VW will 50.000 Stellen streichen

11. März 2026von 2 Minuten Lesezeit

Die deutsche Deindustrialisierung in Zahlen. VW will bis 2030 50.000 Stellen streichen. Der Volkswagen-Konzern meldet einen dramatischen Gewinneinbruch, während sich der Vorstand Millionen-Boni sichert.

Das Flaggschiff der deutschen Wirtschaft geht unter: Der Nettogewinn des Volkswagen-Konzerns sank 2025 um 44,3 Prozent, der Betriebsgewinn halbierte sich. Noch immer sind die Gewinne enorm (6,9 und 8,9 Milliarden Euro), doch der Umsatz stagniert und die operative Marge stürzt ab.

Konzernchef Oliver Blume zog eine klare Konsequenz: „Das Geschäftsmodell, das uns über Jahrzehnte getragen hat, funktioniert in dieser Form nicht mehr.“ Das fällt nicht vom Himmel, sondern ist politisch gewollt und wurde ab 2020 massiv beschleunigt. Bis 2030 sollen konzernweit rund 50.000 Stellen in Deutschland gestrichen werden – allein 35.000 bei der Kernmarke VW, weitere bei Audi, Porsche und der Software-Tochter Cariad.

Laut einem Bericht von Tichys Einblick sollen die Vorstandsmitglieder Boni von bis zu 1,75 Millionen Euro erhalten. Laut dem Medium wurde durch „kreative Buchhaltungspraktiken” die Gewinnschwelle von 5,6 Milliarden Euro überschritten, wodurch in seinem Vergütungssystem für Führungskräfte, die höchste Bonusstufe für Vorstandsmitglieder aktiviert wurde.

Insgesamt beschäftigt VW in Deutschland rund 284.000 Mitarbeiter. VW ist kein Einzelfall, sondern nur ein zentrales Beispiel. Die gesamte deutsche Industrie baute 2025 laut EY-Analyse 124.100 Jobs ab – ein Minus von 2,3 Prozent auf 5,38 Millionen Beschäftigte. Allein die Autoindustrie verlor rund 50.000 Stellen. Seit dem Jahr 2019 schrumpfte die Industriebeschäftigung um 266.200 Stellen (minus 5 Prozent).

Die Autojobs sanken sogar um 13 Prozent. Der Umsatz der Industrie ging 2025 um 1,1 Prozent zurück, die Produktion in Schlüsselbranchen wie Kfz und Maschinenbau ebenfalls. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall rechnet mit weiteren bis zu 150.000 Jobverlusten allein in der Metallindustrie. Die Gründe sind längst bekannt: hohe – von der Politik forcierte – Energiepreise, überbordende Bürokratie und der Zwang zur E-Mobilität. Bald dürften auch Automatisierung, Robotik und KI hinzukommen. Investitionen verlagern sich zunehmend ins Ausland. Die EU und Deutschland werden immer weniger attraktiv.

Deutschland verliert seit Jahren an industrieller Substanz. Das begann 2020, nahm 2022 noch einmal Tempo auf. Der Ukraine-Krieg hat dies weiter beschleunigt. VW ist nur das sichtbarste Symptom. Deindustrialisierung ist das Programm der Agenda 2030 – und Deutschland ein eifriger Musterschüler. Politisch müssen dafür noch bürgerliche Grundrechte abgebaut werden. Eine andere Baustelle, aber auch dort ist man fleißig.

Bild „20190617.VW-Manufaktur.-081“ by Bybbisch94, Christian Gebhardt is licensed under CC BY-SA 4.0.

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9 Kommentare

  1. Pfeiffer C 11. März 2026 um 14:17 Uhr - Antworten

    VW will 50.000 Stellen streichen

    Was bisher geschah:

    Im zweiten Quartal 2025 sank der Umsatz der deutschen Industrie um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, das achte Quartal in Folge mit rückläufigen Zahlen. Die Automobilindustrie trägt die Hauptlast: Innerhalb eines Jahres wurden 51.500 Arbeitsplätze – knapp sieben Prozent der Stellen – abgebaut, fast die Hälfte aller verlorenen Industriejobs in Deutschland.

    Doch während die Zahlen schonungslos die Realität aufzeigen, liegt die wahre Kunst des Scheiterns in den politischen Entscheidungen, die Deutschland und die EU mit einer Mischung aus ideologischem Eifer und bürokratischer Blindheit in diese Misere geführt haben:

    Grüner Klimawahnsinn: Wenn Ideologie die Wirtschaft zerlegt

    Künstliche Energieverteuerung: Der Abschied von der Vernunft

    Doch die Liste der politischen Fehltritte ist noch nicht zu Ende. Hier noch einige weitere Perlen der deutschen und europäischen Wirtschaftspolitik:

    Der Bürokratie-Weltmeistertitel gehört Deutschland und der EU, denn sie haben ein Talent dafür, Unternehmen mit einem Dschungel aus Regulierungen zu strangulieren.

    Als Nächstes hätten wir den Fachkräftemangel durch das Versagen der deutschen Bildungspolitik: Die Automobilindustrie benötigt dringend Fachkräfte, insbesondere in Bereichen wie Mechatronik und IT, um die Transformation zu schaffen.

    Dann wäre da noch die fehlende Infrastrukturförderung. Während die politischen Eliten und ihre medialen Hofschranzen seit Jahren ununterbrochen (Anm.: die Falschentscheidung) für Elektroautos gepredigt haben, ist die Infrastruktur für Ladestationen von E-Autos ein Witz geblieben.

    Ein weiterer, erschwerender Grund für das Desaster ist die atemberaubende Ignoranz und kulturell bedingte Überheblichkeit, welche die deutschen und europäischen sogenannten Eliten gegenüber der globalen Konkurrenz gezeigt haben.

    Zu guter Letzt hätten wir dann auch noch das Subventionschaos. Davon zeugt die Art und Weise, wie die deutsche Politik Milliarden in die (Anm.: Falschentscheidung) Elektromobilität gepumpt hat, ohne klare Vorstellungen und ohne Strategie.

    Derweil geht es weiter wie zuvor: Förderprogramme kommen und gehen und aufgrund einer fehlenden Strategie werden dadurch zusätzliche Unsicherheiten geschaffen, die den Markt verzerren.

    Nicht zu vergessen die Ignoranz – Schrägstrich – Inkompetenz der Vernichtungsprofiteur-Komiker (vulgo Markenmanager) – Stichwort Bonimillionenempfänger.
    Zur Erinnerung: Boni (Plural von Bonus, korrekt auch Bonusse) sind l-e-i-s-t-u-n-g-s-a-b-h-ä-n-g-i-g-e Sonderzahlungen, Vergütungen oder Rabatte. Sie werden als zusätzliche Geld- oder Sachleistungen vom Eigentümer im geschäftlichen Kontext „gewährt“.

    Kleine Abschweifung:

    Das heisst: Wenn – nach dem gegenständliche VW-System – Harry Kane bei den Scheiss-Bayern bis jetzt erstens nur Eigentore geschossen hätte, zweitens in Spielen und Training wegen Potschatheit Spielerkollegen verletzt hätte – – – usw. würde er trotzdem (ohne Boni) jährlich 25 Millionen Euros bekommen. Und wegen der Partnerschaft mit dem deutschen Automobilhersteller Audi weiter einen Audi SQ8 SUV E-Tron als Dienstwagen gestellt bekommen. Dieser besitzt einen Listenpreis von etwa 98.000 Euro. – – – No problem !!!

    Und auch die selbsterklärten politischen Eliten haben es in ihrer ignoranten Arroganz geschafft, eine der stärksten Industrien der Welt an die Wand zu fahren. Jetzt bleibt nur noch die Frage, wer die Trümmer aufräumt – und wer dafür bezahlt.

    Und damit wird ein „Naturgesetz“ schlagend: Am Ende zahlt das Volk! Bedenke: Angesichts der von Finanzminister Klingbeil jüngst in Kiew versprochenen 9 Milliarden Euro j-ä-h-r-l-i-c-h für die Fortsetzung des Stellvertreterkriegs in der Ukraine, kann das alles nur durch massive Kürzungen der Sozialleistungen finanziert werden!

    Daten / Schlussfolgerungs-Quelle: EY-Studie

  2. Daisy 11. März 2026 um 13:59 Uhr - Antworten

    VW ist ein Auto für die Gscherdn. Ich hatte noch nie einen. Die echten Käfer waren bestenfalls witzig. Was die Robustheit betrifft, soll zB Toyota besser sein. Was auch in diese Kategorie passt, wären Skoda und Trabi…. alles nix für mich.
    Die Frage ist ja nur, wer die Marke kauft – China oder VS? China macht dann daraus ein Seifen-Parfüm mit „natürlichen“ Aromen und VS baut Käfer. Musk baut Käfer (Hörby) mit Autopilot und Atomantrieb, geeignet zur Monderkundung…;-)

    Den Golf GTI habe ich früher schon mit meinem Ur-Abarth gestaubt. Zu dieser Zeit hatte ich einen Freund, der immerhin einen Scirocco fuhr, nix gegen den Abarth Ritmo, aber schon auch nett. Man saß weit unten. Auch in meinem Abart saß ich eher liegend…ich vermisse das ewig. Neulich parkte sich ein Scirorro neben meinem. Eine Ältere stieg aus. Ich fragte sogleich, wieviel PS er habe…sie antwortete stolz: 200. Er hatte einen doppelröhrigen Auspuff, gehört also der Vergangenheit an…

    In Zukunft kann es keinen Individualverkehr mehr geben, wenn das bei uns so weitergeht. Dann fährt man mit den Bot-Autos mit… (s. Total Recall) und ihre KI wird uns ausfratscheln etc.

    • Daisy 11. März 2026 um 14:06 Uhr - Antworten

      Achja, Pferde sind ja auch nicht die Zukunft, denn sie pupsen..

    • Pfeiffer C 11. März 2026 um 14:46 Uhr - Antworten

      Konjunktiv = Was die Robustheit betrifft, soll zB Toyota besser sein.

      Indikativ = Was die Robustheit betrifft, sind alte Volvos Genrespitzenreiter

      Für Jan Wilsgaard, der über vier Jahrzehnte und zahlreiche Baureihen hinweg den Fahrzeugen der Schweden Volvo ein unverwechselbares Aussehen gab. standen stets Funktionalität und Einfachheit im Vordergrund:

      „Das Funktionelle ist oft das Schöne. Man folgt den Gesetzen der Natur und macht die Dinge nicht komplizierter, als sie wirklich sind. Funktionelle und vernünftige Lösungen sind oft die attraktivsten“.

      Ich denke mir manchmal: Wenn Wilsgaard das vor heutigen Entscheidern referieren würde, wäre ihm das „Trio Infernal“ sicher: Alkotest – Psychotest – Drogentest. Und nicht für die Entscheider – ich nenne es das Gegenwartsparadoxon.

      Lebensalter Pfeiffer C + 2 alte Volvos = 146 Jahre / Istgleich 3 X eigenständig zuverlässig alltagstauglich ;-)

      • Daisy 12. März 2026 um 7:06 Uhr

        Ahm, 75 + 71? ;-) Volvos sind Panzer, das stimmt….

      • Pfeiffer C 12. März 2026 um 7:27 Uhr

        @ Daisy
        72 + 46 + 28 Motto: Sky above us – Earth below us – Fire within us ;-)

  3. peru3232 11. März 2026 um 12:06 Uhr - Antworten

    Die Weichen auf Niedergang wurden meiner Ansicht nach allerdings bereits vor etwa 20 Jahren gestellt. Davor war die Marke wirklich Programm, danach wurde der Fokus zunehmend auf Livestyle gestellt. Auch Audi war einst pragmatischer unterwegs und durchaus noch für die Masse erschwinglich und der 80iger praktisch nur ein pragmatische Griff ins nächsthöhere Regal nach Golf/Jetta

    Mir scheint, dass die Zeit des Umbruchs kam, als die Golftuner von einst da wohl langsam das Zepter übernommen haben. Und immer mehr aus den Augen verloren ging, was die eigentlichen Stärken waren.

    Das Bild zum Artikel passt da auch ganz gut – man will halt nicht „gewöhnlich“ sein, sondern Hippster ansprechen und nicht mehr robuste Technik liefern

  4. Jan 11. März 2026 um 11:17 Uhr - Antworten

    Wir werden durch den Stopp des Nahostöls Limits bei Kupfer, Halbleitern, Plastik und Textilien erreichen. Diese werden die Energiewende, die Autostrategie und die Digitalisierung samt Digitalem Geld bedrohen.

    Wenn man auch noch gegen China Krieg führen möchte, das die meisten Vorprodukte in diesem Bereich liefert, wird das nicht besser werden.

  5. Anna 11. März 2026 um 11:12 Uhr - Antworten

    Zu teuer – zu sehr auf eAutos gesetzt – nie wieder ein deutsches Auto!

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