
Trumps Friedensplan für die Ukraine und seine Hindernisse
Trumps Plan für die Ukraine ist angeblich eine entmilitarisierte Zone, kontrolliert von einer westlichen/NATO-Friedensmission. Aber das ist eine gewaltige Aufgabe, an der Trump auch scheitern könnte. Es sei denn, er kündigt eine direkte Beteiligung der USA an diesem Vorhaben an. Doch das ist unwahrscheinlich.
Das Wall Street Journal hatte berichtet: Trump plant, eine westliche/NATO-Friedensmission in der Ukraine, ohne die Beteiligung der USA zu organisieren, um den Konflikt zu stoppen. Russland darf seine aktuell besetzten Gebiete behalten. Der Plan klingt simple, ist aber viel leichter gesagt als getan. Hier sind zehn Punkte, die zu unüberwindbaren Hindernissen für Trumps Plan werden könnten.
- Die Europäer fürchten eine direkte Eskalation mit Russland
Die harten Worte Frankreichs Anfang des Jahres über ein konventionelles Eingreifen in den Konflikt und die Weigerung Polens, eine Beteiligung auszuschließen, vertuschen die Angst der Europäer vor einer direkten Eskalation mit Russland. Trump wird den Einfluss der USA auf sie und die NATO insgesamt meisterhaft ausspielen müssen, um die europäischen Partner zu zwingen, ihre Sicherheit aufs Spiel zu setzen und diesen riskanten Plan mitzutragen. Es könnte schließlich immer nach hinten losgehen und ungewollt den Dritten Weltkrieg auslösen. Vergessen Sie nicht: Der Plan sieht vor, dass westliche Truppen an der Grenze zu Russland patrouillieren.
- Die öffentliche Meinung in Polen ist strikt dagegen
Eine friedenserhaltende Mission des Westens und der NATO in der Ukraine ist ohne die führende Beteiligung Polens nur schwer vorstellbar, aber die öffentliche Meinung lehnt dies entschieden ab- Das zeigte eine seriöse Umfrage im Sommer. Demnach sind 69 % der Polen gegen die Entsendung von Truppen in das Nachbarland sind, egal in welcher Eigenschaft. Da sich das gegenseitige polnisch-ukrainische Misstrauen, weiter verstärkt, wird es sehr schwierig werden, eine solche Mission zu verkaufen, zumal die Polen befürchten, dass sie wieder einmal vom Westen ausgenutzt werden.
- Trumps frühere Rhetorik zu Artikel 5 ist nicht vertrauenserweckend
Eine weitere Hürde, die es zu überwinden gilt, ist die Wiederherstellung des Vertrauens in Trump aufgrund seiner früheren Rhetorik zu Artikel 5. Im Februar hatte er erklärt, dass die USA diejenigen NATO-Mitglieder nicht schützen werden, die nicht mindestens 2 % ihres BIP für die Verteidigung ausgeben. Er drohte sogar damit, dass „ich [Russland] ermutigen würde, zu tun, was immer sie wollen“. Auch wenn die meisten von ihnen diese Zielvorgabe inzwischen erfüllen, könnten sie immer noch befürchten, dass er Artikel 5, auf den sie zur Verteidigung angewiesen sind, wenn sie sich an dieser Mission beteiligen, mit weiteren Bedingungen verknüpfen wird.
- Es ist unklar, was Trump tun würde, wenn Russland NATO-Truppen angreifen würde
Trump wird die NATO-Mitglieder auch davon überzeugen müssen, dass seine Reaktion auf einen russischen Angriff auf ihre Truppen ein Gleichgewicht zwischen der Erfüllung der in Artikel 5 genannten Verpflichtungen und der Vermeidung einer Eskalation, die zu einem Dritten Weltkrieg führen könnte, darstellt. Sie müssen sich auch sicher sein, dass er es durchzieht und keinen Rückzieher machen wird. Außerdem müsste dies auch Russland klar mitgeteilt werden, das er abschrecken muss. Bei dieser Abfolge von Ereignissen kann viel schief gehen, so dass ihr Erfolg nicht als selbstverständlich angesehen werden kann.
- Die NATO ist auf einen längeren nichtnuklearen heißen Krieg mit Russland nicht vorbereitet
Selbst in dem äußerst unwahrscheinlichen Fall, dass weder Russland noch die USA bei einem direkten kinetischen Schlagabtausch auf Atomwaffen zurückgreifen, wäre die NATO auf einen längeren nichtnuklearen heißen Krieg mit Russland nicht vorbereitet. Sie verliert das „Rennen der Logistik“ bei weitem, auf dem letzten NATO-Gipfel wurden keine Fortschritte beim „militärischen Schengen“ zur Erleichterung solcher Bewegungen nach Osten erzielt, und der Block verfügt nur über 5 % der Luftverteidigung, die er zu seinem Schutz benötigt. Die NATO könnte daher letztlich gegen Russland verlieren.
- Externe Vermittlung könnte zu einer verkleinerten friedenserhaltenden Mission führen
Ungarn und Indien verfügen über ausgezeichnete Beziehungen zu Russland und den USA, so dass es möglich ist, dass sie sich unabhängig voneinander oder gemeinsam um eine reduzierte Friedensmission bemühen könnten. Dies könnte dazu führen, dass westliche Truppen westlich des Dnjepr abziehen, die Ukraine alles, was sie im Osten noch an schweren Waffen kontrolliert, entmilitarisiert und Russland sich bereit erklärt, die Kontaktlinie einzufrieren. Ein solches Szenario wurde hier Mitte März breit diskutiert. Es ist unwahrscheinlich, zugegebenermaßen unvollkommen, aber immer noch möglich.
- Vorsichtige Europäer könnten darauf wetten, dass es besser ist, einfach ihre Verluste zu begrenzen
Dennoch könnten die vorangegangenen sechs Punkte dazu führen, dass die vorsichtigen Europäer darauf setzen, dass es besser ist, ihre Verluste zu begrenzen und alles so laufen zu lassen, wie es kommt, ohne die Konsequenzen zu riskieren, die ihre Beteiligung an einer ukrainischen Friedensmission nach sich ziehen könnte. Es wäre eine noch nie dagewesene Niederlage für den Westen, wenn er Russland möglicherweise einen maximalen Sieg zugestehen würde, aber wachsende Müdigkeit sowie die Angst, unbeabsichtigt einen Dritten Weltkrieg auszulösen und zu verlieren, könnten zu diesem weltverändernden Ergebnis führen.
- Eine Brinkmanship-Krise nach kubanischem Vorbild könnte noch vor Trumps Amtseinführung ausbrechen
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass antirussische „Falken“ in der ständigen Militär-, Geheimdienst- und Diplomatenbürokratie der USA („deep state“) und/oder Selenski aus Verzweiflung eine größere Eskalation mit Russland vor Trumps Wiedereintritt provozieren, um ihn am „Ausverkauf der Ukraine“ zu hindern, wie sie es sehen könnten. Wenn das passiert, wäre Trump machtlos, den Verlauf der Ereignisse zu beeinflussen. Ihm bliebe nichts anderes übrig, als zu erben, was auch immer dabei herauskäme, sei es ein Dritter Weltkrieg oder ein möglicherweise einseitiges Friedensabkommen.
- Es besteht die Chance, dass Russland auch bis dahin den umfassenden Sieg erringt
Dieses Szenario ist unwahrscheinlich, da die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass der oben genannte Punkt eintritt, und zwar in Form eines konventionellen Eingreifens der NATO, um Russland zumindest bis zum Dnjepr zu treiben, falls die Frontlinien vor Mitte Januar zusammenbrechen und Russland kurz davorsteht, den maximalen Sieg zu erringen. Allerdings besteht immer die Möglichkeit, dass dies aus welchen Gründen auch immer verhindert wird. In diesem Fall wäre die NATO-Friedensmission, die Trump angeblich ins Auge fasst, nicht erforderlich.
- Die westasiatischen Kriege verschärfen sich und werden Trumps unmittelbare Priorität
Und schließlich weiß niemand, ob sich die westasiatischen Kriege nicht verschlimmern und somit zu Trumps unmittelbarer Priorität bei seinem Amtsantritt werden könnten, wobei es zwingende Argumente gibt, die darauf hindeuten, dass sowohl Israel als auch der Iran genau dieses Szenario in ihren jeweiligen eigenen Interessen planen könnten. Kurz gesagt: Israel könnte die USA ködern wollen, damit sie ihm helfen, den Iran ein für alle Mal zu vernichten, während der Iran den regionalen Interessen der USA einen verheerenden Schlag versetzen möchte, um sich für Trumps Ermordung von Soleimani zu rächen.
In Anbetracht der gewaltigen Aufgabe, die vor ihm liegt, könnte Trump seinen angeblichen Plan, eine westliche/NATO-Friedensmission in der Ukraine zu organisieren, nicht umsetzen, es sei denn, er kündigt eine direkte Beteiligung der USA an diesem Vorhaben an, was nicht zu erwarten ist. Wenn er nicht bekommt, was er will, könnte er Russland und der NATO gleichermaßen drohen, aber eine solche psychologische Kriegsführung hat möglicherweise keine Wirkung. In diesem Fall könnte er einfach aufgeben und weitermachen, indem er Biden die Schuld an der beispiellosen Niederlage des Westens gibt.
Vergessen wir nicht, dass das die Fake Newser berichteten, dies seien Trumps Friedenspläne, die durchgesickert wären. Es ist dennoch insofern amüsant, wie sehr dieser einfache Mensch die Gemüter erregt und auch ängstigt…
Zunächst das Wichtigste: Putin nannte Trump bei der berühmten Waldai-Konferenz in Sotschi einen „taperen Mann“. Das ist ein starkes Signal der Hochachtung unter Männern. Es heißt, ihm ist bewusst, dass Trump eine Herkulesaufgabe vor sich hat, aber er kann es schaffen.
Der Plan ging etwas anders. Die Ukraine soll 20 Jahre der NATO nicht beitreten (und dann?). In der „entmilitarisierten Zone patroulliert nicht die NATO, sondern europäische Friedenstruppen, evtl. UNO Blauhelme, keine Amis, die gehen heim. Und ja, Russland behält den Donbass und die Krim. Doch soll die Ukraine weiterhin mit Waffen aus den USA beliefert werden. Ich nehme an, Deutschland würde das bezahlen. Das ist aber gewiss etwas, was Putin nicht möchte.
1) Wie der Friedensplan wirklich aussieht, weiß man nicht und 2) bei Verhandlungen darf auch sicher Russland Wünsche äußern. Wichtig ist, dass verhandelt wird. Und man ist guten Willens. Putin hat Bereitschaft signalisiert. Bestimmt wird alles gut.
Und wenn die kleinen boshaften Kriegsdeixln in der EU in der Mitte abspringen. Es wird Frieden geben. Die NATO wird den Europäern überlassen. Den Wiederaufbau dürfen sie auch bezahlen und wenn sie weiterhin gegen Russland kämpfen wollen und sich selbst mit Suizidsanktionen ruinieren wollen, ist das ihre Sache. Mit Trump geht der Ami heim, nicht an einem Tag, aber schön langsam. Der Ami wird aber auch den EU-Fanatikern Waffen verkaufen, wenn sie welche wollen und sogar Chlorhühner… why not? ;-)
Wow. Das ist ja genial. Eine NATO Friedensmission. Das ist echt lustig! Erinnern wir uns doch einmal, was Russland als Grund für den Angriff auf die Ukraine vorgebracht hat: „Wir werden einen Beitritt der Ukraine in die NATO und somit einen Stationierung von deren Waffen (und natürlich deren Truppen) auf so kurze Entfernung zu unserem Territorium nicht zulassen.“
Ja. Und die Idee der NATO ist es jetzt, NATO Truppen in die Ukraine zu schicken. Und Russland soll dem zustimmen. Obwohl die NATO von Anfang an diesen Krieg wollte und ihn proviziert hat? Langsam habe ich das Gefühl, die NATO wird aus einer psychiatrischen Klinik heraus geleitet. Mit lauter Geisteskranke an deren Spitze.
Mich wundert, dass Trump nicht darauf gekommen ist, dass sein „Plan“ für Russland ein NoGo ist. Besonders bei all den Söldnern aus den USA, Großbritannien, Polen – oft „auf Urlaub“ in der eigenen Armee. Jetzt sollen die dierekt vom Urlaub zu „Friedenstruppen“ werden?
Russische Medien berichten oft über besondere Grausamkeiten polnischer Söldner gegenüber Zivilisten, insbesondere bei Kurs. Und Trump glaubt, die Russen würden solche „Friedenstruppen“ akzeptieren?
„Trumps „Friedensplan“ ist eine Falle, in die Russland nicht tappen darf“
Wortwörtlich ist von „europäischen Kräfen“ die Rede, nicht NATO. Es wäre meiner Ansicht nach eine Aufgabe für die Blauhelme. Denn natürlich sollte die neue Grenze bewacht werden. Vor allem Übergriffe durch die Ukraine sind zu erwarten… so wird auch Russland diese Grenze gut beschützen.
Ein Punkt ist aber, dass die Ukraine nicht mehr aufgerüstet wird. Das kann Russland nicht akzeptieren. Selenski ist Geschichte. Er ist längst nicht mehr Präsident. Nach den Wahlen schaut es auch anders aus. Das größte Problem sind die EU-Wokeisten, die sich nicht mehr abwählen lassen und den Irrsinn in allen Lebenslagen weiterbetreiben wollen. Trump wird uns nicht retten. Aber sein Beispiel könnte Schule machen…wir müssen uns selbst befreien.
Wie schon an anderer Stelle geschrieben: leider ein unrealistischer Witz. Putin lacht sich schief.
Sieht derzeit eher nach dem Versuch aus, die letzten Felle vor dem Davonschwimmen zu retten – und geht daher vollkommen an der Situation und den Ansichten Russlands vorbei.
Ich hoffe mal, das war ein erster Versuch und Trump hört Putin nun endlich gut zu, nachdem er für diesen Plan das verdiente Gelächter erhält.
Hallo,
vielleicht ist das Trumps Plan, vielleicht versucht das Wall Street Journal (wie alle Systemmedien), Trump zu diskreditieren.
Es gibt durchaus Gründe für die Vermutung, dass Trump dumm ist. Aber sooo dumm wie der im WSJ vorgestellte ,,Plan Trumps“?!
Ich weiß nicht …
Hallo,
,,bei einem … kinetischen Schlagabtausch“
Ja, da hält die Nato so lange durch wie ich bei maschineller Denglisch.
Dem WSJ würde ich allgemein nicht trauen, aber in der aktuellen Situation nach dieser Wahl schon gleich gar nicht.
,,NATO-Friedensmission“
Nato und Frieden, da würde man nicht ohne weiteres drauf kommen.
Aber wenn das der Plan sein sollte, dann wäre er damit schon von vornherein gescheitert.
Da bräuchte es keine 10 Punkte mehr. Aber 10 Pseudohintergründe erzeugen beim intellektuell unbewaffneten Leser den Eindruck, dass es kompliziert wäre (und dass die westeuropäischen Vasallen was zu melden hätten, hahaha).
Dabei ist es ganz einfach: USA hält sich komplett aus der Ukraine raus, dann ist Frieden.
Und die USA wird sich auch komplett aus der Ukraine heraushalten, die Frage ist nur wann, wenn sie es noch freiwillig kann oder wenn sie nach dem Niedergang des USA-Imperiums keine Wahl mehr hat.
Letzteres kann noch eine Weile dauern, aber es kommt, alle Imperien in der Menschheitsgeschichte gingen diesen Weg.
Die Sache ist ja geradezu lächerlich einfach.
Putin verlangte im November 2021 die Neutralität der Ukraine, einen autonomen Sonderstatus für die Donbass-Regionen im (im) ukrainischen Staatsverband und die Ausschaltung der Nazis.
Kurz vor seinem Eingreifen zum Schutz der Russen im Donbass verstärkte die Ukraine den Beschuß der dortigen Ortschaften.
Rußland will die Rest-UA als Puffer zur Nato! Mich würde nicht wundern, wenn am Ende Rußland bis Transnistrien reichen würde. Was fehlt in Georgien? Ein Nato-Stützpunkt! Worum geht es in Moldawien, stänkern gegen Rußland. Die Einkreisung soll vollendet werden. Dafür sind die russischen Minderheiten nützlich. Weil man Einfluß will, immer gegen Rußland.
Was hat die NATO [ein deutsches Kriegsschiff] im südchinesischen Meer zu suchen?
Was hat die NATO [auch ein deutsches …
Die Idee Streitkräfte der NATO in die Ukraine zu bringen, die eine Friedensschluss oder wenigstens ein Ende der Kampfhandlungen garantieren soll hat eine Haken, der mir größer scheint als die Sachen, die Sie aufgeführt haben. Nämlich Russland. Besagter Plan, selbst mit einer de-militarisierten Zone gespeist aus derzeit nicht von Russland beherrschtem Territorium macht die Ukraine praktisch zum NATO Mitglied, der Plan entmilitarisiert die Ukraine nicht und entmachtet auch nicht die Banderisten. Russland wird dem so nicht zustimmen. Zumal der erwähnte Plan offen oder verdeckt zu einer Wiederbewaffnung der Ukraine führt.
Zwar bin ich der Meinung, dass man nicht so viel über den dritten Weltkrieg reden sollte ohne diesen Ausdruck vorher definiert zu haben. Da Sie aber, wenn ich mich recht erinnere, den Ausdruck benutzen, tue ich es jetzt auch. Meiner Ansicht nach wäre der von Ihnen erwähnte Plan eine Garantie dafür, dass der dritte Weltkrieg beginnt und dass die Eskalation, die der vorgebliche Friedensplan eigentlich ist, der Auslöser dieses Weltkriegs ist.
Artikel 5 NATO Vertrag wurde erwähnt. So wie ich mich erinnere zwingt dieser Artikel kein NATO Mitglied in Kampfhandlungen einzutreten. Der Bündnisfall wird erst dann ausgerufen, wenn alle NATO Mitglieder einen Angriff auf ein NATO Land feststellen. Der Artikel 5 ist daher keine direkte Verpflichtung, sondern ein Instrument der USA den Einstieg der anderen NATO Länder in Kampfhandlungen zu erzwingen. Die USA selbst sind durch den Artikel zu nichts verpflichtet weil sie immer sagen können, dass sie keinen Angriff auf ein NATO Land feststellen können. (Natürlich ausser in dem Fall, dass sie selber angegriffen würden.)
Die Ukraine, an den Marionettenfäden ihres NATOgewandeten Masterminds hängend, hat schon lange diesen Krieg verloren.
„Auf dem Valdai-Forum [= ein seit 2004 jährlich im Herbst in Russland stattfindendes Treffen von Journalisten, Politikern, Experten/Wissenschaftlern und Personen des öffentlichen Lebens aus Russland und anderen Ländern] sagte Putin, dass der Neoliberalismus die nationale Souveränität und die traditionellen Werte unterdrückt und die nationalen Kulturen aushöhlt, wodurch die Vielfalt beseitigt wird. „In der neoliberalen Ordnung gibt es keinen Platz für Unterschiede. Sie zielt darauf ab, die Vielfalt zu verflachen, anstatt sie zu feiern“. Das unipolare System Washingtons diene „nur einer kleinen Anzahl von Machteliten“. Jetzt, da Putin zu diesen Erkenntnissen gelangt ist, wird er vielleicht seine neoliberale Zentralbankdirektorin ersetzen.
Putin dankt Washington für die Wirtschaftssanktionen, die Russland vom Irrweg des Globalismus abgebracht haben. „Die Sanktionen haben uns gezwungen, nach innen zu schauen und uns auf die Entwicklung der heimischen Industrie zu konzentrieren.“ Der Globalismus ist eine Einbahnstraße in den wirtschaftlichen Tod. Für die Amerikaner hatte dies zur Folge, dass die amerikanische Industrie und die Arbeitsplätze der Mittelschicht ins Ausland verlagert wurden, dass die staatlichen und lokalen Haushalte unter Druck gerieten und dass ausgebildete Arbeitskräfte verloren gingen.
Putin sagt, dass er die westliche Zivilisation respektiert – wahrscheinlich mehr als die Absolventen und Professoren der westlichen Universitäten. Das Problem ist nicht die westliche Kultur. Das Problem liegt in der aggressiven Politik der westlichen Regierungen. Putin ist erstaunt, dass politisch und militärisch so schwache Länder einem so mächtigen, geeinten Land wie Russland gegenüber so aggressiv sind … Putin erklärte sich bereit, mit Trump zusammenzuarbeiten, um die Beziehungen zu normalisieren und sie auf einen konstruktiveren Weg zu bringen“
(Paul Craig Roberts, „Der Neoliberalismus ist „eine totalitäre Ideologie“ geworden – Wladimir Putin“, deutsche Übersetzung auf „Antikrieg.com“, 09/11/2024)
Die Hoffnung von Roberts bleibt allerdings bescheiden:
„Beten wir, dass Trump den Einfluss der korrupten amerikanischen Führungselite auf die Vereinigten Staaten und die Welt brechen kann … Es ist höchste Zeit, den Krieg für die Profite der US-Rüstungsindustrie und die unrealistische Ideologie der Neokonservativen von der US-Hegemonie zu beenden“
(Paul Craig Roberts, „Kann es einen amerikanisch-russischen Reset geben?“, deutsche Übersetzung auf „Antikrieg.com“, 10/11/2024)
Was ich so bisher von Paul Craig Roberts gelesen habe, wäre es für Putin absolut kein Schaden, wenn er mal mit Roberts reden würde.
Die Vorstellung, dass Nato-Truppen an der russischen Grenze patrouillieren könnten, ist ja der Grund für das, was wir jetzt haben. Warum soll Wladimir darauf eingehen?
Tja, Donald hat den Mund voll genommen und sollte jetzt liefern.
Hoffentlich passiert nichts Unvorhergesehenes.
@Antermoya
10. November 2024 um 20:10 Uhr
Ich verfolge schon sehr lange die internationale Politik und auch die Kommentare von Paul Craig Roberts dazu. Mein Eindruck ist, der russische Präsident liest Roberts oder läßt ihn lesen, und er nimmt ihn besonders in einem Punkt sehr ernst (anders als dessen stürmische militärischen Ratschläge):
„Putin dankt Washington für die Wirtschaftssanktionen, die Russland vom Irrweg des Globalismus abgebracht haben. „Die Sanktionen haben uns gezwungen, nach innen zu schauen und uns auf die Entwicklung der heimischen Industrie zu konzentrieren.“
„Jetzt, da Putin zu diesen Erkenntnissen gelangt ist, wird er vielleicht seine neoliberale Zentralbankdirektorin ersetzen“, gegen die Paul Craig Roberts so manche Breitseite gefeuert hat. Elwira Nabiullina hatte ihre Karriere Boris Jelzin zu verdanken. Putin, ziemlich sicher auch beeinflusst von Roberts, hat einen anderen Weg gefunden, und auch Nabiullina vertritt heute den Vorrang russischer Interessen, nachdem das Land unter Jelzin schon fast vom Westen übernommen worden war …
Niemals akzeptiert Putin Nato Truppen in der Ukraine, NIEMALS !