Saudi-Arabiens Hormuz-Bypass

14. März 2026von 2,4 Minuten Lesezeit

Saudi-Arabien hat eine alte Pipeline aktiviert, um die Straße von Hormuz zu umgehen und Irans Drohung zur geopolitischen Farce zu machen. Das Königreich leitet sein Öl nun Richtung Westen durch die Wüste zu einem Hafen am Roten Meer.

Die Straße von Hormuz ist weitgehend blockiert. Normalerweise passieren hier rund 20 Prozent des globalen Öls. Nun ist der Schiffsverkehr weitgehend zum Erliegen gekommen – auch wenn es widersprüchliche Informationen dazu gibt. Dass der Ölpreis auf über 100 Dollar gestiegen ist, hat vor allem mit der Panik um die Meerenge zwischen Iran und Saudi-Arabien zu tun.

Der saudische Nationalist Dr. Hotha Ali bejubelt den Plan: „Saudi-Arabien hat Irans ‚Drohung‘ der Straße von Hormuz in einen geopolitischen Witz verwandelt. Durch die einfache Umleitung seines Öls nach Westen hat das Königreich Iran blamiert und sich als zuverlässigster Energieversorger der Welt präsentiert“, schreibt der Analyst polemisch.

Knapp zwei Wochen nach Beginn der Krise hat sich Saudi-Arabien jedoch arrangiert. Statt weiter auf Golfhäfen wie Ras Tanura angewiesen zu sein, pumpt der Staatskonzern Aramco das Rohöl nun in die andere Richtung. Der Konzern, dessen Ölfelder ebenfalls angegriffen worden waren, transportiert es über die 1.200 Kilometer lange East-West-Pipeline (Petroline) vom Osten quer durch die Wüste zum Hafen Yanbu am Roten Meer.

Die Pipeline wurde bereits in den 1980er-Jahren gebaut und läuft seit 40 Jahren kontinuierlich – allerdings nie auf Volllast, weil die Golf-Route wirtschaftlicher ist (keine Pipeline-Gebühren, kürzere Tankerwege). Sie diente aber immer als strategischer Backup.

Vor wenigen Tagen meldete Aramco, dass die Pipeline nun auf voller Leistung laufen wird. Üblicherweise transportierte sie etwa 2,5 Millionen Barrel pro Tag. Nun wurde die Kapazität auf bis zu 7 Millionen Barrel pro Tag erhöht. Seit 2019 hat man die maximale Kapazität von rund 5 Millionen auf 7 Millionen Barrel täglich ausgebaut – genau die Menge, die Saudi-Arabien im Normalbetrieb auch exportiert.

Am Hafen Yanbu am Roten Meer sind die Exporte bereits von etwa 0,7 Millionen Barrel pro Tag auf über 2,5 Millionen Barrel pro Tag gestiegen. Mehr ist aktuell nicht möglich, da Tanker noch umpositioniert werden müssen. 27 Supertanker sind bereits unterwegs. Zusätzlich greift Saudi-Arabien auf Vorräte in Asien, Europa und dem Mittelmeer zurück. Die Umleitung umgeht Hormuz komplett – die Frage ist nun: Wann kommt das an den Energiemärkten an? Blockiert könnte der neue Weg allerdings von den Houthis werden, denn auf der neuen Route müssen die Schiffe am Yemen vorbei.

Bild „Oil pipelines, jubail desert, Saudi Arabia – panoramio“ by Suresh Babunair is licensed under CC BY 3.0.

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3 Kommentare

  1. Jan 14. März 2026 um 17:17 Uhr - Antworten

    Die Verluste dürften erheblich größer sein: Die Exporte VOR dem Krieg von der gesamten Arabischen Halbinsel werden mit 10 bis 12 mio bpd angegeben. Dazu kam der Irak mit 4 mio bpd. Der kombinierte Gas-Export dürfte bei umgerechnet 0,5 mio bpd liegen. Dh wir sprechen noch immer von der Hälfte der früheren Exporte, die fehlen.

    Die Weltproduktion wird mit 110 mio bpd angegeben.

    Öl trägt etwa 30% zum Weltenergieverbrauch bei, Gas 22%, Kohle 28%, Erneuerbare 14%, Kernkraft 5% (Total Energy Supply (TES))

    Der weltweite TES liegt bei 176.028 TWh.

    In den letzten 33 Jahren ist der Energieverbrauch um 73% gewachsen, etwa 80% des Wachstums entfielen auf Kohlenwasserstoffe, 7% auf Regenerative.

    Quelle: iea.org/data-and-statistics

  2. therMOnukular 14. März 2026 um 16:56 Uhr - Antworten

    Oh Mann, wie naiv kann man sein?

    Wir wissen aus Erfahrung, wie schnell so Pipelines zum Heferl werden können und urplötzlich explodieren…..

    Das kostet den Iran lediglich einen Lacher – und eine Billig-Drohne.

    • hermine 14. März 2026 um 17:11 Uhr - Antworten

      auf die houthis ist verlass, sie praktizieren ruhe vor dem sturm, wie der prophet es empfahl.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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