Coronaviren in italienischer Kanalisation beweisen Infektionen schon 2019

Hinweise auf eine weitere Verbreitung des Coronavirus schon 2019 hatte es immer wieder gegeben. Virenfunde in Proben der Kanalisationen in Norditalien erhärten die These, dass sich dass Virus schon Wochen vor dem ersten positiven Test unerkannt in Norditalien verbreitet hat, wie nun durch eine Studie des Nationalen Gesundheitsinstituts ISS gezeigt wurde. Danach wurden bei der kürzlich vorgenommenen Untersuchung von im Dezember routinemäßig genommenen Abwasserproben aus Mailand in der Region und Turin im Piemont genetische Spuren des Erregers Sars-CoV-2 nachgewiesen.

Diese Erkenntnisse stützen frühere Hinweise. Es gab einen Fall in Frankreich, es gab Verdachtsfälle in der Republik Kongo und die South China Morning Post hatte Mitte März über neun wahrscheinliche Covid-19 Fälle berichtet, die im November in Wuhan aufgetreten sind. Mehrere Berichte von Sportlern legen den Verdacht nahe, dass die Armee-Weltspiele in Wuhan vom Oktober 2019 mit fast 10.000 Athletinnen und Athleten aus 110 Ländern ein sogenannter Corona-„Superspreader“ gewesen seien.

Touristen, die Ende November aus Vietnam zurückkehrten, zeigten ebenfalls diese charakteristischen Symptome mit relativ schwerem Verlauf. Artikel in verschiedenen Medien befassen sich im Oktober und November mit Todesfällen durch die Schweinegrippe und der Angst vor einem Ausbruch der wirklich tödlichen Vogelgrippe. Schweine können auch an Coronaviren erkranken. Gegen Coronaviren werden  daher Schweine und andere Schlachttiere geimpft wie Rinder (Kälber) oder Geflügel. Aber auch Haustiere wie Hunde, Katzen oder Pferde werden gegen Coronaviren immunisiert.

Abwasser Testung als Frühwarnsystem

In Abwässern wurden Coronaviren schon im April gefunden, aus Israel gab es Anfang Mai einen Bericht dazu. Man will die Untersuchung von Abwässern sogar verwenden um in Zukunft ein Frühwarnsystem zu haben. Es wurde nämlich gezeigt, dass das Coronavirus im Kot bereits drei Tage nach der Ansteckung nachgewiesen werden könne, etwa zwei Tage, bevor erste Symptome auftreten.

Für die ISS-Studie, deren vollständiges Ergebnis in der kommenden Woche veröffentlicht wird, wurden 40 Abwasserproben untersucht, die zwischen Oktober 2019 und Februar 2020 genommen worden waren. Deren Untersuchung durch zwei Labore mit jeweils unterschiedlichen Methoden erbrachten dasselbe Ergebnis. Demnach wurden in Proben aus Mailand und Turin vom 18. Dezember 2019 und aus Bologna vom 29. Januar erstmals entsprechende Spuren festgestellt.

Der erste positive Testung  eines Coronafalles wurde am 20.02.2020 vorgenommen, den ersten Todesfall gab es am 21.02.2020, also mehr als zwei Monate nach den ersten Infektionen. Dann brach allerdings relativ rasch Chaos aus, was dazu führte, dass es weit mehr Todesfälle gab als durch Covid-19 verursacht. Für die Periode vom 20. Februar bis 31. März ergibt sich im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019 eine Übersterblichkeit von 25.354 Fällen. Von diesen werden aber nur 13.710 Fälle oder 54% auf Covid-19 zurückgeführt, so ein gemeinsamer Bericht vom Istituto Nazionale di Statistica (Istat) und dem ISS.

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Foto (c) pfm

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