Epstein-Anwalt genehmigte Hausdurchsuchung bei Trump

11. August 2022von 1,7 Minuten Lesezeit

Die Hausdurchsuchung bei Donald Trump wurde von einem Richter genehmigt, der Mitarbeiter von Jeffrey Epstein verteidigt hatte.

Es war die erste Hausdurchsuchung bei einem ehemaligen Präsidenten in der Geschichte der USA. Und jener Richter, der die Hausdurchsuchung bei Donald Trump diese Woche in Mar-o-Lago genehmigt hatte, vertrat früher Mitarbeiter von Jeffrey Epstein. Bruce Reinhart war bis 2008 Bundesstaatsanwalt. Dann wurde er Anwalt und vertrat Epsteins Leute.

Kein Unbekannter

Der Richter war damals schon in die Kritik geraten, weil er direkt von der Rolle des Staatsanwalts in jene des Strafverteidigers wechselte. Das berichtet „Politico“. Der Richter habe für republikanische und demokratische Kandidaten gespendet.

Die Trump-Anwältin Christina Bobb sagte gegenüber POLITICO, dass der Richter Bruce Reinhart den Durchsuchungsbefehl unterschrieben habe und dass die Beamten etwa ein Dutzend Kisten mit Material aus dem Anwesen entfernt hätten. Bobb soll zu dem Zeitpunkt anwesend gewesen sein, als das FBI die Durchsuchung von Mar-A-Lago in Palm Beach durchführte.

Zündstoff für Wahlkampf

Man suchte Dokumente, die Trump widerrechtlich aus dem Weißen Haus mitgenommen haben sollte. Auch die Wäsche seiner Frau sei durchsucht worden. Die Republikaner sind empört. Sie sprechen von einer „Bewaffnung“ des Justizministeriums gegen die Opposition.

Es ist zweifellos ein Tabubruch, und die Umstände ebenfalls dubios. So dürfte es vor der Aktion keine Anfrage an Trump gegeben, ob er entsprechende Dokumente besitzt und zurückgeben würde. Dazu kommt, dass private und dienstliche Kommunikation oft schwer zu trennen ist. Hillary Clinton hatte damals als Außenministerin von ihrem privaten Laptop kommuniziert und die Mails dann gelöscht. Eine Hausdurchsuchung gab es gegen sie keine. Dabei war sie nicht einmal Präsident. Dass der federführende Richter eine Epstein-Verbindung ist dabei fast nur ein peinliches Detail. Für die Republikaner gefundenes Fressen. Und Material für den Wahlkampf.

Bild Gage Skidmore, Donald Trump by Gage Skidmore 2, CC BY-SA 3.0

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5 Kommentare

  1. avstriavsky 11. August 2022 at 23:09Antworten

    Zu Trump kann man durchaus eine ambivalente Meinung haben. Unter der Präsidentschaft von Trump, hat die USA den Austritt aus dem Atomabkommen (internationale UN Anerkennung) mit dem Iran erklärt, das am 14. Juli 2015 in Wien unter Mitwirkung seines Amtsvorgängers Barack Obama geschlossen wurde, obwohl das Atomabkommen laut internationaler Atomenergiebehörde, die die Kontrollfunktion im Rahmen des Abkommens innehatte, seitens des Iran definitiv nicht verletzt wurde.

    Andererseits wirft man Trump eine zu freundliche Beziehung zu Russland vor, seine Gegenspieler der demokratischen Partei zogen sämtliche Register, um ihn zu diskreditieren und seine „America First“ Politik durch den Kakao zu ziehen. Ob die Abwahl von Trump zugunsten von Biden ein abgekartetes Spiel, also Wahlbetrug war, das ist ein großes Rätsel. Wobei bei genauerer Betrachtung durchaus einiges dafür spricht.

    Tatsache ist, dass die Konzernjunta der neoliberalen US-Oligarchen unter Republikanern sowie unter Demokraten ungebremst fortgesetzt wird. Sehr zum Nachteil der Weltgemeinschaft. Ob die Durchschnittsmenschen gut (über)leben können ist in einem neoliberalen System ziemlich zweitrangig. Das eingesetzte Kapital muss Rendite erwirtschaften. Je mehr, desto besser. Die Oligarchenwirtschaft wird über die Volkswirtschaft gestellt und das hat eben schwere Folgen für das Volk.

    Das beste Vorzeigebeispiel dafür sind international gesehen ja doch die USA, mit dem Einparteiensystem verteilt auf zwei Lager. Für Ideen wird bei den US-Zivilisationsoriginellen schon lange niemand mehr gewählt. Man leiert „wahlkämpfend“ allerlei rührseligen Pathos unter das Volk, während die übrigen 70% an Energie im Wahlkampf mit dem Eintreiben von Kampagnenspenden ausgebucht sind. Für die Großspender, von denen man auf diesem Weg durchlobbyiert und durchgeschmiert ist, intrigiert man dann via Senat, Repräsentantenhaus oder Oval Office in dieser parteienarmen, aggressiven Konzernherrschaft eine Politik, mit welcher die edlen Spender mehr als zufrieden sein können. „Politik“ ist dort eine vollprivatisierte, Realität gewordene Dystopie, an extremer Korruptheit nicht zu überbieten.

    Selbst hartnäckig notorische Skandalkonkurrenten, sowie sämtliche Bananenrepubliken halten sich sehr weit abgeschlagen hinter den USA stets auf respektvollem Abstand. Therefore: Trump or Biden or anyone else – where is the difference?

  2. Hans im Glück 11. August 2022 at 19:12Antworten

    Off Topic, aber es brennt mir unter den Nägeln. Die „Welt“:

    „Generalstaatsanwaltschaft übernimmt Ermittlungen gegen Schlesinger

    Wegen seiner Relevanz ist der Fall Schlesinger bei der Generalstaatsanwaltschaft Berlin gelandet. Die Vorwürfe der Vetternwirtschaft und Vorteilsnahme werden nun geprüft. Dabei geht es auch um die Pensionsansprüche der Ex-Intendantin.“

    Jetzt mal ehrlich: Glaubt ernsthaft irgendjemand, dass hier, im BedaZ nach 3 Jahren Verhandlungsdauer, irgendetwas substantielles erfolgen wird?
    Ich nicht!

    Aber ich würde noch Wetten annehmen, wo die härteren Wattebällchen geworfen werden:
    a) Bei der Geldverprasserin?
    b) Beim Maschinenpistolen Prozess mit dem 16 Jährigen- falls es überhaupt einen gibt?

  3. Mada 11. August 2022 at 18:53Antworten

    Man mag zu Trump stehen, wie man will, ich halte ihn auch nicht für eine Lichtgestalt, eher für einen chauvinistischen, sexist+#‘ §&% (da schweigt des Dichters Höflichkeit).

    Aber es wird wieder einmal mit zweierlei Maß gemessen: Twitter löscht den Account des amtierenden Präsidenten – nicht den der Person. Dann diese Hausdurchsuchung, während H. Clinton problemlos von privaten Accounts schreiben konnte.
    Die Konten der Unterstützer des Freedom Convoy werden in den USA und Kanada gesperrt, während die Oligarchen munter Steuern hinterziehen, Gelder verschieben etc.
    Der oberste Drohnenkrieger bekommt den Friedensnobelpreis im vorauseilenden Gehorsam, den anderen Präsidenten plättet man für die Aussage „es wäre doch gut, wenn wir mit den Russen in Frieden leben könnten“.
    Zu Epstein fällt mir nur ein: Ghislaine Maxwell wird verurteilt und niemand ermittelt die Kunden, die genauso Mittäter wären? Eigentlich sollte doch ein Richter Ermittlungen beauftragen, wenn er von Amts wegen Kenntnis einer Straftat bekommt. Aber es kann ja nicht sein, was nicht sein darf.

  4. eugen richter 11. August 2022 at 15:34Antworten

    In den USA wird schon diskutiert, ob Trump hier geschickt die woken Des in die Falle laufen ließ. Das könnte den Dem richtig schaden. Meinetwegen.

  5. I.B. 11. August 2022 at 15:20Antworten

    „Für die Republikaner gefundenes Fressen. Und Material für den Wahlkampf.“

    Da steckt doch sicher Putin dahinter! (Ironie)

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