Wo bleibt die neue britische Virusvariante B117 und die Auswirkungen der angeblich höheren Übertragungsrate?

Der erste bekannte Fall dieser neuen Variante wurde am 20. September registriert und Anfang Oktober sequenziert. Am 10. Dezember gab es ein erstes Papier, das bei der britische New and Emerging Respiratory Virus Threats Advisory Group (NERVTAG) eingereicht wurde. Es war dieses Papier, das dann die epidemiologische Modellierung durch einerGruppe am Imperial College in Gang setzte, deren Prognosen seit dem Jahr 2003 bei jedem neuen Virus oder Keim mindestens um den Faktor 100 zu hoch waren.

Der NERVTAG Bericht vom 18. Dezember besagt, dass die Übertragungsrate der Variante, die als B.1.1.7  bekannt ist, mit 71 % höher ist als bei anderen Varianten und dass sie möglicherweise auch eine höhere Viruslast aufweist. Während frühere Varianten aufgetaucht sind, ohne dass es einen klaren Hinweis auf einen selektiven Vorteil gab, deutet das Auftreten und die anschließende Dominanz“ dieser neuen Variante in einem Zeitraum mit relativ hoher Prävalenz darauf hin, dass sie einen selektiven Vorteil gegenüber anderen Varianten hat“, heißt es in dem Bericht.

Wer allerdings in den Daten nach Spuren dieser angeblich um 71% höheren Übertragungsrate sucht, wird nicht fündig. Dabei ist diese Variante angeblich seit September im Umlauf. Trotz ihrer offenbar explosiven Verbreitung sind alle Zahlen drastisch rückläufig, wie das Chart oben zeigt.

Die Rolle der britischen Regierung

Es wurde viel darüber spekuliert, wie lange die Regierung von der neuen Variante gewusst hat. Bei einem Briefing des Science Media Centre am 21. Dezember sagte die Epidemiologin Susan Hopkins von Public Health England, dass erst im Dezember klar wurde, dass diese Variante wichtig war.

Am 8. Dezember fanden sie heraus, dass es eine bestimmte Variante mit einigen Mutationen im Spike-Protein gab, die ziemlich schnell aufgetaucht war und sich nicht nur im Südosten, sondern auch in Teilen von London ausbreitete“, sagte sie. „In den folgenden 48 Stunden führten sie eine schnelle Untersuchung durch, bei der sie sich den phylogenetischen Baum und die klinischen Details der Patienten ansahen, bei denen die Fälle aufgetreten waren“, so ein Bericht im BMJ.

Am 18. Dezember wurden der Regierung weitere Daten zur Verfügung gestellt, und am nächsten Tag kündigte der Premierminister an, dass große Teile Südostenglands, einschließlich London, in die Tier-4-Restriktionen gehen würden und dass sich die zuvor für Weihnachten angekündigte Lockerung der Regeln ändern würde.

Wir wissen allerdings auch, dass es zu diesem Zeitpunkt das Brexit Chaos gab und Boris Johnson dringend ein Ablenkungsmanöver brauchte um nicht für die massiven Staus von Warentransporten an der Grenze und leere Lagerhäuser verantwortlich gemacht zu werden.

Was im UK massiv in die Höhe geschraubt wurde ist die Zahl der ausgeführten Tests. Das ist nicht nur im UK so, sondern weltweit. Und damit wurde aus der Testerei für die Pharma Branche ein 200 Milliarden Dollar Geschäft.

Die Anteil der positiven Tests schwankt im UK, wie wir sehen. Es wurde schon mehrfach nachgewiesen, dass das durch Pooling und einer totalen Überlastung der Laboratorien verursacht wird. Aber es ist klar ersichtlich, dass die Poitivrate erheblich niedrigere ist als im Frühjahr. Ein Virus das sich angeblich wesentlich schneller verbreitet als alles bisherige sollte deutlichere Spuren hinterlassen als diese hier und in anderen Ländern.

Unter dem Strich geben die Zahlen der „bestätigten“ Fälle und der Sterbefälle absolut nichts her, was die Behauptung der um 71% höheren Übertragungsrate stützen würde. Es ist offenbar die bei Neil Ferguson, einem Mitglied von NERVTAG, übliche maßlose Übertreibung.


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4 Kommentare zu „Wo bleibt die neue britische Virusvariante B117 und die Auswirkungen der angeblich höheren Übertragungsrate?

  1. Von der dänischen Variante, wegen der die Nerze geschlachtet wurden, hat man nichts mehr gehört.

    Da hatte man wohl Angst, dass das Thema bald von Tierschützern dominiert würde, darum verschwand es sehr schnell aus den Nachrichten.

    Gefällt 1 Person

  2. Positivrate! also Gesamtzahl der Tests und wieviel davon positiv waren in %. Wärend alle positiven Tests weitergemeldet werden, melden manche (oder viele??) Labore die Gesamtzahl der durchgeführten Tests garnicht weiter! zumindest für Deutschland gibt es schriftliche Belege dafür (RA Markus Haintz). Damit fällt diese Bezugsgröße für die Statistik aus; Dazu kommen (wahrscheinlich) die vielen falsch-positiven, die durch die weniger spezifischen/sensitiven Schnelltests dazukommen; Daten ohne Aussagekraft! dasselbe gilt für die Corona-Intensivbettenbelegung,; da gibt es soviel Einflussfaktoren.. und wie C.Tote gezählt werden ist auch längst kein Geheimnis. Selbst an Leichen wird noch getestet um doch noch ein positives Ergebnis zu bekommen! Gibt es hier vielleicht finanzielle Anreize? Mit evidenzbasierter Wissenschaft hat das alles gar nichts zu tun! Wir sind abh. davon welche Zahlen uns präsentiert werden, und haben keine Chance deren Richtigkeit zu überprüfen.
    Ihre Artikel sind sehr gut und wichtig! Danke dafür!

    Gefällt 1 Person

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