Japans niedrige Infektionssterblichkeit trotz lockerer Maßnahmen wie in Schweden

In Japan ist das Coronavirus schon vor über einem Jahr erstmals festgestellt worden. Die Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung sind etwa mit denen von Schweden vergleichbar. Das meiste beruht auf Freiwilligkeit. Lockdown gab es nie, das öffentliche Leben, Schulen und Geschäfte funktionieren mit geringen Einschränkungen.

Dennoch gibt es gerade einmal 35 Todesfälle pro Million Einwohner. Von den etwas über 126 Millionen Einwohnern sind 29% über 65 Jahre alt. Japan hat damit weltweit die älteste Bevölkerung. Deshalb ist es besonders erstaunlich, warum Corona der japanischen Bevölkerung nur so geringfügig zusetzt. Wie Japan im Vergleich zu anderen Ländern abschneidet seht ihr hier in dieser Tabelle:

Auffallend sind die großen Unterschiede bei der Zahl der Tests. Japan testet ein Zehntel oder weniger gegenüber Ländern mit hoher Sterblichkeit und massiven Maßnahmen wie strengen Lockdowns, Schul- und Geschäftsschließungen und Maskenpflicht. Masken werden in Japan seit jeher getragen wenn ein Sandsturm von China herüber weht und wenn man krank ist oder schnupft. Eine Maskenpflicht gab und gibt es aber nie.

Länder wie Ungarn oder die Tschechei wurden im Frühjahr wegen ihrer harten Maßnahmen gelobt, sie schneiden nun mit einer sehr hohen Sterblichkeit ähnlich schlecht ab wie Belgien, das UK und die USA.

Die Analyse der Stanford Professoren angeführt vom Nummer 1 Medizinwissenschaftler John Ioannidis hatte ja gezeigt, dass zwar Maßnahmen durchaus die Infektionen und Todesfälle reduzieren können, aber wenn sie über das hinausgehen was Schweden und Südkorea tun, keinen Nutzen mehr bringen sowie dafür massiven Schaden anrichten. Südkorea und Japan haben ähnlich lockere Maßnahmen ergriffen.

Es sind die Ernährung und das Immunsystem

Der Körper hat ein zuverlässiges Mittel gegen Viren und das ist das eigene Immunsystem. Es gibt passive und aktive Bekämpfungsmechanismen, die locker mit dem Coronavirus fertig werden. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass das Immunsystem gesund und stark ist. Der US-amerikanische Forscher James Allison und der japanische Wissenschaftler Tasuku Honjo erhielten 2018 den Medizin Nobelpreis für ihre Erkenntnisse, wie man durch eine Stärkung des Immunsystems sogar Krebs erfolgreich bekämpfen kann. Ja, dafür gibt es den Medizin Nobelpreis – zu Recht wie ich meine.

Es ist regelrecht absurd, von wie vielen Virologen, Politikern und anderen Menschen und natürlich allen voran von den Pharma Lobbyisten die Rolle des Immunsystems geleugnet oder zumindest klein geredet wird. Und das obwohl es den Medizin Nobelpreis 2018 partout für Methoden zur Stärkung des Immunsystems gab. Um den Krebs zu besiegen!

Wer schon mal in Japan war wird viele schlanke Menschen gesehen haben. Vor allem die ältere Generation ernährt sich noch traditionell und daher auch gesund. Unter den Jüngeren, die die in den letzten Jahren aufpoppenden Burger-Buden, Pizzerien oder Konditoreien frequentieren, sieht man aber auch bereits dicke Menschen.

Noch mal zurück zu dem weltweit höchsten Anteil von alten und sehr alten Menschen in Japan. Ein Grund dafür ist die gesunde Ernährung mit viel Algen, Fisch und Gemüse, aber wenig Kohlehydraten und die hauptsächlich in Form von Reis. Süßigkeiten, wie sie bei uns nirgends fehlen dürfen, sind in Japan erst seit einiger Zeit im Kommen. Auch Softdrinks sehen anders aus. In den 10.000 japanischen Supermärkten von Lawson gibt es dafür Wasser mit 1 Gramm Vitamin C pro Liter.

In Fisch, Algen und Pilzen findet sich recht viel Vitamin D auch noch im Winter. Die Shitake Pilzen enthalten das stark antiviral wirksame Zink. Gemüse ist wichtig für das Mikrobiom im Darm, wo 80% des Immunsystems sitzen.

Der Effekt ist, dass die meisten Japanerinnen und Japaner schlank und rank und auch im hohen Alter noch fit und vital sind, Demenz und Alzheimer unbekannt. Und ohne die Vorerkrankungen, ohne Lungenschaden, kann den Menschen das Virus nichts anhaben, sie werden zwar infiziert erkranken aber nicht oder nur sehr mild. Das Immunsystem killt die Viren zuverlässig auch noch im hohen Alter.

Psychische Gesundheit

Ein Problem, das zunehmend für Krankheit, vermehrter Anfälligkeit vor Infektionen und Todesfällen sorgt, sind die Maßnahmen, die verbreitete Angst, Panik und die Unsicherheit und Unzufriedenheit sowie die massiv eingeschränkten sozialen Kontakte. Unser Gehirn verbraucht ein Viertel der vom Körper erzeugten Energie und beeinflusst massiv das vegetative und das Immunsystem.

Angst dagegen erzeugt oxidativen und nitrosativen Stress, dessen biochemischen Abfall das Immunsystem beseitigen muss. Ärger und Angst sorgen für schlechten Schlaf. Wenig Bewegung, wenig frische Luft und Masken schwächen den Körper weiter.

Soziale Kontakte führen dazu, dass das Gehirn Botenstoffe aussendet, die den Körper aktivieren. Dies ist ganz besonders wichtig bei älteren Menschen. Gerade die, die geschützt werden sollten, werden durch die Maßnahmen geschwächt, was in Japan zwar auch noch passiert aber in wesentlich geringerem Ausmaß.

Notstand Japan Style

Steigen die Zahlen etwas an, so ermächtigt die Regierung die einzelnen Präfekturen einen Notstand auszurufen, wie das soeben für Tokio, Saitama, Kanagawa und Chiba geschehen ist. Notstand hat aber ein völlig andere Bedeutung als bei uns. Hier eine Beschreibung wie sie auf der Webseite der Fernsehanstalt NHK veröffentlicht wurde:

Für diese Erklärung werden die vier Gouverneure die Einwohner bitten, auf nicht unbedingt notwendige Ausflüge nach 20.00 Uhr zu verzichten. Außerdem wird erwogen, die Anzahl der Zuschauer bei Veranstaltungen auf die Hälfte der Kapazität der Veranstaltungsorte oder 5.000 zu begrenzen, je nachdem, was kleiner ist.

Geschäfte und Restaurants

Die Regierung prüft die Möglichkeit, die Subventionen auf 60.000 Yen (ca. 580 Dollar) pro Tag für jedes Restaurant zu erhöhen, das dieser Aufforderung nachkommt.


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