
Leaken die Briten Interna, um Frieden zu sabotieren?
Nun sind Gesprächsprotokolle zwischen den USA und Russland aufgetaucht. Jemand hört mit, jemand, der keinen Frieden will.
Bloomberg veröffentlichte angebliche Gesprächsprotokolle von Telefonaten zwischen Trumps Sonderbeauftragten Steve Witkoff und Putins außenpolitischem Chefberater Juri Uschakow sowie zwischen Uschakow und Putins weiterem Berater Kirill Dmitrijew über den ukrainischen Friedensprozess. Der Kern des Witkoff-Uschakow-Gesprächs war Witkoffs Vorschlag, Putin solle in einem bevorstehenden Telefonat mit Trump ein 20-Punkte-Friedensabkommen für die Ukraine nach dem Vorbild des Gaza-Deals vorschlagen. Das Gespräch zwischen Uschakow und Dmitrijew ließ hingegen den Eindruck entstehen, der geleakte Entwurf sei russisch beeinflusst.
Uschakow wollte sich nicht zu seinem Gespräch mit Witkoff äußern, sagte aber: „Jemand hat abgehört, jemand hat geleakt – aber nicht wir.“ Dmitrijew bezeichnete das ihm zugeschriebene Gespräch mit Uschakow rundheraus als „Fälschung“. Trump selbst verteidigte das angebliche „Coaching“ Witkoffs gegenüber Uschakow mit den Worten: „Das macht ein Deal-Maker eben. Man muss sagen: ‚Schau, die wollen das – du musst sie mit dem hier überzeugen.‘ Das ist eine ganz normale Verhandlungsmethode.“
Die Behauptung der Altmedien, der Friedensvorschlag sei russisch beeinflusst (um die darin enthaltenen gegenseitigen Kompromisse zu diskreditieren), wurde bereits widerlegt. Außenminister Marco Rubio, der zugleich Nationaler Sicherheitsberater ist, erklärte: „Der Friedensvorschlag wurde von den USA verfasst. Er ist ein solider Rahmen für die laufenden Verhandlungen. Er beruht auf russischen Eingaben, aber ebenso auf früheren und aktuellen Eingaben aus der Ukraine.“
Selbst wenn die Inhalte der Protokolle korrekt wiedergegeben wären, wäre also keines der Gespräche skandalös. Die eigentliche Frage lautet jedoch: Wer hat die Gespräche abgehört und geleakt?
Bemerkenswerterweise hatte der russische Auslandsnachrichtendienst genau am selben Tag, an dem Bloomberg später seinen Bericht brachte, gewarnt, Großbritannien „zielt darauf ab, Trumps Bemühungen zur Konfliktlösung zu untergraben, indem es ihn diskreditiert“. Man erinnere an die Rolle Großbritanniens bei „Russiagate“, das es gemeinsam mit CIA, FBI und dem Lager von Hillary Clinton gegen Trump fabriziert hatte.
Da eine derartige Zusammenarbeit mit den drei früheren Komplizen nicht mehr möglich ist, könnte Großbritannien nun als letzten verzweifelten Versuch, den beispiellosen Fortschritt beim Frieden zu torpedieren, genau diese beiden Gespräche mit Uschakow (möglicherweise unter vielen weiteren) abgehört und geleakt haben. Mit dieser Provokation sollte Trump möglicherweise in Panik versetzt und dazu gebracht werden, Witkoff zu entlassen – aus Angst vor einer neuen „Russiagate 2.0“-Ermittlung, falls dieser Skandal den Demokraten hilft, bei den Midterm-Wahlen im nächsten Jahr den Kongress zurückzuerobern.
Die Entlassung Witkoffs, der für die jüngsten Friedensfortschritte zentral ist, könnte den gesamten Prozess genau in dem entscheidenden Moment zum Scheitern bringen, in dem Selenskyj angeblich kurz davor steht, Trump zu treffen, um die Details des von den USA vermittelten Friedensrahmens mit Russland endgültig festzuzurren. Indem Trump standhaft bleibt, blockiert er somit Versuche, alles zu zerstören, was er bisher bei einem russisch-ukrainischen Friedensabkommen erreicht hat – und verhindert zugleich eine Wiederbelebung der Russiagate-Lüge zugunsten der Demokraten bei den Midterms im nächsten Jahr.
Demnach können Bloombergs Leaks zu russisch-amerikanischen Gesprächen als britische Geheimdienstoperation gewertet werden, die den Friedensprozess entgleisen und den Konflikt verlängern soll, von dem Großbritannien profitiert – ganz zu schweigen von der Einmischung in die Midterm-Wahlen durch einen Fake-News-Schub für die Demokraten.
Trump hat bekannt gegeben, dass Witkoff am Montag Putin treffen wird und möglicherweise sogar von seinem Schwiegersohn Jared Kushner begleitet wird, der maßgeblich am Gaza-Deal beteiligt war. Aus purer Verzweiflung sind daher weitere britische Provokationen zu erwarten, um diese Gespräche zu sabotieren.
Bild „Telefon Tel Aviv“ by Niccolò Caranti is licensed under CC BY-NC 2.0.
Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Andrew Korybko ist ein in Moskau ansässiger amerikanischer politischer Analyst, der sich auf den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat. Er veröffentlicht auf Englisch auf seinem Substack-Blog. Auf Deutsch exklusiv bei TKP.
Jetzt mal ganz ehrlich… glauben wir wirklich, dass die Großkopfaten nicht in der Lage sind, Gespräche zu führen, ohne von Briten oder sonst wem abgehört zu werden? Echt jetzt!? Ich frag mich wirklich ständig „wer verarscht da wen“? Für mich ist alles in diesem Weltpolitgeschehen mittlerweile nur noch ein einziges Theaterstück und dient nur der Beschäftigung. Es wäre so geil, wenn einfach niemand mehr irgendetwas Beachtung schenkt, als seinem unmittelbaren Umfeld. Das wäre schön. Dann könnten die Theaterstücke schreiben, was sie wollen. Keiner würde es bemerken. Das ist wie mit dem alten Spruch „Stellt euch vor, es ist Krieg und keiner geht hin.“
Wer verhandelt, nähert sich dem, was der andere gerade noch akzeptieren kann – sonst wäre es ein Diktat.
Es gibt keine untere Schwelle, die Dumpfbacken nicht noch unterbieten könnten!
Böses Medium berichtet gerade: „London gibt endlich zu: Boris Johnson hat Beilegung des Ukraine-Konflikts verhindert“. Dort lese ich zum neuen Artikel in „British Army Review“: „… Laut einem Artikel des Militärhistorikers Alexander Hill in der neuesten Ausgabe der BAR, die der Nachrichtenagentur TASS vorliegt, spielte der damalige britische Premierminister Boris Johnson eine Schlüsselrolle beim Scheitern einer friedlichen Beilegung des Ukraine-Konflikts im Frühjahr 2022. …“
Damals wollten die Russen nur die Krim, jetzt zusätzlich Donbass komplett und Saporosche + Cherson bis zur Frontlinie. Da Westeuropa wieder Faxen macht, sollte Putin die Bescheidenheit ablegen – zumindest die 5 offiziell aufgenommenen Regionen komplett sowie Charkow, Dnepropetrowsk, Nikolajew und Sumy bis zur Frontlinie. Sehr viele Russen träumen von den Metropolen Charkow und Odessa.