Keine Einigung beim Pandemievertrag

12. Dezember 2024von 2,8 Minuten Lesezeit

Die letzte Verhandlungsrunde des Jahres zum WHO-Pandemievertrag ist gescheitert. Die Aussichten für die WHO sehen schlecht aus, nächstes Jahr wird mit den USA ein großer Player die Unterstützung entziehen. 

Am 6. Dezember sind die Verhandlungen für den umstrittenen WHO-Pandemievertrag wieder gescheitert. Das war bereits im November klar gewesen – TKP hat berichtet. Seither haben sich die Chancen für den Vertrag nicht gebessert, auch, weil in einigen Wochen Donald Trump das Weiße Haus übernehmen wird. Er ist ein Gegner der WHO.

Bei der letzten Sitzung vergangene Woche erklärte WHO-Chef Tedros zum Vertrag, der der WHO mehr Befugnisse geben würde:

„Angesichts dessen, was noch übrig ist, glaube ich – und das sage ich aus tiefstem Herzen –, dass es nicht wirklich schwierig sein wird, die Verhandlungen in ein paar Tagen abzuschließen.“

Und es wird nicht leichter für die WHO, den zweiten Teil der Reform neben den Änderungen der Internationalen Gesundheitsvorschriften, die auf dem Weg ist, durchzubringen. Das liegt auch an Donald Trump. Ein Gegner der WHO, der mit den USA in seiner ersten Amtszeit bereits ausgetreten ist. De facto, denn de jure ist ein Austritt gar nicht möglich. Die Mitgliedschaft eines Landes wird nur auf ruhend gestellt. Auch das Pandemieabkommen kritisierte er offen. Sobald Trump das Weiße Haus übernimmt, dürfte Tedros einen mächtigen Player als Unterstützer verlieren.

Auch EU-Abgeordnete Christine Anderson (AfD) hat Hoffnung: „Gut möglich, dass US-Präsident Donald Trump die Welt vor dem WHO-Pandemievertrag bewahrt. Die WHO mit ihrem weltweiten Streben nach immer mehr Macht und höheren Finanzmitteln ist zur zentralen Gefahr für unsere Demokratie geworden“, schreibt sie am Mittwoch.

Dabei teilt sie einen aktuellen Artikel des Politmagazins Euractiv. Darin heißt es:

„Sollte Trump die Vereinigten Staaten aus der Weltgesundheitsorganisation zurückziehen, könnten andere langjährige globale Geldgeber wie Deutschland versuchen einspringen, um die Lücke zu schließen. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass die EU als ausreichendes Gegengewicht zum größten Geldgeber der Weltorganisation fungieren und die im Jahr 2023 gespendeten 481 Millionen Dollar auffangen kann.

Jaume Vidal, leitender Politikberater bei der gemeinnützigen Organisation Health Action International, sagte, dass die Entscheidung des WHO-Gremiums, die Verhandlungen über einen Pandemievertrag bis 2025 fortzusetzen, nicht überraschend sei. Sie sei ein Beweis für die anhaltenden Schwierigkeiten zwischen den Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation, einen tragfähigen Konsens zu erzielen.

Laut Vidal sieht die Zukunft des Abkommens „düster aus“, da es vor der 78. Weltgesundheitsversammlung im Mai 2025 nur noch zwei weitere formelle Verhandlungen geben wird.

Das Magazin verweist auf anderen Player, die beginnen, Widerstand zu leisten. Etwa der slowakische Ministerpräsident Robert Fico, der den Pandemievertrag als ein Projekt von „gierigen Pharmaunternehmen“ bezeichnet.

Die Verhandlungen letzte Woche sollen „merklich angespannt“ gewesen sein. Es war die erste Runde, seit dem Sieg von Trump. Man merkt offenbar, dass es nicht leichter wird. Der Druck auf eine Einigung ist hoch, aber man kommt offenbar nicht weiter. Und jetzt dreht sich westlich des Atlantiks der Wind. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass das Pandemieabkommen im nächsten Jahr endgültig entsorgt wird.

Bild „World Health Organisation (WHO) Regional Committee for Europe Sixtieth Session. Moscow 13.-16. september 2010“ by Helse- og omsorgsdepartementet is licensed under CC BY-ND 2.0.

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7 Kommentare

  1. Meine Meinung 12. Dezember 2024 um 20:50 Uhr - Antworten

    @ „Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass die EU…die im Jahr 2023 gespendeten 481 Millionen Dollar auffangen kann“: Peanuts. Am Geld soll’s nicht scheitern. Alleine Deutschland hat doch dieses Jahr mal eben 100 Milliarden (!) „Sondervermögen“ organisiert. Da sind ein paar hunder Millionen Dollar wirklich spielend einfach „aufzubringen“.

    Und um die Hoffnung auf die neue US-Regierung abzumildern empfehle ich folgendes zur Kenntnis zu nehmen:

    reuters.com/world/us/trump-rfk-jr-met-with-pfizer-lilly-executives-axios-reports-2024-12-05/

    • Claudihb 16. Dezember 2024 um 12:32 Uhr - Antworten

      Auszug aus dem verlinkten Artikel:
      „..diskutierten Trump und die Führungskräfte des Unternehmens.. unter anderem, wie der öffentliche und der private Sektor bei der Suche nach Heilmitteln für Krebs zusammenarbeiten können..“

      Einige Dinge haben wir inzwischen ja immer besser gelernt:

      -(auch) MassenMedien-Meldgn hinterfragen
      (dies sollte ja weiter gelten – auch, wenn seit einiger Zeit wieder eine Ausgewogenheit in den Meldungen erkennbar geworden ist).

      bereits das Weglassen von Information kann uns dann in die Irre führen, wenn wir uns nicht selbst/gemeinsam vielseitig informieren (was könnte also – bzgl der Formulierung „unter anderem“ weggelassen worden sein?
      was genau wurde z.B. zum Thema Krebs besprochen?
      (unübersehbar ist ja inzw lange:
      Trump u. R.Kennedy vertreten deutlich andere Lösungsansätze – z.B. gibt’s viele Videos, wo R.K. die Vergiftung der Menschen und wie diese zügig beendet werden kann, thematisiert.
      Und ca.Anfang 2021 wurde ja bemerkenswertes gemeldet:
      Per Zap-X könnten ambulant z.B. Hirntumore beseitigt werden, die bisher wohl eher als Todesurteil galten).
      Und dann sind in den Tiefen des Web auch schon lange Informationen auffindbar, die sowas wie Zap-X zu >jeglichen< Krankheitenimmer bekannter machen – was sogar nur seltenst Schulmediziner gehört haben, die gerade begonnen haben, die ihnen beigebrachten Dinge zu hinterfragen und erstmal nur als „teils falsch“ erkennen.
      Was wird die Konzern-Pharma und andere „große Strukturen, die wir über Jahrzehnte als – mindestens – immer korrupter erkennen konnten, also (vllt?) nun endlich nicht mehr verhindern können?

      Noch schwerer zu durchschauen war es, warum gemeldet wurde, dass Trump z.B. diese C-Injektionen nicht nur „zugelassen“, sondern der Pharma dazu Druck gemacht hat (während er immer wieder andere Heilungsmittel thematisierte und auf Freiwilligkeit setzte).

      Um all dies halbwegs durchschauen zu können, war es notwendig, uns in die Lage zu versetzen, wieder zwischen redlich und unredlich unterscheiden zu können?
      Also der Frage, wem traue ich eher?
      Dazu mußten wir wieder lernen, wie wichtig es ist, unsere eigene Fehlbarkeit viel ernster zu nehmen, als die unserer Mitmenschen, woraus sich automatisch ergibt:
      Reden, zuhören und vor allem unbekannte Informationen ernst zu nehmen (sogar irgendwann automatisch die, die uns erstmal wieder unvorstellbar erscheinen…).

      Automatisch finden wir dabei (anfangs unbewusst), zu einem Thema, welches wir eher oft als „Floskel“ abtaten:
      Wir begannen die ernsthafte, „ewige Suche nach der Wahrheit“.
      Daraus folgte irgendwann, dass wir uns automatisch auch immer menschlicher Verhalten (also z.B. an Bedürftigen nicht mehr vorbeigeben…) und dirschauten das System immer tiefer und konnten dann automatisch (ohne dass dies das Ziel war, in höhere finanzielle Freiheit kommen – und zwar ohne, dafür weiter mit nem Geld-Job die Reste des sterbenden Systems zu finanzieren – und den Konsum auf sinnvoll reduzieren..).
      Eine Möglichkeit für Menschen mit wenig Geld war/ist:
      Zeit frei machen durch die Ausnutzung des Bürgergelds und dann endlich memschlich wichtige Dinge tun (z.B. Zeit für Einsame Alte…uvm…und eben die vielen o.g. Lern-Gespräche…).

      Was Trump mit Konzern-Pharma-„Oberen“ besprochen haben dürfte ist dann/so glasklar:
      Es wird einen großen Nutzen für die Weltbevölkerung zur Folge haben.

      (Weiter) Viel Erfolg bei den nötigen Entscheidungen (inkl der aktiven Suche nach Gesprächen mit vielen Mitmenschen, die „solche“ Dinge halbwegs gut argumentieren können und der nachfolg. Recherche…

      LG

  2. ibido 12. Dezember 2024 um 20:29 Uhr - Antworten

    Es ist schade um die WHO. War mal eine sinnvolle Institution, die von Kapitalinteressen gekappert wurde.

  3. Jan 12. Dezember 2024 um 15:41 Uhr - Antworten

    Ein klarer Parlamentsvorbehalt oder eine offene Ablehnung durch den Nationalrat wäre mir lieber.

    Enten hat man uns genug aufgetischt!

  4. Whoy Knowsy 12. Dezember 2024 um 12:24 Uhr - Antworten

    Es erscheint mir unwahrscheinlich, dass der Pandemievertrag bei der weltweit vorhandenen Anzahl an ganz offensichtlich korrupten, gegen das Volk arbeitenden und intellektuell zudem nicht bevorzugten Politikern auf Dauer aufzuhalten sein wird. Österreich sei hier nur als Beispiel genannt. Deutschland natürlich ebenso, … und, und, und.

  5. birgit30d1f20568 12. Dezember 2024 um 12:06 Uhr - Antworten

    Was für eine gute Nachricht! Luftsprünge vor Freude. Hoffen wir, dass es so kommt.

  6. Gabriele 12. Dezember 2024 um 12:00 Uhr - Antworten

    Wunderbare Nachricht.

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