wird sehr bald vorbei sein. Sollen sie doch Los Angeles auslöschen, sollen sie doch San Diego auslöschen.“ …“ – Wozu allerdings die Iraner Nuklearwaffen bräuchten, die sie noch nicht mal entwickeln. „… andererseits neigt Trump nicht gerade zu tiefgründigen Überlegungen, und was er sagt, ist meist das, was gerade in den drei Gehirnzellen herumschwirrt, die in seinem übergroßen Kopf vielleicht tatsächlich funktionieren. …“

    Jetzt hat man es offiziell von einem Ex-CIA: Nicht 150 (eigene Auskünfte), sondern 3.

    1. Varus
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      Giraldi zitiert noch Kelley Vlahos, die Chefredakteurin von Responsible Statecraft: „… die jährliche Konferenz [NatCon 2026], die 2019 angeblich für amerikanische Konservative ins Leben gerufen wurde …“, Anfang Oktober in… Jerusalem – deutlicher kann man nicht zeigen, wem die US-Reps gerade dienen. „… Machen Sie sich nichts vor: Israel wird uns ausbluten lassen und dann unseren Kadaver wegwerfen, ohne auch nur einen Blick zurückzuwerfen. Das wird das Ende unseres Landes sein. Präsident Donald J. Trump und sein Vorgänger Joe Biden haben viel dazu beigetragen, diesen Prozess voranzutreiben, und ihnen sowie den Feiglingen im Kongress und in den Medien verdanken wir das tiefe Loch, in dem wir uns als einst stolzes und unabhängiges Volk bald wiederfinden werden. …“

      So endet es halt, wenn man sich Isr anbiedert – hoffentlich wird man wenigstens damit in Westeuropa zögern. Schalom!

  5. Jolantos
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    Ach was, USA und Grönland haben einen Vertrag und die USA haben

    Jahrhunderte Erfahrung Vertragsbrüche zu konstruieren und dann Militär zu schicken. Indigene Amerikaner können viele Beispiele liefern.

  6. therMOnukular
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    „…keine neuen Lizenzen vergeben….“…“….kleinere Projekte von US-Unternehmen….“

    Was redet der Politiker schon wieder um den heißen Brei….aber „bewirbt“ ihn trotzdem:

    Heißt also, es braucht keine neuen Lizenzen, weil bereits vorhanden. Somit vollkommen sinnlose „Information“ und daher Nebelgranate.

    Vielen Dank für die Bestätigung, der nächste Fall von Knieweiche und Rückenmarksschwund.

    Dali hätte anstatt der Uhren genauso gut EU-„Politiker“ zeichnen können….

  7. Jan
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    Das geht nicht!

    Man kann keine Bohrinsel aufstellen, wo Eisberge vorbei kommen. Die rasieren alles ab..

    1. ibido
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      Sags dem Trump :-)

  8. alter Mann
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    Entsprechend Vertrag könnten sich die Grönländer in einer Abstimmung für den Beitritt zu den USA entscheiden. Wer die Stimmung auf Grönland kennt, Dänemark schneidet da nicht gut ab. Die Grönländer wissen aber, sie können nicht ohne „Oberhaupt“ selbstständig existieren. Rohstoffthema ist ja Bestandteil der Verhandlungen gewesen.

  9. Daisy
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    Ich denke, das dient lediglich der Senkung der Spritpreise vor den Midterms….

  10. Der alte Marxist
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    „Abkommen bekräftigt aber zugleich die dänische Souveränität und das Selbstbestimmungsrecht der Grönländer“ – natürlich, sonst würde man das Abkommen selbst EU-Einfaltspinseln nicht gut verkaufen können. Aber die USA hatten sich bereits durch frühere Verträge die militärische Kontrolle gesichert. Nun geht es offenbar auch um die Kontrolle der Rohstoffe…

  11. cwsuisse
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    Ich muss immer an Sir Francis Drake denken, den Donald Trump vom Thron des grössten Freibeuters aller Zeiten gestossen hat. Drake musste seine Beute mit der Krone teilen. Trump reisst sich alles unter den eigenen Nagel.

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