Saudi-Arabien schlägt Nichtangriffspakt mit Iran vor – Frieden ohne Washington und Tel Aviv

15. Mai 2026von 2,4 Minuten Lesezeit

Saudi-Arabien hat die Möglichkeit eines regionalen Nichtangriffspakts mit Iran und anderen westasiatischen Staaten ins Spiel gebracht. Der nächste logische Schritt nachdem den USA die Nutzung saudischen Territoriums für Angriffe auf den Iran untersagt hat.

Laut Diplomaten, die die Financial Times zitiert, diskutiert Riyadh ein Abkommen, das nach dem Vorbild der Helsinki-Schlussakte von 1975 gestaltet sein soll. Damals wurden im Kalten Krieg Spannungen zwischen Ost und West durch Dialog und Nichtangriffsvereinbarungen entschärft. Genau das will Saudi-Arabien jetzt für Westasien: Stabilität nach dem Ende des US-israelischen Krieges gegen Teheran. Keine großen Worte, keine Drohungen – einfach ein pragmatischer Schritt, um Proxy-Kriege zu beenden, den Öltransport durch die Straße von Hormus zu sichern und die Region endlich zur Ruhe kommen zu lassen.

Anfang dieser Woche berichtete Reuters, dass der Irak und Pakistan separate Vereinbarungen mit dem Iran getroffen hätten, um Rohöl und Flüssigerdgas (LNG) im Rahmen des von Teheran neu eingeführten Systems zur kontrollierten Durchfahrt durch die Wasserstraße zu transportieren.

Das passt perfekt zur Linie, die Kronprinz Mohammed bin Salman seit Jahren fährt. Schon 2023 hat China die Versöhnung zwischen Saudi-Arabien und Iran vermittelt – ein Deal, der dem Westen sichtlich gegen den Strich ging. Am 10. März 2023 unterzeichneten hochrangige Vertreter beider Länder in der chinesischen Hauptstadt ein Abkommen zur Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen. Botschaften sollen wieder öffnen, alte Sicherheits-, Wirtschafts- und Kulturabkommen reaktiviert werden. Die Verhandlungen liefen vier Tage lang unter Leitung des chinesischen Außenpolitikers Wang Yi. Das offizielle Trilateral-Statement der drei Länder ist hier nachzulesen.

Jetzt baut Riyadh darauf auf. Europäische Hauptstädte und sogar EU-Institutionen signalisieren bereits Unterstützung. Die Saudis sprechen mit Verbündeten wie Pakistan, Türkei und Ägypten. Nur Israel und Teile der Golfstaaten (vor allem die Emirate) sträuben sich offenbar noch. Kein Wunder: Ein Nichtangriffspakt würde die Narrative von „Iran als ewiger Bedrohung“ untergraben, mit denen Washington und Tel Aviv jahrelang Aufrüstung und Interventionen gerechtfertigt haben.

Die Botschaft aus Riyadh ist klar: Wir wollen keine weitere Eskalation. Iran „geht nirgendwohin“, wie saudische Vertreter es formulieren. Statt weiter auf US-Schutz und israelische Luftangriffe zu setzen, sucht das Königreich eine regionale Lösung. Das ist ein weiterer Beweis für die multipolare Realität: Die alten Schutzmächte USA und Israel verlieren an Einfluss, während China, Russland und eigenständige arabische Politik an Gewicht gewinnen.

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2 Kommentare

  1. Konrad Kugler 15. Mai 2026 um 19:17 Uhr - Antworten

    Ich hoffe ein ganz kleines Bißchen, daß die USA die Lektion noch lernen, die ihnen Teheran verpaßt hat.

  2. mattes 15. Mai 2026 um 18:56 Uhr - Antworten

    Das klingt eher nach Wunsch als nach umsetzbar.
    Jerusalem und Wash werden das verhindern.

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