
Vor der Wahl in Baden-Württemberg: Daniel Niedzwetzki vom BSW im Gespräch
Am kommenden Wochenende wird in Baden-Württemberg gewählt. Das Ergebnis scheint schon festzustehen, aber ist es das, was die Menschen in diesem Bundesland wirklich weiterbringt?
Den Umfragen nach scheinen die bestehenden Regierungsparteien weitermachen zu können. Das ist eigentlich verwunderlich, wenn man die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in diesem früher sehr erfolgreichen Bundesland betrachtet. Daimler will mehrere Tausend Arbeitsplätze abbauen. Auch die Robert Bosch GmbH, Bosch Engineering, ZF Friedrichshafen AG oder die Mahle GmbH haben Arbeitsplatzreduzierungen angekündigt. Auch Thyssenkrupp, Atlas Copco ISA GmbH, Dürr AG, Stihl und Vollmer GmbH haben ähnliches angekündigt oder schon umgesetzt.
Auf Baden-Württemberg.de konnte man am 7.1.2026 lesen: Zum Jahreswechsel keine Entspannung am Arbeitsmarkt – Der Arbeitsmarkt zeigt sich zum Jahreswechsel ohne spürbare Veränderung. Die strukturellen Probleme und der Stellenabbau bleiben die zentralen Aufgaben.
„Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten“ – auch wenn diese Aussage Albert Einstein zwar zugeschrieben wird, aber nicht von ihm stammen soll, ist sie trotzdem richtig. Aber welche Möglichkeiten bieten sich – jenseits der etablierten Parteien? Die AfD ist die bekannteste Option – mit all ihren Stärken und Schwächen. Mit dem BSW bietet sich eine weitere Möglichkeit für alle, die in der AfD keine wirkliche Alternative sehen. Daniel Niedzwetzki unterstützt aktuell aktiv den Wahlkampf des BSW in Baden-Württemberg.
Ich kenne ihn seit einiger Zeit aus den sozialen Medien. Da ich dem BSW aus verschiedenen Gründen sehr kritisch gegenüberstehe, war ich positiv überrascht, wie sachlich und konstruktiv er mit meinen jeweiligen Kritikpunkten umging. Das machte mich neugierig und ich fragte ihn, ob er Lust auf ein Interview habe. Er hatte.
Schön, dass es heute mit dem Interview geklappt hat. Es freut mich besonders, da Du ja weißt, wie kritisch ich dem BSW gegenüberstehe.
Oh, das ist auch gut so.
Irgendwie habe ich erwartet, dass Du so reagierst. Kannst Du Dich kurz vorstellen?
Ja, also ganz kurz. Der Name ist ja bekannt. Ich bin aktuell schon 45 Jahre alt.
Ich komme ursprünglich aus Dortmund bzw. geboren bin ich in Castrop-Rauxel. Nach meiner Ausbildung als Kaufmann im Einzelhandel war ich acht Jahre lang Zeitsoldat. Seitdem kenne ich die Patriot Systeme aus der Praxis. Auch in der ABC-Selbst- und Erste Hilfe sowie in der Logistik war ich dort tätig, und das auch bei verschiedenen Auslandseinsätzen.
Ende der 90er, spätestens mit 9/11 wurde ich sehr kritisch – auch was die Medien angeht. Nach der Bundeswehrzeit habe ich daher eine völlige andere Richtung eingeschlagen und Ausbildungen zum Heilpraktiker und Ernährungstherapeuten gemacht. Ein Steckenpferd von mir ist ja noch die psychologische Schattenarbeit nach Carl Gustav Jung.
2018 zog ich nach Konstanz. Ich hatte die Gegend in einem Wochenend-Urlaub kennengelernt, der dann drei Wochen gedauert hat. Ich habe mich einfach zuhause gefühlt, wusste: da muss ich hin.
Warst Du früher schon parteipolitisch aktiv?
Politisch habe ich ursprünglich die Piratenpartei mit aufgebaut, bin aber aufgrund der Unterwanderung und der Flügelkämpfe, die es da gab nach fünf Jahren wieder ausgetreten.
Ich war einer Facebook-Admins von Widerstand 2020, eine Partei bei der Aufstieg und Fall gleichermaßen rasant waren. Ich bin dann kein Mitglied von der Nachfolgeorganisation „Die Basis“ geworden, sondern habe mir den Zoff nur von außen angetan. Das hat dazu geführt, dass ich mich von Parteien mehr und mehr abgewandt habe.
Und warum wurdest Du doch wieder aktiv?
2024 haben wir in Kreisen der Corona-Maßnahmenkritiker zur Kommunalwahl ein eigenes Projekt gestartet. Es waren aber leider nur vier Kandidaten auf der Liste, ein struktureller Nachteil. Aber mit unserer nicht eingetragenen, nicht mitgliedschaftlich organisierten Wählervereinigung waren wir recht erfolgreich. Es haben nur wenige Stimmen gefehlt. Dann habe ich noch das Freie Netzwerk Konstanz, das ist einerseits ein Telegramkanal sowie ein monatlicher Stammtisch – alles sehr gut vernetzt mit den verschiedenen Gruppen.
Du kandidierst aber jetzt für das BSW in Baden-Württemberg?
Ja, genau. Für den Wahlkreis 56 in Konstanz.
Nach Deinen bisherigen Erfahrungen mit Parteien – warum machst Du das?
Ich habe den BSW-Stammtisch besucht, das war eine relativ kleine Truppe, aber ein sehr hohes Niveau, auch was das Hintergrundwissen angeht. Es gab eine sehr gute, angenehme Debattenkultur und inhaltlichen Austausch.
Das BSW hat vier Hauptsäulen. Das ist der Frieden, die Freiheit, die soziale Gerechtigkeit und die wirtschaftliche Vernunft. Diese Punkte entsprechen auch meiner persönlichen DNA. Das sind die Themen, mit denen ich mich immer wieder beschäftigt habe – als ich Infotische, Aktionen und Demos organisiert, Texte geschrieben habe. Hinzu kommen bei mir noch die ganzheitliche Gesundheit und der Umweltschutz. Und dann vertritt das BSW zwei Themen, die mir sehr am Herzen liegen.
Welche sind das?
Zum einen der Standpunkt des BSW zur Corona-Aufarbeitung, den ich enorm wichtig fand. Im Gegensatz zur AfD, die anfangs noch viel härtere Maßnahmen gefordert hatte, bevor sie dann umgeschwenkt sind, war das BSW für mich stimmig. Die AfD ist zwar dann auch sehr kritisch geworden, aber eine Partei, die in Baden-Württemberg der Einführung von Palantir zustimmt und beste Beziehungen zu US-Milliardären pflegt, ist für mich eher eine riesengroße Mogelpackung.
Und die zweite Thematik ist die Migration, wo das BSW eine wirklich differenzierte Sicht vertritt. Es ist doch Fakt, die CDU hat nicht die Grenzen wegen christlicher Nächstenliebe geöffnet, sondern weil billige Arbeitskräfte fehlten. Das ist in meinen Augen eine andere Form von Neokolonialismus, die man unter dem Vorwand betreibt, man wäre moralisch erhaben. Keiner spricht die Fluchtursachen an, dass wir aufhören sollten, andere Länder auszubeuten oder mit Regime-Change-Kriegen die Menschen in die Flucht zwingen.
Wir haben natürlich eine Verantwortung für Menschen, die hierherkommen, aber gleichzeitig müssen wir darauf achten, dass wir die Belastungsgrenzen der Kommunen nicht noch mehr überstrapazieren. Mit 80% der Haushalte werden von den Kommunen Landes- und Bundesvorgaben erfüllt, da bleibt nicht mehr viel Spielraum. Das führt dazu, dass man in anderen Bereichen einsparen muss, was soziale Konflikte fördert und den Nährboden für wirklich extreme Positionen schafft.
Das alles hat dazu geführt, dass ich dann letztendlich im BSW gelandet bin. Darüber hinaus halte ich Sarah Wagenknecht für sehr glaubwürdig, da sie ihren Positionen seit vielen Jahren treu ist – sie war ja schon 2014 mit den Mahnwachen für den Frieden und in Ramstein aktiv und hat sich immer für den Frieden engagiert.
Zu Sarah Wagenknecht habe ich später noch eine Frage, aber zunächst: wo siehst Du die Stärken des BSW?
Die Stärken des BSW sehe ich in der differenzierten Betrachtungsweise der Themen. Wir können Themen pragmatisch beleuchten, haben keine ideologische Brandmauer in irgendeiner Richtung, sondern fokussieren uns auf inhaltlich gute Lösungen für die Menschen. Zumindest wenn wir unseren eigenen Ansprüchen gerecht werden. Das müssen wir natürlich erstmal beweisen.
Und wo siehst Du die Schwächen?
Das sind Organisation und Kommunikation. Die anfängliche rigoros handverlesene Mitgliederaufnahme, war zwar gut gedacht, aber teilweise ist leider auch das absolute Gegenteil passiert. Das sieht man in Brandenburg zum Beispiel. Uns fehlen Strukturen und vernünftige interne Kommunikationskanäle.
Darum war auch die interne Neustrukturierung gut, so dass Sarah Wagenknecht jetzt in der Programmkommission den Fokus setzt und Fabio Demasi die Organisation vorantreibt.
Es ist wirklich wichtig, dass wir als Partei die Strukturen hinbekommen, in denen wir auch politisch wirksam sein können – das ist Pionierarbeit vor der viele zurückschrecken, weil es wirklich viel Arbeit bedeutet. Aber der Erfolg steht und fällt mit funktionsfähigen Strukturen. Hier in Baden-Württemberg haben wir jetzt Kreisverbände gegründet und können stetig mehr vernünftig arbeiten.
Was bedeutet diese Landtagswahl für Dich? Persönlich, aber auch aufwandsmäßig?
Aufwandsmäßig ist die Belastung groß, da ich Vollzeit in einer Arztpraxis beschäftigt bin und nebenbei selbstständig als Heilpraktiker Patienten betreue. Als stellvertretender Vorsitzender und aktuell kommissarischer Vorsitzender kümmere ich mich um ein großes Gebiet. Man muss den Wahlkampf von 92 Städten und Gemeinden organisieren. Das ist schon sportlich. Plakatierung, flyern, Podiumsdiskussionen in Schulen, die Beantwortung von Fragenkatalogen und Interviews. Das muss ich alles nebenbei machen. Gleichzeitig auch noch die Kommunikation nach innen, alles koordinieren. Und dabei meine Familie nicht vernachlässigen. Aber mein Entschluss zur Kandidatur ist sehr bewusst gefallen.
Ich wollte diesen ganzen Prozess selbst einmal mitmachen, die Hintergründe und Abläufe kennenlernen. Man bekommt Zugang zu bestimmten Kanälen und Informationen, die den meisten normalen Bürgern verwehrt sind. So habe ich über eine Anfrage erfahren, dass die Kontrolle sämtlicher landwirtschaftlicher Betriebe bei uns in der Region einen Umlauf von 87 Jahren in Anspruch nimmt. Dabei werden insbesondere Bio-Betriebe aber so massiv gegängelt, dass mehrere Landwirte sich das Leben genommen haben. Nur ein Beispiel von vielen.
Wie groß siehst Du die Chancen, dass Ihr in den Landtag einzieht? Wenn ich mir die Umfragen anschaue, liegen CDU und Grüne wieder gut vorne.
Tatsächlich muss ich auch noch lachen, wenn die CDU mit dem Spruch „neue Kraft fürs Land“ antritt und dabei schon ewig in der Verantwortung ist. Was ist daran neu?
Ich sehe uns im Moment bei 3 bis 4%. Aber wie es läuft, werden die medialen Kampagnen sicher stark beeinflussen. Aktuell haben wir in Baden-Württemberg eine starke mediale Kampagne zugunsten der Grünen, die zu Lasten von SPD und der Linken verläuft, die beide bereits ein paar Prozente verloren haben. Die Macht der Medien ist wirklich erschreckend. Vor der Bundestagswahl war es andersherum. Da wurden die Linken gehypt.
Bei 3-4% sind die Chancen eher gering. Warum tust Du Dir den ganzen Aufwand dann an?
Ganz einfach. Die Wahlkampfkostenerstattung und Parteienfinanzierung erlauben uns, gute Projekte voranzutreiben und die internen Strukturen weiter aufbauen. Man muss diese Aufbauarbeit leisten. Aber eine Rest-Chance haben wir ja immer noch.
In Thüringen und Brandenburg hat sich das BSW als Steigbügelhalter der etablierten Parteien erwiesen. Wie siehst Du das?
Ich sehe es generell als einen Fehler an, dass wir in Brandenburg und Thüringen so früh in die Regierung eingetreten sind. Das haben uns viele zurecht übelgenommen. Und Brandenburg war eine Vollkatastrophe, was die moralische Integrität des Protagonisten angeht. Er hat seine Glaubwürdigkeit komplett zerstört. Gut jetzt ist er für ein paar Jahre Minister – aber wer möchte denn hinterher noch etwas mit ihm zu tun haben? Das ist Opportunismus pur.
Thüringen ist ein spezieller Fall. Ich weiß, dass das BSW in verschiedenen Ortschaften gute Arbeit leistet. Aber leider haben sie sich mit in die Regierung ziehen lassen und nicht das große Los genutzt, aus einer oppositionellen Rolle heraus die Dinge einfach so anzusprechen, wie sie sind.
Kannst Du Dir eine ähnliche Entwicklung für Baden-Württemberg vorstellen? Würdest Du, würdet Ihr vergleichbare Kompromisse eingehen?
Nein. Ich wäre niemals dort eingetreten. Wir haben gesagt, wenn wir in den Landtag kommen, gehen wir definitiv in die Opposition. Wir wollen kritisch konstruktiv sein, unsere Inhalte vertreten und die Partei stark aufstellen.
Jetzt kommen wir zu einem meiner Kritikpunkte am BSW, dem Verhalten von zwei BSW-Vertretern bei der Anti-Siko-Demo in München. Die haben sich in meinen Augen von der traditionellen Anti-Siko-Orga erpressen lassen und beide nicht bei Machtfrieden gesprochen. Es war dann die EU-Abgeordnete Ruth Firmenech, die sich auf die böse Bühne gewagt hat. Was sagst Du zu derartig erfolgreicher Spaltung?
Da kann ich nur spekulieren. Das ist „alte Friedensbewegung“ versus „neue Friedensbewegung“. Das kennen wir auch schon 2014 von den Mahnwachen für den Frieden. „Wenn Du da hingehst, darfst Du nicht dort hingehen.“ Ich vermute, dass die beiden selbst noch aus den alten Strukturen kommen und die Konflikte nicht verschärfen wollen.
Es ist natürlich ein Vorteil, wenn man wie ich nicht in diesen alten Strukturen verzahnt gewesen ist, da kann man freier agieren. Ich selber würde mich niemals in der Form erpressen lassen. Wer mir solche Bedingungen stellt, sieht mich von hinten.
Ein anderes Problem habe ich mit Aussagen zum Ukrainekrieg des BSW. Denn es wird wider besseres Wissen immer von einem Kriegsbeginn im Februar 2022 gesprochen, obwohl es eine achtjährige Vorgeschichte gibt. Auch in der Friedenspetition von Sarah Wagenknecht war das der Fall. Wie ordnest Du das ein?
Sie bezieht sich da auf den Beginn des Einmarsches von Russland in die Ukraine, der hier in den Medien immer als der Kriegsbeginn dargestellt wird. Natürlich hat das eine ganz lange Vorgeschichte. 2014 mit dem Umgang der Ukraine mit der russischsprachigen Bevölkerung im Osten, mit dem Gewerkschaftsbrand, mit vielem was am Maidan passiert ist. Das beschreibt das Buch von Patrick Baab, „Auf beiden Seiten der Front“, meines Erachtens sehr gut.
Aber die wenigsten kennen die Vorgeschichte, die wenigsten haben alles von Anfang an mitverfolgt. Ich vermute mal, dass sie das Narrativ daher bewusst aufnimmt, um auf dieser Basis dann zu argumentieren. Es ist ein zentrales Argument, dass das Völkerrecht verletzt wurde – wie jetzt im Iran. Aber natürlich, der Krieg hat nicht 2022 begonnen.
Darum geht es mir. Der Krieg hat 2014 begonnen. Das Argument wird aus Deiner Sicht strategisch verwendet, um den Mainstream überhaupt zu erreichen?
Ja, Du musst die Menschen abholen und die Argumentation des Gegenübers aufgreifen. Auf einem Infostand hat mir mal ein Besucher gesagt, wir seien Putin-gesteuert. Auf meine Nachfrage, warum er das so sehe, sagte er mir, dass hätte er in der Tagesschau gehört.
Bis zu diesem Moment habe ich nicht geglaubt, dass es solche Menschen gibt. Aber es sind viele, die das, was die Tagesschau vorträgt, als Wahrheit sehen. In dem Fall muss man erst mal die Argumentation aufnehmen und dann langsam versuchen, das tief verwurzelte Narrativ in Frage zu stellen. Das ist die Herausforderung. Ich finde, Sarah Wagenknecht ist eine der wenigen, die das noch schafft.
Ich weiß, dass wir beide bisher sehr konstruktive Diskussionen hatten. Ich setze Dich auch nicht mit dem BSW oder der BSW-Spitze gleich. Aber wie gehst Du damit um, wenn man die berechtigte Kritik am BSW auf Dich projiziert?
Das kommt darauf an ob es berechtigt ist oder nicht. Aber ich nehme es nicht persönlich, da ist mein Selbstwertgefühl stabil genug. Bei unberechtigter Kritik, wenn ich den Eindruck habe, dass sich mein Gegenüber mit bestimmten Sachen tiefer auseinandergesetzt hat, frage ich nach. Wenn es nur ein Satz aus der Tagesschau ist, kommt es auf meine Tagesform an.
Wenn es berechtigt ist, sage ich: „Vielen Dank für Ihre Kritik. Ich werde der Sache nachgehen und sie intern zur Sprache bringen.“ Dieses Feedback ist ja wichtig.
Stimmt – ich erinnere mich, genau das habe ich bei Dir so erlebt. Darum ja auch mein Interesse an dem Interview. Die Kommunikation hat mir gefallen.
Eine Partei sollte immer Kommunikation in beide Richtungen im Blick haben. Kein Wasserfallprinzip. Ich bin ein absoluter Verfechter von Dezentralisierung. Ich möchte Empowerment. Das ist der notwendige Zwischenschritt, um die Leute aus dem betreuten Denken in Richtung einer echten Demokratie zu bringen.
Vieles, was wir hier haben, ist eher eine Showveranstaltung. Wir müssen erst wieder lernen, was Demokratie bedeutet. Es geht darum, proaktiv und eigenständig die Verantwortung mit zu übernehmen. Nicht nur sich aufzuregen, dass die Politik nichts leistet.
Zum Schluss noch zu lokalen Themen. Was willst Du anders machen, wenn Du im Landtag bist? Wo liegen Deine Themenschwerpunkte?
Mir geht es insbesondere um:
- Ehrliche Corona-Aufarbeitung und Schutz der Grundrechte
- Bezahlbares Leben vor Ort – starke Kommunen, starke Wirtschaft
- Ein präventives, menschliches Gesundheitssystem
Die Corona-Aufarbeitung ist enorm wichtig, um wieder eine echte Vertrauensbasis in Richtung der Politik aufzubauen.
Starke Kommunen heißt, auf kommunaler Ebene mehr Mitbestimmung für die Bürger. Es gibt z.B. die Consul-App, zu der Darwin Dante Seminare hält. Ein Super-Werkzeug um die Menschen stärker mit einzubinden. Dann muss es zu einer Entschuldung der Kommunen kommen und absurde Projekte wie den Pfaffensteigtunnel bei der Gäubahn vermeiden. Es ist schon absurd, dass für dieses Tunnelprojekt Einnahmen aus dem Güterverkehr mit einkalkuliert wurden, der Tunnel aber nicht für Güterzüge zugelassen ist. Die Kosten liegen angeblich bei 1,5 Milliarden, realistisch gerechnet werden es aber wohl 3- 3,5 Milliarden werden. Die Einführung des Konnexitätsprinzip gehört auch dazu. Das führt dazu, wer den Kommunen Aufgaben auferlegt, sei es das Land oder der Bund, der muss auch für die Finanzierung sorgen. Damit kann man den Kommunen einen viel größeren Spielraum verschaffen, um dadurch richtig in die Daseinsvorsorge zu investieren – also die ganzen Dinge, die eigentlich komplett brach liegen. Der Anteil der Region Hochrhein-Bodensee, dessen Gebiet unser Kreisverband umfasst, an den 5% des BIP für den Militärhaushalt, entspricht dem Militärhaushalt von ganz Südafrika. Da kann man sich jetzt mal fragen, ob man es braucht oder ob man vielleicht die Schweiz annektieren will, um uns zu entschulden.
Das Gesundheitssystem muss wieder menschlicher werden und ganzheitlicher sein. Die Befugnisse der WHO und ihres Generalsekretärs haben mit Gesundheit nichts mehr zu tun. Warum müssen die Kliniken hier vor Ort gewinnorientiert arbeiten? Zu einem neuen Gesundheitssystem gehört auch eine gesunde Landwirtschaft als ein wesentlicher Teil der Daseinsvorsorge.
Wie wollt Ihr zukünftig arbeiten? Inhaltsbezogen, ohne Brandmauer in jede Richtung oder parteibezogen?
Komplett ohne Brandmauer. Das heißt nicht, dass ich alles toll finden oder dem zustimmen muss, was andere machen. Ich schaue mir bei jedem Vorschlag an, macht etwas Sinn oder nicht. Unabhängig davon, ob das jetzt von der Linken, von der FDP, von der CDU, von der AfD, von der Basis oder von sonst wem kommt. Wichtig ist eine offene Debattenkultur.
Was möchtest Du zum Abschluss als Letztes Deinen potenziellen Wählern noch mit auf den Weg geben?
Was möchte ich ihnen auf den Weg geben? Glaub nicht alles, hinterfrage und werde selbst aktiv!
Danke dafür! Ich drücke Dir und dem BSW in Baden-Württemberg die Daumen.
Wer mehr von ihm erfahren möchte: auf abgeordnetenwatch.de kann ihm jeder Fragen stellen und gerne auch nachhaken.
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Das ist ja sehr ulkig, wenn man eine Politik der opportunistischen Systemanbiederung als „differenzierte Betrachtungsweise“ bezeichnet. Wagenknecht und ihr zusammengefürfelter Haufen haben doch bei vielen wesentlichen Frage nur herumgeschleimt. Den Klima-Wahn wollte man nicht bekämpfen, sondern nur „vernunftiger“ gestalten. Na, vielleicht wollte man auch hier nur die „Menschen abholen“. Eine besonders raffinierte Strategie. Da muss man Putin schon als Kriegsverbrecher titulieren. Detto Migrationswahn. Auch da sollte eben alles ein wenig besser gemacht werden.
Bei der Corona-Positionierung sieht es auch nicht viel besser aus. Ja, BSW verangte eine „ehrliche Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen“. Da wurden Fehler gemacht! Ja wirklich, nicht alles war in Ordnung! Nebenwirkungen hätten besser erfasst und kommuniziert werden sollen! Da könnten sogar Lauterbach und Co. zustimmen. Eine scharfe Verurteilung der Plandemie-Inszenierung und des verbrecherischen Geschäftes, das massenweise Gesendheitsschäden und Tote im Interesse von Big-Pharma und deren Profite produzierte, hörte man nicht. Sie haben sogar Kennedy kritisiert, weil er sooo undifferenziert alle Impfungen in Frage stellte. Dieser Bösling! BSW verlangte sogar ein Moratorium für mRNA-Impfstoffe, denn schließlich gibt es ja auch Corona-Impfstoffe, die nicht auf mRNA-Technik basieren!!! Vielleicht der von Novavax?
Wer so operiert, ist einfach nur systemkompatible Pseudo-Opposition. Diese hat sich das Koalitions-Desaster in Brandenburg redlich verdient. Und in Thürigen sagen Meinungsumfragen, dass BSW etwa die Hälfte der Wähler seit der letzen Wahl im September 2024 verloren hat. Keine Chance in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Im Bund 3%. Die Sternschnuppe wird bald verglüht sein. Man muss darüber nicht weinen!
Wenn ein Land von ferngesteuerten dummen/kriminellen Politiker:innen regiert wird, sollte man die unbedingt wiederwählen. Lieber ein Schrecken ohne Ende als ein Ende ohne Schrecken, scheint das Motto der Dummdeutschen zu sein.
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seine vita und der vierte punkt im programm (wirtschtschaftliche vernunft) könnten ihn wählbar machen…