Neustart für Journalismus: Petition hat bereits fast 7.000 Unterstützer

9. November 2022von 1,1 Minuten Lesezeit

Mit zehn Punkten will eine Gruppe kritischer Journalisten die Erneuerung des Journalismus in Österreich anstoßen. Per Petition können sie unterstützt werden. 

Seit Februar organisieren sich rund zwei Dutzend österreichische Journalisten. Zuletzt gingen einige von ihnen mit einer Petition an die Öffentlichkeit, die mit einem „Zehn-Punkte-Programm“ eine Erneuerung des Journalismus in Österreich fordert.

Journalismus versagt

Heute machte die Gruppe per Presseaussendung erneut darauf aufmerksam. Darin schreiben sie:

Unabhängiger, kritischer und ausgewogener Journalismus steht unter Druck. Die Leit- und Qualitätsmedien werden der Aufgabe, neutrale und komplexe Rechercheergebnisse anzubieten, immer weniger gerecht. Meinungsmache und Berichterstattung verschwimmen. Das wurde in der Corona-Krise offensichtlich.

Um die Aufgaben eines kritischen und nicht-tendenziösen Journalismus zu erfüllen, braucht es politische Instrumente wie ein Informationsfreiheitsgesetz oder die Vergabe von Inseraten aus Steuergeldern nach transparenten Kriterien. Vor allem plädieren wir als Medienschaffende mit vieljähriger Erfahrung aber für einen medieninternen Reformprozess und eine Selbstreflexion der Journalistinnen und Journalisten in Österreich.“

Die Petition, die man auf change.org unterstützen kann, wurde bisher von 6.778 Personen unterstützt. Über die zehn Punkte hatte TKP bereits berichtet.

Hier kann man die Petition der Journalisten unterstützen.

Bild Useraccount30Hannah Dreier photographCC BY-SA 4.0

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12 Kommentare

  1. magerbaer 10. November 2022 at 9:36Antworten

    Über die Chancen auf glaubwürdigen Journalismus sollte man sich keine Illusionen machen, wenn seine meisten Arbeitgeber und Akteure wie auch die Mehrheit unter seinen Informanten und dem gesamten Umfeld mit Konzernen, Politikern, Gerichten, „Experten“ usw. längst nicht mehr glaubwürdig sind …

  2. Peter Pan 10. November 2022 at 9:27Antworten

    politische Instrumente wie […] die Vergabe von Inseraten aus Steuergeldern nach transparenten Kriterien

    Noch eine weitere Zwangsabgabe für Qualitätsjournalismus?

    Wir haben bereits die Zwangsabgabe für einen korrupten öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der EU. Außerdem wird schon seit vielen Jahre über „Inserate aus Steuergeldern“ die Müllpresse finanziert. Die Inszenierung der „Corona Pandemie“ ist ein Beispiel dafür, wohin das führt. Das läuft selbstverständlich immer „transparent“.

  3. Hermann Hörl 10. November 2022 at 8:22Antworten

    Unabhängiger, kritischer und ausgewogener Journalismus ist in einer Demokratie unerlässlich!

  4. Hermann Hörl 10. November 2022 at 8:12Antworten

    Die einseitige Berichterstattung des ORF seit 3Jahren ist unerträglich. Ich wünsche mir ab sofort eine respektvolle Information im Lichte von Klarheit und Wahrheit!

  5. E. T. 10. November 2022 at 6:54Antworten

    Das Problem ist, dass sich die Papierzeitungen keinen unabhängigen Journalismus leisten können, weil sie dann so teuer sein müssten, dass sie kaum jemand kauft. Daher: Wes Brot ich ess‘ des Lied ich sing.

    • wellenreiten 10. November 2022 at 9:50Antworten

      Ich musste lachen, als ich gesehen habe, dass das Propaganda-Käseblatt „Der Standard“ für die Samstagsausgabe jetzt € 3,20 haben will. Um das Geld kauf ich lieber gleich eine Packung Klopapier, das ist sanfter zur Haut und man hat länger was davon. Nicht einmal geschenkt will ich den „Standard“ in der Wohnung liegen haben.

  6. baltiMOre ravens 10. November 2022 at 1:56Antworten

    Sorry für meinen Pessimismus, aber ich denke dieser „Journalismus“ muss in seiner Asche versinken – zu reparieren ist da nichts mehr.

    Er muss sich zunächst selbst zu Grunde richten, um für den derzeitigen „Journalisten-Typus“ unattraktiv zu werden, um hernach von „Idealisten“ erneut aufgebaut werden zu können.

    Und daher auch mein Pessimismus – wer weiß, wer hinter den großen Medien-Konzernen steht (also wie viel Finanzvermögen), der kann nur schwer auf einen Konkurs hoffen. Denen kann scheißegal sein, ob sie wer konsumiert. Und, dass Propaganda immer einen gewissen Anteil an „Erfolg“ hat, wissen wir auch schon lange genug.

  7. niklant 9. November 2022 at 18:48Antworten

    Wie kann man etwas entschuldigen, das Weltweit immer noch im Gange ist? Die Journalisten Weltweit lügen wie gedruckt, warum sollte es sich in Österreich besser stellen? Politiker haben diese Lügen gefordert und gefördert! Deshalb nein für eine Amnestie bei Journalisten und den Todes-Treibern.

  8. Katrin 9. November 2022 at 16:52Antworten

    Ich unterschreibe bei Change.org nicht, unabhängig davon, worum es geht.

    „Diese Online Plattform bewegt sensible Daten (vorallem politische Überzeugungen). Das Unternehmen schlägt Profit aus den gesponserten Petitionen, die der Kunde bezahlt, um Kontakt zu den Unterzeichnern zu bekommen.“

    • brigbrei 9. November 2022 at 18:10Antworten

      @Katrin 9. November 2022 at 16:52Antworten
      „Ich unterschreibe bei Change.org nicht, unabhängig davon, worum es geht.“

      Dem schließe ich mich an! Seit Jahren unterstütze ich diese unseriös arbeitende Plattform nicht (mehr) – siehe Ihre Begründung…

    • HelmutK 10. November 2022 at 9:49Antworten

      Außerdem muss man bei charge.org aufpassen, das man nicht plötzlich ein Dauerabo abschliesst. Wäre mir fast passiert, weil ich einen einmaligen Unterstützungsbetrag zur Verbreitung der Petition geleistet hatte. Als ich diesen bestätigt per Link sollte, wurde daraus plötzlich eine monatliche Dauerzahlung. Konnte ich allerdings gleich widerrufen.

  9. Idaho 9. November 2022 at 16:46Antworten

    Einfach alle „zwei Dutzend“ zusammentun und ein neues Medium gründen.
    Wahrheit und richtiger Journalismus siegen immer.

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