Arabien versinkt im Krieg

3. März 2026von 2,2 Minuten Lesezeit

Die Gerüchte um einen unmittelbar bevorstehenden Kriegseintritt werden lauter. Das Königshaus in Riad gibt sich zurückhaltend. Katar soll bereits Angriffe auf den Iran geflogen haben. In Bahrain probt die schiitische Mehrheit den Aufstand.

Israelische Medien, zuerst der Sender Channel 12 (Netanjahu-nah), berichteten am Dienstag, dass Saudi-Arabien vor dem Kriegseintritt stehe. Der israelische Staatssender Kan News zitierte einen hochrangigen israelischen Beamten mit den Worten: „Wir glauben, dass Saudi-Arabien nach dem gestrigen Angriff bald den Iran angreifen wird.“

Schon am Wochenende berichteten westliche Medien, Riad habe Washington zu einer Operation gegen den Iran gedrängt. Ob es sich dabei um Propaganda handelt oder nicht, lässt sich nicht überprüfen.

Zugleich tauchen heute Videos auf, die zeigen, wie HIMARS-Raketenwerfer als Teil der Peninsular Shield Forces – dem vereinigten Militärkommando des Golf-Kooperationsrats – in Bahrain stationiert werden. Die Positionierung der Systeme mit einer Reichweite von bis zu 300 km direkt vor der iranischen Küste sendet ein deutliches Signal.

Der Iran versucht nun zu beschwichtigen. Die Tasnim-Nachrichtenagentur erklärte wie TKP schon gestern berichtete, der Angriff auf die Aramco-Raffinerie sei eine israelische False-Flag-Operation, die darauf abziele, Saudi-Arabien in den Konflikt hineinzuziehen. Tucker Carlson unterstützt diese These und ging am Dienstag sogar noch einen Schritt weiter. In seinem Podcast erklärte er, in Katar und Saudi-Arabien seien Mossad-Agenten festgenommen worden, die Anschläge vorbereitet hätten. Belege für diese Behauptung liefert er nicht; auch sonst berichtet niemand darüber.

Katar soll bereits in der Nacht zum Dienstag Angriffe geflogen haben – ebenfalls eine Meldung israelischer Medien. Eine Bestätigung aus Doha gibt es nicht.

Bahrain ist der nächste Hotspot. Dort hat der Anschlag auf Chamenei größere Unruhen in der Bevölkerung ausgelöst, die zu fast 80 Prozent aus Schiiten besteht. Der Aufstand wird niedergeschlagen; die Saudis haben offenbar bereits Truppen verlegt, um bei der Niederschlagung zu helfen.

Aktuell deutet vieles darauf hin, dass eine arabische Allianz in den Krieg gegen den Iran einsteigt. Das hätte vermutlich zur Folge, dass die Iraner die Ölanlagen des Königreichs aggressiver angreifen würden – und die Energiepreise noch weiter in die Höhe treiben würden. Ein geopolitischer Analyst dazu: „Dem Iran fehlen wirksame Gegenbatteriesysteme, was bedeutet, dass seine Reaktion in massiven Raketen- und Drohnenangriffen auf Raffinerien, Exportterminals und Städte bestehen wird. Der ohnehin schon angespannte globale Ölmarkt würde einen weiteren Grund für eine massive Krise erhalten.“

Bild https://www.openstreetmap.org/Persian Gulf Theater Screenshot 2026-02-28 08-04-22CC BY-SA 2.5

Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.



2 Kommentare

  1. Jan 4. März 2026 um 3:47 Uhr - Antworten

    „Ölpreise in die Höhe treiben“ ignoriert die Physik des Mechanismus. Ein Gut im Mangel zeichnet sich dadurch aus, dass es nicht verfügbar ist. Die steigenden Preise reflektieren zwar teilweise längere Transportwege, aber vor allem wird es jemand anderem weggekauft, der die höheren Preise nicht zahlen kann. Es ist aber völlig egal, ob ein Käufer in Österreich oder in Indien am Mangel verstirbt, Mensch ist Mensch.

    Es besteht die krankhafte Idee, dass Öl stets in absolut jeder gewünschten Menge verfügbar sein müsse. Das ist eine frühkindliche Umkehrung der Kausalität: Ich habe Bedürfnis, daher wird Milch fließen! Dass diese Erfahrung aus Liebe erst möglich wird, versteht es noch nicht.

    Angenommen, es gäbe eine unendliche Energiequelle auf der endlichen Erde, so muss sie erst technisch verfügbar gemacht werden. Man kann nicht in die nächste Bäckerei gehen und sagen: SIE ERFINDEN JETZT EIN LAGER, DASS GESCHWINDIGKEITEN VON 17,99 MILLIARDEN RPM ERMÖGLICHT, ICH GEBE IHNEN EXAKT 30 MIN ZEIT! Das wäre Ausdruck des Wahnsinns.

    Dahinter steckt eine tiefe Tragik. Leider.

  2. triple-delta 3. März 2026 um 19:22 Uhr - Antworten

    Wie gut, das Robert unsere Industrie schon abgebaut hat. So kann sie keinen Schaden mehr nehmen.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Aktuelle Beiträge