Nahrungsmittelkrise wie 2015 vom US Center for Naval Analyses vorhergesagt

30. Mai 2022von 5 Minuten Lesezeit

Es ist echt interessant, wie präzise die Vorhersagen von den Studien aus vergangenen Jahren zutreffen. Die Corona Pandemie wurde mehrfach im voraus „geübt“, auch das Auftauchen der Affenpocken wurde im März 2021 geplant. Und die US-Navy hat sich mit Hungerkrisen befasst und das, was gerade passiert, ziemlich genau vorhergesagt.

Aber zunächst was gerade passiert: „Es gibt keine wirkliche Lösung für das Problem der globalen Ernährungssicherheit, ohne die landwirtschaftliche Produktion der Ukraine und die Lebensmittel- und Düngemittelproduktion Russlands und Weißrusslands trotz des Krieges auf die Weltmärkte zurückzubringen.“ Diese unverblümten Worte des UN-Generalsekretärs António Guterres beschreiben die gegenwärtige globale Nahrungsmittelkrise treffend.

Originell ist jedoch, wie die Ursachen in den Medien dargestellt werden. Die USA und die G7 (bestehend aus Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, dem UK und den USA) beharren darauf, dass der Abbruch der Lebensmittelexporte aus der Ukraine die größte Bedrohung für die weltweite Ernährungssicherheit darstellt, anstatt die weitaus stärkeren negativen Auswirkungen der westlichen Sanktionen gegen Russland zuzugeben.

Schon vor dem rapiden Preisanstieg im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg litten mehr als 800 Millionen Menschen unter chronischer Ernährungsunsicherheit – etwa 10 Prozent der Weltbevölkerung. Das Welternährungsprogramm (WFP) plant, „in diesem Jahr eine Rekordzahl von 140 Millionen Menschen zu ernähren“, und es berichtet, dass „mindestens 44 Millionen Menschen in 38 Ländern am Rande einer Hungersnot stehen„, ein Anstieg gegenüber 27 Millionen im Jahr 2019.

Falsche Analyse der G7 über die Gründe für die Nahrungsmittelkrise

Angesichts der sich rasch verschärfenden Nahrungsmittelkrise trafen sich die Außenminister der G7-Staaten vom 12. bis 14. Mai, um sich endlich mit dieser dringenden Angelegenheit zu befassen. Sie gaben am 13. Mai eine Erklärung ab, in der sie ihre „tiefe Besorgnis“ über die wachsende Ernährungsunsicherheit zum Ausdruck brachten, und wiesen am nächsten Tag darauf hin, dass „die Welt jetzt mit einer sich verschlimmernden Ernährungsunsicherheit und Unterernährung konfrontiert ist… zu einer Zeit, in der 43 Millionen Menschen bereits einen Schritt von einer Hungersnot entfernt waren„.

Die G7 behaupteten jedoch fälschlicherweise, dass der Grund für diese Nahrungsmittelkrise in erster Linie darin liege, dass „Russland die Exportwege für das ukrainische Getreide blockiert„. Kanadas Außenministerin Mélanie Joly erklärte: „Wir müssen dafür sorgen, dass dieses Getreide in die Welt geschickt wird. Andernfalls droht Millionen von Menschen eine Hungersnot.

Sanktionen Pandemie-Maßnahmen und die globale Nahrungsmittelkrise

In dieser G7-Erklärung wurde die derzeitige weltweite Nahrungsmittelkrise bewusst falsch dargestellt. Anstatt zu versuchen, diese Krise zu lösen, nutzten die USA und der Rest der G7 diese Gelegenheit, um ihre Propaganda für den Ukraine-Krieg voranzutreiben.

Sicherlich verschlimmern die Exportbeschränkungen der Ukraine das weltweite Nahrungsmittelproblem. Aber sie sind nicht die Hauptursache für die Verschlechterung der Lage. Eine viel stärkere Ursache sind die westlichen Sanktionen gegen die russischen Exporte. Und natürlich die Unterbrechung von Lieferketten sowie Transportwegen durch die schädlichen Corona-Maßnahmen wie Lockdowns und Reisebeschränkungen.

Russland produziert und exportiert im Vergleich zur Ukraine weitaus mehr Grundnahrungsmittel und andere Produkte. Russland ist der größte Weizenexporteur der Welt und hat einen fast dreimal so hohen Anteil an den weltweiten Ausfuhren wie die Ukraine, nämlich 18 Prozent gegenüber 7 Prozent.

Noch wichtiger sind die Düngemittel. Russland ist der weltweit größte Exporteur von Düngemitteln, und Weißrussland, das ebenfalls mit westlichen Sanktionen konfrontiert ist, ist ebenfalls ein wichtiger Lieferant – zusammen machen sie mehr als 20 Prozent des weltweiten Angebots aus. Die Preise für Düngemittel stiegen bereits vor dem Ukraine-Krieg aufgrund der hohen Öl- und Gaspreise – die Düngemittelproduktion ist in hohem Maße von Erdgas abhängig -, aber die Sanktionen gegen Russland haben die Situation noch verschärft. Weizen betrifft nur einige wenige Länder, Düngemittel braucht jeder Nicht-Bio-Landwirt überall auf der Welt.

Die Bedrohung der weltweiten Düngemittelversorgung verdeutlicht, wie wichtig Energieprodukte für praktisch alle Wirtschaftszweige sind. Da Russland nicht nur einer der weltweit größten Exporteure von Nahrungsmitteln, sondern auch von Energie ist, haben die Sanktionen gegen das Land eine inflationäre Wirkung auf die gesamte Weltwirtschaft.

Ein Planspiel des Center for Naval Analyses der US-Navy

Das Center for Naval Analyses (CNA) hat Anfang Dezember 2015 die Ergebnisse ihres Planspiels mit dem TitelFood Chain Reaction: A Global Food Security Game“ veröffentlicht. Im November 2015 trafen sich 65 Experten und politische Entscheidungsträger aus mehreren Ländern in Washington, D.C., um an der Übung teilzunehmen. Die Teams der Teilnehmer vertraten Regierungen, Institutionen und Unternehmen und reagierten auf eine globale Nahrungsmittelkrise, die durch Bevölkerungswachstum, rasche Urbanisierung, extreme Wetterbedingungen und politische Krisen verursacht wurde.

In der ersten Runde, die sich über die Jahre 2020 bis 2021 erstreckte, waren die weltweiten Lebensmittelvorräte unterdurchschnittlich, die Lebensmittelpreise stiegen, wetterbedingte Katastrophen und soziale Unruhen traten auf. Die kumulativen Aktionen der Spieler beeinflussten die weltweiten Bedingungen in den folgenden Runden. In der zweiten Runde von 2022 bis 2024 erlebten die Spieler den Höhepunkt der Ernährungssicherheitskrise im Spiel.)

Für 2022 wurde folgendes Szenario vorgezeichnet:

  • Erhebliche Dürreperioden in wichtigen Produktionsgebieten
  • Dramatischer Anstieg der Ölpreise (>100$), Verstärkung der

    Biokraftstoffproduktion

  • Unruhen und Migration nehmen zu, Panikkäufe angesichts der Unsicherheit
  • Die Budgets der Hilfsorganisationen sind überlastet
  • Nahrungsmittelpreise steigen von 262 auf 395 Prozent des langfristigen Durchschnitts

Das simulierte 2023 ist im Detail auch noch interessant:

„Hitze und Trockenheit in Indien beeinträchtigen die Ernteerträge […] Russland und die Ukraine erleben Hitzestress, der die Getreidevorräte reduziert.“

Offensichtlich hatten die Teilnehmer einen sehr realistischen Blick in die Zukunft.

Die Ergebnisse des Planspiels gibt es auf der CNA Webseite zum Download oder direkt hier zum Ansehen:

Food Chain Reaction: A Global Food Security Game-2015

Auch ein Video gibt es zur Präsentation der Ergebnisse:

Bild von Gerald Friedrich auf Pixabay


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8 Kommentare

  1. David 1. Juni 2022 at 10:37Antworten

    @Fritz Madersbacher

    Mai 2022 at 19:46

    Was hat das mit dem Krieg im Osten des Landes zu tun?
    Bitte richtig Lesen! Ist bereits bekannt das Russland interesse daran hat und will alles an sich nehmen. Die Gier nach Macht (darin sind schon viele umgekommen). Außerdem ist das bereits Theman in den Medien.

  2. Justos 30. Mai 2022 at 11:30Antworten

    Vorhersagen ist keine große Kunst wenn man sich sehr mit der Materie beschäftigt und verfolgt. Dann kann man schon so einiges erahnen und sehen was auf einen zukommt. Die Menschen auf diesem Erdball sorgen schon dafür dass es zu Katastrophen und verschwundene Krankheiten wiederkehren. Gier und Macht ist das Tüpfelchen obendrauf. Besonders nach Corona kann man ziemlich genau vorhergesagt werden was noch kommt. Genauer sehen zeigt düstere …. Okay, ich will nicht ins Detail gehen und unsere Zeit so gut wie möglich genießen. Ohne Konsum, denn damit lebe ich sehr gut.

  3. D. K. 30. Mai 2022 at 11:19Antworten

    Mit dem rapiden Preisanstieg im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg sind Poliriker verantwortlich. Und da in der Pandemie die Wirtschaft gelitten hat durch den ständigen Lockdowns und anderen irsinnigen Maßnahmen holen sie es wieder mit Sanktionen ein.
    Die Herstellen nutzen diese Situation aus und verdienen sich in die eigene Tasche. Verbrauchen sind Blind vor Panik (wie man den sinnlosen kauf von toilettenpapier gezeigt hat) und fangen an zu Hamstern. Panikkäufe schaden einem nur selbst da sie unbedacht und aus Angst gemacht werden. Nur treiben sie die Preise in die Höhe. Bis sie aufgewacht sind, ist meist der Zug abgefahren.
    Die Medien tun so als hätte Deutschland keine Getreide zu bieten. Ich lasse alle Teile liegen die innerhalb weniger Tage und Wochen sich verdoppeln. Weizen zum Beispiel ist nicht gerade das gesündeste (Bäuchlein). Dabei haben wir genug, wenn man die Ansprüche herunterschraubt. Wenn ich das kann, dann können es auch die anderen.
    Und Düngemittel geht auch gesünder. Nur anstrengungen will keiner haben. Dann muss man eben mit der Konsequenz leben.

  4. Gerhard 30. Mai 2022 at 11:18Antworten

    Die Ukraine besitzt die fruchtbarsten Böden der Welt, die Schwarzerde sorgt für ertragreiche Ernten. Doch der für das Land so wichtige Getreideexport könnte durch die politische Krise bedroht sein. Wo der Staat mit welchen Instrumenten Einfluss nehmen können wird, welche Prioritäten er setzen kann, ist noch offen. Aber zu erahnen.
    Schätzungen zufolge verfügt die Ukraine über 30 Prozent der weltweiten Schwarzerde-Vorkommen. Mehr als die Hälfte der Landesfläche ist von diesem besonderen Boden bedeckt. Das Land ist ungefähr zur Hälfte [45–56%] seiner Fläche mit diesen superertragreichen Böden bedeckt. Das bedeutet: Das Schwarzerdegebiet der Ukraine ist ungefähr so groß wie die gesamte Bundesrepublik Deutschland! Schwarzerde – der wahre Schatz der Ukraine. Der fruchtbarste Ackerboden der Welt ist die Schwarzerde, auch Tschernosem genannt. Die Ukraine war schon der fruchtbarsten landwirtschaftlichen Gebiete Europas.

    • Fritz Madersbacher 30. Mai 2022 at 19:46Antworten

      @Gerhard
      30. Mai 2022 at 11:18
      „Die Ukraine besitzt die fruchtbarsten Böden der Welt“, zumindest einige davon, und ist nicht zuletzt deswegen seit langem ein Objekt der Begierde für westliche Agrarkonzerne wie Monsanto etc. (z.B. „Ukraine: Wettlauf um die ukrainische Schwarzerde – Die Felder der Ukraine sind kostbar und begehrt; das Interesse westlicher Agrarkonzerne und Russlands enorm. Was hat das mit dem Krieg im Osten des Landes zu tun? Von Alexandra Endres, ZeitOnline, 16. März 2015)

  5. Al 30. Mai 2022 at 9:45Antworten

    Ich lese das alles als neue Hinweise, dass, so erschütternd das wirken mag, Russland gemeinsame Sache mit dem WEF-Clan macht.

    Wie sieht die Situation denn aus?

    a) Russland verfolgt seine Ziele in der Ukraine erfolgreich
    b) Russland hat trotz angeblicher Sanktionen Rekord-Einnahmen, wirtschaftlichen Aufschwung, Prosperität
    c) allen „westlichen“ Hassreden und Drohungen zum Trotz, trotz der militärischen Übermacht der NAhTOd (mehr als 10-faches Militärbudge, alleine USA) kann Russland sich offensichtlich im Wesentlichen durchsetzen
    c1) der Rüstungs-Schrott, der zur Zeit in die Ukraine geliefert wird, hat keinerlei kriegsentscheidende Relevanz, sorgt nur für noch mehr Tote, mehr Zerstörung, mehr Leid, mehr Hass, verlängert das Kampfgeschehen
    c2) entgegen allem Anschein und Geplärre bei uns ist die Entnazifizierung der Ukraine im besten Interesse der Mächtigen auch bei uns, weil diese UA-Nazis sich nämlich nicht führen lassen und ihr eigenes Ding machen. Also weg damit.
    c3) der aktuelle Ukraine-Flüchtlingsstrom reiht sich nahtlos in die bisherige Migrations-Förderungspolitik des WEF-Clans ein. Ziel der Migrationsförderung ist es, alle gesellschaftlichen Strukturen, die sich gegen staatliche Übergriffe stellen könnten, noch weiter zu zerschlagen, uns Menschen zu vereinzeln und damit in die völlig Hilf- und Machtlosigkeit zu treiben.
    d) Russland hat bei der Fake-Corona-Pandemie ganz vorne mitgespielt, viele „linke“ Altkommunisten in der BRD hätten ohne die russische Fehlinformationsfront (russia today) vielleicht mehr Skepsis entwickelt, nur mit Russland (und China, und deren jeweiligen Satelliten) konnte eine „weltweite Einigkeit über die Pandemie“ vorgeführt werden
    e) der Ukraine-Wahn reihte zeitlich nahtlos an den Corona-Wahn an, Russland hat stichpunktgenau die notwendige Entwicklung geliefert, als nämlich die Pandemie-Lüge hier zu bröckeln begann. Sofort wurden die Irregeleiteten wieder neu beschäftigt

    Nun mag manch einer sagen: aber das sterben doch russische Soldaten. Wie soll das Putin wollen. Dazu sage ich: was juckt einen Biden, Scholz, Xi, vonderLeyen, Macron, Draghi, Johnson, … ein paar Soldaten.?Was juckt den Putin ein paar Soldaten?

    Kriege wurden schon immer von „oben“ gegen „unten“ geführt. Dieses nationale Gegeneinander war schon immer pure Attrappe. Herrschende haben ein gemeinsames Interesse: weiter zu herrschen. Und dazu ist es immer gut und nützlich, das Volk „um sich zu scharen“, in Angst und Bedrohungshaltung zu treiben, innere oder äußere Feinde aufzubauen, um den Bedrohungsgefühlen immer weiter Nahrung zu geben.
    Das gemeinsame Interesse aller herrschenden führt zu konzertierten Aktionen aller Herrschenden – über alle Ländergrenzen hinweg.

    Die vordergründigen Geplänkel, der scheinbar aufeinander gehegte Hass – das ist alles rein funktional. Das wird alles der Glaubwürdigkeit willen inszeniert. Das ist mein ganz böser Verdacht. Würde Putin jetzt eine große, internationale Aufmerksamkeit erregenden Kampagne zur Aufklärung der Corona-Lügen starten, wäre ich bereit, vielleicht etwas umzudenken. Ansonsten gilt für Biden, für Putin, für Xi, für jeden Führer jeden Landes der Welt:

    Es gibt nur einen Krieg: der Krieg der „oberen“ gegen uns unten. Was man uns als heiße Kriege präsentiert sind pure, aber durchaus blutige Schauspiele auf deren Bühnen, um uns von der Erkenntnis der wahren Sachverhalte abzulenken.

    26.11.2006 … “There’s class warfare, all right,” Mr. Buffett said, “but it’s my class, the rich class, that’s making war, and we’re winning.” New York Times

    • Hanna 30. Mai 2022 at 12:02Antworten

      „… Russland gemeinsame Sache mit dem WEF-Clan macht.“ –

      Das war klar. Wenn es PUTIN, der WEF-Schüler der ersten Stunde ist, in die russischen Interessen paßt, für seine eigene Agenda, wird natürlich auch mit WEF & Konsorten (und sonstigen Raubtierglobalisten) kooperiert.

      So etwa hat man 2021 in RUSSLAND ein großes WEF-Zentrum für die VIERTE INDUSTRIELLE REVOLUTION eingerichtet:

      http://www.winteroak.org.uk/2022/03/15/the-acorn-72

      siehe unter „Against power, lies and war!“

  6. OMS 30. Mai 2022 at 8:43Antworten

    In der Politik passiert nichts unerwartet! Man kann davon ausgehen, dass es geplant war und ist! Alleine die Sanktionen gegen Russland, Iran und Venezuela sind ein gewaltiger Hemmschuh für die gesamte Welt! Sanktionen sind die Form des Krieges ohne Bomben und Soldaten! Wer Sanktionen verhängt ist gegen den Frieden!

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