Studien: Selenmangel in Europa reduziert Abwehrkräfte bei Infektionen

Weltweit leiden etwa 1 Milliarde Menschen an Selenmangel. Nach aktuellen Forschungsergebnissen korreliert die Heilungsrate bei Covid-19 Erkrankungen signifikant invers mit dem Selen-Status – je geringer der Selen-Spiegel, desto schlechter die Heilungsprognose.

Wissenschaftler der renommierten ETH Zürich dokumentierten schon 2017 in der Zeitschrift PNAS, dass der ohnehin selenarme Boden in Europa in den nächsten Jahrzehnten infolge des Klimawandels sogar weiter an seiner Mineralstoffkonzentration verlieren wird. Dazu kommen Ertragssteigerungen durch Kunstdünger, was den spezifischen Gehalt an Mikronährstoffen und benötigten Spurenelementen pro Gewichtseinheit weiter senken werden. Als Mangel wird alles unter 100 – 130 µg/l angesehen, wünschenswert wären 150 – 200 µg/l laut WHO.

In Mitteleuropa kommt ein Erwachsener auf 22 bis 45 µg Selen pro Tag, in den USA auf 60 bis 150, in Japan auf 100 bis 210 µg in Kanada oder Guatemala noch einmal deutlich mehr. Die chinesische Provinz Hubei mit der Stadt Wuhan zählt wie viele andere Provinzen in China zu den Selenmangelgebieten mit sehr geringen Selengehalt der Böden.

Selenoproteine werden benötigt um Gifte wie Quecksilber – die wir zum Beispiel mit Fisch zu uns nehmen – wieder aus dem Körper zu bekommen.

Wie wichtig Selen zum Schutz vor Krebs ist, wurde in hunderten Studien dokumentiert. Darunter die berühmte Clark‐Studie [JAMA 276(24),1957(1996)] zeigte Verminderung von Krebssterblichkeit um 56%, Lungenkrebsrisiko um 46%, Dickdarmkrebs um 58% und Prostatakrebs um 63%.

Eine gute Selenversorgung ist für das Immunsystem unabdingbar. Es verbessert die Immunantwort auf Viren, reduziert das Erkrankungsrisiko. Eine soeben veröffentlichte Studie zeigt, dass die Störung der antioxidativen Abwehr beim schweren akuten respiratorischen Syndrom aufgrund einer SARS-CoV-Infektion nachgewiesen wurde. Selen spielt eine wichtige Rolle bei der Verringerung der ROS (Reaktive Sauerstoffspezies, früher „Sauerstoffradikale“ ), die als Reaktion auf verschiedene virale Infektionen produziert werden. Selenoprotein-Enzyme sind essentiell bei der Bekämpfung von oxidativem Stress, der durch die übermäßige Bildung von ROS verursacht wird. Selen spielt auch eine Rolle bei der Hemmung der Aktivierung von NF-κB, wodurch Entzündungen gelindert werden.

Bei viralen Infektionen wurde außerdem festgestellt, dass Selenoproteine die Typ-I-Interferon-Antwort hemmen, die T-Zell-Proliferation und den oxidativen Burst in Makrophagen modulieren und virale Transkriptionsaktivatoren hemmen. Potentielle viral kodierte Selenoproteine wurden durch computergestützte Analysen in verschiedenen viralen Genomen wie HIV-1, Japanisches Enzephalitis-Virus (JEV) und Hepatitis-C-Virus identifiziert.

Die virale Hauptprotease M-pro ist an der Bildung des Replikationskommplexes und damit an der Vervielfältigung des Virus beteiligt. Die selenabhängige Gluththionperoxidase kann M-pro hemmen. Auch eine Modulation des TRPM2 durch Selen trägt zur antiviralen Wirksamkeit bei. Darüber hinaus kann Selen in Form des Selenoeins das Enzym ACE hemmen.

Selenmangel kann die Mutation eines Virus fördern, wie am Beispiel des Influenzavirus gezeigt wurde. Bei Selenmangel können sich Viren schneller im Körper ausbreiten und vermehren.

In der Biochemie wirken fast immer eine Reihe von Elementen zusammen. Für das optimale Funktionieren des Immunsystems zur Abwehr von Virusinfektionen sind die Vitamine D, A und C sowie Quercetin, Selen, Zink, OMEGA-3-Fettsäuren (EPA/DHA) sowie eine ausreichende Versorgung mit den essenziellen Aminosäuren unabdingbar. Insbesondere bei Risikogruppen und hochbetagten Personen wird daher Ergänzung empfohlen.


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2 Kommentare zu „Studien: Selenmangel in Europa reduziert Abwehrkräfte bei Infektionen

    1. Dass die Pharmaindustrie viel auf krimineller basisi arbeitet weiß man doch schon lange. nicht mal Politiker traiuen sich dagegen aufzustehen-siehe Interview vom Seehofer vor einigen Jahren- das sagt alles.

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