Der Dollar verschlingt den Euro

14. April 2022von 9.9 Minuten Lesezeit
Der berühmte Wirtschaftswissenschafter Michael Hudson nähert sich in einem Szenario der weltwirtschaftlichen Perspektive nach der Eskalation in der Ukraine an. Europa könnte zu einem großen Puerto Rico werden. Er liefert darin eine plausible Erklärung für die scheinbar wahnsinnigen und selbstmörderischen Aktionen des Westens und besonders der EU im totalen Wirtschaftskrieg gegen Russland.

Es ist nun klar, dass die heutige Eskalation des neuen Kalten Krieges schon vor über einem Jahr geplant wurde. Sie ist Teil einer brutalen Strategie, die unter anderem beinhaltet, Nord Stream 2 zu blockieren und Westeuropa (»NATO«) daran zu hindern, weiterhin Wohlstand durch Handel und Investitionen mit China und Russland zu erlangen.

Wie Präsident Biden und die nationalen Sicherheitsberichte der USA verkündeten, wird China als der Hauptfeind betrachtet. Dies ungeachtet der hilfreichen Rolle Chinas, die es den amerikanischen Unternehmen ermöglichte, die Löhne zu drücken, indem sie die US-Wirtschaft zugunsten der chinesischen Industrialisierung deindustrialisierten. Dennoch gilt Chinas Wachstum als die ultimative Gefahr, denn sie bedeute Wohlstand durch Sozialismus. Die sozialistische Industrialisierung galt immer als der große Feind der Rentenökonomie, die in dem Jahrhundert seit dem Ende des Ersten Weltkriegs und insbesondere seit den 1980er Jahren die meisten Nationen übernommen hat. Das Ergebnis ist heute ein Zusammenprall der Wirtschaftssysteme – sozialistische Industrialisierung gegen neoliberalen Finanzkapitalismus.

Das macht den neuen Kalten Krieg gegen China zu einem impliziten Eröffnungsakt dessen, was zu einem langwierigen dritten Weltkrieg zu werden droht. Die Strategie der USA besteht darin, Chinas wahrscheinlichste wirtschaftliche Verbündete, insbesondere Russland, Zentralasien, Südasien und Ostasien, aus dem Weg zu räumen. Die Frage war, wo die Aufteilung und Isolierung beginnen sollte.

In Russland sah man die größte Chance, mit der Isolierung zu beginnen, sowohl von China als auch von der NATO-Eurozone. Es wurde eine Reihe immer strengerer – und wie sie hofften tödlicher – Sanktionen gegen Russland ausgearbeitet, um die NATO am Handel mit diesem Land zu hindern. Alles, was es brauchte, um das geopolitische Erdbeben auszulösen, war ein casus belli.

Das war leicht zu bewerkstelligen. Der eskalierende neue Kalte Krieg hätte im Nahen Osten beginnen können – wegen des Widerstands gegen die Aneignung der irakischen Ölfelder durch die USA, gegen den Iran und die Länder, die ihm beim wirtschaftlichen Überleben helfen, oder in Ostafrika. Für all diese Gebiete wurden Pläne für Putsche, bunte Revolutionen und Regime-Changes ausgearbeitet, und Amerikas afrikanische Armee wurde in den letzten ein oder zwei Jahren besonders schnell aufgebaut. Aber die Ukraine, die seit dem Maidan-Putsch von 2014 acht Jahre lang einem von den USA unterstützten Bürgerkrieg ausgesetzt war, bot die Chance auf den ersten großen Sieg in dieser Konfrontation gegen China, Russland und deren Verbündete.

So wurden die russischsprachigen Regionen Donezk und Lugansk mit zunehmender Intensität beschossen, und als Russland immer noch nicht reagierte, wurden Berichten zufolge Pläne für einen großen Showdown geschmiedet, der Ende Februar beginnen sollte – beginnend mit einem von US-Beratern organisierten und von der NATO bewaffneten Blitzkrieg.

Russlands präventive Verteidigung der beiden ostukrainischen Provinzen und die anschließende militärische Zerstörung der ukrainischen Armee, Marine und Luftwaffe in den vergangenen zwei Monaten wurde als Vorwand für die Verhängung des von den USA konzipierten Sanktionsprogramms genutzt. Westeuropa hat pflichtbewusst mitgemacht. Anstatt russisches Gas, Öl und Nahrungsmittel zu kaufen, wird es diese von den Vereinigten Staaten beziehen, zusammen mit stark erhöhten Waffenimporten.

Der voraussichtliche Rückgang des Euro-Dollar-Kurses

Es ist daher angebracht zu untersuchen, wie sich dies auf die Zahlungsbilanz Westeuropas und damit auf den Wechselkurs des Euro gegenüber dem Dollar auswirken wird.

Der europäische Handel und die Investitionen vor dem Sanktionskrieg versprachen einen steigenden gegenseitigen Wohlstand zwischen Deutschland, Frankreich und anderen NATO-Ländern einerseits und Russland und China andererseits. Russland lieferte reichlich Energie zu einem wettbewerbsfähigen Preis, und diese Energie sollte mit Nord Stream 2 einen Quantensprung machen. Europa sollte die Devisen für diesen steigenden Importhandel durch eine Kombination aus Exporten von Industrieerzeugnissen nach Russland und Kapitalinvestitionen in die Entwicklung der russischen Wirtschaft, z. B. durch deutsche Automobilunternehmen und Finanzinvestitionen, erwirtschaften. Dieser bilaterale Handel und diese Investitionen sind jetzt gestoppt – und werden noch viele, viele Jahre gestoppt bleiben, da die NATO Russlands Devisenreserven, die in Euro und britischen Pfund gehalten werden, beschlagnahmt hat und die europäische Russophobie von den US-Propagandamedien geschürt wird.

Stattdessen werden die NATO-Länder amerikanisches Flüssigerdgas kaufen – allerdings müssen sie Milliarden von Dollar für den Aufbau ausreichender Hafenkapazitäten ausgeben, was vielleicht bis 2024 dauern wird. (Viel Glück bis dahin.) Die Energieknappheit wird die Weltmarktpreise für Gas und Öl drastisch ansteigen lassen. Auch die NATO-Länder werden ihre Waffenkäufe beim militärisch-industriellen Komplex der USA verstärken. Die nahezu panischen Käufe werden auch den Preis für Waffen in die Höhe treiben. Und auch die Lebensmittelpreise werden steigen, da zum einen die Getreidevorräte infolge der Einstellung der Importe aus Russland und der Ukraine und zum anderen der aus Gas hergestellte Ammoniakdünger knapp wird.

Alle drei dieser Handelsdynamiken werden den Dollar gegenüber dem Euro stärken. Die Frage ist, wie wird Europa seine internationalen Zahlungen mit den Vereinigten Staaten ausgleichen? Was hat es zu exportieren, das die US-Wirtschaft akzeptieren wird, während ihre eigenen protektionistischen Interessen an Einfluss gewinnen, jetzt, da der globale Freihandel schnell stirbt?

Die Antwort lautet: nicht viel. Was wird Europa also tun?

Ich möchte einen bescheidenen Vorschlag machen. Nun, da Europa so gut wie aufgehört hat, ein politisch unabhängiger Staat zu sein, beginnt es mehr und mehr wie Panama und Liberia auszusehen – »Billigflaggen«-Offshore-Bankzentren, die keine wirklichen »Staaten« mehr sind, weil sie keine eigene Währung ausgeben, sondern den US-Dollar verwenden. Da die Eurozone mit monetären Handschellen geschaffen wurde, die ihre Fähigkeit einschränken, Geld zu schaffen, das über die Grenze von 3 Prozent des BIP hinausgeht, warum nicht einfach das Finanzhandtuch werfen und den US-Dollar einführen, wie Ecuador, Somalia und die Turks- und Caicosinseln? Das würde ausländischen Investoren Sicherheit gegen eine Währungsabwertung in ihrem zunehmenden Handel mit Europa und dessen Exportfinanzierung geben.

Für Europa besteht die Alternative darin, dass die Dollarkosten seiner Auslandsschulden, die es zur Finanzierung seines wachsenden Handelsdefizits mit den Vereinigten Staaten für Öl, Waffen und Lebensmittel aufgenommen hat, explodieren werden. Die Kosten in Euro werden sogar noch höher sein, da seine Währung gegenüber dem Dollar fällt. Die Zinssätze werden steigen, was die Investitionen bremst und Europa noch abhängiger von Importen macht. Die Eurozone wird sich in eine tote Wirtschaftszone verwandeln.

Für die Vereinigten Staaten bedeutet dies eine Dollar-Hegemonie auf Steroiden – zumindest gegenüber Europa. Der Kontinent wird zu einer etwas größeren Version von Puerto Rico herabgestuft werden.

Der Dollar und die Währungen des globalen Südens

Die durch den »Ukraine-Krieg« ausgelöste Vollversion des neuen Kalten Krieges droht zur Eröffnungssalve des dritten Weltkriegs zu werden. Er wird wahrscheinlich mindestens ein Jahrzehnt, vielleicht sogar zwei, dauern, da die USA den Kampf zwischen Neoliberalismus und Sozialismus zu einem weltweiten Konflikt ausweiten. Zusätzlich zu der wirtschaftlichen Eroberung Europas versuchen die US-Strategen, die Länder Afrikas, Südamerikas und Asiens auf ähnliche Weise in ihrem eigenen Wirtschaftsraum einzuschließen, wie es für Europa geplant ist.

Der starke Anstieg der Energie- und Lebensmittelpreise wird die Volkswirtschaften mit Nahrungsmittel- und Erdöldefiziten hart treffen – zur gleichen Zeit, in der ihre auf Dollar lautenden Auslandsschulden bei Anleihegläubigern und Banken fällig werden und der Dollarkurs gegenüber ihrer eigenen Währung steigt. Viele afrikanische und lateinamerikanische Länder – vor allem in Nordafrika – stehen vor der Wahl, entweder zu hungern, ihren Benzin- und Stromverbrauch zu drosseln oder sich Dollar zu leihen, um ihre Abhängigkeit vom US-geprägten Handel zu decken.

Es wird über die Ausgabe neuer Sonderziehungsrechte durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) gesprochen, um die steigenden Handels- und Zahlungsdefizite zu finanzieren. Aber solche Kredite sind immer mit Bedingungen verbunden. Der IWF sanktioniert regelmäßig Länder, die sich nicht an die US-Politik halten. Die erste Forderung der USA wird sein, dass diese Länder Russland, China und deren aufstrebende Handels- und Währungsallianzen boykottieren. »Warum sollten wir euch Sonderziehungsrechte geben oder euch neue Dollarkredite gewähren, wenn ihr diese einfach in Russland, China und anderen Ländern, die wir zu Feinden erklärt haben, ausgeben wollt«, werden die US-Beamten fragen.

Zumindest ist dies der Plan. Es würde mich nicht überraschen, wenn irgendein afrikanisches Land zur »nächsten Ukraine« würde, in der US-Stellvertretertruppen (es gibt immer noch viele Wahabiten und Söldner) gegen die Armeen und Bevölkerungen von Ländern kämpfen, die sich mit Getreide von russischen Bauern ernähren und ihre Wirtschaft mit Öl oder Gas aus russischen Quellen versorgen wollen. Von der Teilnahme an Chinas »Belt and Road Initiative«, die ja der Auslöser für Amerikas neuem Krieg um die globale neoliberale Hegemonie war, ganz zu schweigen.

Die Weltwirtschaft steht in Flammen. Die Vereinigten Staaten haben sich auf eine militärische Antwort, auf die Bewaffnung ihres eigenen Öl‑, Agrarexport- und Waffenhandels vorbereitet. Sie werden alle Länder vor die Wahl stellen, welcher Seite des Neuen Eisernen Vorhangs sie sich anschließen wollen.

Aber was hat Europa davon? Die griechischen Gewerkschaften demonstrieren bereits gegen die verhängten Sanktionen. Und in Ungarn hat Ministerpräsident Viktor Orban gerade eine Wahl gewonnen, die im Wesentlichen auf einer EU- und US-feindlichen Weltanschauung beruht, angefangen mit der Bezahlung von russischem Gas in Rubel. Wie viele andere Länder werden aus der Reihe tanzen – und wie lange wird es dauern?

Was haben die Länder des Globalen Südens davon, wenn sie unter Druck gesetzt werden – nicht nur als »Kollateralschaden« der lang andauernden Verknappung und der steigenden Preise für Energie und Lebensmittel, sondern als das eigentliche Ziel der US-Strategie, welche die Zweiteilung der Weltwirtschaft bezweckt? Indien hat US-Diplomaten bereits erklärt, dass seine Wirtschaft natürlich mit der Russlands und Chinas verbunden ist. In Pakistan sieht man das ähnlich.

Aus Sicht der USA stellt sich nur die Frage: »Was haben die lokalen Politiker und Oligarchien davon, die wir für die Auslieferung ihrer Länder belohnen?«

Der sich abzeichnende dritte Weltkrieg ist ein Krieg der Wirtschaftssysteme. Für welche Seite werden sich die Länder entscheiden? Für ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen und ihren sozialen Zusammenhalt oder für die Unterwerfung unter ihre lokalen politischen Führer, die von den USA installiert wurden? So wie in der Ukraine, wo die stellvertretende Außenministerin Victoria Nuland bereits vor acht Jahren damit prahlte, 5 Milliarden Dollar in ukrainische Neonazi-Parteien investiert zu haben, was dann die Kämpfe auslöste, die in den heutigen Krieg mündeten.

Wie lange wird es angesichts all dieser politischen Einmischung und Medienpropaganda dauern, bis der Rest der Welt begreift, dass ein globaler Krieg im Gange ist und sich der Dritte Weltkrieg am Horizont abzeichnet? Das ist das eigentliche Problem. Bis die Welt begreift, was vor sich geht wird der globale Bruch Russland, China und Eurasien bereits in die Lage versetzt haben, eine echte nicht-neoliberale Neue Weltordnung zu schaffen. Diese Länder brauchen die NATO-Staaten nicht mehr. Sie haben das Vertrauen und die Hoffnung auf gegenseitige wirtschaftliche Vorteile beim Handel mit ihnen total verloren. Das militärische Schlachtfeld wird mit wirtschaftlichen Leichen übersät sein.

Bild wikimedia

Dieser Text erschien zunächst in der „MagMa – Magazin der Masse“ auf Deutsch. Zuvor am 7. April auf der Website von Michael Hudson im Orginal auf Englisch.


Michael Hudson ist ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und unterrichtet an der University of Missouri-Kansas City. Außerdem ist Finanzanalyst und Berater an der Wall Street. Seine Arbeiten waren unter anderem für den mittlerweile verstorbenen David Graeber sehr prägend.


Wie Glyphosat die Umwelt und uns alle schädigt

Eigenes Zahlungssystem für BRICS-Staaten und andere

32 Kommentare

  1. Ben 15. April 2022 at 21:34Antworten

    Er war überzeugt: Geld müsste wie eine Kartoffel sein. Dann wäre eine Welt ohne Miete möglich

    Wer Kartoffeln hamstert, der merkt bald, dass sie nicht endlos haltbar sind: Sie faulen. Der Finanztheoretiker Silvio Gesell wollte, dass das Gleiche mit dem Geld passiert. Im Jahr 1919 schritt er zur Tat.

    Im Herbst 1918 lag Europa am Boden. In Russland hatten der Erste Weltkrieg und die Revolution die Herrschaft des Zaren zum Einsturz gebracht, und auch im Deutschen Reich war das System am Ende – militärisch, politisch, ökonomisch. Die Waffen wurden gestreckt, neben dem Kaiser dankten fast zwei Dutzend Provinzfürsten ab oder verschwanden heimlich, und die komplett auf Kriegsführung ausgerichtete Wirtschaft war so erneuerungsbedürftig, dass nicht einmal der Fortbestand des Kapitalismus sicher schien.

    Das war der Moment von Silvio Gesell. Er war Kaufmann, aber auch Wirtschaftstheoretiker, und er hatte sich seit Jahren darüber Gedanken gemacht, wie man das Geld refor­mieren könnte. Das Problem, nach Gesell: Das Geld hatte seinen Zweck geändert. Es wurde nicht mehr nur dazu eingesetzt, Waren zu bezahlen. Vielmehr wurde es gehortet.

    Geld war selber zu einem Besitz geworden, zu einer Anlage, die Gewinn versprach, durch Zinsen, Währungsdifferenzen, Dividenden oder Spekulationen auf Börsenkurse.

    Das hatte Folgen. Geld wurde dem Kreislauf der Wirtschaft entzogen, es wurde unproduktiv. Dazu trugen alle bei, die es anhäuften, statt es auszugeben. Vor allem aber kam es auf die Unternehmer an; sie investierten die Gewinne nicht mehr in ihre Betriebe, sondern trugen sie zur Bank und liessen es sich mit den Zinsen gutgehen. Oder sie erwarben Grundstücke und Häuser, um sie zu vermieten.

    So gefährdete das gehortete Geld die Berufung des Unternehmers: die Herstellung von Waren. Produktion bedeutete Arbeit, Wettbewerb, Konkurrenz und Risiko. Um dagegen Zinsen oder Mieten zu kassieren, brauchte man kaum einen Finger zu krümmen. Langfristig drohte eine Verknappung von Gütern.

    Quelle:
    https://magazin.nzz.ch/empfehlungen/freigeld-theorie-von-silvio-gesell-eine-welt-ohne-zins-und-miete-ld.1679454

    Regio-Währung „Chiemgauer“ bringt Wirtschaft und Klima auf Trab

    …..Die Erfolge des Chiemgauers sprechen sich mittlerweile herum:

    Eine ganze Woche lang schauten sich Initiatoren aus dem Baskenland vor Ort den Chiemgauer an, bevor sie mit identischen Regeln gestartet sind.

    Die „Eusko“ zirkulieren mittlerweile so erfolgreich, dass über 70 Regionen im französischsprachigen Raum ebenfalls Regionalgeld in Umlauf bringen wollen.

    Und auch in Spanien und Belgien werden Regionalwährungen nach dem Vorbild des Chiemgauer in Umlauf gebracht…

    Quelle:
    https://www.br.de/nachrichten/bayern/regio-waehrung-chiemgauer-bringt-wirtschaft-und-klima-auf-trab,Sy4CkmG

    „Regiogeld“ und / oder „Freigeld“ : Als Alternative zum Euro und Dollar… ?

  2. Andreas I. 15. April 2022 at 19:56Antworten

    Der Artikel betrachtet nur die Wechselwirkung US-$ – € und auch die im wesentlichen nur in Bezug auf die Handelsbilanzen.
    Das ist insofern auch nicht ganz unberechtigt, als dass der US-$ die Weltleitwährung ist und der € die am zweitstärksten verbreitete Währung ist – aber da entstehen auch schon die ersten Fragezeichen.
    Insbesondere der Status des US-$ als Weltleitwährung ist eine zweischneidige Sache, in diesem Zusammenhang ist auch die USA-Sanktionspolitik eine zweischneidige Sache … letztendlich ist Status des US-$ als Weltleitwährung Machtinstrument und Achillesferse gleichzeitig.
    Und China, Russland … haben kein oder wenig Probleme mit dem €, aber Probleme mit der Dominanz des US-$ (und dem Einsatz als USA-Machtinstrument).

    Deswegen mögen die Schlussfolgerungen im Artikel zutreffen – aber wie gesagt nur betrachtet auf Wechselwirkung US-$ – € und das nur in Bezug auf die Handelsbilanzen.
    Aber weil China, Russland … kaum Probleme mit dem € haben, aber Probleme mit der Dominanz des US-$ (und dem Einsatz als USA-Machtinstrument), deshalb kommen da noch andere Faktoren ins Spiel.
    (Mal abgesehen davon, dass nun nach 14 Jahren (seit 2008) hemmungslosem Drucken von US-$ und € beide Währungen überdurchschnittlich inflationieren, das ließ sich lange hinauszögern, aber irgendwann … )

  3. hollerbusch 15. April 2022 at 10:48Antworten

    wie sagte der legendäre Albert Einstein, Dummheit ist grenzenlos, besonders bei unseren Politikern, im Gegensatz zu
    unseren Gegenpolen,; unsere Politik scheint geprägt von Corona und jetzt nun von Ukraine

  4. Florian 15. April 2022 at 6:39Antworten

    quantumonly
    14. April 2022 at 11:46

    „Wenn sie die Raumfahrt als nicht hochtechnoligsch sehen haben sie zum Teil recht. Nonsensprodukte aus den USA die vom MIT, NSA,CIA entwickelt werden dienen nicht der Menschheit um Wohlstand zu erreichen sondern einzig und allein einigen wenigen die Menschheit zu kontrollieren.“

    Russland ist nicht in der Lage geiegnete Prozessoren herzustellen, China auch nicht bzw. ist anbhängig von von europäischer, US-amerikanischer und japanischer Ausrüstung für ihrer Fabriken.
    Und wie wir ja alle wissen läuft ohne Chips heute gar nichts mehr.

  5. Michael R 14. April 2022 at 11:40Antworten

    《 Bis die Welt begreift, was vor sich geht wird der globale Bruch Russland, China und Eurasien bereits in die Lage versetzt haben, eine echte nicht-neoliberale Neue Weltordnung zu schaffen. Diese Länder brauchen die NATO-Staaten nicht mehr. 》

    Der Autor ist wirklich Akademiker? Der Begriff „Eurasien“ ist ihm nicht transparent. Normal versteht man unter Eurasien den größten Kontinent der Erde, Europa inkl. Russland, China, Indien und sogar der Nahe Osten gehören dazu. 5,3 Milliarden Menschen.

    Der „Rest“ der Erde sind: Nord- und Südamerika, Afrika, Australien, Antarktis.

    In Eurasien liegt nahezu die gesamte Wirtschaftskraft der Welt. Kein Wunder, dass die USA panische Angst davor haben, künftig eine Art „Insel-Dasein“ zu erleiden mit relativer Bedeutungslosigkeit . So wie vor dem Ersten Weltkrieg.

  6. Veron 14. April 2022 at 11:05Antworten

    Ist das der Grund, warum die europäischen Politiker so handeln? Angst vor den USA, weil deren Bestrafung schlimmer wäre als die Sanktionen, mit denen man sich selbst ins Bein schießt? Oder für uns unvorstellbare Belohnung für jene, die ihr Land / Volk verraten? Wahrscheinlich beides .. ..

  7. Michael R 14. April 2022 at 10:52Antworten

    《 Nun, da Europa so gut wie aufgehört hat, ein politisch unabhängiger Staat zu sein … 》
    Typische Sicht aus USA. „Europa“ war noch nie ein Staat. Auch die EU ist kein Staat. Russland gehört zu Europa (jedenfalls bis zum Ural).

    Meine Meinung:

    Ausser Deutschland und Italien sind so ziemlich alle europäischen Staaten souverän. Deutschland ist seit der Wiedervereinigung ein Protektorat der USA, ein scheinbar souveräner und demokratischer Bund deutscher Länder. Die Bundesregierung hat nichts zu sagen, sie ist weisungsgebunden an Washington. Die sogenannte Kanzler-Akte, die Egon Bahr beschrieb, existiert und ist von jedem Kanzler bei Amtsantritt zu unterschreiben.

    Was den Dollar betrifft, verliert dieser seit mindestens 2021 fast genau so schnell an Wert wie der Euro. Die USA haben bei der Inflation uns gegenüber einen Vorlauf von etwa 2-3 Monaten.

    Nicht Russland ist für die USA der wahre Feind, sondern wir, die EU sind es. Danach kommt China. Die USA führen seit Jahren einen verdeckten Wirtschaftskrieg gegen uns, auf vielfältige Weise. Dazu gehört u.a. die Herabstufung europäischer Staaten bzgl. Kreditwürdigkeit (hat nur bedingt funktioniert) und der „Dieselskandal“ zur Schädigung des deutschen Automobilbaus (hat schon besser funktioniert).

    Das Worst Case Szenario für die USA wäre gewesen, wenn Russland und EU allmählich zusammengewachsen wären. US Politik ist es seit langem, dieses Szenario nachhaltig zu stören.

    Gestern stiess ich in YouTube zufällig auf eine Harald Schmidt Show vom 18.3.2003, Folge 1219. (Einsteller: weitze45) Unbedingt ansehen! Schon zu Beginn denkt man, es handle sich um eine aktuelle Folge. 2003 war das Jahr, wo SARS uns zum ersten Mal heimsuchte /1/. Aus der damals schon geplanten Pandemie wurde bekanntlich nichts. Zeitgleich begannen die USA (mit UK) den Irakkrieg – unter fadenscheinigen, erfundenen, gefälschten Begründungen.

    Fazit: Schon 2003 nahezu das selbe Szenario. Der gleiche Akteur. Das gleiche Ziel. Es ist alles so plump, dass man es einfach nicht übersehen kann. Damals ging’s noch daneben. 2020 ff war es erfolgreicher. SARS wurde diesmal zeitlich vor dem Krieg gestartet, diesmal ist es die Ukraine statt dem Irak. Damals starteten die USA den völkerrechtswidrigen Krieg, diesmal überliess man dies den Russen (besser: man zwang sie dazu durch den geplanten Angriff der Ukraine auf den Donbass). Damals wurde die Epidemie quasi von Krieg überdeckt, die Menschen waren abgelenkt, diesmal kam eines nach dem anderen, aus der Epidemie wurde eine Pandemie. Diesmal ist der Krieg in Europa, nahe der EU, damals war er relativ weit entfernt. Beim Irakkrieg könnte die Regierung des Protektorat BRD sich noch heraushalten, diesmal ist sie voll dabei. Nicht zuletzt dank der GRÜNEN, die rechtzeitig vor dem Krieg mit 14,8% Regierungspartei wurden, und die die Interessen der USA vertreten.

    Wie es in den USA aussieht, kann man auch in YouTube bewundern: Man suche sich Videos über Detroit oder Philadelphia.

    In Deutschland hat jetzt jeder Vierte Migrationshintergrund.

    /1/ Erstaunliche „Prognosen“: „Gefährliche Eindringlinge – Droht nach der Schweine- und Vogelgrippe in Zukunft eine Fledermausgrippe?“ (Newsletter von 2011 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung)

  8. Josef 14. April 2022 at 10:43Antworten

    Generell ist das Thema der Währungen und die dahinter liegenden Mechanismen auf deren Wert hoch komplex, daher möchte ich nicht behaupten dass der Dollar nicht den Euro verschlingen wird.

    Dennoch muss ich diesem gesamten Artikel absprechen einen wertvollen Beitrag zum Verständnis der geopolitischen weltweiten Lage zu machen. Insbesondere wenn der Autor Dinge schreibt wie diese:

    „Dennoch gilt Chinas Wachstum als die ultimative Gefahr, denn sie bedeute Wohlstand durch Sozialismus. “

    Sozialismus bring Leid, Hunger und Tod, betrachten Sie die Geschichte. Chinas wirtschaftlicher und damit verbundener Aufschwung in Sachen Wohlstand kam mit einer, nicht totalen aber signifikanten, Abkehr vom Sozialismus einher. Und würde China sich noch weiter vom Sozialismus abkehren bzw ich würde die derzeitige Wirtschaftsform genauer als Faschismus bezeichnen (Private Eigner der Produktionsmittel die auf Geheiß des Staates agieren) entfernen, würde der allgemeine Wohlstand schneller steigen, ganz zu schweigen vom Gewinn an Freiheit für die Menschen dort.

    Im übrigen ich erachte die USA auch als teilfaschistisch, denn auch dort sind Öffentliches und Privates (also die großen Konzerne, vor allem Militär, Pharma, Nahrunsmittel Industrien) viel zu stark miteinander verschmolzen. Aber im Gegensatz zum klassischen Faschismus wo der Staat den privaten Eignern sagt was sie tun sollen (alles aus dem Staat für den Staat), kommt hier sehr viel, aber nicht alles, Steuerung umgekehrt von den Großkonzernen die den Staat beeinflussen was getan werden muss bzw sind hier viele, zum Teil verschiedene, Interessen am Werk die sich der Macht des Staates zu Nutze machen wollen.

    • Michael R 14. April 2022 at 13:02Antworten

      In den USA ist nahezu alles privatwirtschaftlich. Sogar die Bundesbank FED ist keine staatliche, sondern eigentlich eine private Institution. In USA geben ausschliesslich die Milliardäre den Takt vor, niemand sonst.

      • Josef 14. April 2022 at 15:04

        Die FED ist keine private sondern eine öffentliche Einrichtung per Gesetz kreiert in 1913. Aber ja, perverser weise ist sie technisch in privater Hand. Angeblich um ihre Unabhängigkeit zu zeigen.. Der FED Chairman wird durch den Präsidenten bestimmt nicht durch die Eigentümer. Nichtsdestotrotz frage ich mich auch inwiefern die Eigentümer nicht doch Einfluss nehmen können.

        Aber das ist genau das was ich sage. Verschmelzung von Öffentlichem und Staat -> Faschismus. Nur eben nicht gesteuert vom starken Mann an der Spitze des Staates, sondern von vielen Richtungen aus privaten Richtungen (Militär, Pharma, Finanz…)

        A propos! END THE FED! ;)

      • Josef 14. April 2022 at 16:32

        “Aber das ist genau das was ich sage. Verschmelzung von Öffentlichem und Staat“ Hoppla, von privatem und Staat meinte ich..

    • Andreas I. 16. April 2022 at 15:11Antworten

      @ Josef Hallo,
      „Sozialismus bring Leid, Hunger und Tod, betrachten Sie die Geschichte.“

      In gleichem Maße wie Kapitalismus / Liberalismus*, wobei, ein Brötchen kostete ein paar Ostpfennige, also Hunger gehört nicht zu meinen persönlichen Erfahrungen, aufgewachsen in der sozialistischen DDR.
      * meine Erfahrungen in der liberalen BRD seitdem

      „Chinas wirtschaftlicher und damit verbundener Aufschwung in Sachen Wohlstand kam mit einer, nicht totalen aber signifikanten, Abkehr vom Sozialismus einher.“

      Das Bewährte von kommunistischer Ideologie / Sozialismus ist, Grundbedürfnisse der Menschen staatlich abzusichern mittels staatseigener Unternehmen.
      Das Bewährte von liberaler Ideologie / Kapitalismus ist, in allen anderen Bereichen private Geldsucht positiv zu nutzen und mittels privater Unternehmen Wettbewerb zu erzeugen, z.B. wer das schickere Smartphone herstellen kann.
      Die Kombination von beidem ist offensichtlich erfolgreich, rein wirtschaftlich.
      Nach den letzten zwei Jahren als (globaler) Wessi die fehlende Meinungsfreiheit anderswo zu kritisieren, das zieht nicht. Und Demokratie? Schweizer hätten das Recht, andere zu dozieren. Wir hier in D. haben „parlamentarische Demokratie“, ich sage Lobbykratie.
      Allerdings könnte man überlegen, was denn eigentlich wäre, wenn man hier in Deutschland folgendes kombiniert:
      – Rechtsstaatlichkeit / unabhängige Justiz
      – das Bewährte aus der Schweiz; Demokratie
      – das Bewährte von kommunistischer Ideologie / Sozialismus
      – das Bewährte von liberaler Ideologie / Kapitalismus
      in dieser Reihenfolge, denn ohne Rechtsstaatlichkeit ist alles andere nichts.

      „bzw ich würde die derzeitige Wirtschaftsform genauer als Faschismus bezeichnen (Private Eigner der Produktionsmittel die auf Geheiß des Staates agieren)“

      Mussolinis Definition – „Verschmelzung von Staat und Hochfinanz“ – folgend ist Faschismus, wenn der Staat (Regierungspolitiker, Ministerialbeamte usw.) der privaten Eigentümern der großen Geldvermögen folgt.
      Das haben wir eher bei uns und spätestens seit 2008 mit den Banken(aktionärs)rettungen und heutzutage auch überstaatlich; WHO folgt Bill Gates …
      Wenn aber Private Eigner der Produktionsmittel die auf Geheiß des Staates agieren, dann ist es genau andersherum.

  9. Peter Pan 14. April 2022 at 10:10Antworten

    Hudson: Ich möchte einen bescheidenen Vorschlag machen. Nun, da Europa so gut wie aufgehört hat, ein politisch unabhängiger Staat zu sein, beginnt es mehr und mehr wie Panama und Liberia auszusehen – »Billigflaggen«-Offshore-Bankzentren, die keine wirklichen »Staaten« mehr sind, weil sie keine eigene Währung ausgeben, sondern den US-Dollar verwenden. Da die Eurozone mit monetären Handschellen geschaffen wurde, die ihre Fähigkeit einschränken, Geld zu schaffen, das über die Grenze von 3 Prozent des BIP hinausgeht, warum nicht einfach das Finanzhandtuch werfen und den US-Dollar einführen, wie Ecuador, Somalia und die Turks- und Caicosinseln? Das würde ausländischen Investoren Sicherheit gegen eine Währungsabwertung in ihrem zunehmenden Handel mit Europa und dessen Exportfinanzierung geben.

    Wir sollen also die eigene Währung durch den US-Dollar ersetzen, weil wir aus der Abhängigkeit gegenüber den USA nicht mehr herauskommen? Hallo!

    Die „Corona“ Inszenierung läuft genau darauf hinaus. Über Angst, Propaganda und Terror wird die „Impfpflicht“ eingeführt, womit der Einsatz der Überwachungszertifikate von geisteskranken Superkriminellen aus den USA gerechtfertigt wird, welche gleichzeitig die technische Lösung für ein digitales Alugeld darstellen. Danach kommt die Enteignung, die von CIA-Wanzen wie dem Schwab schon angekündigt wird.

    So wie in Exuador, Somalia usw.

    Nein.

  10. Elisabeth H. 14. April 2022 at 10:00Antworten

    Nicht nur der Dollar verschlingt den Euro, sondern auch unser Leben. Bis die Welt begreift, was vor sich geht muss erst alles auseinanderfallen. Eiserne Zeiten. Die Abhängigkeit bleibt und es wird nicht besser sondern schlimmer werden. Ziehen wir uns schon mal warm an. Was bringt das? Ein Globalen Kollateralschaden. Und alle schauen nur zu.

  11. Wolfgang Bäcker 14. April 2022 at 9:30Antworten

    Von „berühmten“ Wissenschaftlern habe ich so langsam die Nase voll!

    • eugen richter 14. April 2022 at 11:31Antworten

      Das dachte ich auch. Erscheint mir wie eine Vorbereitung auf den WW3, also Us Propaganda über die Hintertür.

    • Michael R 14. April 2022 at 12:14Antworten

      Mir kommt es auch so vor, dass hinter scheinbarer Kritik sich in Wahrheit US-amerikanisches Wunschdenken verbirgt.

      Die USA möchten die ganze Welt beherrschen. Ihre Geschichte bestärkt sie in ihrem Glauben, dass die Weltherrschaft für sie machbar wäre. 329 Millionen US Bürger (Stand 2020), davon 13% Analphabeten (= 42,77 Mio), meinen, sie könnten die „restlichen“ 7,424 Milliarden dauerhaft dominieren. 4,24 Prozent der Weltbevölkerung will den restlichen 96% ihren Willen aufzwingen. Die Zukunft wird sie eines besseren belehren, da können sie machen, was sie wollen.

  12. Hans H. 14. April 2022 at 9:18Antworten

    China schießt sich mit seiner verrückten Zero-Covid-Politik glücklicherweise wirtschaftlich gerade selbst kräftig ins Bein. Dass der Euro gegenüber den US-Dollar derzeit abschmiert, liegt außerdem nicht nur am Ukraine-Krieg (von dem wir als Geographische Nachbarn natürlich stärker betroffen sind, als die USA), sondern auf darin, dass die US-Notenbank die schon dringend notwendige Zinswende angesichts der hohen Inflation eingeleitet hat, während die EZB immer noch die Schleusen geöffnet hält und versucht den Euro im Interesse der maroden FPIGS-Staaten in eine Weichwährung zu verwandeln.

    • Michael R 14. April 2022 at 12:25Antworten

      Der Euro verliert schon seit Anfang 2021 an Wert. Nicht nur gegenüber dem Dollar übrigens. Mit dem Ukraine Krieg hat das nur peripher etwas zu tun, der Krieg wird aber zunehmend für den Niedergang des westlichen Finanzsystems, der stagnierenden Wirtschaft und zunehmender Inflation (die ebenfalls schon lange vor dem Krieg wuchs) verantwortlich gemacht, womit zu rechnen war. Man kann eigenes Versagen prima dahinter verstecken.

  13. Taktgefühl 14. April 2022 at 8:45Antworten

    In China ist der Wohlstand zweischneidig. Und die Umweltkosten der Werkbank der Welt werden allen „Wohlstand“ nicht nur in China, sondern auch in Europa und den USA aufzehren. Zudem weiß auch keiner, wohin mit dem giftigen Eektronikmüll. Also, weg damit nach Afrika.

    Spitzentechnologie kommt aus den USA. Ohne die Spitzentechnologie funktionieren weder moderne Waffensystem noch Computersysteme. In China wird vor allem gelötet und zusammengeschraubt.
    Apple-Produkte sind billig, weil sie in China von Kindern hergestellt werden. Wenn China zur unerwünschten Person wird, werden wir unsere Handys selber zusammenbauen müssen und dann wird’s teuro. Dann müssen unsere Sozialparteien den Mindestlohn bei 1 Euro festlegen.
    Die Billigproduktion in China ist aber ohnehin schon eine Konkurrenz zu den westlichen Ländern, denn China exportiert mit den Handys Niedriglohn und Menschenrechtsverletzungen gleich mit.

    Alle Hochtechnologie ist auf Seltene Erden angewiesen und die kommen aus China. In jedem der reparatur- und wartungsanfälligen Windräder werden schon 800 kg Seltene Erden verbaut. Ohne Seltene Erden lassen die ihre Flügel hängen.

    Auch die Pharmaindustrie „profitiert“ von China. Alle Generika werden in Indien und China hergestellt. Im Westen kommt nur ein Etikett drauf. Billig sind sie, weil es in Indien und China kaum Umweltauflagen gibt. Und weil da sowieso schon alles vergiftet ist, werden die giftigen Keime über die Lieferketten in den Westen mitgeliefert. Reisende, die aus den Zentren der Produktion kommen, tragen zu 80% giftige Krankenhauskeime in sich. Das ist untersucht worden.

    Ohne China keine Handys, kein Internet, keine Pharmaprodukte. Da müßten wahrscheinlich Billionen Dollars und Euros investiert werden.

    Elektronik und Generika sind außerdem Ölprodukte. Alles hängt mit allem zusammen. Wir werden wahrscheinlich morgen die Schubkarre reaktivieren müssen, wenn wir Brötchen kaufen wollen.

    Ich glaube nicht, daß Afrika sich von den USA ohne weiteres unter Druck setzen lassen wird. China ist in 3/4 der afrikanischen Länder sehr aktiv und kurbelt den Handel an. Und Russland ist dabei, und vor allem im ehem. Orient beliebt.

    • Taktgefühl 14. April 2022 at 9:32Antworten

      Rußland ist kein Hochtechnologieland, aber für ein Mittelmaß reicht es allemal. Rußland hat Öl, Gas und Rohstoffe. Die Hyperschallraketen fliegen damit.
      Rußland könnte bei dem Krieg in der Ukraine auf eine „Marktbereinigung“ im Westen setzen. Rußland ist groß, hat zu essen und zu trinken, macht die westlichen Einflußsphären und seine Vormachtstellung mit einem Belagerungszustand der Ukraine kaputt und setzt auf reduzierte Technik. Die Globalisierung ist sowieso zu Ende und der Westen wird wohl hinter die Möglichkeiten Rußlands zurückfallen. Der Krieg macht dem Westen den gesamten Handel teuer und umständlich.
      Die Schmeiß weg, kauf neu-Mentalität der Konzerne, der sie ihre Kapitalberge verdanken, steht mit dem Krieg auf dem Prüfstand. Der ganze Mist ist inkompatibel und hat eingebaute Obsoleszenz.
      Mit den Problemen, welche sich der Westen über seine Ideologen akkumuliert hat, sind Sozialstaat, Klimaphantasien und Wirtschaftswachstum wohl Geschichte. Zeitenwende. Für Rußland könnte weniger mehr werden.

      • Florian 14. April 2022 at 10:38

        Da liegen sie völlig daneben.
        Ohne Hochtechnologie Bauteile aus dem Westen reicht es für Russland nicht mal zu Mittelmaß.
        Zurück ins Mittelalter trifft es besser.

      • quantumonly 14. April 2022 at 11:46

        Wenn sie die Raumfahrt als nicht hochtechnoligsch sehen haben sie zum Teil recht. Nonsensprodukte aus den USA die vom MIT, NSA,CIA entwickelt werden dienen nicht der Menschheit um Wohlstand zu erreichen sondern einzig und allein einigen wenigen die Menschheit zu kontrollieren.

        Am Beispiel der EU läßt sich sehr leicht erkennen dass es ohne Rohstoffe gar nichts gibt doch die europäsiche Elite glaubt noch immer dass Innovation in Sinnlosigkeit hilft, doch mit all den SOWI-Absolventen wird kein Mensch den Hunger stillen können. Abgehobenheit führt in den garantierten Abgrund. Sehen sie sich die Entwicklung des € von Beginn weg an, verglichen mit dem USD! Wir sind die Verlierer. Im Gegenzug kann sich Russland aus dem Land auf dem es existiert ernähren und die Produkte herstellen die es braucht da alle Rohstoffe vorhanden sind.

        Einfach so meine Meinung nach 25 Jahren in US-Unternehmen, international bis ins höhere Management! Auch Osterfahrung gehört dazu.

        Dass der normale europäische Michel Geopolitik nicht versteht ist gewünscht!

      • Michael R 14. April 2022 at 12:36

        @Florian: Was „Hochtechnologie“ ist, ist immer eine Momentaufnahme. Vor 83 Jahren war Deutschland DAS Hochtechnologieland der Welt. Trotzdem versagte diese Hochtechnologie beim Unternehmen Barbarossa. Wenn es hart auf hart geht, obsiegt immer die primitivere Technologie. Schalten Sie den Strom ab, dann wissen Sie, was ich meine. Oder unterbrechen Sie die Lieferketten. Oder verknappen Sie einen wichtigen Rohstoff. Und schon klappt ihre Hochtechnologie zusammen wie ein Kartenhaus.

      • Taktgefühl 14. April 2022 at 15:14

        @ quantumonly

        China macht viel Lärm und die Propaganda wird hier zur baren Münze. Die USA sind wirtschaftlich effizient, im Gegensatz zu China. Ein großes BIP besagt noch nichts und eine große Armee genauso wenig.
        China hat viele Geisterstädte gebaut, die haben das BIP wachsen lassen, aber nicht den allgemeinen Wohlstand. Der Immobilienkonzern Everglande könnte mit seinem Bankrott eine weltweite Finanzkrise auslösen.
        Es gibt natürlich Reiche und eine Mittelschicht, aber das gros der Bevölkerung erreicht die Wirtschaft nicht.

        Die Spitzentechnologie wird in den USA produziert und da muß China einkaufen, damit die Handys funktionieren.
        Wie sollte China aus dem sozialistischen Nichts ein Land wie die USA in wenigen Jahren technologisch und wirtschaftlich überholen?

        Es ist ja nicht so, daß ich China etwas Böses wünsche, aber es steht viel im Argen und die Menschenrechte lehnt China offiziell ab.

        Es sind nur Beschreibungen, das ist keine Parteinahme.

        Suchen Sie mal nach: „Amazing Pictures, Pollution in China | ChinaHush“

        Jeder zeigt sich nur von der besten Seite. Mit Problemen geht kein Land hausieren. Wir sind ja auch eine tolle Demokratie und alle anderen blöde Diktaturen.

      • Andreas I. 17. April 2022 at 11:50

        @ Taktgefühl Hallo,
        „Die USA sind wirtschaftlich effizient, im Gegensatz zu China. Ein großes BIP besagt noch nichts und eine große Armee genauso wenig.
        China hat viele Geisterstädte gebaut, die haben das BIP wachsen lassen,“

        Und woraus sich das USA-BIP so alles berechnet ist bekannt. Im Vergleich dazu sind Geisterstädte reale Werte.
        Nicht, dass es in China keine Probleme gäbe – wo gibt es keine?! – aber im Vergleich China zu USA sehe ich die USA-Ökonomie als Riese auf tönernen Füßen, die immer mehr Risse bekommen:
        – Verhältnis Schulden zu BIP
        – Status des US-$ als Weltleitwährung (ein Problem, das China u.a. nicht haben)
        – Inflation
        Je zwei der drei Faktoren wären sogar günstig, z.B. wäre Inflation gut, um die Schulden abzubauen.
        Aber Inflation ist schlecht für Status des US-$ als Weltleitwährung →→ Um den Status des US-$ als Weltleitwährung trotzdem zu halten, müssen die Militärausgaben (einschl. CIA&Co) erhöht werden →→ neue Schulden →→ Inflation →→ schlecht für Status des US-$ als Weltleitwährung →→ und von vorn.
        Diese negative Rückkopplungsschleife ergibt sich exzeptionell nur für USA, wegen des Status des US-$ als Weltleitwährung.

        „aber das gros der Bevölkerung erreicht die Wirtschaft nicht.“

        China kämpfte gegen Hunger, das wird im Westen gerne vergessen, weil man im Westen gar nicht weiß, was Hunger überhaupt ist; außer vielleicht die Obdachlosen in USA, wobei man in USA eher Probleme mit übergewichtiger Bevölkerung hat, die dann natürlich auch nicht optimal gesund ist …

        „Die Spitzentechnologie wird in den USA produziert und da muß China einkaufen, damit die Handys funktionieren.“

        Noch. Und Chips für Smartphones kommen zunehmend aus Südkorea, was auch USA-Einflussspäre ist, aber nur indirekt (Aktien u.ä. Beteiligungen) mit der USA-Ökonomie verbunden ist.
        Prozessoren für Rechner sind noch das Einzige, wofür die Technologie nur in USA vorhanden ist, aber da wird im Rahmen der aktuellen Entwicklungen diskutiert, dass die Herstellung der Chips wiederum sowas Profanes wie Rohstoffe braucht …

  14. Annette Minor-Bäcker 14. April 2022 at 8:21Antworten

    Einmal mehr ein Artikel bei TKP, der sich in wüstesten Spekulationen ergeht. Auf diese Art von Besserwisserei kann ich gerne verzichten! Das Aufzeigen von realistischen Lösungen, die Hoffnung machen, wäre wichtiger!

  15. lumpazivagbundus 14. April 2022 at 7:42Antworten

    Sehr guter und erhellender Beitrag. Es ist auch die Frage nach dem Nationalstaat, der entsprechend der neoliberalen Doktrin geschleift werden muss (soll). Dieser ist Garant, eigene (nationale) Interessen zu verfolgen, die den sozialen Zusammenhalt und die friedliche Koexistenz befördern.

  16. Florian 14. April 2022 at 7:20Antworten

    Wieder ein mehr von den Unterganspropheten a´la Ernst Wolff.

    Für mich sind das Wichtigtuer die meinen das Wissen um die globalken Zusammenhänge für sich gepachtet zu haben.
    Nur gut dass noch keiner Recht gehabt hat.
    Aber von irgendwas muss ja jeder leben.

    • Elisabeth 14. April 2022 at 7:46Antworten

      Bei ihrem Nickeverschleiß gehen ihnen sicher bald die Ideen aus. Ich empfehle ihnen als nächstes „Miesepeter“ …

      • Florian 14. April 2022 at 8:41

        Na da hat Putin ja viel erreicht wenn sich Finnland der NATO anschließt. 1100 NATO Kilometer mehr.
        Der Schuss ist gründlich nach hinten losgegangen.
        Was für ein großartiger Erfolg.

    • wellenreiten 14. April 2022 at 9:29Antworten

      Da muss ich Ihnen ausnahmsweise mal zustimmen, Paul … äh … Max … äh … Florian.

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