Ölverkäufe von Russland erreichen Rekordhöhen trotz Sanktionen

14. Mai 2022von 3 Minuten Lesezeit

Der Westen schadet sich mit den Sanktionen und dem Ölembargo gegen Russland immer mehr selbst, während Moskau Rekordeinnahmen erzielt. Die Mehrheit der Länder hat kein Interesse daran, sich diesen Sanktionen anzuschließen und sich selbst zu schaden. Es scheint nicht so zu sein, dass in Washington, Brüssel, London, Berlin & Co Wirtschaftsexperten sitzen, die über die Auswirkungen von Sanktionen auf allen Seiten nachdenken.

Die USA haben allerdings Vorteile auf ihrer Seite, denn sie schwächen wenigstens auch die Länder der EU, die ja bekanntlich wirtschaftliche Konkurrenten in vielen Bereichen sind.

Das zeigt sich auch im Hinblick auf die Sanktionen gegen russisches Öl und Erdgas. Denn während die europäischen Volkswirtschaften (und nicht nur diese) leiden, verdient Moskau prächtig am Ölverkauf und kann so zumindest einen Großteil der Auswirkungen der Sanktionen abfedern.

Jüngste Daten zeigen, dass Russlands Öl- und Gaseinnahmen im April ein Rekordhoch erreichten: Sie stiegen in einem einzigen Monat auf 1,8 Billionen Rubel, verglichen mit 1,2 Billionen im März, was zu den folgenden erschreckenden Zahlen führte, wie Bloomberg berichtet.

Nach nur vier Monaten hat der russische Staatshaushalt bereits 50 Prozent der für 2022 prognostizierten Öl- und Gaseinnahmen (9,5 Billionen) erhalten.“

Bloomberg bestätigt die Entwicklungen unter Berufung auf die Daten der Internationalen Energieagentur. Laut dem monatlichen Marktbericht der IEA mit Sitz in Paris verdiente Moskau im Jahr 2022 rund 20 Milliarden US-Dollar pro Monat aus dem Verkauf von Rohöl und Produkten von etwa 8 Millionen Barrel pro Tag.

Washington hat sich, was das Sanktionsregime betrifft, völlig überschätzt. Schließlich ist Russland nicht Venezuela, Nordkorea oder der Iran. Die meisten Länder dieser Welt haben sich – aus eigenem wirtschaftlichen Interesse – den Strafmaßnahmen nicht angeschlossen.

Neu-Delhi zum Beispiel hat gerade ein Abkommen mit Moskau unterzeichnet und erhält Öl mit einem Abschlag von 20 bis 25 Dollar auf den Marktpreis. Und liefert im Gegenzug Medikamente nach Russland.

Auch Dünger – enorm wichtig für die indische Landwirtschaft – wird weiterhin aus Russland geliefert, weil sich die Inder den westlichen Sanktionen nicht anschließen.

Ähnliches gilt für Brasilien. Präsident Bolsonaro weiß, wie wichtig Düngemittel für das Land sind und weigert sich, dem Druck der USA nachzugeben. Und das sind nur zwei der prominentesten Beispiele. Die BRICS Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) halten zusammen.

Vor allem die EU-Kommission benimmt sich wie US-Lakaien und hat ein Lemming Programm am Laufen und Länder wie Deutschland und Österreich stürzen sich freudig in die Tiefe. Der deutsche Grüne und Wirtschaftsminister Habeck ergeht sich in Parolen wie „Temperatur senken und Gasverbrauch um 10% reduzieren“, als würden die Russen vor Schreck erstarren, wenn die Deutschen frieren.

Im globalen Süden fragen sich viele Kommentatoren, warum sich ihre Länder diesen Sanktionen gegen Russland anschließen sollten.

Wer hat denn beispielsweise die Vereinigten Staaten und die NATO-Länder sanktioniert, als sie Vietnam, Irak, Libyen, Syrien, Afghanistan und andere Länder verwüsteten?

Insgesamt zeigen die Zahlen für Russland jedenfalls, dass die Sanktionen nicht die Wirkung haben, die sie offiziell haben sollen. Sie schaden aber ganz sicher der Wirtschaft der Länder der EU und stürzen große Teile der Bevölkerung in die Armut, denn gerade die Preise von Grundbedürfnissen schießen in die Höhe.

Bild von drpepperscott230 auf Pixabay

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17 Kommentare

  1. Andreas I. 15. Mai 2022 at 9:41Antworten

    Hallo,
    es hat schon eine gewisse Ironie, wenn die dogmatischsten Liberalen, die am lautesten „FREIER MARKT!!!“ rufen, erst selbigen mit Sanktionen manipulieren wollen, aber dann dumm aus der Wäsche schauen, wenn der Markt trotzdem funktioniert.

  2. Eva-Maria 14. Mai 2022 at 21:39Antworten

    Insgesamt wurden gegen Russland schon fast 10.400 restriktive Maßnahmen verhängt – mehr als gegen Iran, Syrien, Nordkorea, Venezuela, Myanmar und Kuba zusammen.

    Ergibt sich aus Castellum.AI, einer globalen Datenbank zur Verfolgung von Sanktionen.

  3. Taktgefühl 14. Mai 2022 at 18:23Antworten

    Warum Rußland nicht bröckelt:

    Die Wirtschaftskraft liegt in der Verschuldung. Je mehr Schulden ein Staat macht, desto reicher werden die Banken.

    Merkel hat nach 5 Minuten Überlegung mehr als 500 Milliarden Euro in der Finanzhölle verfeuert, das war der zweitgrößte Betrag nach George Bushs „Rettungsring“. Daß die größte Macht des Westens in seinen Währungen liegt, da bin ich allerdings skeptisch.

    Ein Staat gilt als bankrott, wenn er die Zinsen seiner Anleihen nicht mehr bezahlen kann.

    Die USA sind eine Dienstleistungsgesellschaft. Auch die EU will sich ja ganz von den Rohstoffen abkoppeln und setzt vermehrt auf Dienstleistungen. Technisch ist auch Brüssel ein „Dienstleister“, denn dort wird kein Mehrwert erzeugt. Das ist für die – untersdrückten – Länder wie wenn man sein Geld von einem Finanzdienstleister verwaltet läßt. Der erzeugt nur Kosten!
    Man kann also sagen, daß der Dollar und die Tilgung mehr an Dienstleistungen gekoppelt ist als an der Produktion von Waren.

    Russland hat keine bedeutsame Wirtschaft – im Vergleich zu den USA oder Europa. Aber das scheint mir eher ein Frage der Definition zu sein, was man als bedeutsam erachtet. Ich würde der landwirtschftlichen Produktion einen höheren Stellenwert einräumen als einem Finanzdienstleister.

    Der Rubel war nach den Sanktionen und Androhungen zunächst unter Druck geraten. Das war wohl eher der Herdentrieb, denn rational ist die Börse nicht.
    Dann hat sich der Rubel stabilisiert. Der Rubel ist zwar Fiatgeld wie in den USA und der EU, aber er hat einen inneren Wert, nämlich die Rohstoffe Russlands! Der innere Wert des Dollars sind nur Dienstleistungen. Damit kann man sein BIP auch aufblähen.

    Praktisch sollte auch dasslebe Prinzip wie von der Reagan Administration durchgesetzt werden, der Ölmarkt sollte überschwemmt werden, um Russland von der Einnahmeseite unter Druck zu bringen, aber die OPEC macht nicht mit.

    Öl ist der Motor der Weltwirtschaft!

    Wahrscheinlich hat die OPEC geblickt, daß sie damit Verluste macht und die USA Gewinne!

  4. 1150 14. Mai 2022 at 17:03Antworten

    wenn es kein öl und gas gibt, in die zimmerecke stellen, da sind immer 90° :-)))

    • Wolfgang Sauer 15. Mai 2022 at 21:08Antworten

      Ich hoffe Fahrenheit und nicht Celsius

  5. Anna 14. Mai 2022 at 13:24Antworten

    Der Ehrlichkeit halber aus dem Bloomber Bericht:

    Dennoch gibt es Anzeichen dafür, dass Russlands Widerstandsfähigkeit zu bröckeln beginnt.

    Die Lieferungen gingen im vergangenen Monat um 1 Million Barrel pro Tag zurück, und diese Verluste könnten sich in der zweiten Jahreshälfte verdreifachen, schätzt die Agentur. EU-Sanktionen gegen staatsnahe russische Unternehmen wie den Produktionsriesen Rosneft PJSC treten am 15. Mai in Kraft, und der Block bewegt sich auf ein vollständiges Verbot der Lieferungen des Landes zu.

    • Fritz Madersbacher 14. Mai 2022 at 14:00Antworten

      @Anna
      14. Mai 2022 at 13:24
      „Der Ehrlichkeit halber aus dem Bloomber[g] Bericht“
      Bloomberg, really? Oder besser ‚Zauberberg‘? Was sagen die „Faktenchecker“? Oder ist das eher „Ehrlichkeit“ für den Hausgebrauch …

    • Andreas I. 15. Mai 2022 at 9:48Antworten

      @ Anna Hallo,
      „Der Ehrlichkeit halber aus dem Bloomber Bericht:
      könnten …, schätzt die Agentur. “

      Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.
      (Mark Twain)

  6. A.O. 14. Mai 2022 at 12:31Antworten

    Die gesamte Branche, so viel zeichnet sich jetzt schon ab. Der Rückgang der Ölverkäufe trifft auch den russischen Staatshaushalt, denn Öl ist eine der Haupteinnahmenquellen. Im Zuge der Neuausrichtung will Russland nun den Inlandsmarkt stärken, allerdings besteht hier das Problem, dass aktuell der Preis für den Verkauf von Öl innerhalb Russlands an den Exportpreis gebunden ist. Mit den hohen Weltmarktpreisen steigen auch die Preise auf dem russischen Inlandsmarkt auf ein Rekordniveau.
    Putin in der Falle. Er macht Russland zum Juniorpartner China. Sanktionen gegen Russland: Und sie wirken doch. Europas Strafmaßnahmen haben trotz aller Zweifel großen Effekt – das russische BIP geht so stark zurück wie seit den 1990ern nicht mehr. Dazu haben knapp vier Millionen Russen aus politischen und wirtschaftlichen Gründen das Land verlassen.
    Selbst die Chefin der russischen Zentralbank, prophezeit dem Land deshalb einen harten Herbst, der die russische Wirtschaft um gut zehn Jahre zurückwerfen würde. Mit dem Rückzug westlicher Firmen und dem Verzicht auf Gas durch einige Staaten werde Russland bis weit ins nächste Jahr kämpfen. In der russischen Hauptstadt werden darum Stimmen laut, die ein schnelles Friedensabkommen mit der Ukraine fordern.
    Auch bei Russlands Wirtschaftspartnern sieht man die Wirkung der Sanktionen. Der belarussische Rubel sank um 24 Prozent. Russische Fluglinien haben wegen der Sanktionen Start- und Landeverbot in der EU. Besonders hart aber treffen die Sanktionen die russische Luftfahrt. Wegen der Sanktionen fehlen Ersatzteile. Ganze Flotten müssen schon am Boden bleiben. Der Billigableger von Aeroflot, Podeba, hat etwa schon ein Drittel seiner Boeing 737 abgestellt. Sie werden quasi als Ersatzteillager genutzt.
    Sanktionen wirken meist nicht sofort, sondern brauchen einige Zeit. Langsam kommen die Auswirkungen der westlichen Einschränkungen aber in Russland an. Die Russen merken es aber reden ungern offen.

    • Andreas I. 15. Mai 2022 at 13:22Antworten

      Hallo,
      „Der Rückgang der Ölverkäufe trifft auch den russischen Staatshaushalt“

      Die hier im Artikel genannte Quelle belegt einen Anstieg der russischen Ölverkäufe.

      „das russische BIP geht so stark zurück wie seit den 1990ern nicht mehr.“

      Und selbst wen das wahr wäre, bliebe das wahrscheinlich nur ein kurzfristiger Trend,denn Rohstoffe werden immer benötigt und das weltweit.,

      „Dazu haben knapp vier Millionen Russen aus politischen und wirtschaftlichen Gründen das Land verlassen“

      Von rund 140 Millionen und außerdem könnte man Abwanderung und Zuwanderung und Geburten- un d Sterberaten betrachten, wenn man sehen möchte, ob es unterm Strich weniger oder mehr wurden.

      „Selbst die Chefin der russischen Zentralbank, prophezeit dem Land deshalb einen harten Herbst“

      Das mag sie ja tun, aber ob Prophezeiungen zutreffen …

      „der die russische Wirtschaft um gut zehn Jahre zurückwerfen würde.“

      Dass sie das gesagt hat, würde ich gerne in Originalton hören.

      „In der russischen Hauptstadt werden darum Stimmen laut, die ein schnelles Friedensabkommen mit der Ukraine fordern.“

      Das hat die russische Regierung vopn Beginn an angestrebt und wie sich die ukrainische Regierung verhalten hat, ist bekannt.

      „Auch bei Russlands Wirtschaftspartnern sieht man die Wirkung der Sanktionen. Der belarussische Rubel sank um 24 Prozent.“

      Und die anderen Wirtschaftspartner Russlands?

      „Russische Fluglinien haben wegen der Sanktionen Start- und Landeverbot in der EU. Besonders hart aber treffen die Sanktionen die russische Luftfahrt. Wegen der Sanktionen fehlen Ersatzteile. Ganze Flotten müssen schon am Boden bleiben.“

      Wenn dem so ist, besteht die Möglichkleit, dass international die Nachjfrage nach russischen und chinesischen Flugzeugen steigt, und zwar um unabhängig von USA und Verbündeten zu sein.

  7. F. Stolze 14. Mai 2022 at 11:31Antworten

    Zitiere: Das zeigt sich auch im Hinblick auf die Sanktionen gegen russisches Öl und Erdgas. Denn während die europäischen Volkswirtschaften (und nicht nur diese) leiden, verdient Moskau prächtig am Ölverkauf und kann so zumindest einen Großteil der Auswirkungen der Sanktionen abfedern.
    Aber nur bis Juli/August. Dann werden in Russland die Bevölkerung so einiges klarwerden. Und Lügen tut Russland gern, gibt gern vor was nicht der Tatsachen entspricht. Sanktionen haben in drei Monate noch nicht die Wirkung aber weitere drei, vier Monate werden sie die Wirkung nicht verfehlen.

    • I.B. 14. Mai 2022 at 12:14Antworten

      „Sanktionen haben in drei Monate noch nicht die Wirkung aber weitere drei, vier Monate werden sie die Wirkung nicht verfehlen.“

      Ja, die Wirkungen werden vermutlich bei uns auch in drei, vier Monaten sichtbar werden. Aber Hauptsache, der russischen Bevölkerung geht es noch schlechter als uns? Sind dann die Werte-Demokratien zufrieden?

      „Und Lügen tut Russland gern, gibt gern vor was nicht der Tatsachen entspricht.“

      Das kann man von den Werte-Demokratien nicht behaupten. Schon gar nicht von den USA. Die haben noch nie gelogen und würden das nie tun! (Ironie, falls es nicht als solche verstanden wurde)

      • Andreas I. 16. Mai 2022 at 11:08

        @ I.B. Hallo,
        russische Politiker stellen die Sachen einseitig dar, d.h. sie lassen ggf. etwas aus und betonen das andere.
        Lügen, also vorsätzlich falsche frei erfundene Behauptungen, habe ich von russischen Politikern nie erlebt, das waren USA-Politiker; jugoslawische KZ, irakische Massenvernichtungswaffen, Brutkastenlüge, angebliche Giftgasangriffe der syrischen Regierung, reden von „Annexion“ der Krim … unsere deutschen Politiker erzählten was von Brunnen bohren und Mädchenschulen bauen in Afghanistan,, ja klar, das Kettenfahrzeug Panzerhaubitze 2000 ist ganz klar eine Baumaschine.

  8. Jens Tiefschneider 14. Mai 2022 at 11:11Antworten

    Haha, ein Tritt in den Allerwertesten der kriegsgeilen Globalisten. Ich sehe schon das Baerböckchen, wie sie eines Tages stammelnd vor Putin sitzt und sich dabei verkrampft an ihrem Teddibär festhält. Teddibär Bock. Kann doch keiner ernst nehmen, das WEF-Puppet.

  9. Elisabeth 14. Mai 2022 at 10:32Antworten

    Ja, die machen das absichtlich. Wird offenbar von der Reset-Kirche so angeordnet. Besonders Österreich und Deutschland haben Regierungen, die nicht den Bürgern dienen.

  10. Franz 14. Mai 2022 at 9:50Antworten

    friendly fire – Beschuss der eigenen Bevölkerung oder Eigentor oder Selbstverstümmelung?

  11. I.B. 14. Mai 2022 at 9:30Antworten

    „Der deutsche Grüne und Wirtschaftsminister Habeck ergeht sich in Parolen wie „Temperatur senken und Gasverbrauch um 10% reduzieren“, als würden die Russen vor Schreck erstarren, wenn die Deutschen frieren.“

    Nach dem Motto: Geschieht Putin schon recht, wenn wir frieren. Warum lässt er auch die Sanktionen zu.

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