
EU-Gasimporte aus Russland auf neuem Höhepunkt
In eineinhalb Jahren will die EU sämtliche Energieimporte aus Russland eingestellt haben. Doch aktuell sind die Gasimporte auf dem höchsten Stand seit Kriegsbeginn.
Während Brüssel bereits am nächsten Sanktionspaket arbeitet und beschlossen hat, vollständig aus russischen Energiequellen auszusteigen, sieht die Realität ganz anders aus. Die Importe von russischem Flüssigerdgas (LNG) in die Europäische Union haben im ersten Quartal den höchsten Stand seit Beginn des Krieges im Februar 2022 erreicht.
Ein entsprechendes Papier wurde am Mittwoch veröffentlicht. Während man in der EU rhetorisch kaum vom harten Konfrontationskurs gegen Russland abrückt, bleibt Moskau weiterhin der wichtigste Handelspartner. Ohne Moskau wären die Lichter in der EU vielleicht schon ausgegangen. Und Russland exportiert weiterhin in die EU.
Im Zuge des Iran-Kriegs erfolgte ein deutlicher Anstieg an Gasimporten aus Russland. Vor allem Frankreich, Spanien und Belgien kaufen russisches LNG per Tanker, während andere Länder vor allem US-Gas beziehen, das viel teurer ist und Pipelines (Nord Stream) nicht aktivieren wollen. Euractiv berichtet über die aktuelle Erhebung:
Die Pipeline-Lieferungen von russischem Gas in die EU sind weitgehend zum Erliegen gekommen. Dennoch kaufen die Länder weiterhin russisches LNG per Tanker, vor allem Frankreich, Spanien und Belgien. Das hat das unabhängige Forschungsinstitut Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA) festgestellt.
Laut dem Bericht importierte die EU in den ersten drei Monaten dieses Jahres 6,9 Milliarden Kubikmeter russisches Gas – ein Plus von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und der höchste Wert seit 2022.Der Trend setzte sich im April fort: Die Importe lagen dort 17 Prozent über dem Vorjahresniveau, teilte die IEEFA der Nachrichtenagentur AFP mit.
Russland bleibt damit zweitgrößter LNG-Lieferant für die EU und deckt rund 14 Prozent des gesamten Bedarfs ab.
Gleichzeitig haben die EU-Staaten ihre Einfuhren aus den USA stark ausgeweitet: Die Importe von US-Flüssigerdgas haben sich zwischen 2021 und 2025 mehr als verdreifacht. Allein im ersten Quartal stiegen sie um 27 Prozent.
„Die USA werden 2026 zum größten Gaslieferanten der EU werden und könnten bis 2028 bereits 80 Prozent der LNG-Importe der Union ausmachen“, heißt es in dem Bericht. US-Gas sei für europäische Käufer allerdings das teuerste.
„Europas Umstellung von Pipeline-Gas auf LNG sollte eigentlich Versorgungssicherheit und Diversifizierung bringen“, sagte die leitende Europa-Energieanalystin des IEEFA, Ana Maria Jaller-Makarewicz, in einer Stellungnahme. „Doch die Störungen durch den Krieg im Nahen Osten und die starke Abhängigkeit von US-LNG zeigen, dass Europas Plan in beiden Punkten gescheitert ist.“
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Erste Energie-Rationierung in Europa
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EU-Importe pro Land vor und nach den Pipelinesprengungen:
2021:
Russland 155 Mrd m³
Norwegen 120 Mrd m³
USA 50 Mrd m³
Sonstige 100 Mrd m³
Gesamt 425 Mrd m³
2024:
Russland 50 Mrd m³
Norwegen 150 Mrd m³
USA 150 Mrd m³
Sonstige 100 Mrd m³
Gesamt 450 Mrd m³
Die Gasmengen sind insgesamt gestiegen, die Preise aber auch, weshalb nicht ganz konsistent ein Nachfragerückgang erklärt wird. Mehr Pleiten gleich mehr Effizienz in Leyen-Logik!
Die USA haben den Russen etwa 100 Mrd m³ abgenommen, die Norweger liefern 30 Mrd m³ mehr.
Die knapp 7 Mrd m³ in drei Monaten aus dem Artikel (übrigens in Erdgasäquivalent) entsprechen 28 Mrd m³ im Jahr. Was damit gemeint ist, kann man schwer nachvollziehen.
Vermutlich ein Ausgleich des Ausfalls durch die TurkStream-Sprengung, für die die Leyen offenbar Selensky so heftig bezahlt, dass die Deutschen keine Rente mehr bekommen können.
eigentlich braucht europa keinen gas importe von irgendwoher,
in bruxelles sitzen genug beamtete, ungewählte und überbezahlte methanproduzenten,
die zunehmend die luft zum atmen stehlen